...da hier nun mal wieder mehrfach das Argument aufkam, daß E_Biker aufgrund mehrerer Befahrungen, höherem Systemgewichtes, schlechterer Fahrtechnik, etc., die "Trails" (mehr) kaputt machen, und danach gefragt wurde, wie das denn eigentlich ist, hierzu kurz, quasi off topic, eine Info.
Der Einfuß eines MTB oder E-MTB ist nicht relevant.
Der Einfluß des Systemgewichtes ist nicht relevant.
Der Einfluß der Bereifung ist minimal relevant.
Der Einfluß der Anzahl der Befahrungen ist relativ zu betrachten. Eine zu geringe Nutzung lässt den Trail verwildern. Eine zu hohe Nutzung führt zu Bodenverdichtungen (sofern geologisch relevant) von bis zu 40 cm Tiefe. Dadurch kann sich die nächste Einflußgröße verschärfen.
Der Einfluß von Wasser ist sehr relevant. (Wassermanagement beim Trailbau), womit ich zum wichtigsten Punkt komme.
Der Einfluß der Anlage des Trails ist für Verschleiß und Erosion entscheidend.
Einem gut gebautem Trail ist es somit "egal" ob dort 1.000 oder 10.000 Befahrungen im Jahr statt finden.
Sehr entscheidend für den (dauerhaften) Allgemeinzustand ist folglich die Trailpflege.
Trailbau/pflege ist eine zeitintensive Tätigkeit, die auch - so wie das Befahren von Trails - Fachkenntnisse erfordert. Das Ganze geht im Allgemeinen nur in einem regulärem Rahmen. Da diese Strecken überwiegend von Enduristen, Downhillern und Gravities befahren werden, spielt es in diesen Gruppen keinerlei Rolle, wer was wie warum, bezüglich Kleidung, Fahrrad, Alter, Geschlecht, Herkunft, etc.,ist. Man baut gemeinsam und nutzt es gemeinsam, und erfreut sich an den "Touristen" wenn sie ebenfalls Spaß haben, denn dann hat man alles richtig gemacht.
Wenn sich nun einzelne Mountainbiker darüber beklagen, daß irgendwelche E-Biker "ihren" "informellen" Trail, ausgewiesenen Wanderweg "zerballern", dann können die beiden Gruppen sich ja zusammen tun, und gemeinsam den Trail pflegen; bestenfalls nachdem man sich um eine Widmung als MTB Trail gekümmert hat.
Das ist sonst wie ein illegales Großstadt-Ampelrennen, bei dem hinterher der Mustangfahrer heult, daß E-Autos nicht mehr mitmachen dürfen, weil er ständig von denen stehen gelassen wird.
Die örtlichen Vereine und auch die DIMB freuen sich über Mitglieder, aktive Mitglieder oder auch mal eine Spende.
Meine persönliche Erfahrung, die auf 99,99% der Mountainbikenden in Begegnungen zutrifft, ist, egal ob CC Feile in Lycra oder Fullface und E-Enduro, sie alle freuen sich, wenn sie mich sehen, vergessen ihre STRAVA Zeiten, halten gern kurz an um Danke zu sagen oder ein paar nette Worte zu wechseln... ...wenn ich - recht häufig - wie Bob der Baumeister an einem der vielen Trails die unser Verein betreut, arbeite.
Ich freue mich über jeden (E-) Mountainbiker, denn der "Traffic" oder auch "Nutzungsdruck" sorgt dafür daß es im Odenwald ein zunehmend großes Streckennetz gibt. Das mal "off topic", was nun zum "on topic überleitet:
Jedes verkaufte (E-)MTB ist für uns Alle gut. Und ja, der leicht adipöse Mittfünfziger E-Mtbler ohne Fahrtechnik, der sich durch den Trail quält, ist da genau so viel Wert, wie der Lycrapilot mit Ruhepuls 45 und 1.500hm pro Tour. Beide erleben Herausforderung und Erfolgserlebnisse auf ihre Art. Das E-Bike hat etwas erreicht, was für das MTB Fahren, ob nun zum Spaß, zur Erholung, zur Fitness oder zum Sport, sehr viel Wert ist, nämlich eine zunehmend breite Akzeptanz in der (waldnutzenden) Bevölkerung. Denn nun fahren auch Landwirte, Jäger, Förster, Bürgermeister, Behördenchefs und andere wichtige Stakeholder mit dem (E-) MTB durch den Wald, und bekommen ein Verständnis und ermöglichen eine "Legalisierung" des MTBs.
Nicht hier meckern, sondern draußen "machen"!