Carbonrahmen überprüfen

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hallo :)

ich weiß jetzt nicht genau ob ich hier beim Tech Talk richtig bin aber ich wollte fragen ob jemand von euch
hier weiß ob in der umgebung von passau irgend ein Geschäft ein gerät hat
um Carbonrahmen auf Risse zu überprüfen da ich vor ein paar wochen einen unfall
mit einen Roller gehabt habe und jetzt habe ich angst dass mir mein Rahmen bei
einen Trail unter Ar*** bricht :D
von außen kann man keine risse erkennen aber hab angst dass diese unterm lack im gewebe sind;)
möchte mein rad nicht extra zu ghost einschicken da ich dann wieder so lange nicht trainieren kann und ich heuer eh schon spät dran bin :(

schon einmal danke im voraus :)

mfg
 
wie soll so ein gerät denn aussehen? deine frage, ob es technisch überhaupt möglich ist, lässt drauf schließen, dass bei dir hier eher der wunsch vater des gedankens ist. wenn, dann muss ein rahmen zum röntgen. viel spaß beim googlen :daumen:
 
keine ahnung wie so ein gerät aussehen könnte :D


glaskugel-klar-large-2.jpg
 
Mein Trek Carbon Rahmen wurde nach einem Unfall mit Autofahrerin zu einem Gutachter im Großraum Stuttgart geschickt. Dort wurde auch der Rahmen sehr aufwändig überprüft - war wohl mittels Röntgenstrahlen und hat eine gewaltige Rechnung fürs Gutachten nach sich gezogen. Wie genau das Radl untersucht worden ist - wurde mir nicht weiter erklärt.
Und da die Schädigerversicherung für die Kosten aufkommen durfte - wars mir eigentlich piepschnurzegal was so ne Sache kostet.

Wenn ich mich recht erinnere hat der Gutachter knapp unter 500 Euro bekommen, genaue Details muss ich nachgucken.

Ich an Deiner Stelle würde den Rahmen zu Ghost einschicken und dann mal gucken was die Fachleute dort sagen. In der Regel hat der Hersteller/Vertrieb mehr Ahnung von möglichen Schäden - im Interesse einer unfallfreien Saison würde ich so handeln. :daumen:

Für die Zeit der Untersuchung halt ein Radl von nem örtlichen Händler ausleihen - wird in der Regel von der Versicherung vom Schädiger erstattet. Frag halt vorher nach, könnte sonst bissl teuer für Dich werden.

Viel Glück bei der Schadensregulierung!
 
Frag doch einfach die Versicherung (auf jeden Fall schriftlich), was ihr lieber ist: Überprüfung des Unfallrahmens durch einen CFK-Sachverständigen - den findet man vermutlich im Umfeld von Luft-und Raumfahrt-Unternehmen - oder ob sie lieber gleich einen neuen Rahmen zahlt.
 
genau ich frage lieber mal bei der versicherung nach ;)

das blöde ist ich hab wahrscheinlich teilschuld also tragen sie glaube nicht alle kosten des unfalls ;)

mfg
 
Vorsicht ist auf jeden Fall geboten. Das hier ist zwar ein Rennradrahmen, aber im Prinzip dürfte das keinen Unterschied machen. Der Schaden stammt von einem Sturz, bei dem der Lenker gegen das Oberrohr geschlagen ist. Äußerlich siehts gar nicht mal so schlimm aus, aber wenn die oberen Carbonlagen runtergeschliffen sind, sieht man deutlich, wie weit das Material in den unteren Schichten gerissen ist.





Immerhin gibt es Leute, die sowas per Schäftung reparieren. Klick
 
Bei so einer Reparatur hätte ich aber Bedenken. Ich glaube nämlich nicht, dass man die Belastungen die auf eine flächige Carbonstruktur wie beim Segelflugzeug einwirken, mit den Einwirkungen auf die Rohrkonstruktion eines Fahrradrahmens gleichsetzen kann.
 
Wenn ein ausreichender Verbund zwischen dem vorhandenen Rahmenmaterial und den neu aufgetragenen Reparaturlagen hergestellt wird, sehe ich keinen Grund, warum das nicht halten sollte.
 
Wenn ein ausreichender Verbund zwischen dem vorhandenen Rahmenmaterial und den neu aufgetragenen Reparaturlagen hergestellt wird, sehe ich keinen Grund, warum das nicht halten sollte.

Weil die Fasern nicht mehr zusammenhängend durchlaufen. Das Reparaturgewebe ist ja nur aufgeklebt. Dafür fehlt bei einer Rohrkonstruktion aber die notwendige Fläche.

Ein Rumpf ist auch nichts anderes als ein Rohr.

Nein, nur bedingt. Eher ein Monocoque. Belastungen werden auf große Flächen verteilt.
 
Weil die Fasern nicht mehr zusammenhängend durchlaufen. Das Reparaturgewebe ist ja nur aufgeklebt. Dafür fehlt bei einer Rohrkonstruktion aber die notwendige Fläche.
:blah:

Vielleicht solltest du dich erstmal informiern was schäften überhaupt ist, bevor Du irgendwelche Theorien aufstellst. Genau das wird nämlich nicht gemacht! Der Sinn einer Schäftung ist es genau diese Problem zu umgehen!

http://www.swiss-composite.ch/pdf/i-blaetzlitechnik.pdf

Schäften ist btw. auch in der Luftfahrt zugelassen.

...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kleines Gedankenexperiment:

Nehmen wir einmal an, die Zugfestigkeit eines unidirektionalen Verbundes (aus z.B. Carbonfaser/Epoxidharz in Faserrichtung betrachtet) beträgt 1200 N/mm². Bei einer wiederum angenommenen Wanddicke von 1mm werden 1200 N je mm Rohrumfang übertragen, d.h. auf 1 mm Breite werden 1200 N übertragen.
Typische Schubfestigkeiten für interlaminaren als auch intralaminaren Schub liegen in der Größenordnung von 70 N/mm². Um 1200 N zu übertragen brauche ich also eine Fläche von 1200 N / 70 N/mm² = 17,1 mm² bzw. 17,1 mm Überlapplänge. Durch eine ungleichmäßige Verteilung des Schubs in der Klebung verdoppeln wir mal die Länge und voilá 34 mm Überlapplänge sollten ausreichen. Bei einer vernünftigen Schäftung kommen wir wieder näher an die 17 mm...
 
Zuletzt bearbeitet:
:blah:

Vielleicht solltest du dich erstmal informiern was schäften überhaupt ist, bevor Du irgendwelche Theorien aufstellst. Genau das wird nämlich nicht gemacht! Der Sinn einer Schäftung ist es genau diese Problem zu umgehen!

http://www.swiss-composite.ch/pdf/i-blaetzlitechnik.pdf

Schäften ist btw. auch in der Luftfahrt zugelassen.

...

Beruhige dich mal wieder. Schäften ist keine Geheimwissenschaft und als Reparaturmethode tausend Jahre länger bekannt als Carbon. Letztendlich wird mit Schäften die Klebefläche der Reparaturstelle vergrößert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das eben nur geklebt wird.
Das diese Reparaturmethode zuverlässig und im Flugzeugbau zulässig ist, habe ich nicht bezweifelt. Ich habe lediglich Bedenken geäußert, ob sich diese Reparaturmethode eins zu eins auf Fahrradrahmen übertragen läßt. Das wird ja wohl noch erlaubt sein. Wenn nicht, bitte ich um Entschuldigung gegen dein persönliches Regelwerk verstoßen zu haben.

Sachliche Beiträge sehen so aus:

Kleines Gedankenexperiment:

Nehmen wir einmal an, die Zugfestigkeit eines unidirektionalen Verbundes (aus z.B. Carbonfaser/Epoxidharz in Faserrichtung betrachtet) beträgt 1200 N/mm². Bei einer wiederum angenommenen Wanddicke von 1mm werden 1200 N je mm Rohrumfang übertragen, d.h. auf 1 mm Breite werden 1200 N übertragen.
Typische Schubfestigkeiten für interlaminaren als auch intralaminaren Schub liegen in der Größenordnung von 70 N/mm². Um 1200 N zu übertragen brauche ich also eine Fläche von 1200 N / 70 N/mm² = 17,1 mm² bzw. 17,1 mm Überlapplänge. Durch eine ungleichmäßige Verteilung des Schubs in der Klebung verdoppeln wir mal die Länge und voilá 34 mm Überlapplänge sollten ausreichen. Bei einer vernünftigen Schäftung kommen wir wieder näher an die 17 mm...
 
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