Nachdem hier einige Wochen nichts mehr geschrieben wurde, vielleicht noch ein paar nüchterne Gedanken von meiner Seite.
Wenn man eine Firma neu als Kapitalgesellschaft gründet, kann man das als GmbH tun oder aber als Aktiengesellschaft. Was auch immer die Gründe der Familie Rohloff für die Wahl einer AG gewesen sein mögen: Man muss die Anteile -sprich: Aktien – nicht an die Börse bringen, sondern kann sie auch selber halten. Dennoch unterliegt man dem Aktienrecht, benötigt also einen Vorstand und einen Aufsichtsrat. Wenn nun der charismatische Gründer verstirbt, ist es grundsätzlich keine schlechte Idee, einen Externen zu holen, der neue Sichtweisen / ein anderes Marktverständnis /… mitbringt. Das technische Know-How ist bei Rohloff sicherlich vorhanden, aber warum nicht ein externer Vorstandschef, der einen finanzwirtschaftlichen Background hat? Der Firma ist zu wünschen, dass sie Erfolg hat.
Zu den Produkten: Ob man gerne Getrieberäder fährt, ist eine Frage der Philosophie und der persönlichen Vorlieben. Wenn man als Biobiker den Antrieb fordert, bei steilen Anstiegen oder in welligem Gelände, gibt es eben vor allem Rohloff und Pinion. Ich selber besitze drei Rohloff-Räder: neben einem Faltrad jüngeren Datums auch einTrekking-Rad (von Utopia) und eben mein Mountainbike. Mein Händler hat damals M6-Rahmen (und Gabel) von Votec erstanden und einfach die Rohloff-Nabe eingebaut. Das (zusätzlich erforderliche) Speedbone zur Drehmomentaufnahme passte genau in die Gegenseite der Scheibenbremsenaufnahme, dazu (beim Fully) der Kettenspanner. Und da tut die Nabe seit mehr als 20 Jahren und mehr als 55000 km zuverlässig ihren Dienst. Das dritte Ritzel, nach ca. 40000 km neue Bowdenzüge (und natürlich der jährliche Ölwechsel) – das wars, mehr ist nie nötig gewesen. Ob man den Drehgriff mag oder nicht, ist Ansichtssache – ich finde ihn wunderbar. (Pinion hat ihn schließlich auch.) Gewicht an der Hinternabe: Mag sein, hat mich nie gestört, und ich bin ein halbes Dutzendmal über die Alpen gefahren und ansonsten andauernd im Mittelgebirge unterwegs.
Fazit: Die Speedhub ist ein tolles Produkt. Wenn man mit einem Getrieberad fahren möchte, kann man die Nabe immer in Erwägung ziehen. Hoffentlich bleibt das Unternehmen erfolgreich; es hat leider viele deutsche Firmen rund um Fahrräder, Mountainbikes und Zubehör gegeben, die in Deutschland produziert haben, aber nicht überlebt haben.