Hope Evo MTB-Kurbeln im Test: 155 mm vs. 170 mm – sind kürzere Kurbeln besser?

Hope Evo MTB-Kurbeln im Test: 155 mm vs. 170 mm – sind kürzere Kurbeln besser?

Alles in der Bike-Industrie ist einem ständigen Wandel unterworfen – nur die Kurbellänge hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert. Bis Hope eine 155 mm Version der beliebten Evo-Kurbeln vorgestellt hat. Wir sind sie im direkten Vergleich mit der 170 mm-Version gefahren. Ist kürzer besser?

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Hope Evo MTB-Kurbeln im Test: 155 mm vs. 170 mm – sind kürzere Kurbeln besser?

Was sagst du zur 155 mm kurzen Kurbeln – revolutionär oder Spielerei?
 

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Re: Hope Evo MTB-Kurbeln im Test: 155 mm vs. 170 mm – sind kürzere Kurbeln besser?
Das mag alles funktionieren so lange man nicht Ü30 ist. Ich kann mit über 1,90 m länge noch nicht einmal 170er Kurbeln fahren ohne starke Knieschmerzen zu bekommen. Biomechanisch mögen 155er Kurbeln im kurzen Downhilleinsatz gehen. Darüberhinaus doch recht fragwürdig.
Bei mir hat der Umstieg von 170 auf 165mm Kurbeln schon etwas geholfen, Knieschmerzen zu reduzieren, da der obere Kniewinkel weniger spitz ist. Innenbeinlänge: 87cm.
Man muss halt mit der Übersetzung schauen, ob man eventuell ein kleineres Kettenblatt benötigt.
 
Sehr gelungener Test mit komplett nachvollziehbarem Ergebnis. :daumen:

Mit 193cm und SL94 und nem gut verheilten Loch im Knie hab ich zwischen 165mm am DH Bike und 180mm am Hardtail alles probiert, das meiste parallel.

180 ist bei mir raus gefallen, weil der Druck im Knie bei niedriger Kadenz zu hoch wird. Und die kommt wenn man am Ende ist und keinen Gang mehr hat irgendwann immer.
Zu der Zeit hatte ich 170 am Enduro, das dauerte immer ne halbe Stunde sich daran zu gewöhnen und es war einfacher eine hohe Kadenz zu halten. Verbrauchte aber gefühlt mehr Körner.
Mit 165 selbst am DH war Kinderbike Hamsterrad Feeling. Wegen der Bodenfreiheit aber notwendig.

Heute fahre ich 170 am Parkenduro und bei allem Anderen, mit dem ich auch viel Strecke/Zeit und steile Rampen treten will 175mm. Das scheint für mich der beste Kompromiss. In wie weit das mit der Beinllänge zu tun hat weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass kindergleich kurze Beine kürzere Kurbeln brauchen. Ebenso das Einsatzgebiet und die Übersetzung ist entscheidend. Sollte jeder für sich testen. Vielleicht nicht der 1,90 Mensch mit 155, aber vielleicht mal 165.
 
Seltsam, dass dann Hope genau die 160mm überspringt, da würde dann der Schritt auf ein 2 Zähne kleineres Kettenblatt im Vergleich zu 170mm Kurbeln gut passen.
Interessant auch, dass das kleinere Kettenblatt so einen großen Einfluss auf die Hinterbauperformance hat. Keine Ahnung, ob das nur bei dem Scott so auffällig ist, 30 Zähne sind ja auch recht verbreitet.
 
Wer über Knieschmerzen klagt, dem kann ich auch ovale Kettenblätter empfehlen. Mit ü40 kenne ich die Probleme auch:)
Aber mit passendem Krafttraining, dehnen und den ovalen Kettenblättern habe ich es komplett in den Griff bekommen. Ich fahre bei 1.77m & 84cm SL, am Hardtail 175mm, am Trailbike 170mm und am Enduro 165mm, alles ohne Probleme.
 
Interessant auch, dass das kleinere Kettenblatt so einen großen Einfluss auf die Hinterbauperformance hat.
das ist logisch. Man versucht den Drehpunkt ja möglichst dahin zu bringen "wo die Kette zieht" um einen möglichst neutralen Antrieb zu bauen.

Die Kurbellänge korreliert auch natürlich mit der Beinlänge. Wobei zu lang eher zu Problemen führt als zu kurz. Stell dir ein Kind mit 40cm Beinlänge auf einer 175er Kurbel vor. Das ist ein Umkreis mit 350mm Durchmesser! Natürlich will man aber nicht mit den Knien beim pedalieren die Ohren streicheln.

Was man halt auch machen muss, außer auf die Übersetzung zu achten: Sitzhöhe anpassen. Ich musste beim Wechsel von 175 auf 170 auch 5mm hoch. Und keine Knieschmerzen mehr. Innenbeinlänge 84 sollte nach landläufiger Meinung 172,5 bis 175 sein. (alte RR Weisheiten und so IBL*0,205(-0,214 je nach Quelle)= empfohlene Kurbellänge. 175 funktioniert auch lang für mich, aber je steiler es wird, je mehr Druck auf's Pedal muss, umso wohler fühle ich mich bei 170.
 
das ist logisch. Man versucht den Drehpunkt ja möglichst dahin zu bringen "wo die Kette zieht" um einen möglichst neutralen Antrieb zu bauen.

Die Kurbellänge korreliert auch natürlich mit der Beinlänge. Wobei zu lang eher zu Problemen führt als zu kurz. Stell dir ein Kind mit 40cm Beinlänge auf einer 175er Kurbel vor. Das ist ein Umkreis mit 350mm Durchmesser! Natürlich will man aber nicht mit den Knien beim pedalieren die Ohren streicheln.

Was man halt auch machen muss, außer auf die Übersetzung zu achten: Sitzhöhe anpassen. Ich musste beim Wechsel von 175 auf 170 auch 5mm hoch. Und keine Knieschmerzen mehr. Innenbeinlänge 84 sollte nach landläufiger Meinung 172,5 bis 175 sein. (alte RR Weisheiten und so IBL*0,205(-0,214 je nach Quelle)= empfohlene Kurbellänge. 175 funktioniert auch lang für mich, aber je steiler es wird, je mehr Druck auf's Pedal muss, umso wohler fühle ich mich bei 170.
Ja ich fahre auf dem RR auch eine 175mm Kurbel, passt für mich ebenfalls gut.
Die deutlich höhere Sitzposition wäre das Ausschlusskriterium. Das gesamte Cockpit muss ja angepasst und tendenziell zur nächstgrößeren Rahmengröße gegeriffen werden.
Man muss aufpassen, den Sattel nicht ZU hoch zu stellen, dann bekommst du nämlich Schmerzen im unteren Rücken Bereich, da die Hüfte zu stark abkippt(Kann ich ebenfalls aus eigener Erfahrung berichten 😜 )
 
Eigentlich kommt für mich aus dem Test die Erkenntnis, dass die meisten Bb-Drops zu groß sind sind. D.h. Das tretlager ist zu tief und man hat aufsetzer. Klar wenn die Beinstellung nur parallel bleibt, dann ist ein tiefes BB schon gut. Aber an meinem canfield riot hab ich ein relativ hohes BB und absolut keine Probleme mit 175mm kurbeln und es fährt trotzdem ziemlich flott um die Kurve.
Und an jedem steilstück bin ich froh über die 175mm Kurbel.
 
das ist logisch. Man versucht den Drehpunkt ja möglichst dahin zu bringen "wo die Kette zieht" um einen möglichst neutralen Antrieb zu bauen.
Meine Frage ging eher in die Richtung, ob es dann nicht möglich ist oder ob das nicht von den meisten Herstellern bei der Entwicklung bedacht wird, sowohl für ein 30er und 32er Kettenblatt einen möglichst neutralen Antrieb zu entwickeln, da dies vermutlich die beiden am meisten verbreitetsten Größen sein sollten.
 
" ... Das Scott Genius hat mit 30 Zähnen etwas stärker gewippt (mit 32 Zähnen fährt es fast wie ein Hardtail) und bergab stärker an der Kette gezogen. ..."

Sollte das eigentlich nicht gerade umgedreht so sein? Kleineres KB -> höherer Anti Squat -> weniger Wippen, mehr Pedalrückschlag?
 
Die deutlich höhere Sitzposition wäre das Ausschlusskriterium. Das gesamte Cockpit muss ja angepasst und tendenziell zur nächstgrößeren Rahmengröße gegeriffen werden.

Des einen Leid, des anderen Freud :D
Bei 29er Vorderrädern mit Federweg kämpfe ich meistens mit stylepolizeilich unerlaubten Mitteln wie Flatforce Vorbau und Flatbar Lenker darum, das Cockpit irgendwie annähernd tief genug zu bekommen. Da ist es eine Wohltat, dass die Lenkerhöhe mit einer kurzen Kurbel auf einmal ohne Krampf viel besser passt, sowohl im Stehen, als auch im Sitzen.

@Gregor
könnt ihr nicht mal eine kleinere Person aus der Testredaktion mit den kurzen Kurbeln ausstatten? Um mal aufzuzeigen wo die Limits oder Vor/Nachteile der Kurbelarmlängen in Abhängigkeit von der Körpergröße liegen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine kleinere Person entsprechend kleine Kurbeln anders empfindet und anders davon profitieren kann.
Ich habe z.B. mit 152mm Kurbeln einen ziemlich deutlichen Unterschied in der Fahrdynamik bergab bemerkt, durch die für mich natürlicher wirkende Schrittlänge in der horizontalen Pedalstellung. Du berichtest davon nichts. Evtl weil du so groß bist, dass die Schrittlänge auf 170/175mm Kurbeln für dich nie unnatürlich war, und du von solchen Aspekten daher garnichts merken kannst... oder weil die 155er Kurbel für deine Größe einfach schon wieder "drüber" ist...?
 
28er KB (statt sonst 30 und Serie 32) fahre ich gelegentlich an meinem Horst-Link Hinterbau, das bockt dann schon und tritt sich etwas doof.
Natürlich liegt die Kette dann unterhalb des Schwingendrehpunkts - man kann das nicht so einfach für mehrere Größen optimieren.

175mm bei 1m SL. 165mm würde ich mal probieren, aber den Sattel 1cm höher stellen, da bräuchte ich dann auch die 240er dazu, und der Sattel noch weiter hinten...ne dann lieber ein neues Bike ;).
 
Ich hatte anfangs auf dem Trailbike ein rundes 32er und dieses nach ein paar Wochen dann gegen ein ovales 30er getauscht. Hinten eine 9-46er eThirteen Kassette. Konnte jetzt nichts wirklich negatives in Sachen Kettenzug feststellen....aber evtl. bin ich auch nicht sensibel genug für sowas:troll:
 
Ich mag den Sattel gerne so weit unten wie es geht. Daher wird es wohl bei 170 bleiben. Jeder nach seinem Gusto.
 
@Gregor
Danke für die hilfreichen Informationen.

Keine Vorteile erkannt, die mich triggern einen Test zu machen. Könnte mir aber vorstellen, dass ich bei SL 86 beim nächsten mal 170mm wähkre, wenn ich eine Wahl habe.

Knieschmerzen
1. ovales KB probieren
2. kürzere Kurbeln mit höherer Kadenz erscheint mir eine mögliche Lösung; weniger extreme Positionen in der Bewegung
 
Dir ist schon bewusst, welches Einsatzgebiet bei Frodo gemeint ist.
Möglichst gleichmäßige Wattwerte bei bestmöglicher Aerodynamik über einen langen Zeitraum.
Frodo ist ein ein Ausnahmeathlet, mit beeindruckender Beweglichkeit.

Mein Fazit: Kurze Kurbeln sind, wie der Artikel impliziert, für Mopeds gemacht, damit man eben bei Wurzeln weiter im Sitzen pedalieren kann.
:awesome:
Es ging um die These, dass groß gewachsene Menschen ab 30 kurze Kurbeln bestenfalls auf Kurzstrecken verwenden können, ohne quasi zwangsläufig Knieschmerzen zu entwickeln. Dass es besondere Beweglichkeit braucht, um mit kurzen Kurbeln zurecht zu kommen würde ich ebenfalls negieren, der Bewegungsradius wird ja kleiner, nicht größer.

Persönlich halte ich das Thema allerdings für überbewertet. Die Unterschiede zwischen 160mm und 180mm waren für mich im Selbstversuch marginal. Wer ein besonders tiefes Tretlager hat und viel in felsigem Gelände unterwegs ist mag von kurzen Kurbeln durch weniger Aufsetzer profitieren, aber sonst…
 
@Gregor: Hätte es bei dem Test nicht Sinn gemacht die Cleats an den Schuhen um 1,5 cm nach hinten zu schieben (sofern das möglich gewesen wäre)? Dann dürfte sich für mein Verständnis die muskuläre Belastung in der Druckphase nicht groß ändern.
 
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