Bergauf

Registriert
1. September 2013
Reaktionspunkte
11
Ort
Rheinland-Pfalz
Hallo zusammen,

ich habe momentan das Problem, dass ich mit meinem All-Mountain keinen Druck auf das Vorderrad bekomme, wenn es auf dem Trail etwas steiler bergauf geht. Selbst mit entsprechender Sitzposition ist es nicht immer möglich das Vorderrad auf dem Boden zu halten.
Liegt es vielleicht schlicht und einfach daran, dass ich mit 1,96 m zu groß bin für ein 26" Bike. Ich fahre einen sehr flachen 80 mm Vorbau.

Hat jemand eine Idee oder ein ähnliches Problem?

Grüße Florian
 

Anzeige

Re: Bergauf
Da kann man jetzt so pauschal nichts dazu sagen. Was für ein Bike fährst du denn?

Eine gestreckte Sitzposition, vorgeschobener Sattel / steiler Sitzwinkel, lange Kettenstreben und 29" Räder helfen. Bei kurzen Anstiegen kann man auch viel über Fahrtechnik / Schwerpunktverlagerung machen.
 
Also mit Gewichtsverlagerung kann man schon viel machen das stimmt.
Absenkbare Gabel is auch ganz nützlich, hab ich zwar dran benutz es aber eigentlich nie.

Ist halt wie mein Vorredner schon geschrieben hat auch stark von der Geo des jeweiligen Bikes abhängig.

Zu groß für 26" wirst du wohl net sein, ich bin 1,94m groß und fahre auch 26", des geht gut obwohls mit meinem aktuellen Rahmen bissel knapp ist.

Wäre aber echt gut zu wissen was für ein Bike du hast.
 
Mit Gewichtsverlagerung und Fahrtechnik klappt es eben auch nicht immer. Deswegen der Gedanke, dass es evtl. einfach ein zu kleines Bike ist...
Selbst mit abgesenkter Gabel (120 mm) wird es kaum besser. Ist ein Carver Drift 130 mit dem größten Rahmen.
 
Ein Freund von mir mit 2,04 hat das gleiche Problem. Unsere Erklärung:
die Kombination aus
- hohen Schwerpunkt
- Impulsartige Drehmomenteinleitung durch stampfenden Tritt
- kurze kettenstrebenlänge

verschiebt den Schwerpunkt zu weit nach hinten was das aufsteigen des Vorderrades begünstigt.

Er hat jetzt auf einen anderen 26er Rahmen mit längerer kettenstrebe gewechselt was die Angelegenheit positiv verändert hat.

Meiner Meinung nach würde es mit einem 29er noch besser gehen, da man den Körperschwerpunkt gegenüber der Radachse noch etwas tiefer setzt und die Drehmomentspitzen durch die größere Massenträgheit des Hinterrades etwas glättet.

Unabhängig davon hilft es mir in sehr steilen technischen Anstiegen den Sattel 3-4 cm Abzusenken, damit kann ich die Kletterfähigkeit des Rades nochmal verbessern.
 
trittst du im sehr gleichmäßigem Tempo? Das ist bei mir immer der Knackpunkt. Wenn ich zu unruhig in die Pedale trete, was ziemlich schnell beim anstrengendem bergauf fahren passiert, hebt mein Vorderrad auch gerne ab. (1,93 groß und 20"Rahmen.)
Das liegt einfach daran, dass man durch ungleichmäßiges treten quasi immer wieder beschleunigt => Trägheit Fahrer => Vorderrad wird entlastet (wie beim Bremsen, nur andersrum :D)

Im Fahrtechnikkurs wurde mir auch gesagt, dass man beim uphill die Ellenbogen senkrecht nach unten machen soll (chicken haltung), um den Schwerpunkt weiter zu senken. Keine Ahnung, ob das wirklich einen Unterschied macht. Sieht bissal beknackt aus, aber ich machs seitdem trotzdem. Und halt möglichst Oberkörper tief runter und so weit wie möglich auf dem Sattel nach vorne rutschen. Wie halt schon gesagt, Schwerpunkt so weit wie möglich nach unten und nach vorne.

PS: selbst wenn es so ist, kapier ich trotzdem nicht warum eig 29er besser im uphill sind. Gibts dafür irgendwo eine Erklärung seitens der "erfinder"/beführworter
 
Die Geometrie vom Drift 130 sieht eigentlich gut aus bzgl. Uphillfähigkeit, hat eh schon ziemlich lange Kettenstreben, Sitzwinkel ok, evtl. ist das Oberrohr etwas kurz?

Meine Erfahrungen bei 1,89m mit langen Beinen (94cm):

Beim alten LV 301 Mk4 Gr. L mit relativ kurzem Oberrohr, 430mm Kettenstreben, zu langer 160mm Gabel und dadurch sehr flachem Sitzwinkel brauchte ich zwingend die Absenkung an der Fox Talas.

Danach bin ich auf ein Banshee Spitfire (v1) Gr. L mit längeren Kettenstreben, steilerem Sitzwinkel und tieferem Tretlager gewechselt, Sitzposition auch kompakt. Das ging deutlich besser bergauf, keine Gabelabsenkung nötig.

Jetzt fahre ich ein Banshee Prime 29er AM Fully, auch in Gr. L mit kurzem 30mm Vorbau und flacher Winkeleinstellung, 150mm Gabel ohne Absenkung. Durch die langen Kettenstreben und die 29er Laufräder ist das Bike gerade in technischen Anstiegen mit losem Untergrund die Macht (Laufruhe, Traktion). Die Sitzposition mit dem kurzen Vorbau halt auch kompakt, da würde ein längerer nochmals Verbesserung bergauf bringen.

Als Winter-/Spielbike habe ich mir noch ein 2Souls Quarterhorse (Gr. L) 29er AM Hardtail aufgebaut. Das ist super kurz (420mm Kettenstreben), fahre es dazu noch mit 30mm Stummelvorbau, Sitzwinkel flach, 140mm Gabel ohne Absenkung. Das geht im Sitzen natürlich nicht so gut, steht man aber auf lassen sich auch technisch schwierige Anstiege sehr gut meistern. Ist halt bei langen Anstiegen anstrengend und unbequem.

@Ecksofa
Die geringe Aufbäumneigung bei 29" liegt daran, dass die Radachse im Verhältnis zum Tretlager höher liegt als bei 26", dadurch ist der Hebel kleiner. Ist die gleiche Wirkung wie beim Bergabfahren, da ist die Überschlagstendenz bei 29" geringer.
Die Ellenbogen nach unten zu halten bringt das Gewicht der Arme weiter runter, aber ob das bisschen was bringt? Ich mache die Ellenbogen für eine bessere Balance nach außen und ducke mich mit dem Oberkörper tief über den Lenker.
 
Zuletzt bearbeitet:
[...]
Liegt es vielleicht schlicht und einfach daran, dass ich mit 1,96 m zu groß bin für ein 26" Bike.[...]

Irgendwie glaube ich das mit den 26" nicht. Bei den meisten Herstellern gehen die Rahmengrößen bis 22", und dann ist Schluß. Mach mal ein Foto.

[...]
Meiner Meinung nach würde es mit einem 29er noch besser gehen, da man den Körperschwerpunkt gegenüber der Radachse noch etwas tiefer setzt und die Drehmomentspitzen durch die größere Massenträgheit des Hinterrades etwas glättet.
[...]

[...]
Die geringe Aufbäumneigung bei 29" liegt daran, dass die Radachse im Verhältnis zum Tretlager höher liegt als bei 26", dadurch ist der Hebel kleiner.[...]

Diese Marketinglüge wird durch Wiederholung auch nicht wahrer.
Die Aufstandspunkte sind die Drehpunkte, nicht die Radachsen (in Bezug auf Radfahrtechnik, nicht Fahrradtechnik). Das Tretlager ist soweit ich weiß bei allen modernen Bikes so tief, daß es gerade keine Probleme mit aufsetzenden Pedalen gibt.
Der einzige Unterschied betrifft Radstand/Kettenstrebenlänge. Wenn das Hinterrad einen größeren Durchmesser hat, muss natürlich die Kettenstrebe länger sein. Dann kann man schlechter Tricksen, aber die Aufbäumneigung ist auch geringer.
 
Diese Marketinglüge ...
Das ist keine Lüge, merkt man ja auch in der Praxis. Der Aufstandspunkt ist nur dann der Drehpunkt (genauer gesagt rollt das Rad auf dem Umfang ab) wenn das Rad blockiert ist, sonst rotiert es um die Achse. Einfacher Test: Blockier das VR und drück gegen den Lenker und dann stell das Bike vor eine Wand und drück ohne zu blockieren gegen den Lenker.
Mein 29er AM HT hat 420mm Kettenstreben, kürzer als bei den meisten 26" Bikes
 
Beim Aufbäumen ist der Aufstandspunkt der Drehpunkt, und bei gleicher Tretlagerhöhe spielt wirklich nur die Kettenstrebenlänge eine Rolle.
Den Test mit der Wand spare ich mir mal. Als Purist gehe ich immer ohne Wand zum Biken. ;)

Nachtrag: Die Position des Sattels zwischen den Aufstandspunkten sollte beim Vergleich natürlich auch gleich sein. (Gleiche Höhe mal vorausgesetzt)
 
Zuletzt bearbeitet:
In meinen Kursen wird mir immer sehr deutlich, dass es neben der Gewichtsverlagerung auch häufig ein zu ruckartiger Tritt ist, der die Aufbäum-Tendenz vorne steigert. Ein gleichmäßiger Tritt mit hoher Frequenz ist da sehr hilfreich.

Meine Position, wenn es steil wird (Steilheit kommt auf dem Foto nicht so rüber ;)):

MTB-steil-bergauf-1024x682.jpg
 
Ich war auch überrascht, da das Carver wohl schon eine eher längere Kettenstrebe hat als andere Bikes. Grundsätzlich fühle ich mich auf dem Bike auch ganz gut (nicht zu klein), mal von dem Problemchen hier abgesehen.
Das mit dem etwas kurzen Oberrohr kann tatsächlich sein. Denn auch den 80 mm Vorbau finde ich arg grenzwertig, würde lieber einen kürzeren Fahren. Dann wird das Problem nur leider nicht besser ;)

Sattel etwas runter, Oberkörper näher zum Lenker, Sattel-/Sitzposition so weit als möglich nach vorne. Alles schon ausprobiert.
 
In meinen Kursen wird mir immer sehr deutlich, dass es neben der Gewichtsverlagerung auch häufig ein zu ruckartiger Tritt ist, der die Aufbäum-Tendenz vorne steigert. Ein gleichmäßiger Tritt mit hoher Frequenz ist da sehr hilfreich.

Meine Position, wenn es steil wird (Steilheit kommt auf dem Foto nicht so rüber ;)):

MTB-steil-bergauf-1024x682.jpg

Hi Marc,

habe im Frühjahr einen Kurs bei dir gemacht und mir auch immer wieder die Videos dazu angeschaut, speziell was Uphill betrifft, aber es hilft eben oft nichts so richtig :-/
Natürlich habe ich auch ab und zu einen unruhigen Tritt, wenn es steil bergauf geht und dann geht nicht mehr viel, das stimmt!
 
Kannst Du mal ein Foto machen seitlich Dich auf dem Bike zeigend in den probematischen Passagen? :) Dann können wir alle hier mal Deine Position und Dein Bike-Setup analysieren und Feedback geben!

Schöne Grüße aus Bonn :)
Marc
 
Beim Aufbäumen ist der Aufstandspunkt der Drehpunkt, und bei gleicher Tretlagerhöhe spielt wirklich nur die Kettenstrebenlänge eine Rolle.
Gut, dass du das nochmal betonst.

Ein aufgebrachtes Drehmoment, egal wo, wirkt an jeder Achse, um die sich der Körper drehen kann. Aufgebracht wird es über die Kurbeln, egal über welchen Gang und Hebelarm. Und dann ist da nur noch der Hebelarm zwischen Massenmittelpunkt und Aufstandspunkt. Der Hebelarm bezüglich der Schwerkraft nimmt mit dem Kosinus des Steigungswinkels ab, Kraft, die den Schwerpunkt anhebt, entsprechend zu.
Das sind die Fakten. Und mein Bionicon geht optimal damit um. :D
 
Vielleicht ist auch einfach das Vorderradabheben beim Threadersteller im normalen Bereich. Bei manchen Steigungen stößt man halt schnell an die Grenzen.

Zum 26 vs 29 hab ich bei google nen Bild gefunden. Da ändern sich beim selben Model soviele Geometriewerte (alle Längen und winkel), dass man glaub ich Pauschal garnicht mehr sagen kann "beim 29er wird nur kettenstrebe länger". Machts irgendwie kompliziert die zu vergleichen. (Hier wird sogar Kettenstrebe kürzer, hm)
"durchschnittlichen Abweichungen der Rahmengeometrie zwischen den jeweiligen Modell-Pärchen. Die Angaben sind in Millimeter und Grad und beziehen sich auf das Twentyniner-Bike."
MB-0710-Vergleich_Rahmengeometrie.jpg.2387641.jpg

http://www.mountainbike-magazin.de/test/bikes/systemvergleich-26-vs-29-bikes.454018.2.htm?skip=5


@Ecksofa
[...]
Die Ellenbogen nach unten zu halten bringt das Gewicht der Arme weiter runter, aber ob das bisschen was bringt? Ich mache die Ellenbogen für eine bessere Balance nach außen und ducke mich mit dem Oberkörper tief über den Lenker.

Ja, so hatt ichs auch vorher gemacht. Der Unterschied wird denke ich aucch marginal sein. Außer man ist Speerwerfer und hat nen schweren Schinken als Oberarm. :D
 
Ein gleichmäßiger Tritt mit hoher Frequenz ist da sehr hilfreich.
Das mit der hohen Trittfrequenz würde ich so nicht verallgemeinern. Kommt sehr stark auf den Fahrer an.
Hatte gerade ein recht interessantes Video in meinen Youtube Empfehlungen.
[nomedia="http://www.youtube.com/watch?v=PGbu_LptJ3A"]Climbing Tip: Fast Spin vs. Big Gear - YouTube[/nomedia]

Macht das Problem recht gut deutlich:
Bei einen kräftigen Fahrer ist bei zu hoher Trittfrequenz der Puls so hoch, dass er erschöpft und der Tritt ungleichmäßig wird. Ebenso ist bei einen Fahrer, der hohe Trittfrequenz gewohnt ist (meist sind das die schmaleren, leichten Bergflöhe), die niedrige Trittfrequenz der falsche Weg und der Tritt wird mit der Zeit unrund.
 
Das mit der hohen Trittfrequenz würde ich so nicht verallgemeinern. Kommt sehr stark auf den Fahrer an.

Allgemein mag das sein, aber bezogen auf kurze und steile Rampen (sehr steil) kommt man mit niedriger Trittfrequenz nicht weit :) Ich meine so richtig steile Dinger, bei denen man mit dem Kinn am Vorderreifen hängt ;)
 
Beim Aufbäumen ist der Aufstandspunkt der Drehpunkt
Nein.

Was passiert wenn du am Berg aus dem Stand voll in die Pedale trittst? Das HR bleibt (nahezu) stehen und das Bike rotiert um die Radachse nach hinten. Je geringer der vertikale und je größer der horizontale Hebelarm des Schwerpunkts in Bezug auf die Radachse, desto geringer die Aufbäumneigung.
 
Allgemein mag das sein, aber bezogen auf kurze und steile Rampen (sehr steil) kommt man mit niedriger Trittfrequenz nicht weit :) Ich meine so richtig steile Dinger, bei denen man mit dem Kinn am Vorderreifen hängt ;)
Nur um das mal klarzustellen (nicht, dass wir aneinander vorbeireden): Höhere Trittfrequenz (also 70-90)oder hohe Trittfrequenz (90-open end;)).
Letzteres kann ich mir für mich in der Haltung nicht vorstellen, ersteres macht Sinn.
 
Allgemein mag das sein, aber bezogen auf kurze und steile Rampen (sehr steil) kommt man mit niedriger Trittfrequenz nicht weit :) Ich meine so richtig steile Dinger, bei denen man mit dem Kinn am Vorderreifen hängt ;)

Richtig steil bedeutet bei mir, dass ich die Kurbel kaum noch runter gedrückt bekomme. Mit hoher Trittfrequenz ist da nichts mehr. Außerdem geht das dann eh nicht mehr im Sitzen …
 
Nein.

Was passiert wenn du am Berg aus dem Stand voll in die Pedale trittst? Das HR bleibt (nahezu) stehen und das Bike rotiert um die Radachse nach hinten. [...]

Müsste beides stimmen. Das Vorderrad steigt auch deshalb, weil das Bike sich eben doch vorwärts bewegt, aber der Körper eine große Massenträgheit hat und seinen Zustand langsamer als das Bike verändert.
 
Zurück