OLG Hamm zu Flowtrail-Unfall: 50 % Mithaftung für den Betreiber

Liest sich für mich leider nach typisch Deutschland im Jahr 2026. Der Staat versucht alles und jeden zu schützen und verhindert so, dass sich ein gesunder Menschenverstand auch gesellschaftlich entwickeln kann - leider!

Geht gerne mal in die Niederlande und schaut euch deren Sicherungsmaßnahmen im Daily an. Ich bin in meinem Familieurlaub letztes Jahr mit vielen praktischen Beispielen konfrontiert worden. Sei es mögliche Fallhöhen bei Treppenstürzen in Einkaufszentren oder Absicherungen in Kinderparks - alles mit viel mehr Risiko als bei uns. Das spannende war dann zu sehen, dass die Kinder auf einer dieser Hüpfburgen mit viel mehr Rücksicht untereinander waren als bsp im „deutschen“ Italienurlaub an der Adria - da dauert es keine 5min bis es eskaliert; in NL haben wir mehrere Abende ohne Vorfälle gehabt - Zufall? Ich glaube nicht!
 
Markiert war der Abschnitt unter anderem mit einem gelben Schild mit Totenkopfzeichen, einem Schild mit der Aufschrift „Langsam! Slow!“ sowie einem kleinen Richtungspfeil. Nach Auffassung des Gerichts reichte das nicht aus, um den nicht ohne Weiteres erkennbaren Streckenverlauf angemessen abzusichern.
Hier hätte es mindestens einen feuerspeienden Drachen gebraucht.
 
Mal abgesehen davon, dass ich das Urteil bzgl. der Mitverantwortung/-haftung des Vereins/Betreibers Kacke finde, hätte ich mich über ein paar Fotos der Stelle gefreut, um mir das Ganze irgendwie vorstellen zu können.

Grundsätzlich ist das Urteil sicherlich nicht förderlich für andere bestehende Projekte, geschweige denn motivierend, als Verein etwas Neues in Angriff zu nehmen.

@Redaktion Wer hat das Ganze denn vor Gericht gezerrt?
 
Wie kann man nur den Verein verantwortlich machen? Er baut das mit viel Eigenarbeit und tlw. sicher auch Ressourcen, stellt es der Öffentlichkeit zur Verfügung und dann kommt jemand der nicht weiß wie man fährt...

Solche Entscheidungen töten Initiative und fördern das Schuldsuchen bei anderen anstatt einem selbst.
 
Solche Entscheidungen töten Initiative und fördern das Schuldsuchen bei anderen anstatt einem selbst.
Prinzipiell wäre - meine ich zumindest - eine Nichtzulassungsbeschwerde vor dem BGH möglich, da das OLG die Revision ausgeschlossen hatte. Aber keine Ahnung, ob der Verein diesen Weg beschreiten mag. Bleibt das Urteil bestehen, isses natürlich richtig doof jetzt (weiterer Sargnagel in solche Vereinstätigkeiten).
 
Mich würde die entsprechende Stelle auch interessieren.

Finde es insgesamt befremdlich, die "unübersichtliche streckenführung" zu kritisieren.

Wobei es natürlich schon streckenführungen gibt die ich problematisch finde. Zum beispiel in grennhill kommen gleich an mehreren stellen trails mit hoher geschwindigkeit zusammen. und das ganze auch noch in einem spitzen winkel, sodass es sehr schwierig ist personen auf dem anderen trail zu sehen. Das halte ich für problematisch und eigentlich leicht zu vermeiden.
 
Liest sich für mich leider nach typisch Deutschland im Jahr 2026. Der Staat versucht alles und jeden zu schützen und verhindert so, dass sich ein gesunder Menschenverstand auch gesellschaftlich entwickeln kann - leider!
Scheinbar wollen manche aber auch vor allem und jedem geschützt werden oder nicht für die eigenen Fehler geradestehen. Der Staat ist hier ja nicht der Initiator des Verfahrens, sondern die verunfallte Klägerin.

Scheinbar haben sich die Richter im Urteil auf bestehende Rechtsprechungen zu Skipisten bezogen. Das wirkt für mich als Laien schon recht weit hergeholt.
 
Danke. Ich hab selbst nach mehrmaligen Ansehen nicht herausgefunden, wie man da jetzt stürzen könnte.
Wenn ich den artikel richtig interpretiere war es der Klägerin trotz flatterband, baustämen im weg usw. nicht möglich zu erkennen das man rechts am baum vorbei soll anstatt links am baum vorbei über die hinternisse und durch die absperrung direkt die böschung hinunter.

Wahnsinn.
 
Liest sich für mich leider nach typisch Deutschland im Jahr 2026. Der Staat versucht alles und jeden zu schützen und verhindert so, dass sich ein gesunder Menschenverstand auch gesellschaftlich entwickeln kann - leider!

So ist es. Man schafft lauter dysfunktionale Strukturen - soweit das Auge reicht.
 
Herzlich Glückwunsch an die Klägerin. Das Urteil wird das Angebot an weiteren gebauten/legalen/kostenlos befahrbaren Trails (die sie selbst ja scheinbar auch gerne nutzt) sicherlich beflügeln. Ganz ehrlich mir wäre es peinlich, wenn's mich aus fahrerischem Unvermögen auf die Fresse haut, den Streckenbetreiber zu verklagen.
 
Hier die Stelle ab Min 5:50


ich gehe mal davon aus, dass die Balken erst nach diesem Unfall hier angebracht wurden.

Finde die stelle in der tat nicht besonders übersichtlich. Auf der anderen Seite ist auch die Holzbrücke mit den stufen nicht übermäßig steil, sodass auch langsam in die Sektion reinfahren kann.
Zusätzlich ist das ganze ja ein roter abschnitt und es gibt noch extra einen blauen parallel verlaufenden.

Das Gericht bewertete dieses Flatterband jedoch nicht als ausreichende Sicherungsmaßnahme. Es sei nur provisorisch, wirke im Wesentlichen optisch und könne eine Durchfahrt nicht verhindern. Hinzu kam, dass das Band wiederholt eingerissen war und nach Ansicht des Gerichts nicht regelmäßig genug kontrolliert wurde.

kann ich auch irgendwie nachvollziehen, aber weiß nicht ob ich eine feste Barriere unbedingt besser finde. wenn ich durch flatterband fahre verletze ich mich nämlich nicht und habe selbst in diesem fall noch gut einen meter mehr auf dem ich anhalten kann.
 
Danke. Ich hab selbst nach mehrmaligen Ansehen nicht herausgefunden, wie man da jetzt stürzen könnte.


ab 10:25 sieht das bisschen anders aus und Zitat "da oben ist jetzt auch abgesperrt, da sind ja viele Leute wieder raufgefahren", offenbar nach dem steilen Stück runter einfach geradeaus wieder rauf auf der anderen Seite statt links rum zum Ende vom Trail.
 
Hätte gesagt, dass der Verein von mir ne Spende bekommt, aber die bekommen immer Mitgliedsbeiträge von mir 😉

Für ne Revision Spende ich aber gerne...
Hab ich ehrlich gesagt nicht mitbekommen.

Dämliche Mentalität alles und jeden verklagen zu müssen. Wundert mich aber bei dem überbordenden Staat und sonstigen Strukturen in DE nicht wirklich.
 
Danke. Ich hab selbst nach mehrmaligen Ansehen nicht herausgefunden, wie man da jetzt stürzen könnte.
Dachte ich erst auch. Im Urteil steht was von Krankenhausaufenthalt im Juni 2023. Das Video ist aus 2024. Wenn dieses „Geländer“ aus Holzbalken vorher noch nicht da war sondern nur Flatterband und man da zu schnell rein heizt kann natürlich auch links vom Baum runter fahren.
Trotzdem, es sind genug Achtung langsam Schilder da und man sollte beim ersten Run eh langsamer und auf Sicht fahren.
 

ab 10:25 sieht das bisschen anders aus und Zitat "da oben ist jetzt auch abgesperrt, da sind ja viele Leute wieder raufgefahren", offenbar nach dem steilen Stück runter einfach geradeaus wieder rauf auf der anderen Seite statt links rum zum Ende vom Trail.
es geh aber glaub ich nicht um den gegenanstieg, sondern um die Steilabfahrt nach rechts. dort ist sie vermutlich gerade aus gefahren und dann heruntergefallen.
 
Da Hamm den Salat.
Wer hat die Klage eingereicht?
Die Frau selbst?
Ihre Krankenversicherung?

Werde zukünftig im Wald verunglückten statt Erstehilfe zu leisten iwo vergraben*. :teufel:

*) Natürlich nicht. Aber sehr traurig, was hier abgeht.
 
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