DIMB IG Dresden & Umland

Wenn du dir den heutigen MTB-Sport und anschaust wohin die Reise geht, dann braucht es solche Bedingungen und Konzepte. Gemütliche Touren durch den Wald bzw. XC/Marathon/Gravel würde ich davon mal ausklammern. Die wird man weiterhin im Wald dulden, auch mit solchen Extra Regeln für extra gebaute MTB Trails.
Aus meiner beruflichen Erfahrung, mit der Beratung von weit über 100 Trailprojeken in Deutschland, kann ich sagen, dass geschätzte 90% der eigens gebauten MTB-Trails als "Wege" eingestuft sind und im Rahmen des allg. Betretungsrechtes genutzt werden. Siehe auch die Ausführungen zur Genehmigung im neu erschienenen Leitfaden Verkerssicherungspflicht bei MTB-Trails:
https://www.ziv-zweirad.de/wp-conte..._Verkehrssicherungspflicht-korrigiert-Web.pdf
 
Wenn du dir den heutigen MTB-Sport und anschaust wohin die Reise geht, dann braucht es solche Bedingungen und Konzepte.
Da bin ich ganz anderer Meinung. Gerade, weil sich in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Formen der Naturerholung ausgebildet haben, ist es wichtig, dass man Weginfrastruktur gemeinsam nutzt und deren Nutzung auch allen ermöglicht. Das der Fußgänger mal zur Seite treten und der Radfahrer mal bremsen muss, ist der Preis für dieses wunderbare Betretungsrecht, den wir alle dafür zahlen müssen: er heißt "gegenseitige Rücksichtnahme".
 
Das der Fußgänger mal zur Seite treten und der Radfahrer mal bremsen muss, ist der Preis für dieses wunderbare Betretungsrecht, den wir alle dafür zahlen müssen: er heißt "gegenseitige Rücksichtnahme".
Da bin ich grundsätzlich vollkommen bei dir. Idealerweise kommt man mit möglichst wenigen Sonderregelungen und so sperrigen Dingen wie dem Flowpass aus. Bin da ja nun auch kein Fan von. Um dir aber auch mal meine ganz persönliche Perspektive näher zu bringen, weshalb ich im Zweifelsfall ein paar Regeln mehr in Kauf nehme und dafür einen dedizierten MTB Trail habe: Ich verbringe sehr viel Zeit damit Trails in Schuss zu halten, das ist in den meisten Fällen mindestens in der Grauzone dessen, was erlaubt ist. Viel ist tatsächlich einfach Totholz und anderen Krams aus dem Weg räumen, was wohl noch ok sein dürfte. Dann haben wir aber noch haufenweise Sprünge, die relativ viel Pflege benötigen. In letzter Zeit machen auch wieder vermehrt Passanten die Bauwerke kaputt oder stellen Fallen. Das machen die höchstwahrscheinlich nicht meinetwegen. Sobald ich auf Personen treffe nehme ich Geschwindigkeit raus und grüße freundlich. Die Leute machen mit uns Radfahrern aber vermutlich auch andere Erfahrungen und lassen ihre Wut dann an den Trails aus. Ausufernde Neubauten sind nochmal ein ganz anderes Thema.

Aus diesen Gründen bin ich vermutlich deutlich offener für die ein oder andere seltsame Regelung, die bei der Zusammenarbeit mit SBS und Betreibern von Trailcentern entstehen.

Außerdem hat die gemeinsame Nutzung der Waldwege auch ihre Grenzen. Auf meinen Hometrails gibt es leider Stellen, da kannst du gegenseitige Rücksichtnahme vergessen. Wenn dir da jemand in der falschen Sekunde entgegenkommt knallt es einfach heftig. Bin selbst absolut kein Fan solcher Bauten auf Hometrails, aber das meine ich mit der Entwicklung im MTB-Sport. Fette Jumps sind nunmal im Trend und wenn es keine offiziellen Möglichkeiten gibt, bauen die Kids die halt einfach irgendwo in den Wald, siehe Pillnitz.
 
Ich fände es zunächst wichtig, das "wir Mountainbiker" uns nicht gegenseitig verrückt machen. Jeder hat seine Meinung, ich habe mich über die aufgesetzten Regeln geärgert, für andere (wohl eher gelegentliche Nutzer) ist das so okay.
Offensichtlich an den Haaren herbeigezogene Regeln zu hinterfragen halte ich für wichtig. Die Freiheit stirbt bekanntlich zentimeterweise, auch auf dem Trail.

Kette rechts!
 
Aus meiner beruflichen Erfahrung, mit der Beratung von weit über 100 Trailprojeken in Deutschland, kann ich sagen, dass geschätzte 90% der eigens gebauten MTB-Trails als "Wege" eingestuft sind und im Rahmen des allg. Betretungsrechtes genutzt werden.
Das ist eine spannende Information. Deckt sich nicht unbedingt mit meiner Wahrnehmung oder auch der "Bubble" in der ich unterwegs bin, aber danke für die Info. Der Leitfaden schaut auch spannend aus. Schau ich mir mal näher an.
 
Aus diesen Gründen bin ich vermutlich deutlich offener für die ein oder andere seltsame Regelung, die bei der Zusammenarbeit mit SBS und Betreibern von Trailcentern entstehen.
Inwieweit helfen Dir seltsam aufgesetzte Benutzungsbedingungen für ein Trailcenter bei der Pflege der von Dir als "Hometrails" bezeichneten Wege?
Außerdem hat die gemeinsame Nutzung der Waldwege auch ihre Grenzen. Auf meinen Hometrails gibt es leider Stellen, da kannst du gegenseitige Rücksichtnahme vergessen. Wenn dir da jemand in der falschen Sekunde entgegenkommt knallt es einfach heftig.
Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn man dort keine Rücksicht auf Langsamere, Schwächere, etc nehmen kann, darf man da nicht fahren. Und das kann man - im Gegensatz zu den Interpretationen des Sachsenforstes - tatsächlich dem Waldgesetz entnehmen.
 
Inwieweit helfen Dir seltsam aufgesetzte Benutzungsbedingungen für ein Trailcenter bei der Pflege der von Dir als "Hometrails" bezeichneten Wege?
Insoweit, dass man diese, wie im zweiten Teil deines Posts vollkommen richtig beschrieben, da dann einfach nicht mehr fahren geht und nicht mehr pflegen muss. Ich kann mich dann in Zukunft besser bei den Borderlesstrails engagieren, wo es zumindest alles rechtlich (wenn auch nicht optimal) geregelt ist. Ich fahr bei uns auch nicht alles, was manch andere fahren. Eben weil es uneinsichtig ist.

Es war lediglich meine Perspektive, warum ich lieber so ein paar suboptimale Dinge in Kauf nehme, als mich weiter im weniger regulierten Wald abzumühen. Ich fahre als Hobby auch Enduro Rennen und gemeinsam genutzte Wege bieten halt wahrlich keine guten Trainingsmöglichkeiten. Dafür muss ich zwangsläufig woanders hinfahren und wenn in Sebnitz noch bisschen was in die Enduro Richtung dazu kommt, wäre das für mich deutlich dichter dran als der Rabenberg.
 
Ich fahre als Hobby auch Enduro Rennen und gemeinsam genutzte Wege bieten halt wahrlich keine guten Trainingsmöglichkeiten.
Ja. Um sowas (unter Wettkampfbedingungen) zu trainieren, brauchst Du abgesperrte und (u.a. gegen Betreten) gesicherte Strecken. Auch wenn ich mir damit keine Freunde mache: Das geht im Geltungsbereich des Waldgesetzes nur schwierig; der Aufwand dafür ist sehr hoch.
Dafür muss ich zwangsläufig woanders hinfahren und wenn in Sebnitz noch bisschen was in die Enduro Richtung dazu kommt, wäre das für mich deutlich dichter dran als der Rabenberg.
Das sind eben keine "abgesperrten und gesicherten Strecken".
 
Das sind eben keine "abgesperrten und gesicherten Strecken".
Das es immer noch keine Rennstrecken sind, ist mir auch bewusst. Aber sie sind eben sehr wohl für Fußgänger abgesperrt, was schon ein wichtiger Punkt und mein Hauptanliegen ist, wenn ich Race Runs trainiere. Die Strecke ablaufen und schauen, dass keine größeren Äste oder sonst was im Weg liegt kann ich selbst erledigen und dann bist du bei rund 90% von dem, was bei einem Rennen passiert. Weil andere Radfahrer fahren vor dir die gleiche Stage und darauf muss man auch im Rennen gefasst sein und irgendwas kann eh immer sein. Auf einem expliziten MTB Trail kann ich aber nach eigenen Ermessen erstmal so schnell heizen, wie ich mir zutraue und darum geht es. Sobald wir bei gemeinsamer Nutzung der Wege sind, schließt sich das für mein Dafürhalten aus. Klar kann ich auf sehr gut einsehrbaren Passagen auch so mal laufen lassen, aber auf einer gesamten Abfahrt kommen immer mal Stellen, wo man präventiv Geschwindigkeit rausnehmen muss.

Ich kann deine grundsätzliche Position zu der ganzen Thematik Nutzung der Waldwege etc. schon gut nachvollziehen, aber sie wird nicht jeglicher Ausprägung von MTB-Sport gerecht. Der Bedarf für Trailcenter und Bikeparks ist gegeben und dass wir solche Anlagen in Zukunft ohne gesonderte Regeln neben den aktuellen Waldgesetz hinbekommen, halte ich hier in Deutschland für sehr unwahrscheinlich. Es ist aber trotzdem gut und richtig, wenn es bei solchen Nutzungsbedingungen immer auch kritische Meinungen und Gegenwind gibt 👌
 
Außerdem hat die gemeinsame Nutzung der Waldwege auch ihre Grenzen. Auf meinen Hometrails gibt es leider Stellen, da kannst du gegenseitige Rücksichtnahme vergessen. Wenn dir da jemand in der falschen Sekunde entgegenkommt knallt es einfach heftig.
Du musst Dir halt bewusst sein, dass Du in dem Fall 100% schuldhaft haftest.
Das ist im übrigen auf dem gleichen Level wie Autofahrer, die an engen Stellen eben auch mal ohne Sicherheitsabstand - „wie soll ich denn sonst auch an dem vorbeikommen! - überholen. Oder die um unübersichtliche Kurven herumbrettern, weils die Traktionskontrolle ja hergibt.
Das Motto ist das gleiche: Ich will es, drum steht mir besser keiner im Weg.
Während auf der Strasse die Mehrheit sich mit dem Raser identifizieren kann, bist Du im Wald aber der Exot, der dann aus dem Wald geschmissen wird. Und wir alle mit.

Sicher ist das jetzt etwas überzeichnet - so viele Tote Fussgänger hat ja die MTB Community nicht auf dem Gewissen. Aber was du da geschrieben hast geht gar nicht. Die Grundhaltung - ich will schliesslich meinen Sport so extrem wie ich will ausüben, also müssen sich alle anderen danach richten - läuft bei der sich weiter zuspitzenden Entwicklung des Mountainbikesports früher oder später gegen die Wand: Kaum jemand wird sich an einem 30cm Sprung über einen querliegenden Baum stören, aber so Kinderkram reicht Dir ja nicht mehr.
Meine Meinung: Tut mit leid, was Du brauchst, gibt es nur im Park.
Bin selbst absolut kein Fan solcher Bauten auf Hometrails, aber das meine ich mit der Entwicklung im MTB-Sport. Fette Jumps sind nunmal im Trend und wenn es keine offiziellen Möglichkeiten gibt, bauen die Kids die halt einfach irgendwo in den Wald, siehe Pillnitz.
Naja, daran kannst Du aber doch schön das Problem ablesen, das es aller Orten gibt: Jeder Förster oder Waldbesitzer, der von solchen Anlagen Kenntnis bekommt, steht doch schon mit einem Bein im Knast, wenn er so etwas duldet und nicht wegräumt. Solange nie einem was passiert, ist ja alles schick. Aber lass mal den entscheidenden Balken wegmodern oder ein Bewegungstalent - Hallo NRW - nen Abflug machen. Alles, was Kunstbauten sind, ist halt keine Waldtypische Gefahr mehr.
 
Meine Meinung: Tut mit leid, was Du brauchst, gibt es nur im Park.
Ich gebe dir in den aller meisten Punkten recht und ich habe doch auch ausdrücklich geschrieben, dass ich daher alles an offiziellen Parks und Trailcentern befürworte und nicht alles fahre, was bei uns in den Wäldern steht. Ich passe sowohl die Auswahl des gesamten Fahrrads als auch den Fahrstil an die jeweiligen Bedingungen an und hab dank Auto ja auch die Möglichkeit mal nach Sebnitz, Elstra oder sonst wo fahren zu gehen. Für die Jugendlichen sieht das aber oftmals anders aus. Die bauen da wo sie wohnen und haben ein fettes MTB fürn Park etc.

Also wie ich schon sagte, man braucht für diesen vielfältigen Sport ein ebenso vielfältiges Angebot. Das was auf gemeinsamen genutzten Wegen möglich ist, reicht da nicht. Motorsport hat ja auf der Straße auch nichts verloren, um mal auf das Beispiel zurück zu kommen. Hatte aber auch nichts anderes gesagt.
 
Danke @Poati dass Du mich offenbar richtig verstanden hast - ich wollte Dich nicht persönlich angreifen. Ich seh das ja recht ähnlich - ich will auch vor Ort in den Wald gehen und einfach fahren, und nicht erst nen Tagesausflug planen müssen. Mir reichen halt begehbare Wege. Ich sehe aber mit Sorge, dass sich „der Sport“ immer weiter von dem wegbewegt - die daraus entstehenden Bedürfnisse kann ein frei zugänglicher Weg aber halt oft nicht mehr erfüllen.
Ich tät ja zu gerne wissen, wie sich innerhalb der Geheimgesellschaft derer, die S2 sicher befahren können (bzw. die überhaupt wissen, was S2 ist, und dass man sowas verrücktes überhaupt fahren kann) die Anzahl Leute zwischen „Ich brauch Park“ und „ich fahr viel lieber shared Trails“ aufteilt.
 
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