Dotwatching Theke

Fritz -> Spaß 2/10
Unter den Umständen 1400 km zu fahren ist schon nicht sooo schlecht.


ps.zum thema influencer, ich komme vom zocken, aus dem mmo bereich, und da sind influencer (und deren anhänger) das pure böse. machen die server zu voll, sind gogogo kids und nerven immer.
fritz stellt sich selbst in frage und quält sich, nicht seine umwelt...und ähm, als berliner, sieht man seinen habitus eher als normal an.
es gibt vielleicht eine handvoll influencer die ich "ertragen kann", sonst hätte ich mich bei ihm nicht zu wort gemeldet..sorry dafür
 
Gibts eigentlich schon schöne Videozusammenfassungen (nicht primär Interviews) vom ARM26? Suche Content für die Rolle :D

Schönes Beispiel dafür vom letzten Jahr:
 
Nette Grüße von Straps an @Marcus 👋
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Schon krass was der treibt.
Meine garmin beleidigt mich schon bei 6h schlaf nach dem radfahren und er schläft immer nur eine. 😄


Ich drücke ihm für race across america die Daumen.
Die eine Stunde war wahrscheinlich nur spontan. In der Regel sind es 3-5 Stunden Schlaf.
Sein Plan war ja, vor der 2. Nacht erst zu schlafen. Die eine Stunden, die da drin steht, wird nen spontaner Powernap gewesen sein.

Ich verfolge die Seite und den Fahrer witzigerweise auch auf Youtube und Twitch. Seitdem der Meinecke das so gehyped hat springen jetzt alle möglichen Fahrrad-Influencer auf das thema auch und das explodiert regelrecht.

Freut natürlich die Industrie drum rum :) Alle haben jetzt Taschen am Gravelbike.
 
Soweit ich mich erinnere "radelt" Basti schon etwas länger rum...zumindest solange, dass er bereits als junger Piepel ein Strasser Poster über seinem Heiapopeia Bettchen hängen hatte. 8-)
 
Grad erst gesehen. In die Richtung ging es bei uns auch im Vorosterurlaub, wenngleich ungeplant und natürlich entspannter.
Samstag 17.00 Mist, geplanter Urlaub (was mit Schnee) geht nicht. Spontan neu geplant.
Montag früh ÖV nach Barcelona und dann per Rad bis Samstag Abend nach Almeria, von wo es per Fähre nach Marokko ging und wir dort noch 8 Tage radeln konnten. Kein Tropfen Regen war natürlich genial.
 
Bikepacking Trans Balkan Race 2026:
Ich habe mir auch dieses Jahr wieder die Bikes auf Dotwatcher angeschaut und die Daten für meine Rubrik Bikeanalytics ausgewertet.

Hier sind ein paar erste Einblicke aus den Infografiken:
  • Federung: Bei dem groben Schotter fahren 91 % mit Federgabel, 29 % sogar mit dem Fully.
  • Antrieb: 1-fach und 29 Zoll sind Standard, SRAM liegt bei den Schaltungen vorne und 41 % setzen auf Elektronik.
  • Reifen: Neben dem Klassiker Mezcal schickt Continental den neuen Dubnital ins Rennen.
  • Taschen: Der Gepäckträger verliert sein verstaubtes Image – 41 % nutzen mittlerweile ein Trägersystem (wie z. B. von Tailfin) für den harten Einsatz.
Die kompletten Daten und alle Grafiken zu Rahmenmaterial, Stromversorgung und Co. gibt es hier unten.
Und die Erläuterungen in meinem Blogpost.
 

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Und das Rohloffrad mit den 44er Mezcals kommt heute tatsächlich an.
Nicht in der Aufstellung findet sich die Nr. 136, welche mit Challenge Strade Bianche in 45 am Start war und immer noch fährt. Hätte ich nicht gedacht, dass das so lange gut geht. Aber ab Mostar rollt es sich deutlich besser.
 
Ich weiss zwar nicht, ob das hier der richtige Ort ist, aber für diejenigen, die es interessiert noch ein halbwegs frischer Bericht vom Trans Balkan Race.

Vorgeplänkel
Der diesjährige Start war im Gegensatz zu den letzten Jahren in Trieste und nicht in Sezana, was die Anreise eigentlich vereinfachte und auch ein Faktor war, warum ich mich anmeldete. Ich hätte mit dem ersten Zug von daheim losfahren können und wäre noch rechtzeitig zur Registrierung gekommen. Bauarbeiten in Italien machten diese Planung zunichte, so dass ich den Nachtzug über Zürich nach Ljubljana am Vorabend nahm. Radmitnahme völlig problemlos, solange man im kroatischen Zugteil ist. Vorderrad raus, Rennlenker ab und das Teil passt 1a unter die Liege im 3er Abteil.
Von Ljubiljana ging es im Intercity bis kurz vor Triest und ich rollte die 15 km runter, die wir am nächsten Tag wieder hochradeln würden, super Strecke auf einer ehemaligen Bahnlinie mit schöner Aussicht.
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Bei der Regististrierung waren nur ein paar wenige bekannte Gesichter und ich verzog mich dann schnell ins Hotel um nur noch kurz zum Briefing wieder aufzutauchen. Das Goodie-Päckchen war sehr gut ausgewählt, kein Cap, dafür ein Titan-Spork, eine Rettungsdecke und eine Titan-Tasse, wäre gut gewesen, das vorher gewusst zu haben, da Löffel und Rettungsdecke schon dabei waren. Ich kann aber diese wenigen Sachen und das T-Shirt des Veranstalters noch einem anderen Fahrer in seinen Rad-Koffer geben. Nach einem Blitzbesuch beim Friseur (marokkanische Kurzhaarfrisur) esse ich noch mit Sloane eine Pizza. Für ihn war es eines der ersten Offroad-Rennen, er war aber super ausgerüstet, arbeitete er doch in einem Radladen, welcher sich auch um Profiteams kümmert.

Tag 1
Am nächsten Morgen kurz vor dem Start um 9.00 noch Ärger mit dem Tracker, ich erscheine nicht grün im Tracking, Bea meint, sie würden den Tracker sonst im Laufe des Tages switchen. So ordne ich mich eher im hinteren Startfeld ein und düse nach erfolgten Start an so einigen Teilnehmern vorbei. Die ersten zwei Stunden heisst es Steigung machen, bis auf 1000 m und auch mal kurz schieben. Auf diesem ersten Gipfel (Photos unten kurz davor) wartet dann das ganze Trans Balkan Team, Photographen und auch Bea mit dem Tracker. Ich war mittlerweile immer noch nicht grün geworden. Ich übergebe ihr meinen Tracker ohne meine Lithiumbatterien herauszunehmen, sie meint es wären gerade frische Batterien im neuen Tracker.
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Die erste Abfahrt kann man gut sausen lassen, ein bisschen Vorsicht bei den Entwässerungsrinnen. Am Anfang sind natürlich noch alle eher dicht beisammen und man kann gut einen kurzen Schwatz halten. Das Trans Balkan Race wird oft sehr mit einer schwierigen Versorgung in Verbindung gebracht, es hat nicht überall Läden und teils liegen die Versorgungspunkte weit auseinander. Dieses Jahr (aber auch die Vorjahre meist) kommt als weitere Herausforderung ein kroatischer Feiertag am Samstag dazu, d.h. der Starttag am Freitag ist der letzte normale Ladentag, da Sonntag auch sehr eingeschränkt etwas offen hat. Und am Freitag gibt es eigentlich nur genau einen Laden, den man noch anpeilen kann, in Fucine ca. 164 km nach dem Start. Der schliesst um 20.00, was bei zügiger Fahrweise machbar erscheint, zumindest sind gemäss Tracker vom Vorjahr einige aus der ersten Gruppe noch rechtzeitig gewesen.
Nach dem ersten Wasserfassen in Sveti Pavel erwischt es mich leider am Ende einer Abfahrt, bei einer Wegzweigung. Es liegt oft viel Split auf den Kieswegen und ich bremse nicht voll ab, weil ich die Kurve auf einer splitfreien Stelle nehmen will. Trotzdem rutscht mein Vorderrad weg und ich schlage voll mit dem Daumen auf. Das gibt eine ziemliche Fleischwunde, welche ich ein paar Minuten später im nächsten Ort noch desinfiziere. Ob der Daumen noch mehr abbekommen hat, werde ich wohl nach der Nacht sehen. Ich ärgere mich, dass ich mir wegen so einer Unachtsamkeit die Veranstaltung versaut habe. Im Ort dann erst einmal ein Aufbauer, ein paar Einwohner stehen mit Kuchenstücken und Wasserbechern da, extra für uns Teilnehmer und auf lokale Initiative hin. Jetzt folgt erst einmal wieder eine längere Steigung und dann viel Wald und Slowenien wird definitiv verlassen. Ich fahre gerade mit einem belgischen Fahrer, als es oberhalb von uns im Wald raschelt, ein Bär! Kurz halte ich an, der Bär schaut zurück, sieht wirklich mehr nach Teddy aus. Der Belgier hatte es zunächst für ein Wildschwein gehalten und zückt noch sein Handy. Als nächstes gelangen wir ans Skigebiet, wo uns kurz vorher Alex Kopp überholt, was uns etwas überrascht. Nachdem ich ihn noch einmal kurz einhole, erklärt er, dass er 2 Stunden gebraucht hat, um eine neue hydraulische Bremse zu bekommen. Dafür muss man in der Regel mit einem Auto von der Strecke runter und zu einem Radladen. Die einzigen mir bekannten Radläden auf der Strecke waren in Mostar (km 800) und Niksic (fast im Ziel). Das Tagesziel den Supermarkt zu erreichen liegt mittlerweile in guter Reichweite. Da mein Tracker mittlerweile schon rot blinkt gibt es dort dann gleich noch einmal 4 AAA Batterien. Ein Grosseinkauf muss nicht sein, da ich wegen der realen Möglichkeit die Ladenöffnungszeit zu verpassen, genügend Essen bis Gospic kalkuliert hatte.
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Als nächstes kommt der Velebit-Nationalpark und man radelt parallel zum Meer auf den Bergketten.
Langsam muss an die Nacht gedacht werden. Einige der Fahrer werden die erste Nacht durchradeln. Ein Stück fahre ich gerade mit Erik aus Dresden, der noch die Berghütte am Zavizan anpeilen will, ein Bett wäre ja immer gut. Die ist gut 260 km vom Start weg und das wäre für mich deutlich nach Mitternacht. In der einsetzenden Dämmerung verpassen wir fast einen Singletrail, den Erik zum Teil schiebt, da das sein erstes Offroad-Event ist. Ich steuere kurz nach 23.00 meinen ersten vorrecherchierten potenziellen Schlafpunkt an, ein Shelter über einem Kliff mit super Sicht auf's Meer (kurz vor Vratnik). Es ist demnächt Vollmond und entsprechend die Landschaft im Mondschein gut sichtbar. Ich hatte mit dem Shelter gezweifelt, weil mir der zu gut erschien und ich zu viel Kommen und Gehen befürchtete. Es war jedoch noch niemand da und während ich dort döse habe ich nur einmal den Eindruck, dass ein Fahrer nachschauen kommt, jedoch scheint ihm/ihr der Platz nicht zuzusagen. Auf dem Tisch mache ich die Isomatte parat, der Shelter hält den etwas stärkeren Wind gut ab und die Augenklappe hält das Mondlicht fern.

Tag 2
Nach 3 h 30 geht mein Wecker, zu lange wird in der ersten Nacht trotzdem nicht geschlafen. Die Berghütte liegt fast auf 1600 m und zieht sich entsprechend. Vor ihr fülle ich in Oltari noch Wasser, da ich in der Hütte eigentlich gar nicht stoppen will. Im Nachhinein erfahre ich, dass das Wasser der Hütte sowieso einen eigenartigen Geschmack haben soll und auf IG erfährt man vom Veranstalter, dass viele Fahrer Probleme damit haben, dass die Hütten nur noch Coke zero haben (Essen soll es übrigens auf den wenigsten Hütten geben, aus regulatorischen Gründen). Die Hütte ist eine kurze Sackgasse auf Teer, auf dem Weg dorthin döse ich einmal fast kurz weg und komme nahe an den Strassenrand, d.h. nächste Nacht werde ich sicher über 4 h schlafen. Nach der Abfahrt von der Hütte komme ich an einem Auerhahn vorbei, halte kurz an um ihn zu photographieren und werde gerade von ihm attackiert. Das muss man sich in etwa, wie aggressive Gänse vorstellen. Nachdem ich zu Fuss flüchte greift er noch mein Rad an und ich munitioniere mich mit Steinen. Es kommt aber zu keiner weiteren Attacke und so suche ich schnell das Weite.
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Die Forststrasse rollt sich hier gut, bis dann eine wenig befahrene Extraschlaufe eingebaut wird. Die nächsten Abfahrten teile ich mit Christo, der etwas staunt, wie schnell ich mit dem ungefederten Rad die Forststrassen abfahre.
Bei der nächsten Abfahrt, Christo ist etwas hinter mir, rutsche ich in einer Kurve auf etwas grobrolligem Gestein weg und falle Kopf voraus über den Lenker. Das war jetzt etwas heftiger als gestern. Erst einmal tief durchatmen und Frust raus lassen, etwas ungläubig mache ich Schadenkontrolle, keine blutigen Stellen, nur mein Trikot hat an der Schulter einige Löcher bekommen. Auch das Rad scheint noch ganz zu sein. Langsam zweifle ich an der Sinnhaftigkeit des Vorhabens, soll ich mich wirklich so malträtieren und weiterfahren? Spätestens beim nächsten Sturz wird auf Touringmodus umgestellt. Christo rauscht noch vorbei, wahrscheinlich hat er nicht mal gemerkt, dass ich einen Abflug gemacht habe. Deutlich vorsichtiger geht es jetzt auf Gospic, erst auf Asphalt nehme ich den üblichen Speed auf. In Gospic ist fast alles zu, sogar die Bäckereien, die ich mir ausgesucht hatte. Der Grossteil der Fahrer wird wohl zur 24 h-Tanke fahren. An einem Restaurant frage ich bei den Einheimischen nach, die mich zum Krankenhaus schicken, dort hätte ein kleiner Laden offen. Die Info stimmt und so bunkere ich genug für bis Knin, gut 200 km weiter.
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Unterwegs treffe ich auch auf Fahrer, die an der Hütte übernachtet haben, wie erwartet, konnte man kaum Schlafen, weil immer jemand kam oder ging.
Um Gospic sollte das flachste Stück der Route sein und so hoffe ich, dass die nächsten 100 km bis zum Checkpoint schnell vergehen. Diese Hoffnung und die Kalkulation von Stunden zum nächsten Versorgungspunkt, sind ein wiederkehrendes Schema beim Trans Balkan Race und jedes Mal dauert es viel länger als man vorher abgeschätzt hat.
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In diesem Fall war die Information zum Flachteil, wohl nur das Stück um Gospic, und so steigt die Route beim Una-Nationalpark bis über 1400 m. Auch die Abfahrt kurz vor dem CP in Mazin hält noch Überraschungen parat. Holzfällarbeiten haben dafür gesorgt, dass die Bäume nur so kreuz und quer über der Piste liegen und so weiche ich zu Fuss den Bäumen aus. Die anschliessende Abfahrt erfreut auch nur die Fullyfahrer (weil recht blockig), von denen einer mit wohl dreifacher Geschwindigkeit an mir vorbeirauscht und vor mir am CP eincheckt. Dort angekommen die nächste Enttäuschung, im Vorfeld war ich davon ausgegangen, dass man am CP duschen kann, es hat jedoch nur einen Gartenschlauch. Da es schon eindunkelt, nutze ich den Schlauch für eine Vollwäsche. Erst dann geht es zu den Nudeln am CP. Neben mir ist noch eine Fahrerin angekommen und auch Roel, ein Holländer schaufelt seine Nudeln, wir bekommen sogar Nachschlag. Die Fahrerin möchte in der Nähe des CP übernachten, da wildes Zelten aus Sicherheitsgründen eher ungeheuer ist (am CP selbst darf nicht geschlafen werden), ich rolle noch ein paar km weiter. Allerdings will ich nicht zu weit, da mit dem Bobija-Pass noch eine harte Stelle voraus ist, welche wohl besser im Hellen zurückgelegt wird (ich habe nur eine einfache Stirnlampe als Hauptlichtquelle). Die Gegend ist aber gar nicht so einsam und so finde ich nach einer weiteren Holperabfahrt an einem kurzen Teerstück ein verlassenes Haus, in dessen Eingangsbereich ich windgeschützt und abgewandt vom Weg einen perfekten Schlafplatz habe (ich höre keinen der vorbeifahrenden Fahrer). Mücken stören wider erwarten auch nicht den Schlaf.

Tag 3
Am nächsten Morgen fängt es grad an zu tröpfeln, als ich los will. Da ich dem Himmel keinen ordentlichen Regen zutraue, bleibt der Anorak in der Tasche, was sich auch als richtig herausstellt. Der erste kleine Pass ist noch easy, Bobija kommt doch erst nach Velika Popina (angegebener Wasserpunkt), wo ich kein Wasser nehme, da ja Knin nicht so weit weg scheint. Am Bobijapass sehe ich dann zum ersten Mal wieder Photographen vom Team, die auch noch per Drone Aufnahmen machen.
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Die Abfahrt geht dann ordentlich zur Sache, recht blockig und ich bin froh, als es ausflacht. In Knin hatte ich mir genau einen Supermarkt notiert, der auch am Sonntag auf hat. Wäre ich mal zur Tankstelle gegangen, natürlich ist das halbe Dorf im Laden und ich warte Ewigkeiten an der Kasse. Dafür wird wiederum gebunkert für bis auf Mostar (über 250 km von hier). Nun kommt einer der einfachsten Abschnitte, eine perfekte Kiesstrasse den Krcic entlang. Hier ist auch die schöne Aufnahme von Wasserfällen entstanden, die man in Verbindung mit dem TBR manchmal sieht.
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An der Cetinaquelle hat es noch einen Kiosk, den ich nutze um ein letztes Mal Wasser aufzufüllen, die Temperaturen der ersten Tage sind zwar warm, aber nicht übermässig heiss. Mit der Sonneneinstrahlung muss dennoch auch wegen Überhitzung aufgepasst werden. Seit Mazin fährt man jetzt nicht mehr andauernd im Wald. Es ist recht touristisch hier, auch ein Bikepacker mit ähnlichem Ziel wie ich ist da (er will heute auch nach Livno), aufgrund der Reifenbreite aber kein Teilnehmer. Nun folgt der grössere Anstieg, bei dem ich mir einen „hot“-GPSPunkt gesetzt habe, im Manual wird wohl auf die hohen Temperaturen hingewiesen, die hier oft herrschen. Auf dem Anstieg komme ich wieder an der Fahrerin vom CP1 vorbei, die gerade im Schatten etwas abkühlt, kurzer SaddleSore-Smalltalk und weiter geht es. Die fast 1000 Höhenmeter sind das heutige Piece de Resistance, dabei kommen einige Jeep-Fahrerentgegen. Ich bin froh, als ich endlich an der Hütte bin, welche die Passhöhe markiert und mache mir langsam Sorgen um das Wetter.
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Schon im Anstieg sah man, dass sich etwas zusammenbraut. Südlich sieht man mittlerweile richtige Wolkenbrüche. Der Weg bleibt jedoch noch etwas oben und hat auch ein paar Matschstellen, hier hat es also kürzlich geregnet. Als es dann endlich runtergeht, sind die Vorsätze vom Vortag fast vergessen und ich versuche möglichst schnell in tieferes Gelände zu kommen, um den Gewittern weniger ausgesetzt zu sein, wobei ich eigentlich immer bis 10 zählen kann (zwischen Blitz und Donner).
Der nächste Anstieg ist dafür dankbarer, es geht über eine grosse Teerstrasse in Richtung Bosnien. Ich nutze zum ersten Mal seit dem Start mal wieder das Handy (bevor es nach Bosnien geht und damit die EU-Zone verlassen wird) um Wetter und Nachrichten zu checken. So wie es aussieht, dürfte morgen Montag am Abend Regen zu erwarten sein und dann noch ausgeprägter in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, wobei er am Mittwoch wohl schon am Nachmittag einsetzt.
Die Grenzkontrolle ist straightforward, es geht einfach hinter den einfachen bosnischen Abfertigungsboxen noch weiter bergan, bis man Highspeed in Richtung Livanskoje Polje herunterdüsen kann. Livno, der letzte Versorgungspunkt vor Mostar wartet. Dort wird Geld abgehoben, die Konvertible Mark, welche in Bosnien die offizielle Währung ist, 10% Abhebungsgebühren ruft die Raiffeisen bei mir auf, unverschämt. Man kann im Land aber in der Regel in Euro zahlen, wobei die Wechselkurse teils auch sehr zu Gunsten der Verkäufer gerundet werden. Die Tankstellen sind hier die einzigen offenen Läden und, da ich mal etwas Abwechslung brauche, mache ich mich noch auf die Suche nach einem Fastfood, bleibe aber letztlich bei einer Pizzeria hängen, wo ich eine Calzone bestelle. Die Hälfte wird gegessen, der Rest eingepackt und das Abendlicht noch für den nächsten Anstieg genutzt. An der Pizzeria wechsle ich noch die Batterien des Trackers, der jetzt also fast 3 Tage rot blinkend durchgehalten hat, es sind tatsächlich 3 verschiedene Sorten Alkalinebatterien drinnen. Es muss also nicht immer Lithium ultimate sein, aber wenn man sich darauf in Notfällen verlassen will, sollte man sich besser an die Herstellerempfehlung halten. Es geht jetzt ins Cincar Bergland, wo es vor allem Wildpferde geben soll. Im Anstieg überhole ich noch einen Polen, der schon an der Tankstelle war. Auf der Hochebene sehe ich anhand eines Lichtkegels noch einen weiteren Fahrer vor mir, hole ihn aber nicht mehr ein. Die Abfahrt nach Suica in der Dunkelheit lasse ich wieder vorsichtig angehen, einmal begleitet mich lautes Hundegebell, insgesamt habe ich unterwegs aber keinerlei Probleme mit Hunden. Nun ist schon wieder Schlafplatzsuche angesagt. Am liebsten wäre mir ein geschützter Ort am Rand von Suica, im Tal selbst ist es schon kühl und feucht. Im Ort hole ich George ein, der auch unschlüssig ist, aber anhand der Trackerinformationen meint, dass einige Fahrer etwas abseits der Route in einem Hotel schlafen. Vor uns liegt das im Briefing erwähnte Minenfeld, das man in der Nacht nicht unbedingt durchqueren soll. George meinte auch, dass vor uns jetzt ein Loch ist, d.h. alle Fahrer, die bisher durch den Minenabschnitt sind, waren tagsüber unterwegs. Im Ort ergibt sich kein Schlafplatz und George trennt sich wieder von mir. 100 m abseits vom Weg finde ich eine ebene Fläche, auf der Paletten liegen, diese kann ich super als Schlafunterlage verwenden, das Gras ist nämlich schon völlig durchfeuchtet. Ein bisschen Risiko ist dabei, da vereinzelte Schauer wohl noch durch die Gegend ziehen, letztlich sorgt aber nur der Tau für etwas Frostgefühle beim Schlafen.

Tag 4
Noch im Dunklen geht es am nächsten Morgen in Richtung Minenfeld. Da noch einige Höhenmeter zu überwinden sind, dämmert es aber deutlich vor der kritischen Stelle, eine neue geschobene Piste zu ein paar Windrädern erleichtert das Vorgehen. Hier hätte ich auch unter dem riesigen Bagger übernachten können, wäre wohl geschützter gewesen und weiter oben kommt sogar noch eine einsame Hütte mit Vordach. Im taunassen Gras erkenne ich, dass heute schon mindestens ein Fahrer vor mir durch ist. Die Minenstelle ist dann schon eher kritisch, denn der klar sichtbare Weg geht durch die Minen und der Track des TBR ist hier mal kurz eher weglos. Ich bin froh, als ich durch bin und hoffe, dass die nächsten 100 km bis Mostar wieder einfaches Gelände und möglichst bergab sind, Mostar liegt ja quasi auf Meeresspiegel. Denkste. Nach dem Minenfeld wird erst die Teerstrasse nach Tomislavgrad gekreuzt (dort übrigens einer der raren Radshops) und dann riecht es erst einmal übel, da einer Mülldeponie entlanggefahren wird, ob das das Nomadencamp aus dem Manual ist?
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Nach vielem Auf- und ab ist es endlich so weit, Teerstrasse und Skigebiet beim Blidinje Ozero. Jetzt muss doch die Abfahrt endlich kommen. Zum Glück fülle ich im Luxushotel noch meine Flaschen, denn nun kommt doch noch einmal ein harter Teil. Teils recht grober Schotter, bei dem mir aber einige Radtouristen entgegenkommen, teils mit Ortliebseitentaschen, teils mit Gravelrennern und wenig Gepäck. Letztere sind schon orientiert, dass da mehr so Verrückte durchkommen und meinten, da wäre vor 2 Stunden schon jemand anderes aus meiner Richtung gekommen.
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Irgendwann ist dann doch noch die Teerstrasse nach Mostar erreicht. An einem Brunnen wasche ich zum ersten Mal die Radhose aus und fahre nur in Unterhose den Berg runter, kurz vor Mostar wird die trockene Radhose wieder drübergezogen.
In Mostar ist der erste Stop bei einem Döner, wo ich zwei Dürüm bestelle, einen für jetzt, einen für später. Dank WLAN kann ich noch einmal kurz das Handy checken, anscheinend geht mein Roaming nicht richtig. Wetterprognose ist in etwa gleich geblieben. Nach einem Supermarktstop geht es noch zum Sightseeing. Beim TCR vor 3 Jahren hatte ich die Route über die berühmte Brücke von Mostar gelegt, jetzt geht es über die Parallelbrücke, von der man die Brücke gut photographieren kann, auf der wuselt es nur so von Touristen.
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Für den nächsten 1000 Höhenmeteranstieg habe ich dafür wieder die Mittagshitze für mich. Dafür kenne ich den Abschnitt schon vom letzten Jahr, vom Accursed. Ab Blagaj, einem recht touristischen Ort sind die beiden Routen für ca. 170 km identisch. Die Pisten sind jetzt deutlich gutmütiger, als manche Abschnitte in Kroatien oder Bosnien davor. Den Laden in Nevesinje lasse ich aus, da ich von Mostar noch genügend dabei habe, ich möchte noch im Hellen bis Ulog und vor allem bevor es zu regnen beginnt.
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Gemäss Wetterbericht soll es ab 20.00 regnen und dann erst nach 1 Uhr wieder aufhören. Die Abfahrt geht in der Dämmerung wesentlich schneller als letztes Jahr im Dunklen. Ein Brunnen wird noch zum Füllen genutzt, in Ulog stehen nur ein paar Räder von Tourenfahrern herum, heute habe ich nicht einen Teilnehmer vom TBR gesehen. Nun kommt der lange Anstieg auf den 1700 m-Pass. Mein Ziel ist es bis zur Moschee zu kommen, wo ich einen guten Schlafplatzkenne. Vorbei geht es am letztjährigen Übernachtungsplatz in einer Spitzkehre. Leider fängt es nun langsam zu tröpfeln an, kurz hörtes noch einmal auf, bevor es richtig losprasselt und ich unter dem Poncho verschwinde. Zur Moschee sind es wohl noch 15 km, die Strasse wird jetzt nässer. Leider verliere ich immer wieder die Höhenmeter, die Strasse macht kaum Höhe. Nach ca. 1 Stunde in der Nässe taucht eine einfache Garage auf, welche staubtrocken am Boden ist. Da der nasse Boden sicher schlechter rollt, als ein abgetrockneter und ichja noch mit weiterem Regen rechne, lasse ich es hier gut sein. Ein Brett verlängert meine kurze Matte, so dass der Schlafsack nicht im Staub liegen muss, eine Fledermaus sorgt dafür, dass die Mücken nicht überhand nehmen und so schlafe ich kurze Zeit später gut ein. Mindestens zwei Fahrer müsse in dieser Zeit an mir vorbeigekommen sein, davon merke ich aber nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tag 5
Nach ca. 4H 30 Schlaf geht der Wecker. Der Regen hatte sowieso, kurz nachdem ich bei der Garage war, aufgehört. Die Strasse ist entsprechend auch schon deutlich abgetrocknet. Bis zur Moschee zieht sich dennoch und vor Ort ist auch kein anderer Teilnehmer zu sehen. Speziell ist an diesem Pass, dass es hinter Ulog erst länger durch Wald geht und weiter oben zahlreiche Häusergruppen zu finden sind (eigentlich bis ganz rauf zur Passhöhe). Zwischen durch habe ich den Eindruck einen Lichtkegel zu sehen, jedoch fahre ich auf niemanden weiteren auf, zumal mein Problem der ersten Tage sich noch einmal zurückmeldet. Vor dem TBR hatte ich ein neues Pressfitlager eingebaut und die Kurbel wohl nicht fest genug angezogen. An den ersten beiden Tagen musste ich mehrmals nachjustieren (zwar ohne Sternwerkzeug, sondern mit Löffel), erst an Tag 5 meldet sich das Gewackel zurück. Aber ich habe ja jetzt Routine mit dem Anziehen.
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Auf der langen Abfahrt vom Pass fahre ich dann doch noch auf jemanden auf, Philipp, der an der Moschee übernachtet hatte und von der guten Infrastruktur schwärmt (sogar Steckdose war vorhanden). Die Abfahrt sind wir eigentlich immer gleichauf und so ergibt sich ein netter Schwatz. Er kommt mehr vom Strassen-Ultra und probiert sich hier zum ersten Mal Off-road aus. Wir stellen sogar fest, dass wir schon einmal zusammen an der Startlinie standen, 2023 in Geraardsbergen, eine Windboe beim freihändigen Fahren hatte ihm damals leider ein DNF besorgt.
Im nächsten Anstieg fahren wir auf George auf und so geht es unterhaltsam weiter, ich bin völlig verduzt wie schnell der Anstieg vorbei ist. George hatte nicht soviel Schlaf bekommen, da er anscheinend gestern unbedingt noch mich einholen wollte. Seit den ersten beiden Tagen ist er hinter seinem Plan, da ihm die Wärme etwas zu schaffen gemacht hatte und er einmal sogar 7 h ohne Wasser auskommen musste. Am Schluss war er froh da in einen Hagelsturm gekommen zu sein, bei dem er die Hagelkörner lutschte um wieder hydriert zu sein.
In der Abfahrt sausen die beiden mir davon, jedoch mache ich den kürzeren Pitstop, so dass wir zusammen am CP2 eintreffen. Langsam scheinen wir in den kompetitiven Bereich vorzudringen, ein Teilnehmer ist gerade daran den CP zu verlassen und mir fällt wieder die Hektik auf, welche ich zum ersten Mal 2023 wahrnahm, als ich in den ersten Tagen unbewusst relativ weit vorgedrungen war (damals übrigens auch ein CP2, in Slowenien). AM CP werde ich als erster von uns Dreien eingetragen und sehe anhand der Liste zum ersten Mal, wo ich stehe. Die vor uns Liegenden scheinen aber eher unerreichbar zu sein. Ernüchtert muss ich feststellen, dass es schon wieder keine Dusche gibt und sogar das WC ist nicht offen für die Teilnehmer. Dafür gibt es noch einen Nachschlag bei den Tomatennudeln und frisches Wasser darf auch genommen werden. Philipp und George signalisieren, dass sie es jetzt erst einmal ruhiger angehen wollen, mein Plan ist noch über den Durmitor zukommen und in Zabljak einzukaufen.
Mir ist klar, dass noch eine Nacht bevorsteht, also mit Übernachtung. Vom Tracking des Vorjahres weiss ich, dass eine realistische maximale Tagesstrecke zum Ziel an der Grenze zu Montenegro beginnt und wir sind jetzt schon gegen 14:00. Die Piva-Schlucht, an der es zunächst entlang geht ist recht touristisch, mit zahlreichen Raft-Camps. Ich verpasse nicht den letzten bei mir eingezeichneten Wasserpunkt, um mich noch einmalabzukühlen und alles voll aufzufüllen. Die Grenze ist wieder straight-forward und der erste Anstieg geht lange auf Asphalt und entgegen der Befürchtung ist die Sonne nicht so stark (Wolken, Wald und richtige Exposition). Ich komme gut vorwärts und kalkuliere mir, dass ich doch locker den Supermarkt schaffen müsste, der um 21:30 schliesst, so 20:00 wäre eine gute Ankunftszeit in Zabljak. Mir ist allerdings auch bewusst, dass da noch ein paar Gegensteigungen und ein bisschen Gravel dazwischen ist, doch sollten dann 30 km Asphalt zum Abschluss kommen. Es ist erstaunlich, wie viele Hütten auf dem Hochplateau in Montenegro zu finden sind, manche machen einen eher abgekämpften Eindruck, oft mit Holzschindeln, keine Ahnung, wie die sich bei Regen schlagen. Zwischendurch erleichtert neuer Asphaltbelag das Vorkommen. Dort treffe ich noch auf einen slowakischen Tourenfahrer, da er in der Schweiz arbeitet, können wir uns auch auf deutsch unterhalten. Er hält oft an und macht Photos und düst mir danach mit seinem enormen Antritt immer davon. Irgendwie scheine ich wohl nicht mehr so spritzig zu sein, oder er einfach deutlich fitter. Anfangs suche ich noch vergeblich einen E-Motor bei ihm :). Er hat die Route vom TBR und die Via Dinarica miteinander verbunden und nimmt sich so die Sahnestückchen heraus.
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Als ich zwischendurch wieder auf 1200 m angelangt bin, dämmert mir langsam, dass der Supermarkt knapp werden könnte. Und tatsächlich folgt noch ein Hike-a-bike auf einem Singletrail und es geht teils weglos weiter, so dass ich erst in der Dämmerung auf der geteerten Passstrasse eintreffe. Das Licht wird eingeschaltet und ich erwarte, dass ich entsprechend vor oder hinter mir noch einmal einen Teilnehmer sehe, was letztlich nicht der Fall ist. Auf der Strasse möchte ich gerne nochmal das Handy checken, doch als ich es einschalte, ist nur noch eine leere Batterie angezeigt, anscheinend ist es angegangen und von 80% auf 0%gefallen. Macht nichts, ist ja nur noch ein Tag. Eine Powerbank hatte ich diesmal nicht dabei, weil ja nichts mehrwöchiges und da das Handy in der Regel locker langt. Der Seddlo (Durmitorpasshöhe) zieht sich in der Nacht wieder hin, teils mit False-Peaks und so stelle ich mich darauf ein, den Resuply an der 24h-Tankstelle zu machen. Obwohl ich etwas drüber ziehe ist die Abfahrt recht kühl und das Flachstück nach Zabljak zieht sich. An der Tankstelle (bin erst nach 23.00 da) wieder kein anderer Fahrer, dafür wäge ich sorgfältig ab, was ich einkaufe, ziemlich teuer hier, aber für's Abendessenmüssen es wohl mindestens ein paar Dreiecksandwiches sein. Zudem gibt es noch eine 270g-Tüte Mini-Snickers, was sich als Gold wertherausstellen wird. Der nächste Resuply ist über 160 km weg in Niksic, ausser man nimmt einen Umweg von 4 km einfach bei Kolasin in Kauf.
Ich fahre aus Zabljak raus und hoffemöglichst bald einen geschützten Platz zu finden, es bläst ein kühler Wind. Nach ein paar Kilometern tauchen 3 Häuser auf der linken Seite auf. Diese scheinen verlassen und ich will mich im Windschutz einer Hauswand hinlegen. Leider bläst der Wind nicht konstant aus einer Richtung. Während ich schon die Sachen herauskrame, schaue ich noch beim dritten Haus nach. Die Haustüre steht offen und offensichtlich verlassen, da Scherben und ein bisschen Müll am Boden liegen. In der Küche steht sogar ein Sofa, so dass ich die Matte gar nicht erst aufblase. Mit dem Wecker gönne ich mir 3 Stunden Döszeit. Prima, dass ich ein warmes Plätzchengefunden habe, ich hoffe ich habe mich bei der Aktion nicht verkühlt, denn es braucht etwas, bis ich meinen Körper wieder warm bekomme.

Tag 6
Als der Wecker klingelt, brauche ich nur wenige Minuten um mich aus dem Schlafsack zu schälen. Die Nacht über habe ich ein bisschen davon geträumt, in welcher Aufmachung ich starten soll, denn ich fürchte die Kälte nun doch ein bisschen. So geht es in der Daunenjacke los. Kaum trete ich aus dem Haus, kommt mir ein Doppelscheinwerfer entgegen. Ich schliesse gerade auf und prompt nehmen wir den falschen Abzweig. Der Fahrer ist der kompetitive Typ von CP2 und entpuppt sich als Sporternährungs-Student Niels aus Südafrika, mit dem man sich prima unterhalten kann. Ein bisschen muss ich dazu meine Geschwindigkeit forcieren, normalerweise wäre ich wohl langsamer geradelt. Da erfahre ich auch die grössten Neuigkeiten: ob ich denn schon wisse, dass der Führende wegen einer Cola und Banane disqualifiziert wurde? Natürlich nicht. Im Nachhinein stellt sich natürlich heraus, dass es um etwas mehr als eine Cola und eine Banane ging. Eine gute Stunde später taucht ein weiterer Fahrer von hinten auf, Cristian, der momentan auch in der Schweiz lebt und arbeitet. Er scheint schon die ganze Zeit am Fahrercatchen zu sein und redet von einem Florian den es noch einzuholen gilt. Der Florian stellt sich später als Florent heraus. Ich lasse die beiden ziehen, jedoch stellt es sich heraus, dass wir insgesamt mit Stopps eine ähnliche Geschwindigkeit haben, so dass wir eigentlich den ganzen Tag umeinander sind und man sich immer malunterhalten kann. Somit wird das ein eher kurzweiliger Tag. In den Bergabfahrten sind die beiden jeweils immer deutlich schneller als ich, insgesamt scheine ich aber konstanter unterwegs zu sein, so dass ich immer wieder aufschliesse. Dieser Teil von Zabljak ist wieder eine schöne Hochebene mit einigen Gehöften, erst daheim realisiere ich, dass ich ein Stück hier letztes Jahr im Dunklen am Accursed im beginnenden Schneeregen und mit mehr Matsch gefahren bin. Nach 60 km geht es steil runter ins Tal von Kolasin. Im Talgrund geht es erst einmal flach auf Asfalt Richtung nächste Steigung. Einen Brunnen erspähe ich noch und fülle alles auf. Ich habe neben einer Radflasche noch eine 2 l-Cola-Flasche auf die man etwas aufpassen muss, da sie bei zu viel Gerüttel zu Bruch geht, was mir aber nur einmal kurz vor CP2 passierte. Die anderen beiden kommen kurz drauf und finden das Auffüllen auch eine gute Idee. Bis Niksic werden es jetzt 100 km sein und gemäss Cristian ist die dafür angegebene Zeitdauer beträchtlich. Eigentlich hoffe ich heute vor Dunkelheit in Risan zu sein, doch die beiden anderen sind da deutlich skeptischer.
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Die Strecke geht teils Radrouten entlang, auch hier und so sehe ich im Anstieg ein paar Ortliebseitentaschen in passablem Tempovorfahren. Wir verlassen die Radroute bald und es schliesst ein endloses Auf- und Ab an, welches mich auch sehr zweifeln lässt, ob wir vor Nachtanbruch in Niksic sind. Gleichzeitig kündigt sich schon den ganzen Tag am Himmel das schlechte Wetter an. Ohne Update via Handy, gehe ich davon aus, dass es ab 15.00 regnen kann. Das Kreuzen einer geteerten Passstrasse ist ein wichtiger Zwischenmarker für diese lange Querung, leider ist damit immer noch nicht die Hälfte geschafft. Immerhin entschädigt die wirklich grandiose Landschaft hier. Cristian frägt sich auch, warum wir diese mühsamen Pistendurch Kroatien und Bosnien gefahren sind, wo doch die eigentliche Schönheit in den montenegrinischen Bergen liegt. Das Wetter bleibt noch gutmütig, was auch bitter nötig ist, da wir weiterhin ziemlich in der Höhe sind.
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Beim Windpark muss ich die beiden wieder ziehen lassen, doch irgendwann scheint die Schlussanhöhe geschafft zu sein und Cristian pumpt sein Hinterrad auf. Ich vermute, dass er für den nun fast reinen Teerteil ins Ziel einen höheren Druck haben will, doch Niels klärt mich auf, dass er einen Sidewallcut hat. Da die Abfahrt nun auf Teer wechselt, kann endlich auch ich es brettern lassen und so düse ich runter, als ob es keine Morgen gäbe. Natürlich habe ich mit meinen schmaleren gut gepumpten Reifen und ohne Federgabel jetzt einen Vorteil. Auch auf den allerletzten 5 km Schotter kommen die beiden Anderen nicht in Sicht und ich geniesse die schier endlose Abfahrt nach Niksic. Da ich mir sicher bin, dass die beiden Anderen es auf mich abgesehen haben, ist jetzt Effizienzangesagt. Der Resuply in Niksic wird gestrichen, zumal ich noch 2Mini-Snickers und einige Kekse habe und das Wasser dicke reichendürfte, da es nur noch 64 km ins Ziel sind. Bei einem Schauer wird noch kurz die Jacke übergezogen, Poncho kommt aus Aerodynamikgründen gerade nicht in Frage.
Aus Niksic geht es auf einer grossen Hauptstrasse hinaus mit noch einigen Höhenmetern, bis dann endlich die kleine Strasse abgeht, bei der ich nicht einschätzen kann, wie viele Höhenmeter sie hat. Im letzten Ort vor Risan, in Grahovo,ca. 25 km vor dem Ziel holt das Wetter mich dann doch ein. Ein regelrechter Wolkenbruch. Das Wasser steht auf der Strasse, so dass ich eher in der Mitte fahre, um nicht ausgebremst zu werden. Und dieser Schauer (inkl. Gewitter) dauert mit unterschiedlichen Intensitäten bis nach Risan an, so dass die Abfahrt, man droppt am Schluss 500 m zum Meer, vorsichtig aber nicht zu langsam angegangen wird. Am Ziel steht nur ein Photograph an der Strasse, der Rest wartet den Regen lieber im Haus ab. 20 Minuten später kommt auch Cristian an, Niels lässt sich noch mehr Zeit, seine im Zielwartenden Eltern werden fast ungeduldig. Dafür hat er das schönste Licht, da zwischen den Schauerwolken die untergehende Sonne ein intensives Orange an den Himmel zaubert.
Den Abend lassen wir (Cristian mit einigen spanischen Kollegen) noch in einem Restaurant ausklingen und ich kann mit der spanischen Clique ins Appartement und mir auf dem Sofa einmal mehr als 4.5 h Schlaf gönnen.

Rückfahrt
Eigentlich hatte ich vor gehabt von Zagreb mit dem Nachtzug zurückzufahren. Dazu hätte ich nochmal 600 bis 700 km durch Montenegro und Bosnien radeln müssen. Rein aus Erholungssicht scheint mir das suboptimal zu sein und so liebäugle ich mit einer Rückfahrt via Fähre nach Italien (Durres-Ancona oder Bari). Als ich am nächsten Morgen zum Spass die Flugsuche anwerfe, sticht ein ziemlich gutes Angebot direkt nach Genf ins Auge. Einziger Haken, der Flug geht schon am Nachmittag um 15.00 und ich habe noch keinen Karton, da ich ohne Flug geplant habe. Im Ziel findet Luca dann doch noch eine Lösung für mich, da ein anderer Fahrer seinen Karton im Regenguss stehen hat lassen und er diesen Karton niemandem mehr geben kann. Zusammen mit einem Kinderradkarton, wird sich etwas basteln lassen und so buche ich um 10.00 den Flug ab Tivat und mache mich leider etwas verfrüht auf zum Flughafen, natürlich per Rad. Die Bucht von Kotor wird mit der Fähre überquert und auf der anderen Seite wundere ich mich darüber, dass an der Strasse in 100 m Abstand jeweils ein Polizist steht. EU-Westbalkan-Gipfel heisst die Erklärung. Dafür wird auch der gesamte Verkehr vor dem Flughafen angehalten, Fussgänger und ich Radfahrer dürfen zum Glück auf dem Gehsteig durch und so steht dem Heimflug fast nichts mehr entgegen.
Fazit
Nachdem ich 5 Tage vor Start mit ziemlichen Rückenschmerzen im Bett lag und schon absagen wollte, ist das TBR für mich sehr gut gelaufen, da ich die Resupply-Punkte gut im Griff , eine solide Schlafstrategie, d.h. Früh am ersten Tag stoppen (kein einziger Powernap notwendig war) und natürlich Glück mit Wetter, Pannen aber auch den richtigen Abschnitten in der Nacht hatte. Landschaftlich ist die zweite Hälfte m.E. schöner und auch die Wege scheinen mir dort besser fahrbar zu sein. Ebenso ist der Resupply dort weniger kritisch, gerade Wasser ist in Kroatien noch knapper. So wie ich Bea und Luca verstanden habe, kann es sein, dass die Route im nächsten Jahr ein grösseres Update erfährt. Die Organisation war sehr gut und die Sache mit den Nudeln am CP (übrigens auch im Ziel) war eine prima Idee.
 
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Sehr cool, danke fürs Teilen, genial! Bin noch bei T1 aber neidisch. Velebit ist sicher total schön (kenne ich nur von der Autobahn) und einen (kleinen) Bären auf dem Rad sieht man ja auch nicht so oft (ich erst 1.in Canada). Cool auch, dass Erik Schiller mit am Start war. Ich lese mal weiter


So, ne halbe Stunde später bin ich durch. Respekt für die Leistung ganz toll! Liest sich noch dazu auch klasse, danke fürs Zeitnehmen zum aufschreiben! Hab aber doch noch ein paar Fragen...

  1. Zeig mal dein Radl!
  2. Ohne powerbank, respect. Wie hast du dein GPS geladen? NaDy?
  3. Allgemein, Bilder wären sehr cool. Aber du hast dein Handy ja kaum genutzt und am Ende war es aus. Hast vermutlich nicht viele Bilder, ich würde mich über jeden Schnappschuss freuen 😊
Und noch mal, ganz großes Kino!



(Frage 4 Wäre die nach der Platzierung, aber da kannst du dir selber überlegen, ob du die lesen willst)
 
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1.+3. Ich schau mal heute Abend, was ich an Photos noch integrieren kann, habe aber nur ein paar Landschaftsshots gemacht (mit einer Sony RX0), leider war die unterwegs immer nicht ganz einfach rauszunehmen und um das Sturzrisiko zu reduzieren, blieb sie daher zu oft in der Tasche.
2. GPS war ein Etrex20, von daher mit AA-Batterien, Nady hatte ich keinen und Licht war eine Spot 350 von BD, also mit 3 AAA-Batterien. Platzierung ist jetzt nicht so schwer rauszubekommen, aber unterwegs habe ich nie danach geschaut, was einem ein ruhigeres Radeln beschert. AM CP2 muss ich auf P13 gewesen sein und im Ziel bin ich als siebter eingerollt (Maprogress zeigt nicht durchgehend die offiziellen Zeiten).
Wie ich unterwegs von Philipp erfahren habe ist Erik leider vor Knin gestürzt und hat dann gescratcht.
 
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