Pamir Highway? No problem!

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Damit ich euch nicht dauernd die Galerie mit meinen Fotos zupflastere, beginne ich hier einen eigenen Thread zum Thema Pamir Highway.

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Bitte um Nachsicht! Ich bin kein großer Fotograf, und Schreiben war mir in der Schule schon nicht geheuer. Mit Computer bin ich flau, von GPS hab ich überhaupt keine Ahnung. Aber ich werde mir Mühe geben.

Zuallererst möchte ich mich hier bei einer Unbekannten namens Blanca bedanken. Ohne den Blog dieser mittlerweile schon 60jährigen Dame aus dem Baskenland hätte ich mich das Ganze wahrscheinlich gar nicht erst getraut (bin ja auch nicht mehr der Jüngste):

http://www.blancaonabike.com/solo-in-the-pamir-highway/

http://www.blancaonabike.com/

Solche und ähnliche Leute trifft man am Pamir Highway fast jeden Tag. Das war für mich mindestens genauso faszinierend und inspirierend wie die Landschaft!

Alle die glauben, Geld spielt bei solchen Reisen eine besonders große Rolle, die sollten sich bitte unbedingt diesen Blog ansehen:

http://allcyclistsarebeautiful.com/author/happy-homeless-hippie/

Dieser Mann "wohnt" offenbar auf diesem ziemlich abgerocktem Surly Troll mit Tektro V-Brakes. Das Ding ist halb Sperrmüll, dafür aber überraschend gut in Schuss:

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Der Typ lehnt z.B. Daunensachen ab, weil er vegan ist, campiert aber im Winter im Polarkreis mit einem Billigst-Tarp... Cuique suum, sagt er.

Das ist jetzt zwar nicht so mein Lifestyle, dem seinen Sportsgeist möchte ich aber haben. Seinen Optimismus und seine unerschütterlich gute Laune übrigens auch.

Zuletzt noch ein paar Fotos von "Pamir-tauglichen" Reiseräder, für diejenigen unter euch, die glauben ohne Boost, Disc oder Tubeless geht's nimmer:

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Von Jean-Baptiste aus Grenoble. Seine erste Fahrradreise überhaupt - mit dem Rad seiner Mutter.

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Timothy aus Perpignan hat sein Rad in einem chinesischen Supermarkt gekauft, den Rest online.

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Der Anchor (=Bridgestone) Randonneur von Rocío, einer wunderschönen Gallizierin, die ganz alleine unterwegs war. Sie fuhr seit über einen Monat mit defekter Hinterbremse (bis sie mich getroffen hat).

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Umlackierter Trekker von Pablo: eine Art Wasserrohrrahmen mit second hand Deore. Von Barcelona bis Karakul hat es immerhin gereicht.

Danke für's Lesen, Fortsetzung folgt!
 

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Das klingt spannend, bin selbst auch nur Oldschool unterwegs und in 2016 hat's immerhin von Köln nach Barcelona gereicht.
Pablos Rad sieht allerdings eher nicht nach Wasserrohr aus, mit dem außen konifizierten Steuerrohr und den Ausfallern... Könnte ein Herkelmann sein.
 
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Kann bitte jemand einem EDV-Legastheniker erklären, wie man einen Nutzernamen aus dem Forum als Hyperlink in den Text einfügt, so wie das AverageJoe gerade mit meinem gemacht hat?

eher nicht nach Wasserrohr aus, mit dem außen konifizierten Steuerrohr

Verarbeitet war das Rad sehr sauber, aber konifiziert war da anscheinend nur das Steuerrohr. Gegen Deore will ich eigentlich auch nichts gesagt haben, schön ist halt etwas Anderes.

Aber jetzt zu Teil II von meinem Abenteuer für Quereinsteiger.

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Wie schon gesagt, geträumt hab ich lange, geplant hab ich kurz. Zu guter Letzt ist noch ein alter Kumpel aufgesprungen, dem ich erst noch aus der Teilekiste ein Rad zusammenstöpseln musste.

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Wie gesagt, außer Zeit braucht man nicht viel.

Das Visa, den Flug und eine Unterkunft für die ersten Nächte waren online ruck-zuck besorgt. Mitte August waren wir dann schon in Dushanbe, der Hauptstadt Tadschikistans.

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Nationalmuseum

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Eine dermaßen ruhige und saubere Stadt, mit so dezenten und disziplinierten Bewohnern hätte ich mir eigentlich viel eher in der Schweiz erwartet, als irgendwo hinter Afghanistan. Angeblich soll das daran liegen, dass die Tadschiken in Russland sehr gefragte Bauarbeiter sind, und die Stadt daher mehrheitlich von Frauen bewohnt wird (ich hoffe, das ist jetzt nicht sexistisch).

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Vor Ort fällt es einem schwer zu glauben, dass man sich in der ehemals ärmsten Region der ganzen Sowjetunion befindet. Asiatisch und russisch – da hätte ich mir eigentlich das reinste Chaos erwartet, und dann diese Ruhe und Sauberkeit!

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Präsidentenpalast

Wirkliche Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht sehr viele, dafür muss man auch nicht so lange bleiben. Aber es gibt einen brauchbaren Supermarkt und einen noch brauchbareren Basar. Und man bekommt – kaum zu glauben- Gaskartuschen für Campingkocher.

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Und aus irgendeinem Grund fährt hier jeder Zweite Opel Astra oder Mercedes C.

Nachdem in den aktuellen Reiseführern überall steht, dass entlang der Straße zum ersten hohen Pass noch immer Landminen herumliegen sollen, fassten wir bezüglich unserer ersten Etappe einen ziemlich dekadenten Entschluss:

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Hier mal ein Foto vom Autor, leider verkehrt herum.

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So starteten wir unsere eigentliche Radtour dann schlussendlich in Kalaikhum, direkt an der afghanischen Grenze.

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Das war irgendwie schade, denn anscheinend fährt Gott und die Welt seit Jahren über diesen Pass, ohne dass jemals etwas passiert wäre. Besser geschlafen haben wir aber so. Und die verbleibenden 1.000 km Bergwüste haben uns auch genügt.

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So, genug für heute. Danke für's Lesen!
 

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µ_d

Irgendwas mit Offshore
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Zuerst einmal danke für das gute Feedback, ihr macht mir ja richtig Mut!

Kann bitte jemand einem EDV-Legastheniker erklären, wie man einen Nutzernamen aus dem Forum als Hyperlink in den Text einfügt, so wie das AverageJoe gerade mit meinem gemacht hat?

Einfach mit einem @ davor den Namen schreiben und dann aus dem (hoffentlich) erscheinenden Menü auswählen.
 
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Hi @hotep,

um jemanden hyperzuverlinken brauchst Du lediglich ein "@" einzugeben und anschließend den entsprechenden Usernamen. Es erscheint sogar eine kleine Auswahlliste mit möglichen Treffern für den oder die Anfangsbuchstaben.

Gruß Joe
 
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Einfach mit einem @ davor
lediglich ein "@"

THX! Offenbar muss ich aber noch ein bisschen üben, bis es klappt. Vielleicht ist auch meine Hardware zu 'vintage' :ka:.

Bei mir die selbe Quote

Ich bin daheim auch 3:1 unterlegen. Dafür fahre ich öfter mal allein oder mit Freunden auf Urlaub ;).

Aber zurück zu meinem ersten Selbstversuch in Sachen Fernreisen per Fahrrad:

Im Dorf Kalaikhum an der afghanischen Grenze waren wir stehen geblieben. Dorthin ließen wir uns öderweise chauffieren. Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir endlich auf unseren Rädern saßen.

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Die nächsten 250 km führt der Pamir Highway an einem sehr lauten Fluss namens Panj entlang bis in das Städtchen Khorog.

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Hurra, ein Flussradweg! Optimal zum Einrollen!

So hatten wir uns das zumindest gedacht. Leider war der Straßenbelag dort der übelste von der gesamten Reise, es ging beständig auf und ab und zusätzlich war es brütend heiß. So saßen wir an den ersten Tagen mehr unter Bäumen und im Teehaus, als auf dem Fahrrad.

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So brauchten wir für die 250 km bis Khorog letzten Endes fast vier Tage. Neben uns der rauschende Fluss, auf der anderen Seite Afghanistan. Schaut nur wie nah:

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Das am zweiten Bild sind übrigens keine Spinnen, sondern afghanische Straßenbauarbeiter bei der Arbeit.

Nach Allem, was man so hört und liest, ist es ein ziemlich komisches Gefühl, wenn man in unmittelbarer Nähe ein paar Afghanen mit Dynamitstangen herumhantieren sieht. Aber die Herren wollten zum Glück nur arbeiten. 'Salem alaikum' haben sie über den Fluss gerufen, "Friede sei mit dir".

Apropos Frieden: die Taliban konnten sich in dieser Gegend glücklicherweise nie festsetzen. Zu schwer erreichbar, zu wenig zu holen. Außerdem sind die Bewohner ismaelitische Muslime und haben vor den sunnitischen Taliban sogar noch mehr Angst als unsereiner.

Überhaupt sieht die afghanische Seite des Flusses ziemlich einladend aus. Die hellen Flecken oben am Berg sind übrigens Getreidefelder.

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Zum Glück gibt es viel kleine Bäche, so dass man das Trinkwasser nicht aus dem trüben Fluss filtern muss.

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Zumindest alle paar Stunden einmal kommt man durch eine Art Dorf, wovon ungefähr jedes dritte mit einen kleinen Kaufladen oder sogar einem Teehaus aufwarten kann. Allzu hohe Ansprüche darf man allerdings nicht stellen.

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Dafür sind die Leute überaus freundlich und lustig. Dieser Spaßvogel ist zum Beispiel ohne Vorwarnung mit meinem Fahrrad davongerast, als würde er es stehlen wollen, nur um nach ein paar Minuten unter Gelächter zurückzukommen.

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Was wir im Tal des Panj nie lange suche mussten, das waren schöne Plätze zum Campieren.

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Und man trifft jeden Tag ein paar Radfahrer.

Hier schließen wir gerade zu zwei jungen Franzosen auf, einer davon auf dem Citybike seiner Mutter. Zwei Wochen vorher wusste der noch gar nichts von dieser Weltgegend, richtige Radtouren hatte er auch noch nie gemacht. Er hat sich von einem Freund auf Facebook zu der Tour überreden lassen. Und jetzt soll noch einer sagen, die jungen Leute heutzutage kleben nur noch am Smartphone!

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Ca. 50 km vor Khorog wird das Tal weit, die Straße ist plötzlich wieder durchgehend geteert und es gibt einige größere Seen.

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Noch nie bin ich so lange an einem Fluss entlanggefahren, ohne ein einziges Kraftwerk zu sehen. Das soll sich aber in naher Zukunft ändern, denn Tadschikistan möchte Stromexporteur werden und China investiert wie verrückt.

Jedenfalls erreichten wir am vierten Tag dann endlich die Provinzhaupt"stadt" Khorog.

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Das Städtchen liegt auf gut 2.000m Höhe, das Klima ist dort sehr angenehm. Sehenswürdigkeiten gibt es außer Landschaft keine, dafür aber einen Basar und ein paar Restaurants. Die meisten Reiseradler legen in Khorog einen Ruhetag ein.

Leider ging dort gerade eine üble Darminfektion um, wodurch aus unserem geplanten Ruhetag gleich mehrere ungeplante wurden. Wir wollten aber unbedingt ganz gesund sein, bevor wir den ersten 4.000er Pass in Angriff nehmen.

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Wie es uns dabei erging, erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Danke für's Lesen und schönes Wochenende!
 

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ich fühle mich wie mein Sohn wenn ich vorlese!
Ich erzähle hier aber keine Märchen ;)

Jedenfalls danke für die Blumen, alle miteinander!

Es freut mich, wenn ihr auch Spaß dabei habt. Mir persönlich geht es beim Schreiben fast so, als würde ich das Ganze noch einmal erleben. Gratis Urlaub, sozusagen ;).

In dieser Episode von unserer Extremreise für Durchschnittsbürger will ich euch vom Weg bis in das erste Dorf auf dem Hochplateau erzählen.

Ab Khorog geht es eigentlich nur noch bergauf, bis man auf 4.272 m Höhe endlich den ersten hohen Pamir-Pass erreicht. Danach kommt man auf einer Strecke von fast 400 km niemals tiefer als 3.500 m, dabei überwindet man sechs Pässe über 4.000 m. Die Dörfern liegen bis zu 130 km voneinander entfernt, Notruf und Ambulanzfahrzeuge gibt es nicht. Höhenkrank sollte man dort oben also besser nicht werden.

Ab Khorog wird die Reise also erst so richtig anstrengend und abenteuerlich.

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Das dachten wir zumindest.

Wir hatten aber übersehen, dass bis zum Pass noch 140 km fehlten, und wir befanden uns bereits auf gut 2.000 m Seehöhe. Die durchschnittliche Steigung war also unter 1,5%! Und zusätzlich blies uns der Wind so stark in den Rücken, dass wir uns fast fühlten, als wären wir mit E-Bikes unterwegs. Fast schade, denn vor lauter schnell habe ich kaum Fotos von der Gegend gemacht.

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Das Gebäude mit dem Heu am Dach ist übrigens ein traditionelles Pamir-Haus (von der Satellitenschüssel einmal abgesehen). So etwas genügt da für eine siebenköpfige Familie.

Dank Rückenwind und überraschend guter Straße wurden die Berge neben uns im Expresstempo niedriger. Keine 20 km vor dem Pass gab es dann sogar noch eine Kuranstalt aus der Sowjetzeit mit billigen Zimmern und brauchbarem Essen. Ein Thermalbad hatten sie auch – heiß genug zum Eierkochen.

Zu heiß für mich. So konnte ich statt dessen wieder mal meinem neuen Hobby nachgehen: anderer Leute Räder reparieren.

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Dieser junge Mann hat zum Beispiel, wenn ich richtig verstanden habe, an die 40 Länder mit dem Fahrrad bereist, wusste aber nicht, wie man ein Laufrad zentriert. Insgesamt habe ich in knapp drei Wochen sechs solche Fälle wieder flott gemacht (...). Eine Spanierin fuhr sogar einen ganzen Monat ohne Hinterbremse, weil das Rad so eierte. In dieser Gegend! Die Nerven möchte ich gerne haben.

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Die letzten paar Kilometer auf den Pass sind nicht asphaltiert und ausnahmsweise bis zu 8% steil. Autos begegnet man dort oben kaum, nur hier und da einem chinesischer Lkw.

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Ein Parkschaden.

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Die Lkw- und Autofahrer auf dieser Strecke begegnen den Radfahrern meistens mit großem Respekt und verhalten sind rücksichtsvoll, freundlich und hilfsbereit.

Ein Belgier mit gebrochenem Ausfallende wurde zum Beispiel mitsamt seiner Frau und den beiden Rädern drei Tage lang in einem Lkw mitgenommen. Zu guter Letzt hat ihm der Fahrer dann noch einen Schlosser gesucht, der den Rahmenbruch schweißen konnte.

Und jetzt das Beste: das Ding hat bis zum Ende gehalten!

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Vor dem Pass ist die Landschaft sehr schön, dahinter wird sie aber erst so richtig gewaltig. Was da aussieht wie Hügel, das sind 4 – 5.000 m hohe Berge und die Pfützen sind große Salzseen. Und man trifft mehr Radfahrer als Autos.

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Meine eigenen Fotos sind leider viel zu schwach, um zu zeigen, wie es da oben aussieht. Der Belgier mit dem Rahmenbruch konnte das viel besser:

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Foto: Bart de Meulder

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Foto: Bart de Meulder

Bis dahin hatte mir in Tadschikistan ja alles recht gut gefallen, dort oben war ich aber komplett überwältigt. Dabei bin ich ja eigentlich von daheim in den Alpen landschaftlich allerhand gewöhnt.

Die Freude am Schauen und Fotografieren verging uns aber früh genug, denn am späten Nachmittag entwickelte sich ein derartiger Sturm, dass man kaum noch von der Stelle kam. Zum Glück schafften wir es irgendwie bis in das Dorf Alichur.

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Wir fanden auch sofort einen sogenannten 'Homestay'. Das entspricht im Prinzip in etwa den bei uns üblichen Privatzimmern.

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Allerdings leider nur im Prinzip, denn besonders 'privat' geht es dort nicht zu.

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Na dann, gute Nacht! Insgesamt waren wir zu sechst in diesem Raum. Da hatten es sogar die Fahrräder schöner.

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So, das wär's für heute. 20 Fotos hab ich hochgeladen, mehr ist hier leider nicht möglich. Also spare ich mir den Rest einfach für eine Fortsetzung auf.

Danke für's mitfahren, bis bald!
 

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Jetzt hat mich doch glatt mein alter Computer im Stich gelassen! Eine Woche ohne war zwar auch nicht übel, jetzt funktioniert aber alles wieder.

Hiermit also etwas verzögert die Fortsetzung von meinem Bericht von einer gemütlichen Spazierfahrt ans Ende der Welt.

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Über das Hochplateau gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen, da lasse ich lieber die Bilder erzählen.

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Es gibt dort oben nur drei nennenswerte Ortschaften, die alle erst beim Bau des Pamir Highway als Versorgungs- und Militärposten gegründet wurden. Das ganze restliche Gebiet wird nur im Sommer als Hochweide genutzt. Gehalten werden Yaks, Schafe und Ziegen, als Behausung dienen Jurten.

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Das Klima ist kühl, aber sehr trocken, weil sich die meisten Wolken an den Hochgebirgen ringsum verhängen. Wir haben es aber trotzdem irgendwie geschafft auf über 4.000m Höhe in einen Hagelsturm zu geraten.

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Keine halbe Stunde später sah es dann wieder so aus:

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Die größte Ortschaft am Plateau ist Murghab, ehemals höchste Stadt der Sowjetunion, gelegen auf gut 3.500 m Höhe in einem relativ fruchtbarem Flusstal.

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Offenbar haben die Bewohner von Murghab keine allzu schlechten Erinnerungen an die Sowjet-Zeit:

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Obwohl es auf der ganzen Welt kaum einen Platz gibt, der weiter vom nächsten Meer entfernt liegt als Murghab, wurde der Basar dort ausgerechnet aus ausrangierten Schiffscontainern gebaut. Recycling auf tadschikisch.

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In Murghab legt praktisch jeder Reisende einen Ruhetag ein. Man bekommt dort genug zu essen und es gibt sogar richtig warme Duschen.
Bis zum höchsten Punkt des Pamir Highway, dem Ak Baital Pass mit 4.660 m Höhe, sind es noch gut 70 km und 1.000 hm.

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Wie es sich auf so einer Höhe fährt und was einem da oben so alles passieren kann, erzähle ich euch im nächsten Teil.

Danke für's Lesen und schönen Sonntag!

(Die Bilder 1, 5, 8 und 18 sind von Bart de Meulder, der Rest von mir).
 

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Herrlich, man fühlt sich wie in alten Zeiten auf einem Diavortrag. :daumen:
Ich hatte letztes Jahr hier im Forum Alpenzorros Anapurna-Runde mitverfolgt: Die dort gezeigte trostlose, staubige Gegend ohne Grün sieht genauso aus wie auf Deinen Bildern, für mich als Alpenbewohner alles andere als anziehend! Totzdem aber absolut spannend mit anzusehen, wo Ihr Euch da durchkämpfen musstet.
Beste Grüße vom Armin.
 
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Sprechen die Leute auch noch Russisch? Wie habt Ihr Euch verständigt?

Russisch ist dort die erste Fremdsprache, Türkisch und Persisch wird auch verstanden. Zum Glück verstehen einen die Leute auch ohne viele Worte, ich spreche nämlich keine dieser Sprachen.

trostlose, staubige Gegend
für mich als Alpenbewohner alles andere als anziehend

Hallo Armin, ganz deiner Meinung: so schön wie in den Alpen ist es kaum irgendwo. Größere Flächen unberührter Natur findet man dort allerdings fast nur noch in den unwegsamsten Gipfelregionen. Im Pamir ist es dagegen möglich ohne viel Stress wochenlang durch eine komplett unberührte Naturlandschaft zu radeln, noch dazu relativ flach und praktisch ohne Pkw-Verkehr.

Staubig ist es da auch nicht, nur sandig. Am Strand ist es ja auch nicht staubig. Schau nur, wie sauber das Rad und die Taschen aussehen.

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Und wenn wir schon dabei sind, gleich noch ein paar Fotos von der Königsetappe. Von Murghab nach Karakul durch 130 km unbewohnte Bergwüste mit bis zu 4.660 m Höhe und auf der ganzen Strecke nichts als ein paar Jurten.

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Kurz vor dem Ak Baital Pass endet der Asphalt. Durch den dauernden Wind da oben sieht die Straße ein Stück weit leider so aus:

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Damit es nicht allzu einfach wird, führen die letzten beiden Kilometer vor der Passhöhe über eine steile Rampe.

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Hinter dem Pass bleibt man bis zur Grenze nach Kirgistan immer auf über 3.900m Höhe. Die Fotos können leider kaum wiedergeben, wie unwirklich es da oben aussieht.

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Irgendwann taucht dann am Horizont ein großer See namens Karakul auf. Auf der Insel in der Mitte war bis in die 50er Jahre ein Lager für deutsche Kriegsgefangene. Brrrrr!

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Am Ufer befindet sich das letzte Dorf vor der kirgisischen Grenze. Ich blieb drei Tage, konnte aber nicht herausfinden, was die Leute da eigentlich den ganzen Tag machen und wovon sie leben. Kein Feld, kein Vieh, kein Handwerk, nur eine Kaserne und ein kleiner Kaufladen.

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Außerirdischer als Karakul geht's nimmer.

Zumindest dachten wir das. Der landschaftliche Höhepunkt unserer Reise lag zu dem Zeitpunkt allerdings noch vor uns: die Überquerung des Alai-Gebirges nach Kirgistan, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft von ein paar 7.000ern.

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Mehr davon berichte ich euch im nächsten Teil.

Danke für's Lesen und Schauen!
 

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Zuerst einmal vielen Dank für die vielen Likes und Gewinner!

Hiermit also der letzte Teil. Ein paar Pässe fehlen uns nämlich noch bis zum Ende von unserem Seniorenausflug am Pamir Highway.

Apropos Seniorenausflug: auf dem Bild seht ihr insgesamt 160 Jahre hocken.

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Der Weg nach Kirgistan führt über das Alai Gebirge mit seinen 7.000ern.

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Die Berge hinter dem Zaun gehören bereits zu China.

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Der letzten beiden 4.000er Pässe waren eher leichte Kost (kein Wunder, wenn man auf 3.980m losfährt). Am Kizil Art Pass hieß es dann leider Abschied nehmen vom schönen Tadschikistan.

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Kaum über der Grenze, schaut gleich alles völlig anders aus.

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Der Grund ist einfach: das Alai Gebirge ist eine Wetterscheide. Südlich davon ist Wüste, nördlich davon ist alles grün (bzw. braun, wie hier im September nach einem besonders trockenen Jahr). Bis Ende Juli ist Kirgistan, vereinfacht gesagt, eine Almlandschaft voller Blumen.

Statt den Yaks mit ihrer fetten Milch gibt da sogar richtige Kühe.

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Und man kann sich für ganz kleines Geld für ein paar Tage eine Hütte mieten.

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Aber dann kommen noch die kirgisischen Pässe, und die haben's in sich.

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Die ersten beiden waren noch ganz gemütlich, vor allem die 50+ Km Abfahrt vom Taldyk Pass.

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Am allerletzten Pass unserer Reise stellte sich leider heraus, dass wir uns wieder mal zu früh gefreut hatten: keine 2.400m hoch, aber eine Gluthitze und teilweise über 10% Steigung. Und auf der Passhöhe erwartete uns bereits ein stürmischen Gegenwind, so dass wir bergab auch noch treten mussten.

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Etwas durchgebeutelt erreichten wir aber dann doch noch die Großstadt Osh, mit ihren überaus freundlich Bewohner(inne)n.

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In die Hauptstadt Bishkek fuhren wir per Sammeltaxi. Die Zeit dort verbrachten wir mit essen, schlafen und ein bisschen wandern. Keine 30km von der Stadt entfernt sieht es nämlich so aus:

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Zu guter Letzt mussten wir dann (leider, leider) doch wieder zurück ins ewig unzufriedene Europa. Zum Glück nicht mit dem Ding da:

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Gefahren sind wir die gut 1.000 km in 13 Tagen (geplant waren 20). Die Kosten waren lächerlich, daheim hätten wir wahrscheinlich mehr ausgegeben. Nicht so berauschend war das Essen (vor allem im Hochland) und die Hygiene, damit lässt sich aber umgehen. Besonders gefallen hat mir (außer den menschenleeren Mondlandschaften und den freundlichen Leuten) die absolute Ruhe, die fast autofreien Straßen, und dass man so viele Radfahrer trifft.

Eigentlich hatten wir uns auf allerhand sportliche und organisatorische Herausforderungen eingestellt, statt dessen wurde es eine regelrechte Traumreise!

Angefixt? Bitte melden! Ich teile gerne mein Know How.

Danke für's dabei sein, bis zum nächsten Urlaub!

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Hotep (2. von links)
 

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Was für ein toller Bericht - ganz lieben Dank für das Teilhaben lassen! Ein Schmaus...

Mit welchem Apparat sind die irren Bilder gemacht? Jedes für sich ist irre. Beste Grüße Christian
 
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