Ich hatte die Thematik "Kids in Finale" fachfremd im
anderen Thread aufgebracht
Für Ostern steht Finale Ligure im Raum - hat da jemand Tipps, insbesondere zum Fahren mit Kids?
und das Feedback war... ich würde sagen: durchwachsen.
Daher teile ich hier gerne noch mal unsere Erfahrungen nach unserer ersten (aber sicher nicht letzten) Woche dort.
Zunächst Grüße an
@smuts, den wir zumindest kurz begrüßen konnten.
Wir sind bis Sonntag hier.
Auch ein paar andere (alte & neue) Bekannte haben wir getroffen - schön war's!
Wir waren nach Ostern für vier Tage auf dem Campingplatz Tahiti.
Wir waren parallel dort.
Zunächst kurz zu unserem Setup:
Der Große ist 9, seit kurzem auf dem
24" Propain Yuma im DH-Aufbau unterwegs - da hatte ich auch vorab keine Sorge. Größere Vorbehalte hatte ich bei der Jüngsten, gerade 7 geworden,
auf 20" unterwegs und allgemein etwas zurückhaltenden und weniger risikoaffin als der große Bruder.
Zur Vorerfahrung der Kids
hatte ich hier schon mal etwas geschrieben - weitere Eindrücke sonst auch im
Kids-on-Tour Thread zu finden.
Allgemein sind beide sehr bergab orientiert und Uphill ist eher schwierig. Daher haben wir uns auf Trails konzentriert, die mit dem Shuttle ohne viel Treten zu erreichen waren.
Unterkunft:
Wir sind auf vielfache Empfehlung auf dem
Camping Tahiti untergekommen. Die Anlage ist schön, das Restaurant gut (gibt morgens auch Brötchen), die Leute super nett und es werden mehrfach täglich Single Lifts direkt vom Campingplatz aus angeboten. Es gibt sogar einen kleinen Trail ("Trail of the Wolf") direkt auf dem Gelände - ansonsten werden dort halt
Treppen gefahren oder Absätze für Sprünge gesucht. Den Kids wird jedenfalls nicht langweilig und Anschluss finden sie auch schnell. Um die Ecke soll es noch einen Dirt-Spot geben, wurde uns erzählt. Da haben wir es aber nicht hingeschafft.
Neben Stellplätzen für WoMo & Co gibt es Bungalows (recht rustikal, aber nett) und Mobilehomes (moderner, aber kleiner).
Das hat für uns alles wunderbar gepasst.

Kleiner Nachteil: Nach Borgo und zum zentralen Single Lift Treff ist es verhältnismäßig "weit" - die schöne, aber nicht kürzeste Runde am Strand entlang etwa 4-5 km. Ist mit dem Bike natürlich kein großes Thema, zu Fuß aber schon ein Stück.
Shuttle:
Wir haben uns für mehrere Tage einen
privaten Full Day Shuttle mit Guide genommen. Das ist
preislich eine ziemliche Ansage, hat uns aber viel Sicherheit und Entspannung gebracht. Pick-up zur Wunschzeit morgens direkt am Campingplatz, zum Einstiegspunkt mit möglichst wenig Uphill shutteln lassen und im Zweifel kann auch ein Teil der Gruppe früher Schluss machen und wird zwischendurch zurück zum Camping gefahren. Unseren Guide kannten wir schon vorher und er konnte gut Einschätzen, was für uns taugt und was eher nicht - das war vor allem für die Jüngste wertvoll.
Ich kann mir gut vorstellen, wie anstrengend ein "regulärer" Full Day Shuttle Tag ist. Wir haben zwar vier volle Tage hintereinander gemacht, das war aber nur möglich weil wir dabei sehr gemütlich unterwegs waren: Viele Stopps, ein Erwachsener stets entspannt mit der Tochter und die übrigen mit regelmäßigen Warte-Pausen. Den kompletten Tag mit dem Großen ballern hätte ich vermutlich gar nicht durchgehalten und er auch keine vier Tage hintereinander.
Trails:
Gestartet sind wir mit
Ingegnere,
Crestino und
Madre Natura, allerdings nicht von ganz oben, sondern mit Start weiter unten vom Forstweg. So konnten wir direkt aus dem Shuttle auf den Trail, ohne Uphill. Anderntags sind wir doch
zur Nato Base hochgetreten und von dort
115 gefahren.
Roller Coaster und
Toboga di Canova waren auch top!
Die
Backcountry-Tour nach Osiglia war ebenfalls schön. Wieder eine ganz andere Art von Trails, eher leichter zu fahren (kam der Tochter entgegen) und dank 4x4 Shuttle alle Einstiege ohne viel Uphill zu erreichen. Wir haben
River,
Simona,
Northshore und einen weiteren gemacht, den ich nicht mehr zuordnen kann.
In Feligno war noch
Margot dabei.
Ca Bianca haben wir nur ohne die Tochter gemacht.
DH Men und anschließend
Briga Destra runter zum Camping bin ich mit unserem Guide alleine gefahren, das hätte der Große aber auch hinbekommen (der fährt eh besser als ich).
Parallel zu unserem Aufenthalt fand dort ein
Kids-Camp der MTB Agency (u. a. Veranstalter des VPace Kids Cup) statt. Ein paar der Teilnehmer kennen wir und haben die Jungs tatsächlich auch jeden Tag getroffen. Die haben noch ein paar mehr Trails gemacht als wir (z. B. Pino Morto, Little Champery, Madonna della Guardia, DH Men). Es bleibt also noch etwas für's nächste Mal.
Fazit:
Finale mit Kids fanden wir mega! 
Mit jüngeren Kids muss man schauen, was geht und es auf jeden Fall entspannt angehen lassen. Bikes mit 20" oder kleiner haben wir auf den Trails nicht (bewusst) wahrgenommen, dafür umso mehr in der City oder auf dem Campingplatz. Hier und da waren Leute mit Shotguns unterwegs. Geübte Kids auf 24" kommen aber auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Unsere Kleine hatte auf 20" anfangs zu kämpfen und hat viele Stufen geschoben oder wir haben ihr Bike an markanten Stellen getragen. Wir haben uns dann langsam herangetastet, einige Stufen mit Hilfestellung absolviert oder einfach als "Backup" nebendran/unten gestanden. Zum Ende hin ist sie aber Ingegnere und Rollercoaster (jeweils ohne den letzten Abschnitt) souverän durchgefahren. Nicht unterschätzen darf man, wie anstrengend das Ganze für die kleinen Kids ist. Sie hat an unseren Full Day Tagen immer früher Schluss gemacht und/oder Runden übersprungen - in der Zeit konnte man dann mit dem Großen auch mal schwerere Trails angehen.
Vom Großen:
Das ist mein Lieblings-Bikepark!
und von der Jüngsten:
Können wir noch mal hierher fahren?
Kurz: Wir kommen wieder!
