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Überhitzte Bremsen

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4. September 2013
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18
Hallo
Hatte das Problem, bei extrem steilen und kurvigen
Schotterabfahrten dass die Scheiben Blau anliefen
und die Bremse Extrem quitschte.
Nervtötend wenn es so 700 HM runter geht (20%)
und man gezwungen ist das Bike dauernd auf
Schrittempo zu halten.
(Gewicht Bike/Fahrer 110 - 115 kg)
Rüste nun auf Shimano XT (203 / 180) um mit
Belägen mit Kühlrippen. (Vorher Magura MT 2)
Hoffe damit einen riesen Schritt in die richtige
Richtung getan zu haben.
Die Frage ist nun, : Wie verhindert Ihr die Bremse
zu ruinieren, wenn eine Abfahrt mehrere Hundert
HM auf steilem Schotter nur Dauerbremsen zulässt ???
Denn ich denke, niemand ist in der Lage bei 20%
Gefälle auf grobem Schotter auch nur für 5 Sek die
Bremse zu lösen.
 
5 Sekunden lösen geht wohl nicht, aber 1-2 Sekunden würde schon sehr viel helfen! Damit man dann nicht zu schnell wird, muss man halt vorher fast auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.

Und wenn man merkt, dass die Bremse deutlich ins Fading kommt, anhalten und abkühlen lassen. Nach dem Anhalten die Bremse sofort lösen, sonst kocht sie in 0 Komma Nix...
 
Hatte das gleiche Problem

Vorher Elixir 3 mit VR 200 mm HR 180 mm

jetzt

Code R 200 mm 200 mm

und noch das Richtige Bremsen geübt.

Im Bestfall VR 70 % HR 30 %:D
 
Nach dem Anhalten die Bremse sofort lösen, sonst kocht sie in 0 Komma Nix...

Physikalisch macht es mehr Sinn wenn man den Druck im System erhält. Die Siedetemperatur ist bei höherem Druck etwas höher (Phasendiagramm usw). Beispiel ist ja immer der Schnellkochtopf oder das Eierkochen auf dem Mount Everest.
Wenn die Bremsflüssigkeit nach dem Abbremsen über ihrem Normalsiededruck (=Sdp. bei ca. 1 bar) ist, aber noch nicht kocht, da der Sdp. bei höherem Druck höher ist, dann fängt sie genau dann sofort zum Kochen an, wenn der Druck wegfällt :eek:
 
Physikalisch macht es mehr Sinn wenn man den Druck im System erhält. Die Siedetemperatur ist bei höherem Druck etwas höher (Phasendiagramm usw). Beispiel ist ja immer der Schnellkochtopf oder das Eierkochen auf dem Mount Everest.
Wenn die Bremsflüssigkeit nach dem Abbremsen über ihrem Normalsiededruck (=Sdp. bei ca. 1 bar) ist, aber noch nicht kocht, da der Sdp. bei höherem Druck höher ist, dann fängt sie genau dann sofort zum Kochen an, wenn der Druck wegfällt :eek:

Das hat nichts mit dem Druck zu tun sondern damit das der Großteil der Wärmeenergie in den Bremsscheiben steckt und, wenn man die Bremse gezogen hält, verstärkt in den Bremssattel und somit auch die Bremsflüssigkeit abgeleitet wird. Deswegen Bremse sofort loslassen damit ein Luftspalt zwischen Scheibe und Sattel ist...
 
das mit den Unterarmen ist ein Argument :P
aber das mit den Scheiben sehe ich nicht so, da zweifellos die Bremsbeläge die höchste Temperatur haben werden und deshalb eher Energie an die Scheiben ableiten (2.Hauptsatz TD).
Das mit dem Druck ist nur "relevant" wenn man die Bremsflüssigkeit schon über ihren Siedepunkt gebracht hat. Eher Theorie ;)

Wenn man gezwungen ist, die Bremsen schleifen zu lassen und man keine Pausen machen will, muss man eben auf größere Scheiben und standfeste Bremsen wie z.B. die Zee/Saint oder Code umsteigen.
 
Wenn die Scheibe blau anläuft, hat sie gute 300 Grad. Ebenso die Bremsbeläge, da sie ja beim Bremsen in direktem Kontakt stehen. Der große Unterschied ist allerdings die Wärmekapazität: Der Bremsbelag hat nur eine sehr kleine Wärmekapazität, die Scheibe einen wesentlich größeren. Ohne extra Kühlung, kühlt sich die Scheibe also langsamer ab, als die Bremsbeläge.

Im Stand wird die Scheibe nicht mehr durch den Fahrtwind gekühlt, durch den Kontakt über den Bremsbelag fließt dann sehr viel Wärme in den Bremssattel und bringt die Bremsflüssigkeit zum kochen. DOT 5.1 kocht bei 260 Grad, vielleicht ein paar Grad mehr durch den Bremsdruck, das würde also nicht reichen...

Beim Fahren ist das Problem geringer: Der Fahrtwind hält die Temperatur der Scheibe üblicherweise kleiner als die des Bremsbelages, d.h. der Wärmefluss geht vom Bremsbelag zur Scheibe...
 
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Stellt euch mal vor ihr habt ein 60cm langen Blechstreifen und reibt ihn vor und zurück an einem 3cm langen Blechstreifen. Welcher wird wohl heißer?
(ich rede von Sinterbelägen mit ähnlicher spez. Wärmekap.)
Ich sage, dass es der kurze Streifen ist. Beim langen Streifen ist jeder Abschnitt nur kurz in Kontakt und hat danach eine gewisse Zeit, um die Wärmeenergie über seine Oberfläche abzugeben.

Bei mir sind erst vor 2 Wochen die Sinterbeläge angelaufen obwohl an den Scheiben noch nichts sichtbar war. Denn Selbst wenn man steht kühlt die Scheibe mit ihrer riesigen Oberfläche sehr viel leichter ab als die Bremsbeläge, die im Bremssattel sitzen. Es kommen natürlich noch hunderte andere Einflüsse dazu. Ich finde im Internet leider keine Messungen zu dem Thema. Falls jemand etwas findet, bitte drunter posten! Ich lass mich auch gern überzeugen ;)
 
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Und was die Temperaturfestigkeit anbelangt ist DOT 4 oft besser als DOT 5.1

Mir wäre keine 5.1 bekannt die an Castrol SRF rankommt. DOT 5.1 ist nicht besser als DOT4
 
Bei den Bildern wo der Sattel heißer ist als die Scheibe ist die Höchsttemperatur bei max. 50°C, bei denen wo die Scheibe heißer ist liegen die Höchsttemperaturen eher so bei 250°C...
 
Nervtötend wenn es so 700 HM runter geht (20%)
und man gezwungen ist das Bike dauernd auf
Schrittempo zu halten.
Schritttempo sollte eigentlich unproblematisch sein, da wenig Energie pro Zeit (= Leistung) umgesetzt wird. Die höchsten Temperaturen erreicht man bei sehr steilen, aber gut fahrbaren Almwegen, wo man es aber nicht richtig laufen lassen kann, da man mit Gegenverkehr (Geländewagen des Almbauern) oder Hindernissen (Waldarbeiten) rechnen muß. Dann bremst man mit 30 km/h den Berg runter und das führt zu besonders hohen Temperaturen.

Mit Dampfblasenbildung hatte ich zwar dank organischer Beläge noch kein Problem (bei Sinterbelägen ist hab ich schon man nach dem Lösen der Bremse den Hebel leer durchziehen können), aber die Beläge brauchen hinterher ein paar hundert Hm Bremsungen bei mäßigem Gefälle, um wieder ohne Quitschen zu arbeiten.

Ist halt so.
 
Die BIKE hat die ganzen Temperaturen mal gemessen, auch die der Bremsflüssigkeit innerhalb des Sattels.

Die Scheibe hat deutlich über 300 Grad erreicht, die Bremsflüssigkeit ca 260° Celsius.

Die Discs operieren also schon an ihren Limits.

Davon abgesehen schadet es nicht, auf 700 hm bergab zwischendurch mal eine Pause zu machen, um Unterarme, Hirn und Bremse ankühlen zu lassen.

Wer mal einen Eindruck bekommen will, wie heiß die Scheibe wird, schon bei mäßigen Abfahrten, der spotzt ein wenig Wasser auf die Scheibe.

Und nein, das schadet der nicht, keine Beule, keine Veränderung im Gefüge, solange du die Scheibe nicht komplett in den Bach wirfst.
 
Große Menschen undl/oder schwere sollten halt große Scheiben fahren.
Ich war in den Alpen auch schon mit 180/160 unterwegs, selbst mit 75kg (nackt) einfach ans Limit zu bekommen.
185/185 war schon deutlich besser.
Jetzt fahre ich 200/180 und ich würde sagen das reicht fur mich dicke aus.
Klar sollte aber auch sein das ich auch 203/203 bei falscher Technik und genug Gefälle anslLimit bringen kann.
 
Das Problem ist die Größe und die Dicke der Scheiben.
Da die Scheiben recht dünn sind, können sie nicht so viel Hitze aufnehmen, wie eine dickere Scheibe.

War es nicht Hope, die jetzt eine innenbelüftete Scheibe auf den Markt gebracht hat?
Passt natürlich nur mit dem richtigen Bremssattel ;)

Ich werde zum Frühjahr hin auch mal meine Bremse tauschen, nur gegen welche, weiß ich noch nicht.
 
Hier gibts ein paar Infrarotaufnahmen von Scheibenbremsen:
http://fotos.mtb-news.de/user/view/4785
Mit einer Infrarotkamera kann jeder schöne bunte Bilder machen. Die Interpretation ist aber sehr tückisch. Man misst (und kennzeichnet das dann farblich) die Wärmeabstrahlung. Und die hängt von der Temperatur (T^4) und dem Emissionskoeffizienten (0<e<1) ab. Der ist für eine polierte Stahlscheibe recht klein (0,14 - 0,38), während der weiße (!) Lack einer Bremse eher bei 0,9 liegt.
Eine Temperaturzuordnung (angegebene Farbskala) nehme ich erst ernst, wenn ich weiß, auf welcher Grundlage sie zustande gekommen ist.
 
Das Problem ist die Größe und die Dicke der Scheiben.
Größe ja, Dicke nein. Enscheidend ist die Oberfläche, über die Wärme abgeführt wird.
Die Wärme, die beim Bremsen entsteht, muß über Wärmeleitung und Wärmeübergang (+ Strahlung) abgeführt werden.
Da die Scheiben recht dünn sind, können sie nicht so viel Hitze aufnehmen, wie eine dickere Scheibe.
Im sogenannten stationären Gleichgewicht (es fließt so viel ab, wie produziert wird.)
stellt sich die dazu nötige Temperatur ein. Bei einer dicken Scheibe ist das etwas später als bei einer dünnen.
Das ist der einzige Unterschied.

War es nicht Hope, die jetzt eine innenbelüftete Scheibe auf den Markt gebracht hat?
Die Innenbelüftung verdoppelt die Oberfläche, über die Wärme abgeführt werden kann.
 
Reicht doch, wenn es den Unterschied zwischen stehen und fliegen bedeutet.:rolleyes:
Bei alpinen Abfahren dürfte das eher auf den ersten 5% ausgeglichen sein.
Hier geht es dann um die restlichen 95%.

26.11. Das muss ich korrigieren. Ich habe das einmal nachgerechnet und finde,
dass über die Wärmekapazität der Scheiben grob vereinfacht
die ersten fünf Minuten mit Temperaturen unter 300 °C gefahren werden können.
 
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