Bremsdefekt ohne Vorankündigung = Lebensgefahr !

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4. Juni 2010
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Komme gerade mit meinem AM 2010 von einer Transalp zurück. Eigentlich hat alles gut geklappt, die Eindrücke waren überwältigend - allerdings auch der, der mir wohl ewig in Erinnerung verbleiben wird: Auf einer langen Abfahrt (c.a. 20 Min. bei einem durchschnittlichen Gefälle von etwa 8 % am Tag 5) musste ich kurz anhalten. Nach dem erneuten Anrollen stellte ich beim Anbremsen mit der Hinterradbremse (Elexir) fest: KEINE BREMSWIRKUNG MEHR ! Glücklicherweise konnte ich das Rad noch mit der Vorderradbremse zum Stehen bringen, ohne mich zu überschlagen - kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn sich das Minuten zuvor bei Tempo 40 ereignet hätte. Erste Diagnose: Keine Bremsbeläge mehr vorhanden !

Nun meine Frage: Gibt es eventuell gewisse Vorzeichen, die ein Versagen bzw. das Abnutzen der Brembeläge ankündigen ?

So, wie sich das (für mich) unvermittelt ereignet hat, ist Biken lebensgefährlich ! Die Bremse hatte eigentlich bis zuletzt tadellos funktioniert, auch wenn sie sich zwei Tage zuvor für einen Moment mal halb durchdrücken ließ - um dann wieder normal zu "packen". Die Bremsbeläge waren übrigens vor Antritt der Tour quasi neu !
 
Ooooooh mann!! Wenn sich die Bremse schon mal halb durchdrücken ließ, guck ich doch sofort nach, was das war!! Und geh doch damit nicht auch noch auf ne Transalp!!!:spinner:
Tja und bei einer gescheiten Transalp hat man halt auch mal so 15000hm hinter sich, mit langen Abfahrten, daß da die Beläge platt sind ist normal. Meine halten da auch nicht länger.

Außerdem sollte man vor jedem Fahrtantritt die Bremse kontrollieren, mach ich zwar auch nicht, aber 1x die Woche schon!

Steht auch so in der Betriebsanleitung!! ;);):daumen:

Also, selber schuld!

Laß dir neue Beläge montieren und geh wieder biken!
 
Bremsbeläge sind nun mal Verschleißteile die man im Auge behalten muss, egal ob im Auto oder am Bike
Da kann auch Avid oder Canyon nix dafür wenn du nicht danach schaust und Abends das Bike einfach nur in die Ecke stellst. Gerade auf einem Alpen-X sollte/muss man das jeden Tag kontrollieren da man aufgrund Gepäck, Witterungsbedingungen und langen unbekannten Abfahrten eben viel mehr bremst als auf dem Hometrail den man gut kennt.
Je nach Bremse merkt man es z.B. an einem längeren Hebelweg oder einer gestiegenen Geräuschentwicklung oder eben an nachlassender Bremswirkung, dass die Beläge dem Ende zu gehen.
Und ein wenig Gefühl für die Sache sollte man schon haben.
 
Dass der Bremsbelag weg ist, kann durchaus auf einem TransAlp passieren. Deshalb hat man ja 2 Paar Ersatzbeläge dabei und guckt häufiger mal den aktuellen Zustand der Bremsbeläge an.

Wenn der hintere wesentlich stärker abgenutzt ist als der vordere, bremst du falsch. Also zu viel hinten und zu wenig vorne.

Hast du nach dem Anhalten die Bremse gelöst, oder eine gewisse Zeit weiter gezogen gehalten? Dadurch wandert die Hitze der Scheibe in den Bremssattel und die Bremsflüssigkeit kocht wesentlich schneller als üblich.
 
So, wie sich das (für mich) unvermittelt ereignet hat, ist Biken lebensgefährlich ! Die Bremse hatte eigentlich bis zuletzt tadellos funktioniert, auch wenn sie sich zwei Tage zuvor für einen Moment mal halb durchdrücken ließ - um dann wieder normal zu "packen". Die Bremsbeläge waren übrigens vor Antritt der Tour quasi neu !

Was heisst den quasi neu?

Hattet ihr auch mal schlechtes Wetter?
Da gehen die Dinger weg wie nix, also immer gut überprüfen oder einfach mit dem Biken aufhören, wenn es zu gefährlich werden sollte.
 
Also, danke erst mal für die Statements bisher. Wie kontrolliere ich denn Bremsbeläge, die bereits im Neuzustand gerade mal 2 mm dick sind ? Eine Lupe gehört meines Wissens nicht zur Standard-Bikerausrüstung ...

Das sich die Beläge abnutzen liegt in der Natur der Sache - was mich irritiert ist, daß es zwischen optimaler Bremsleistung und Totalausfall kein spürbares Nachlassen zu geben scheint. Sich dabei nur von Zeit zu Zeit auf die optische Begutachtung der Beläge zu verlassen finde ich schon grenzwertig.
 
...Sich dabei nur von Zeit zu Zeit auf die optische Begutachtung der Beläge zu verlassen finde ich schon grenzwertig.

Bei den alten Louise 04 hatten die Belagsträger so Nuppis, die dann gegen die Scheibe gedingelt haben. Das fand ich praktisch.

Leider ist es üblicherweise in der Tat so, dass man sich auf Nachschauen und verändertes Bremsgefühl verlassen muss.
Eigentlich wirklich erstaunlich, bei den Verbraucherschutzbestimmungen in den USA.
 
Also, danke erst mal für die Statements bisher. Wie kontrolliere ich denn Bremsbeläge, die bereits im Neuzustand gerade mal 2 mm dick sind ? Eine Lupe gehört meines Wissens nicht zur Standard-Bikerausrüstung ...
Das sieht man auch mit freiem Auge.

Sich dabei nur von Zeit zu Zeit auf die optische Begutachtung der Beläge zu verlassen finde ich schon grenzwertig.
Das ist so, seit Fahrradbremsen im 18. oder 19. Jahrhundert erfunden wurden...

Ohne Ersatzbremsbeläge auf eine Transalp zu gehen ist schon verblüffend naiv.
 
Da hast den "Holländertest" mit der Bremse durchgeführt. So heißt er wirklich in der Autoindustrie.
Die Ganze Abfahrt Schleifbremsung hinten, anhalten(womöglich noch die Bremse gezogen halten) dann geht die Wärme richtig durch die (nicht mehr vorhandenen Beläge) in die Bremssättel und erhitzt die Bremsflüssigkeit so stark, daß Gasblasen entstehen. Dann Losgefahren Bremse gezogen nichts als Gasblasen komprimiert keine Bremswirkung.
Das ist der Holländertest.
Mach bitte schnellsten einen Fahrtechnikkurs (das ist ernst gemeint) du bremst vollkommen falsch!
 
Hi,

keine Beläge mehr heißt doch, dass der Belagträger noch da war oder?

1.) Wenn der Belagträger auf der Scheibe reibt sollte das gut hörbar sein.
2.) Ich meine mich zu erinnern, dass auch Belagträger einen Klasse Reibwert haben. Das kostet dann ggf. die Scheibe, aber Verzögerung bleibt da?
So wars bei meinem Auto und der HAYES HFX 9 die ich mal hatte.
3.) Schappi hat recht (habe zu lange getippt und Kaffee geholt)

Gruß
Roudy
 
Noch eine Idee,
wenn Stabi hier noch mitlesen sollte!!
Canyon ihr müsst unbedingt elektrische Belagskontrolle in eure Bikes einbauen, damit sowas nicht passieren kann:rolleyes:

Jetzt mal ernsthaft
da gab es einmal vor ein paar Jahren einen Bremsentest einer Bikebravo wo die den Holländertest an Bikebremsen durchgeführt haben. Da ist hier viel diskutiert worden und die meisten sagten "Unrealistisch" Du hast den Gegenbeweis angetreten!:cool:
 
Nein, seid nicht ungerecht.

Ich habe das auch schon an meinen Bremsen erlebt, dass nach einer langen Abfahrt der Bremshebel sich vollständig leer ziehen liess, weil der Belag runter war.

Es gibt schon einige Abfahrten , wo ich die Bremse nur für Sekundenbruchteile lösen wollte, und das reicht zum Abkühlen nicht aus.
 
Nun meine Frage: Gibt es eventuell gewisse Vorzeichen, die ein Versagen bzw. das Abnutzen der Brembeläge ankündigen ?

So, wie sich das (für mich) unvermittelt ereignet hat, ist Biken lebensgefährlich ! Die Bremse hatte eigentlich bis zuletzt tadellos funktioniert, auch wenn sie sich zwei Tage zuvor für einen Moment mal halb durchdrücken ließ - um dann wieder normal zu "packen". Die Bremsbeläge waren übrigens vor Antritt der Tour quasi neu !


Entschuldige...aber glauben der Herr, dass die so wahnsinnig große Kompexität einer Scheibenbremse das richtige für Ihre Erlaucht ist??

Wie soll dir denn deine Bremse das Ende der Belagsstärke ankündigen??

Hätten Sie gerne eine SMS oder eine Email oder vielleicht konservativ ein Schreiben per Post??

Es ist schon selten klug einen solchen Threadtitel zu wählen...:heul:

Beste Grüße

@schappi: Der "Holländertest" ist großartig! :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Also, danke erst mal für die Statements bisher. Wie kontrolliere ich denn Bremsbeläge, die bereits im Neuzustand gerade mal 2 mm dick sind ? Eine Lupe gehört meines Wissens nicht zur Standard-Bikerausrüstung ...

ein Paar Augen gehört aber zur Grundaustattung des Menschen !
da muss man sich eben mal ein paar Neue als Vergleich dazu nehmen und dann sieht man das schon
gerade bei der Elixir sieht man es gut, da sind die alten Maguras deutlich unübersichtlicher trotz der Noppen auf den Belagsträgern

Das sich die Beläge abnutzen liegt in der Natur der Sache - was mich irritiert ist, daß es zwischen optimaler Bremsleistung und Totalausfall kein spürbares Nachlassen zu geben scheint.

das ist nun mal ein schleichender Effekt
sprich da war mit Sicherheit ein spürbares Nachlassen das du nicht bemerkt hast und dann zusammen mit einer langen Schleifbremsung (=Fehlbedienung) fällt dir eben die Bremse irgendwann ganz aus.
Wenn dann die Bremsflüssigkeit noch alt ist und/oder etwas Luft im System geht das ganz schnell

Sich dabei nur von Zeit zu Zeit auf die optische Begutachtung der Beläge zu verlassen finde ich schon grenzwertig.

tja ein wenig Eigeninitiative ist eben gefragt !
fehlt nur noch die Frage ob es keine App dafür gibt....:rolleyes:

Eine regelmäßige optische Kontrolle ist immer noch besser als sich auf irgendwelche fragwürdigen Verschleißanzeigen zu verlassen. Die bringen auch nichts, wenn du die Bremse "misshandelst", sprich auf einer langen Abfahrt das Ding schleifen lässt und sie zu heiß wird.

Alpen-X oder ähnliche Touren bedeutet:

  • min 2 Sätze neue und passende Bremsbeläge dabei haben
  • Bremse vor der Tour kontrollieren eventuell entlüften & neue Beläge montieren....lassen(?) (die noch nicht ganz verschlissenen kann man zu Hause später auch mal als Ersatz fahren)
  • jeden Tag die Bremse kontrollieren (Beläge, Dichtigkeit, Leitungen, Druckpunkt also ob Luft drinnen ist, Bremsscheiben) am besten sogar Morgens und Abends
  • nach langen Abfahrten kontrollieren
  • bei schlechtem Wetter besser zwei mal mehr kontrollieren, da reichen u.U. 1-2 lange Abfahrten um die Beläge zu killen
  • richtig bremsen lernen, am besten natürlich vorher -> Fahrtechniktraining
  • sich Gedanken machen ob die Bremse für die persönlich Fahrweise und Körpermasse überhaupt ausreichend dimensioniert ist (zu kleine Scheiben bei schlechter Bremstechnik und einem Fahrer in der 0,1t Klasse -> wird noch schneller heiß und verschleißt übermäßig)
 
Es gibt schon einige Abfahrten , wo ich die Bremse nur für Sekundenbruchteile lösen wollte, und das reicht zum Abkühlen nicht aus.

klar gibt es die, wobei da natürlich auch das Level der pers. Fahrtechnik eine Rolle spielt. Wenn man manche sieht wie, wo und warum die bremsen, da muss man sich echt fragen ob die zu Fuß nicht besser unterwegs wären....
Aber wenn dem dann mal so ist, kann (sollte ;)) man die Abfahrten eben nicht in einem Stück durchfahren. Dann muss man eben mal anhalten und die Bremse abkühlen lassen. Egal wie geil der Trail gerade ist.
 
Früher gab es bei Autos ja Bremsbeläge, die zum Schluss eine andere Belagsmischung aufwiesen und dann ein sehr lauten Quitschen verursachten.

Bei Felgenbremsen ist ja das Kratzen des Belagshalters auf den Felgen auch sehr gut zu höhren.

Allerdings gibt es immer Leute, die sowohl bei Fahrrädern als auch bei Autos jegliche akustische oder anderweitige Vorzeichen ignorieren (damit meine ich jetzt nicht den TE).
 
Bei der Elixir hört man doch deutlich, wenn man schon auf der Metallfeder bremst. So ging's mir...

Spätestens da sollte man sich Gedanken machen, das was nicht stimmt :D

Aber es gibt eben immer wieder Leute, die sich mit der Thematik Bremsbelagsverschleiß nicht im geringsten beschäftigen und einfach munter drauf weiterbremsen, obwohl man (grad bei der Elixir) mit einem Blick sehen kann, ob die Beläge noch OK sind oder nicht.

Krasseste Fall, den ich je erlebt hab, war ein Formula-Fahrer, der bereits die Trägerplatte durchgebremst hat und bereits mit den Bremskolben gebremst hat:lol:
 
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