Das Interessante an jeder diese DOT(bashing)diskussionen ist ja, das immer nur davon geredet wird, das DOT Wasser zieht, was völlig falsch ist. Wasser gelangt in jedes Hydrauliksystem, da ist es primär mal völlig egal was da für ein Fluid enthalten ist.
der große Vorteil von
Bremsflüssigkeit ist ja die Hygroskopie. es schmälert zwar den Siedepunkt, welcher btw mit 3-4% Wasser noch immer über Mineralöl liegt, verhindert aber hierdurch Dampfblasenbildung (zumindest bis zu einer gewissen Sättigung) und das Wichtigste, es verhindert Korrossion.
das nächste ist, dass jeder immer denkt es sammle sich so unendlich viel Wasser in einer Bremse (außer oldie-paul, der glaubts ja nicht), das urplötzlich X-ml mehr Volumen im System vorhanden ist, welches dann zu blockierenden, schleifenden und was weiß ich was für
Bremsen führt.
Nein, es ist nicht plötzlich statt 10ml, 15ml im System. das Problem liegt in der stark erhöhten Wärmeausdehnung durch das Wasser.
Bremsflüssigkeit im "trockenen" Zustand besitzt so gut wie keine Wärmeausdehnung, jedoch ab 1% steigt der Wärmeausdehnungskoeffizient exponential an und siehe da - unter Wärme macht die Bremse plötzlich zu
es gibt im Übrigen sehr einfach aufgebaute Messgeräte, um den Wassergehalt der
Bremsflüssigkeit zu testen, diese sind natürlich nicht super genau, jedoch ermöglichen sie den Zustand der
Bremsflüssigkeit zu beurteilen:
http://cdn.pollin.de/article/xtrabig/XA850635.JPG
diese doch recht einfach aufgebaute Appartur misst die Leitfähigkeit der
Bremsflüssigkeit, welche ab ca. 1% Wasseranteil leitfähig wird.
natürlich gibt es auch sündhaftteure Messgeräte, welche das Wasser auf verdampfen und den Gewichtsanteil messen.
um das meine Hypothese mit der Wärmeausdehnung zu bekräftigen, kann jeder wenn er will, dies mittels einem kleinen "Labortest" nachprüfen:
man nehme
-Bunsenbrenner
-Glaskolben mit dünnem (1-2mm) Glasrohr als Aufsatz, idealerweise bemaßt
-frische
Bremsflüssigkeit
-
Bremsflüssigkeit mit Wasseranteil (1% 2% und 3%)
Versuch 1:
-Glaskolben mit frischer, trockener
Bremsflüssigkeit befüllen bis Unterkante Glasrohr
-Glaskolben erhitzen
-sehen das nicht viel passiert
Versuch 2:
Aufbau wie V1
beim erhitzen wird deutlich dass die
Bremsflüssigkeit im Glasrohr aufsteigt.
Grund: Wärmeausdehnung
wie schon erwähnt, interessiert es das WAsser aus der Umgebungsluft nicht, welches Fluid im Hydrauliksystem befindlich ist.
deshalb gibt es in großen Industriehydraulikmaschinen, welche meist mit Öl laufen, auch einen Wassersensor, welcher der Instandsetzungsgarde sagt, wann was zu tun ist.
in Mineralölbremsen sammelt sich ebenfalls Wasser an, mit dem Unterschied, dass es nicht gebunden wird und somit unter Wärme das Volumen vergrößert. Was nicht heißt, dass eine MÖ-Bremse niemals nicht neu befüllt werden sollte.
so und nun lasst ein Gewitter über mich hereinbrechen