Andix - von Kolumbien nach Feuerland

Hast du beim Zahnarzt verhandelt oder gab es da eh keine andere Option?
Auf jeden Fall cool mal wieder was neues von dir zu hören und auf der nun funktionierenden (danke :daumen:) Karte zu verfolgen!
 

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Re: Andix - von Kolumbien nach Feuerland
Hab in Mendoza meine gesamte Bergausrüstung nach der Besteigung des Aconcaguas verscherbelt. Zum Neupreis!
Und die Locals haben sich gefreut wie die Schneekönige, denn entweder bekommt man hier sowas garnicht
und wenn doch nur zu horrenden Preisen.
Da wunderts nicht, dass auch Biketeile sack-teuer sind. Wartet bis Santiago und fahrt zu Arsenal Bikes in Providencia.
Zudem ist Providencia einer der sichersten Bezirke von Santiago.
Euch beiden noch viele schöne Kilometer zusammen
 
Bikeshops in Providencia sind sicher nicht schlecht. Lustiger, wahrscheinlich günstiger und zentraler sind die Shops zwischen Coquimbo und Copiapo an der Calle San Diego so etwa hier: 33.4562485°S 70.64971805°W. Ich kann allerdings nicht garantieren, dass die Qualitätsreifen haben.

In Argentinien ist das Zeugs so teuer, weil auf alles, was nicht in Argentinien selbst produziert wird, Fantasiezölle erhoben werden.
 
12.11. 16:15 Paso Cristo Redentor, 3800m


Die ersten zweitausend Höhenmeter von Mendoza bis zum Andenhauptkamm am Fuß des Paso Cristo Redentor leg ich mal die Füße hoch und lass mich vom freundlichen argentinischen Reisebus am Aconcagua vorbei in die Berge chauffieren. Bin die Strecke vor zwei Tagen sowieso schon größtenteils in umgekehrter Richtung gefahren, um die Spionin in Mendoza abzuliefern. Dort ist sie heute auch verblieben und wird morgen mit einem Fremdspionin weiter nach Süden radeln. Den "Cash&Tire-Run" nach Chile mach ich alleine und werde danach wieder den Jäger spielen.


Bei "Las Cuevas" führt die Hauptstraßenverbindung zwischen Mendoza in Argentinien und Santiago in Chile in einem Tunnel durch den Berg. Da steh ich nicht so besonders drauf.


Lieber siebenhundert Hömes oben drüber strampeln, auch wenn ich ab dreieinhalbtausend Meter auf der schlammigen Piste schon ein bisserl ins Keuchen komme. Die niedrigen Tage in Argentinien haben den roten Blutkörperchen offensichtlich nicht gut getan. Wo ist nur meine schöne Akklimatisierung hin? Schnüff.


Cerro Juncal, 5950m. Die Berge sehen inzwischen wieder deutlich alpiner aus als in den Tagen und Wochen zuvor.


Am Grat ist die Grenze... ich mach dann mal rüber. Bin von der Piste am Schluss in ein kleines Privatjoch abgezweigt, da waren ein paar Fußspuren zu sehen. Vielleicht gibt's nach Chile runter ja einen Trail?
 
Hallo stuntzi!
Das erste Bild deines letzten postings ist grandios! Was würde ich dafür geben jetzt auch dort zu sein mit meinem Bike!
Weiter so und viel Spaß auf deiner Tour!
 
12.11. 20:15 Camp bei Los Andes, 900m


Einen richtigen "Weg" nach Chile finde ich zwar nicht, ...


... aber die steilen Schotterfelder aus meinem kleinen privaten Joch lassen sich wunderbar bergabsurfen.


Kurze Zeit später bin ich daran zurück auf der Piste...


... und wenig später folgt auch schon die Teerstraße mit dem offiziellen Grenzübergang. Siebzig Kilometer weiter und dreitausend Meter tiefer sind die Anden durchquert: Rein bei Mendoza in Argentinien, raus bei Los Andes in Chile. Nette Tagestour.


Kurz vor der Stadt wirds dunkel und ich schlage mich unweit der Straße in die Büsche. Kein Luxuscamp mehr mit Zelt und Kocher, aber unter freiem Himmel und mit deutlich weniger Krempl macht auch Spaß.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal eine Frage außerhalb des Themas: Meine Kleine hat auf der Tastatur herumgepatscht, als ich gerade nicht hingesehen habe. Seitdem ist die Bildschirmansicht riesig. Wie ist denn die Tastenkombination zum verkleinern? Die Ansichtsleiste mit + und- ist nicht vorhanden... Würde gern den Text wieder ohne die Schiebeleisten lesen. :ka:
 
Einen richtigen "Weg" nach Chile finde ich zwar nicht, ...

... aber die steilen Schotterfelder aus meinem ...

Komm, das probier ma nomma:
"Ich finde zwar keinen richtigen Weg nach Chile, schiele jedoch ständig auf die Serpentinen am benachbarten Hang."
:daumen:
 
Krasses Ding - mal schnell eine Andenüberquerung zum Reifen kaufen. "Nette Tagestour" nennt er das dann noch.... Stuntzi, auch wenn die Teeretappen nicht die spannendsten waren - der Unterhaltungswert ist nach wie vor hoch! Viel Spaß auf dem Rest des Trips - bist ja nun schon im letzten Land angekommen, muss bald Schluss sein ;)
 
interessantes Fleckchen hat er sich da ausgesucht. Ob einer der fünf Bikeshops in der Ecke offen hatte? Ob er bei Cannondale entführt wurde? Seit gut zweieinhalb Stunden am shoppen? Wir werden sehen...
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mfg
 

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Was für eine eine Serpentinenorgie! Erst Schotter, dann auf Beton! Da wird einem doch vom eigenen Fahrstil schlecht! :-P Tolle Bilder, insbesondere das Gletscherbild ist bass beeindruckend!
Es scheint, natürlich unter Beachtung der Grundregeln, ein recht sicherer Reisekontinent zu sein. Oder hattet ihr schon mal das Gefühl der Unsicherheit oder Bedrohung durch andere Leute?
 
13.11. 15:20 La Dehesa, Santiago de Chile, 850m


Am morgen radle ich in wenigen Minuten von meinem Holzbrückencamp in den Ort "Los Andes" zum frühstücken. Dann lass ich mich kurz von einem Busserl vierzig langweilige Kilometer in Richtung Santiago verfrachten, steige in einem blumigen Vorort aus, stiefle sechshundert Höhenmeter über einen kleinen Pass und rolle auf der anderen Seite hinab in den Stadtteil "La Dehesa". Dort gibt's angeblich nen ganzen Haufen Bikeshops und zudem noch ein paar Singletracks.


Die Shoppingtour gestaltet sich alles andere als einfach. Offensichtlich hat auch in Chile mittlerweile die Zeit der neuen Reifengrößen begonnen, mit Speckis "altmodischen" 26 Zoll steh ich fünf bis sieben Bikeshops lang auf verlorenem Posten. Das hat sich damals bei meinen Recherchen von daheim noch anders angehört... aber gut... ist auch fast schon ein Jahr her. Wie auch immer, nach einer Stunde werde ich endlich fündig: Maxxis Crossmark ist kein übler Schlappen und sicher ein recht guter Kompromiss für den Asphalt/Pistenmix auf dem Weg nach Patagonien. 2.1" ist ein bisserl schmal, aber Singletracks werden wohl eher noch mangelwariger als bisher schon, c'est la vie in Südamerika. Mag auch nicht mehr weiter rumrennen, 26 Zoll sind wirklich selten geworden... scheinbar auch hier auf der andren Seite der Welt und tief im Süden. Die Radlkremplpreise sind vergleichbar mit Deutschland und kein Vergleich mit dem fantasiezollgeplagenten Argentinien auf der anderen Seite der Berge.


Was tun mit dem angepopelten Tag? Bin hier in der Nähe von "El Durazno", dem Hörensagen nach ein kleiner Endurohügel und Favorit bei den Locals. Ich muss mich erst mal ein wenig überwinden, solche stadtnahen Spaßparks sind sonst eher nicht mein Fall. Stehe mehr auf die endlosen Mehrtagesabfahrten a la Salkantay in Peru oder El Chorro in Bolivien. Da kommt mir der Zufall zu Hilfe und leistet Überzeugungsarbeit: Am einsamen Durazno-Trailhead am Stadtrand parkt plötzlich neben mir ein schicker Jeep. Aus steigt eine noch schickere Spionin mit einem brandneuen Trek Superfly, ungefahren und vollkommen jungfräulich ohne ein einziges Staubkorn.


Das trifft sich vollkommen hervorragend, kann ich so doch erstens mein Gepäck im Jeep parken und hab zweitens hübsch anzusehende Begleitung auf den Trails. Das ist Motivation genug!


Der Nachteil: Die Spionin legt bergab ein abartiges Tempo vor, Fotos von den wirklich guten und völlig flowigen vierhundert Durazno-Hömes sind nicht drin. Hab Mühe, am Hinterrad zu bleiben. Egal... war saucool. Vielleicht findet ja jemand ein Video zu dem Platzerl?


Darauf ein Milkshake. Oder auch vier... kein Witz... gibts grad im Sonderangebit zum halben Preis. Und jetzt? Jetzt roll ich ins Zentrum und schau mir Santiago an.

Muss ich hier noch was fahren? Irgendwas "episches" mit dreitausend Downhillhöhenmetern vielleicht? Die Berge dazu wären schon vorhanden, aber die Wege fehlen wohl.

Edit: Video gefunden, nur sehen kann ichs bisher nicht...
 
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posting 4329 - stuntzi schreibt: ...Cerro Juncal, 5950m. Die Berge sehen inzwischen wieder deutlich alpiner aus als in den Tagen und Wochen zuvor.....

ALS IN DEN TAGEN DAVOR!

Das ist doch nicht der notorische WIE Stuntzi. Sauerstoffmangel im Gehirn? 41°C Fieber? Von Aliens entführt und durch einen Klon ersetzt?
 
Wenn du schon da bist: der Cerro San Cristobal ist amüsantes Bikegebiet. Natürlich Pipifax, aber unterhaltsam. V.a. die Abfahrt Pokemones. In der letzten langezogenen Rechtskurve der Auffahrt zur Virgen übers Mäuerchen und los geht's. Am besten trinkst du oben zuerst einen Mote con Huesillos.
 
13.11. 19:00 Downtown Santiago de Chile, 550m


Nach den unzähligen einsamen Kilometern und Wochen durch die Anden ist ein bisserl Citybiking und Autoslalom durch eine moderne Großstadt eine ganz erfrischende Abwechslung.


Moderne Architektur statt immer nur Salzwüsten und Vulkane.


Manche Gebäude sprengen sogar die Weitwinkellinse.


Grün trifft blau.


Auch ein Sport. Wenns mir nicht in den ganzen Bikejahren das Hirn zu sehr durch geschüttelt hätte, würd ich mich glatt dazu setzen. Wer gewinnt eigentlich grad die WM?
 
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und was sagen die locals? schon regeln zur erlaubten wegbreite in sicht oder lohnt sich das auswandern dahin noch?
Ein Wegbreitenverbotsproblem hat man hier nicht. Dafür ist ansonsten alles eingezäunt und fast jeder Berg bzw. jedes Tal gehört irgendjemand und kostet Eintritt. Das mit dem Auswandern würd ich mir lieber nochmal überlegen.
 
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