Hallo,
da ich seit kurzer Zeit auch zu den 901 Besitzern zähle, poste ich hier mal meine erste Tour mit Erfahrungsbericht. Ich bitte um Berücksichtigung, dass das Rad neu ist und daher eine gewisse Subjektivität im Sinne der rosaroten Litevillebrille vorherrscht.
Das Bike wiegt ca. 13,5kg, die Bereifung ist noch nicht final.
Der erste Eindruck ist positiv, das Rad wirkt stabil und mit den Rohren wie schon häufig beschrieben wuchtig. Die Verstellbarkeit der Winkel fasziniert mich als erstes, die Rasterung zum bewegen der Wippe ist einfach gut gelöst. Ich stelle zunächst das Tretlager hoch ein und den Sitzwinkel steil, ein erstes Draufsetzen schmeichelt meinem Geometrieempfinden. Nachdem der Dämpfer auf mein Gewicht eingestellt ist, geht es mit gefülltem Trinkrucksack los. Das Rad lässt sich gut beschleunigen, im Wiegetritt ist das Wippen auf jeden Fall deutlich spürbar. Die Strasse wird evrlassen und ich biege zum ersten Downhill ab, den ein paar Kiddies hier mit Sprüngen und Anliegern verfeinert haben. Kenne die Abfahrt ganz gut, lasse es also entsprechend laufen. Der erste Aha-Effekt ist das Lenken in Kurven, man bringt viel Gewicht aufs Vorderrad und fühlt sich wahnsinnig sicher. Es tauchen die ersten Hügel auf, ich lupfe das Vorderrad und setze entspannt wieder auf.
Bisher noch keine ausgeprägte Überlegenheit für das 901 gegenüber meinem 301.
Nach der nächsten Kurve erspähe ich vor mir zwei Sprunghügel, der rechte ist neu aufgeschippt und wirkt für meine Krankenversicherung bedrohlich. Während in meinem Kopf alle möglichen Endversionen für den Sprung durchlaufen, bin ich schon in der Luft. Die Landung ist satt und in meinen Adern scheint mehr Adrenalin als Blut zu sein: Unnnnnglaublich geil.
Ich rolle zufrieden weiter und nehme noch ein wurzelfeld mit vollem Speed, was mich beim 301 immer in Unbehagen versetzte.
Dann kommt der beschwerliche Teil der Tour, es geht über viele Hügel in's Bergische Land oder besser gesagt seinen Ausläufern die Elfringhauser Schweiz. Und hier erlebe ich, wie genial das Bike mir passt. Bergauf wippt im Sitzen nichts, den Wiegetritt vermeide ich wie der Teufel das Weihwasser, immer auf der Suche nach dem nächsten Trail. Die Tour dauert deutlich länger als mit meinem 301, aber immer wieder trete ich einen Berg hoch um danach erneut eine Abfahrt zu nehmen, bis ich vor Glück schiele. Es ist ein Aneinanderreihen von Trails, immer unterbrochen von einem kurzen Forstweg-Intermezzo. Trails, die mit dem 301 Spaß machen und herausfordernd sind, fahre ich mit dem 901 flüssiger und riskanter, welche Überraschung.
Auf dem Rückweg, obwohl eigentlich schon nicht mehr in der Lage, nehme ich noch einen Trail mit, was sich als grenzwertig herausstellt, da die Übermütigkeit durch das 901 extrem gestiegen, aber leider die Leistungsfähigkeit und Konzentration merklich gesunken ist. Aber auch hier bringt mich das 901 sicher aus der Bredouille.
Jetzt reicht es aber, ab nach Hause, sonst...hm da war doch noch ein schöner Bikepark
Mein Fazit nach 66km und 1600hm:
Das Rad ist die perfekte Ergänzung für mein 301, für normale Touren reicht das 301, für eine schöne FR-Tour mit erhöhtem Zeitbudget ist das 901 das Nonplusultra, es geht angenehm berghoch, wippt im Sitzen unmerklich (wie das 301) und sorgt bergab für ein unglaubliches Bedürfnis nach Geschwindigkeit.
Und vorallem muß ich nun im Park keine Bikes mehr ausleihen.