Definition von Rohrsätzen

useless

Ohne Heu kann das beste Pferd nicht furzen
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Ich wollte mal ein Thema anschneiden, was mich eigentlich schon immer interessierte: Gibt es genauere Definition für diverse Rohrsätze bzw. weiss hier jemand mehr.
Mir fällt da z. B. sowas wie mein Bontrager Race ein, der "nur" mit True Temper bezeichnet wurde. Ebenso Fat Chance. Welche Rohrsätze würden in der True Temper Hierarchie diese Rohre einnehmen?
Und noch weiter: Hat ein Salsa a la Carte wirklich "nur" einen Cromor-Rohrsatz von Columbus? War und ist aktuell im Columbuskatalog der "einfachste". Oder wurde er wie etwa für Serotta extra für Salsa aufgelegt?
Und wie sieht es mit Extreme oder Yeti aus? "Certified aircraft tubing" kommt von welchen Hersteller? Oder waren es verschiedene oder wechselnde?
Und gibt oder gab es neben Steelman noch einen Rahmenbauer, der Excell-Rohre verbaute?
Fragen über Fragen. Ich würde mich auf eine rege Diskussion freuen.
 
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Cromor z.B. ist ja nicht schlecht aber von den Wandstärken her doch recht dickwandig. Daher robust, aber ein Salsa Rahmen wird damit kein Leichtgewicht werden. Was keine konifizierten Rohre sind wie etwa bei Yeti - diese sind natürlich nochmal schwerer weil die Wandstärke durchgängig gleich ist. Bei Stahlrahmen macht das heutzutage kaum noch jemand aber bei Titanrahmen z.B. durchaus gängig.
Meiner Meinung macht ein gutes Rohr keinen guten Rahmen und umgedreht ... Ich denke alle Fahrradrohre die momentan gängig sind wie z.B. Columbus Zona sind sehr hochwertig und damit lassen sich in jedem Fall ausreichend leichte Rahmen realisieren.

Viele Grüße
Mike
 
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Hi,

beim SALSA waren die Rohre tatsächlich recht dickwandig. Dafür sind sie nicht so schnell durchgerostet. Man darf auch nicht vergessen, das zur damaligen Zeit, der SALSA-Rahmen einer der günstigsten US-Stahlrahmen war.

VG
Jürgen
 

useless

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Anfang der 2000er wollte ich unbedingt ein Nöll haben. Bei der damals noch telefonischen Anfrage nach einem Katalog sagte mich Achim Nöll, er würde keine konifizierten Rohre verbauen. Egal bei welchem Modell und grundsätzlich. Fand ich schon komisch. Auch bekam ich die Aussage, ich dürfe das Sattelrohr nicht ausreiben. Aufmeine konkrete Bestellung mit einigen Sonderwünschen erfolgte keine Reaktion. Ich bin dann bei meinem zweiten Breezer gelandet, einem Lightning mit Defusion Rohrsatz. Auch wenn die Idee wie bei den damaligen Kettlern war (D-Förmige Querschnitte) fuhr der sich besser als mein Jet-Stream mit Ritchey Logic Prestige.
 

useless

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Cromor z.B. ist ja nicht schlecht aber von den Wandstärken her doch recht dickwandig. Daher robust, aber ein Salsa Rahmen wird damit kein Leichtgewicht werden. Was keine konifizierten Rohre sind wie etwa bei Yeti - diese sind natürlich nochmal schwerer weil die Wandstärke durchgängig gleich ist. Bei Stahlrahmen macht das heutzutage kaum noch jemand aber bei Titanrahmen z.B. durchaus gängig.
Meiner Meinung macht ein gutes Rohr keinen guten Rahmen und umgedreht ... Ich denke alle Fahrradrohre die momentan gängig sind wie z.B. Columbus Zona sind sehr hochwertig und damit lassen sich in jedem Fall ausreichend leichte Rahmen realisieren.

Viele Grüße
Mike
Ich würde auch sagen, das es nicht nur auf den Rohrsatz ankommt, sondern auch und gerade auf die Verarbeitung. Ich habe da schon einige zusammengebratene Toprohrsätze gesehen und einfache in besten Gesamtergebnis. Und gerade beim MTB ist die "Dellenanfälligkeit" bei Stürzen ein Thema. Der Großtei der Kosten geht ja nachweislich in die Verarbeitung. Während beim Gesamtpreis von Cromor (Rohrsatz ca 100 €) zum einem Spirit (Rohrsatz ca 250 €) garnicht so groß ist.
 
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ein endloses Thema auch die ach so flexiblen alten geliebten Stahlrahmen ... ich persönlich mag es etwas steifer ...
Jan Heine sieht das anders - ein ultraleichter Rohrsatz ist schon arg flexibel ... muss man mögen
;)
 
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Jan Heine sieht das anders - ein ultraleichter Rohrsatz ist schon arg flexibel ... muss man mögen
;)
[/QUOTE]


Nicht unbedingt mein Lieber!
 
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Mein letzter Selbstbaurahmen hat ein 28,6 Unterrohr und ein 25,4 Oberrohr. Beide sehr dünnwandig 0,7-0,4-0,7. Ich finde es sehr gewöhnungsbedürftig. Hab es lange probiert und für mich entschieden dass es gern etwas steifer sein darf. na evtl. probier ich es ja nochmal :)
 
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Sehr spannendes Thema, interessiert mich auch sehr. Nur leider kann ich nur Halbwissen beitragen. War das Yo Eddy nicht das Fat Chance, für das True Temper exklusiv eine Rohrsatz nach Vorgabe von Chris Chance hergestellt hat. Also dass der Rohrsatz sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal des Yo Eddy war? Leider weiß ich es nicht wirklich, aber irgendsowas schwirrt mir im Hinterkopf rum.

Mich würde auch interessieren, wie man die damaligen Rohrsätze im Vergleich zu den heute wieder populär gewordenen Stahlrahmen bewerten kann. Kann man sagen, dass es zur Hochzeit damals sehr hochwertige Rohrsätze gab, als Stahl noch mit "das" Material war, dann kam die Zeit in der Stahl keine Rolle mehr spielte weshalb auch wenig hochwertige Rohrsätze entwickelt wurden und nun da Stahl wieder zumindest in manchen Bereich wieder gefragt ist gibt es wieder weiterentwickelte, hochwertigere Rohrsätze?

Alles Mutmaßungen meinerseits, aber vllt. kann das jemand wie Georg @Edelziege einordnen/richtigstellen?

Vg, Michael
 
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Ich denke es gibt heute Rohrsätze in allgemein guter Qualität und in allen Abmessungen sowie Preislagen. Bei MTB sind ultradünne Rohre sicher nicht das Optimum schon wegen evtuellen Stürzen. Dennoch interessiert mich sehr was andere für Erfahrungen mit sehr leichten/dünnen Rohrsätzen haben. Ich empfinde vor allem die Torsionssteifigkeit als zu gering...

Viele Grüße
Mike
 

useless

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Also wenn ich die aktuellen Rohrsätze von Columbus ansehe und was dabei herauskommt hat sich da schon einiges getan. Wenn ich z. B. Rahmen mit Columbis Life und rundem Querschnitt gebaut habe, habe ich bei Rahmenhöhe 55 ohne Lack schon die 1600 gramm geknackt.
Muffenlos gelötet. Und ich hatte mir probeweise einen MTB-Rahmen aus Spirit gebaut, allerdings dann mit hoch- und querelliptischen Unterrohr und ovalem Oberrohr. Mit meinen 75 Kg ging es promblemlos im Gelände, bzw. war steifen als ein Ritchey Logic. Was aber aus meiner Sicht ausschließlich auf die Querschnitte des Vorderbaus zurück zuführen war. Gedacht war er dafür allerdings nicht, und leider riss dann der Kragen der Sattelklemmung. Aber das ist eine andere Geschichte.....
 

Edelziege

levers are for flat tires
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Moin Moin,

das ist alles ein Faß ohne Boden und unmöglich in Kürze zu erklären. Aber im Netz schon zig mal behandelt worden.

Als Bodensatz sollte man sich vergegenwärtigen, daß ein gutes Rohr nicht einen guten Rahmen macht - und umgekehrt.
Ein heutiges Zona ist dünnwandiger als ein damaliges SLX.
Dünnwandiger ist nicht gleich besser. Es kommt ja auch noch darauf an, wer damit fährt, welchen Fahrstil er bevorzugt, wie das Rad fahren soll und wofür es überhaupt eingesetzt wird. Jan Heine ist leicht und nicht allzu groß, er hat eine gut ausgeprägte Meinung, ausbaufähiges Wissen, driftet gern ins Esoterische ab und möchte bestimmte Teile verkaufen. Theoretisch könnte es in der großen weiten Welt aber Leute geben, die mit einer anderen Spezifikation besser zurecht kämen.
Es gab früher schon Marketing, es ist heute nicht weniger geworden.
"Custom-Rohrsatz" sagt überhaupt nichts aus, auch ich lasse mir Rohre nach meinen Spezifikationen von Columbus herstellen. Deshalb sind sie nicht besser als andere Rohre, im Zweifelsfall sind sie aber das richtige Rohr für einen bestimmten Einsatzzweck. Bei mir sind das zum Beispiel Rohre für segmentierte Gabeln und Kettenstreben für Scheibenbremsen.
Das Fahrverhalten eines Rades hängt zum sehr guten Teil davon ab, wie gerade der Rahmen ist. Vor allem, ob Vorder- und Hinterrad gegeneinander verschränkt sind. Das dem meist nicht so ist, sieht man oft, wenn man anderen Radfahrern hinterherfährt und über beide Laufräder peilt.

Viele Grüße,
Georg
 
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:ka:. Ist es dann auch sehr schwierig freihändig zu fahren Georg? Ich habe da so einen Fall bzw. Rahmen.
 

Edelziege

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Das kann natürlich daran liegen, meist fühlt sich ein Rad dadurch aber nur träge an.

Bei Problemen mit dem freihändigen Fahren liegt es entweder am Rahmen/Gabel, an den Laufrädern oder an den Zügen. Mehr Möglichkeiten gibt es eigentlich nicht. Höchstens noch Gepäck.

Viele Grüße,
Georg

P.S. Am Steuersatz kann es natürlich auch liegen.
 

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Es gab früher schon Marketing, es ist heute nicht weniger geworden.
"Custom-Rohrsatz" sagt überhaupt nichts aus, auch ich lasse mir Rohre nach meinen Spezifikationen von Columbus herstellen.
...und theoretisch kann jeder Hobbyrahmenbauer sich seine einzelnen Rohre bei z.B. Reset-Racing zusammenkaufen und dann "Selcted Tubeset" drauf schreiben. "Bikes was driven by marketing" und nicht umgekehrt, wie Joe Breeze mal meinte. Gravelbikes sind das beste Beispiel....
 
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Der Columbus Cromor ist vielleicht ein einfacher aber keineswegs schlechter Rohrsatz. Der einfachste Columbus war imho der Aelle, alles darunter war dann Wasserrohr.
Bei Wiki gibts eine Teilgegenüberstellung Alt/Neu..

In dem Rose und Brügelmann Katalogen gab es imho Beschreibungen der Columbus und Tange Rohrsätze teilweise nach Gewicht oder Wertigkeit.
VG
 
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Ich denke es wurden früher eher Konstruktionsfehler gemacht als zu einfache Rohre verwendet ...
Nochmal zu den "geliebten" flexiblen Stahlrahmen. Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht ? Jan Heine hin oder her :lol:
 

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Ich denke es wurden früher eher Konstruktionsfehler gemacht als zu einfache Rohre verwendet ...
Nochmal zu den "geliebten" flexiblen Stahlrahmen. Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht ? Jan Heine hin oder her :lol:
Also ich konnte zwar einen Unterschied bemerken zwischen einem Ritchey Logic Prestige und einem D-Fusion oder aktueller Columbus Spirit. Wobei es bei mir mit etwas von über 70 kg nie was ausgemacht hat bzw. unangenehm war. Das weichste, was ich gefahren bin, war ein ALan Titanal, das war gerade im Wiegetritt nicht mehr feierlich.
Bei meiner Rennmaschine und meinem 28" Randonneur fahre ich Columbus Zona gemufft. Und da ist bepackt das Zeug gerade bei geringen Geschwindigkeit, z.B in einer Ortschft, schon sehr nervös und flatterig. Mein 26" Randonneur mit Ultimate Superlight bringt das nicht so aus der Ruhe. Allerdings führe ich das mehr auf die kleinen Laufräder zurück und damit verbundener Geometrie.
Ach ja, und Jan Heine lebt ja nun definitv in seiner eigenen Welt.....:dope:
Was ich allerdings interessant finde, ist die Aussage von Edelziege, er würde bei Columbus Rohre nach seinen Vorgaben machen lassen. Dann scheint es ja schon so zu sein, das auch Hersteller wie Fat Chance oder eben Bontrager eigene Rohrsets hatten.
Und das Brodie Rocket, welches ich gerade aufbaue, hat einen dreifach(!) konifizierten Tange Prestige Rohrsatz. Ich kannte bis dato nur Prestige als zweifach konifiziert.
Um also auf den Anfang zurück zu kommen, scheint es ja doch so zu sein, daß die Rohrlieferanten auch für Kleinserienherstellern Customrohre bauen. Und die einen kehren es raus (z.B.Pegorichie) und die anderen machen auf Understatement. Was mir ja angenehmer ist....
 
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