transalp mit e-bikes

Ein E-Biker wird wahrscheinlich nie dort fahren wo ein richtiger Mountainbiker sich austobt; die Jahre die man braucht um seine Kondition aufzubauen braucht man auch um die Fahrtechnik zu lernen.
Ein E-Biker wird sich wahrscheinlich nur einmal vom Schotterweg in nen engen, ausgesetzten Singletrail wagen :lol:.
Das Gleiche sieht man ja auch seit Jahrzehnten bei den Skifahrern, alle fahren nur das, was sie sich auch zutrauen, keiner überschätzt sich und sein Können. Die schwarzen Pisten und Waldstrecken sind immer völlig anfängerfrei, nie ist jemand im Weg, der das Gefälle nur herunterrutscht. Wenn es die theoretische Möglichkeit gibt, eine Strecke zu befahren wird es immer (nicht zu knapp) Menschen geben, die dort fahren, obwohl sie in keinster Weise die technischen Voraussetzungen haben. Bei Skifahren wird dann ganz schnell die Piste zerhackt, Schnee abgetragen und bekannte Sicherheitshinweise ignoriert. Wird wohl mit dem Fahrrad nicht anders sein.

Mit dem Fahrrad bin ich hier ja nicht wirklich im hochalpinen Gelände unterwegs. Treffe ich hier (immer häufiger) einen E-Moped-Fahrer auf der Straße, ist er aus Bequemlichkeit (oder tlw. gesundheitlichen Gründen) vom Fahrrad auf das Moped umgestiegen und hat nicht sein Auto stehen lassen. Das Mopeds Autos ersetzen, halte ich für ein Gerücht. Ich hoffe aber, dass es sich in den Alpen genauso verhält - fast gleich viele Radfahrer, nur das immer mehr vom Fahrrad auf das Moped umsteigen und einen weiteren Aktionsradius besitzen, obwohl wahrscheinlich eher viele ungeübten und in ihrem Verhalten ahnungslose Touristen dazukommen werden.

Hoffen wir, dass der Gesetzgeber nicht noch mehr Blödsinn verzapft, wie etwa Moped mit 25 km/h auf der Straße, Radfahrer mit 30+ km/h auf dem Fuß- und Radweg, z.B. ein Weg für Wanderer/Radfahrer und ein Trail für die ach so wirtschaftsstarken, zukunftsorientierten Mopedfahrer.
 
Naja, eher E-Mofa. Da E-Bikes über 25km/h gleichgesetzt mit diesen sind scheint der Vergleich ja garnicht mal so fern zu sein.
 
Ist denn nun jemandem hier schon mal ein E-MTB in natura (nicht auf einer Messe) auf einem Trail begegnet?

Ja, auf einem steilen, schottrigen Weg aus dem Gleißental ist mal ein elektrischer Reiter auf einem Haibike an mir vorbeigeschnürt, als wär's Gefälle. Ich hab erst gedacht, da kommt so'n Carbontier auf voller Dosis EPO. Der war mindestens doppelt so schnell und ist da völlig mühelos hochgedonnert. Dann sah ich den fetten Akku wie ein Geschwür am Rahmen kleben. Nicht schön. Aber es war schon verblüffend, was 250 Watt plus die eigenen Beine bewirken können.
 
Ist denn nun jemandem hier schon mal ein E-MTB in natura (nicht auf einer Messe) auf einem Trail begegnet?


das habe ich im letzten jahr hier http://www.mtb-news.de/forum/newreply.php?do=newreply&p=7602081 gepostet:

stanciu mit kumpel waren unterwegs zum testen. wir wollten gerade aufbrechen von der sattelbergalm als die beiden ums eck kamen. sind dann los und kurz später kamen sie in einem affenzahn bergauf an uns vorbeigeschossen. so schnell, dass es driftspuren in den kehren bergauf gab. ätzend. meine meinung über die e-bikes hat sich bestätigt: sie haben nix verloren auf trails und waldwegen. aber ich fürchte: sie werden sich durchsetzen und in zukunft wird jeder hansel mit so'm ding in den alpen unterwegs sein...

aber noch mal: es geht weder darum, den einzelnen e-biker anzugreifen, noch geht es um irgendwelche komplexe (der e-biker ist schneller) – es geht schlicht und ergreifend um die frage, welche nutzung die natur, insbesondere so sensible bereiche wie viele teile der alpen, noch ertragen und welche nicht.

bergschreck hat es schon geschrieben:

Der Bergschreck schrieb:
das bisherige Verbot von motorisierten Fahrzeugen abseits der Strassen ist ein "Filter", der dafür sorgt, dass sensible Gebiete nur von einem kleinen Anteil der Menschheit genutzt werden kann. Dieser Filter hat die Naturzerstörung bisher in engen Grenzen gehalten. Fällt er weg, so wird die Frequentierung des Alpenraums drastisch zunehmen und es wird immer mehr Natur zerstört werden.
 
Mofa ist korrekt, wenn es über 25 kmh fahren kann.

Aber wer hat mal eines auf dem Trail getroffen?

Ich glaube bald n i e m a n d!

Das ist hier ein reines Hornberger Schießen.


Edit: O.K. zwei. Reicht mir aber auch noch nicht, um da ein nennenswertes Phänomen zu konstatieren.
 
...bergschreck hat es schon geschrieben:


...und ich glaube, genau mit dieser Einschätzung vom Bergschreck kann man diese Diskussion dann auch schon beschließen. Dem ist nämlich nichts mehr hinzuzufügen.

Diejenigen Mitglieder der Spaßgesellschaft, die genügend Legitimation für ein Tun daraus gewinnen, dass es a.) möglich ist und b.) nicht verboten, werden dieser Argumentation eh nicht folgen können. So what?

Du würdest doch auch nicht auf die verwegene Idee kommen, einem Pferd die Welt erklären zu können, oder?
 
Edit: O.K. zwei. Reicht mir aber auch noch nicht, um da ein nennenswertes Phänomen zu konstatieren.

statistiker? auf meiner oben beschrieben transalp sind mit genau 6 andere biker begegnet. davon waren 2 auf e-bikes unterwegs. signifikante fallzahl, oder?

aber gut - im moment ist es sicher noch kein massenphänomen. aber es wird eins werden - befeuert von der industrie, die davon lebt. es gibt bereits e-bike-transalps im angebot diverser reiseveranstalter, teilweise werden auch bisherige schotterauffahrten zu hütten asphaltiert, um sie besser fahrbar für die momentan noch größte e-bike-zielgruppe zu machen (leute, die es einfach mal ausprobieren wollen, aber noch keine oder wenig mtb-erfahrung haben)
für mich heißt das: es ist jetzt an der zeit, sich mit dem thema zu beschäftigen – und nicht erst dann, wenn das kind in den brunnen gefallen ist.
 
es gibt bereits e-bike-transalps im angebot diverser reiseveranstalter, teilweise werden auch bisherige schotterauffahrten zu hütten asphaltiert, um sie besser fahrbar für die momentan noch größte e-bike-zielgruppe zu machen
wie muss man sich das vorstellen... gibts denn da alle 50km ne steckdose auf der route, oder gibts aufm anhänger ne große kabeltrommel dazu?
 
@powder: Du kannst es doch nur nicht verwinden, dass sie schneller waren als Du, gib es zu!:D

ich bin da komplett schmerzfrei - wie schnell ich bin, interessiert mich eh nur im rennen. aber ich gebe es zu: ich habe versucht, dran zu bleiben. das ging ca. 100hm gut, dann war schluß.


wie muss man sich das vorstellen... gibts denn da alle 50km ne steckdose auf der route, oder gibts aufm anhänger ne große kabeltrommel dazu?

keine ahnung. von einem anbieter habe ich gelesen, das sie es über austauschakkus regeln. wobei es wahrscheinlich völlig ausreichend ist, wenn man die dinger abends in der unterkunft lädt, wenn man seine etappen an die reichweite der akkus anpasst. so haben es auch stanciu und sein kumpel gemacht, was ihre transalp wohl insgesamt nur um einen tag verlängert hat.
 
wie muss man sich das vorstellen... gibts denn da alle 50km ne steckdose auf der route, oder gibts aufm anhänger ne große kabeltrommel dazu?

Ersatzakku im Rucksack verdoppelt gleich mal die Reichweite. Aber es wird ja überall fleißig an der Infrastruktur gebastelt. Die Tourismusregionen legen sich mächtig ins Zeug, wie z.B. am Achensee:

http://mountainbiken.achensee.info/mit-dem-e-bike-entlang-des-achensees-417/

Dass die Hüttenwirte für ihre neuen Gäste fleißig Stecker verlegen, sieht man ja auch schon in Saalbach-Hinterglemm.
 
Ich bin mal bespannt wieviel der Herrschaften hier in 30 Jahren selbst auf einem eBike sitzen :lol:

Ich sass schon auf einem, sehr lustige Sache mit einer Hand am Lenker ne 15% Steigung hochzudüsen :D

Achso. Deshalb haben Motocrossfahrer ja auch keine Ahnung von Fahrtechnik, oder wie?

Ich geb zu, zwischen einem Bike mit Hilfsmotor und ner Motocrossmaschine gibts tatsächlich nur nen kleinen Unterschied; ebenso zwischen dem Fahrer eines Bikes mit Hilfsmotor und nem Motocrossfahrer :rolleyes:

Das Gleiche sieht man ja auch seit Jahrzehnten bei den Skifahrern, alle fahren nur das, was sie sich auch zutrauen, keiner überschätzt sich und sein Können. Die schwarzen Pisten und Waldstrecken sind immer völlig anfängerfrei, nie ist jemand im Weg, der das Gefälle nur herunterrutscht. Wenn es die theoretische Möglichkeit gibt, eine Strecke zu befahren wird es immer (nicht zu knapp) Menschen geben, die dort fahren, obwohl sie in keinster Weise die technischen Voraussetzungen haben. Bei Skifahren wird dann ganz schnell die Piste zerhackt, Schnee abgetragen und bekannte Sicherheitshinweise ignoriert. Wird wohl mit dem Fahrrad nicht anders sein.

Also, da wo ich Schi fahre sehe ich weit und breit keine Anfänger! Kann aber auch sein dass ich nicht in den typischen belasteten Schigebieten unterwes bin! Da wo ich meinen Spass am Biken hab bin ich mir sicher dass ich auch niemals E-Biker treffen werde, höchstens mal auf ner Schotterpiste.

Serfaus-Fiss-Ladis bietet seit Jahren E-Bike Touren an, oben am Berg sieht man nie welche!
Ich seh's gelassen!

Grüsse
Ralph

Eventuell ists sogar für uns von Vorteil, wenn Trailsperrungen für E-Bikes gelten nicht für uns!
 
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Da es bei einigen hier immer noch nicht in den Köpfen angekommen zu sein scheint: das bisherige Verbot von motorisierten Fahrzeugen abseits der Strassen ist ein "Filter", der dafür sorgt, dass sensible Gebiete nur von einem kleinen Anteil der Menschheit genutzt werden kann. Dieser Filter hat die Naturzerstörung bisher in engen Grenzen gehalten. Fällt er weg, so wird die Frequentierung des Alpenraums drastisch zunehmen und es wird immer mehr Natur zerstört werden.
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Hä? Seit wann haben Verbote einen Einfluß auf die Wirklichkeit? Wenn es auf dem Berg Etwas billiger geben würde als unten, dann wäre der Autofahrermasse das Befahrungsverbot sowas von egal...
Allerdings könnten Anstiege ihre Filter- und Schutzfunktion einbüßen.

wie muss man sich das vorstellen... gibts denn da alle 50km ne steckdose auf der route, oder gibts aufm anhänger ne große kabeltrommel dazu?

Vielleicht findet die Forschung eines Tages eine Möglichkeit, Kalorien in Vortrieb umzuwandeln. Dann könnte man Arbeitslose zu Rikschafahrern ausbilden.
 
wie muss man sich das vorstellen... gibts denn da alle 50km ne steckdose auf der route, oder gibts aufm anhänger ne große kabeltrommel dazu?

Als Lösung für die Zunkunft stelle ich mir eine Oberleitung vor. Der "Biker" klinkt sich mit seinem Stromabnehmer im Tal ein, abgerechnet wird dann in KW/HM oben auf der Hütte.
 
p4pb241948.jpg
 
Sehe das Problem nicht. Da die Viecher auf absehbare Zeit nicht in eine Gewichtsklasse rücken, die problemlos geschoben oder getragen werden kann, handelt es sich bei dem möglichen E-Bike-Alpencross doch eh um eine Tour auf Schotter und Asphalt. Und da sollen die Leute ruhig fahren. Sie betätigen sich ja nach wie vor sportlich, was sich sicher positiv auf die Gesundheit auswirken wird, was dann dem Gesundheitssystem und somit unseren Beiträgen zugute kommt. :D
 
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