Siehe Tourtest
Im Mittelpunkt der Probleme, die bei den Sattelklemmungen auftreten, stehen die Schrauben. Sie werden je nach Klemmprinzip mehr oder weniger stark auf Biegung belastet – was zufolge einer Grunderkenntnis des Maschinenbaus ihr Todesurteil bedeutet. Es ist nur eine Frage
der Zeit, wann es vollstreckt wird. Stützen, die den
Sattel nach dem Jochprinzip mit zwei Schrauben klemmen, sind meist etwas fummelig zu justieren; sie stecken die Belastung während der Fahrt jedoch gut weg, weil die Schrauben nur auf Zug belastet werden, wenn sich der
Sattel unter dem Gewicht des Fahrers bewegt – dafür sind Schrauben da. Weil das System mit zwei Schrauben arbeitet, muss das Anzugsmoment für die Schrauben nicht so hoch sein, es lässt sich mit normaler Handkraft gut erreichen. Trotzdem ist es auch hier ratsam, einen
Drehmomentschlüssel zu verwenden. Die noch recht junge Generation der Patentstützen mit zwei parallelen
Schrauben, wie Ritchey sie vorgestellt hat, verbindet zwei positive Aspekte: Das Einstellen des Sattels ist einfach, zum Klemmen sind etwas geringere Drehmomente nötig, da zwei Schrauben (statt nur einer) den Mechanismus bedienen. Und: Da beide Schrauben die gleiche Aufgabe übernehmen, vermittelt dies eine gewisse Sicherheit, wenn doch eine Schraube brechen sollte. Die zweite verhindert, dass der
Sattel plötzlich von der Stütze fällt. Aber: Auch bei diesem Typ werden die Schrauben auf Biegung belastet. Als Sorgenkind des Tests entpuppte sich die klassische Patentstütze, was angesichts der bei TOUR bekannten Schäden und ihrer eingangs erwähnten Verteilung nicht verwundert. Das Problem liegt in der Idee: Eine zentrale Schraube ist zwar smart, wenn es um die leichte, schnelle Verstellung des Sattels geht. Aber sie ist andererseits bauartbedingt der Gefahr des Biegens ausgesetzt. Das lässt sich nur dann halbwegs in den Griff bekommen, wenn sie mit hoher Kraft angezogen wird, so dass sich weder der Sattelkopf noch die Schraube bewegen können