Kinder und Training

Registriert
26. Juni 2003
Reaktionspunkte
2
Ort
NRW
Erst mal frohes neues Jahr.
Folgendes Problem:
Junge knapp 11 jahre, ca 3. Jahr MTB.Vereinsmäßig
Trainingspensum 2004 bis zu 800 Km im Monat.
Traingsstunden ca 10-12 die Woche.
Rennen ca 7-8.
2003 mußten mehrere Rennen wegen Zusammenbrüchen (Atemnot Kreislaubeschwerden, vom Fahrrad gefallen)und ärztlicher Versorgung abgebrochen werden,2004 war o.k..
Diagnose des Vaters "Asthma", vom Arzt wohl auch.
Dazu RTF Touren mit Papa von 150 km bis 28 Schnitt.
Meldungen für RTF Supercups. Mußte bei 130 Km wegen Übelkeit abgebrochen werden.
Training unstrukturiert, Hauptsache viel fahren, wenn möglich mit den "Größeren", Erholung ist nicht eingeplant. "Papa kennt sich mit seinem Jungen aus."
Kenntnisse Vater: Sportlich keinerlei Erfahrung, erst seit 3 Jahren etwas MTB.
Hilfestellung und Kritik wird nicht angenommen, unser Trainer überfordert.
Erfolg des Jungen: Sehr gute NRW-Cup Ergebnisse,(Plazierung wegen Schutz nicht angegeben).
Ärztliche Untersuchung.
Überproptionel Beinkraft und Ausdauer.
Größe deutlich unter Soll
Herzfrequenz "Ruhe" beim Arzt von 50.
Laut Arzt eher bedenklich als Gesund. sportlich kein Stopp, da dieser eher kritisch fürs Herz/Kreislaufsystem ist.
Ich denke das diese Verhältnisse nicht gesund sind.
Was sagt der BDR in der Jugendarbeit dazu, kennt jemand interr. Links bezüglich Trainigsumfänge bei kindern.
hat jemad eventuell erfahrung als jugendtrainer.
Vielen Dank
 
..... klingt als transportierte besagter Vater seine eigenen unerfüllten Erwartungen auf seinen Sprössling.

Trotzdem sehe ich die Sache, aufgrund vorhandener Informationen, nicht so tragisch.

Gruß
 
Das Training in den Klassen U13 zielt auf die sportliche Vielseitigkeit ab und muss unbedingt kindgerecht gestaltet werden. Keinesfalls darf das Training nach den Prinzipien von Erwachsenen gehalten werden und dadurch zu hart und monoton sein.

Jahreskilometer für 11-jährige 2000 - 3000
Trainingsdistanz bis 50 Kilometer (Rennrad)
Trainingsbereiche GA 1, GA 2, (WSA), (ST)

Tipps:
Vielseitig trainieren
Viel Ausgleichstraining
Möglichst viel Techniktraining
Nur wenige Rennen

Mit den jungen Sportlern muss sehr behutsam umgegangen werden, da durch Fehler bei der Sportausübung und durch schlechte Erfahrungen den Kindern der Sport oft für ihr weiteres Leben vergrault wird. Die Gefahr der Verfrühung in der Entwicklung des Kindes ist groß. Gerade bei Radsportlern, die bereits sehr früh mit dem Sport begonnen haben, zeigt sich häufig die "Drop-out"-Problematik. Dies bedeutet, dass die Kinder, spätestens wenn sie in den Erwachsenenbereich kommen, keine Luste mehr am Sport haben und somit die wichtigste Phase des Leistungssports verpassen.

Eltern sollten sich gut überlegen und genau abwägen, ob sie ihr Kind schon in diesem sehr jungen Alter Rennen fahren lassen wollen.
 
Wichtig in dem Alter ist, dass die Kinder spielerisch den Sport erlernen, d.h. viel Fahrtenspiel (erlernen von unterschiedlichen Rennsituationen) und Techniktraining. Unbedingt notwendig ist auch ein Ausgleichssport damit alle Bewegungsabläufe und Muskelgruppen trainiert werden und es nicht bei den Kindern schon zu muskulären Ungleichgewichten kommt. Für die Entwicklung des Kindes würde ich da einen Manschaftssport empfehlen, der zusätzlich noch die Teamfähigkeit entwickelt, Radfahrer neigen nämlich tatsächlich zum sprichwörtlichen "nach oben Buckeln und nach unten Treten" wenn sie schon sehr früh Rennen fahren, meistens dann aber auch mit Erfolg.
Trainingsempfehlung:
-abwechslungsreiche Touren bis 60km länge
-Ausgleichstraining, Mannschaftssportart, mindestens Gymnastik

Wenn der Junge Radsport gerne als Leistungssport betreiben möchte, sollte er sich einem Verein anschließen, der einen Jugendtrainer hat und sich von diesem einen Trainingsplan erstellen lassen.
Ich selbst habe als C-Lizenz Trainer Jugendtraining gegeben und darauf geachtet, dass die Kinder nicht viel mehr als die nach Trainingsplan vorgegebenen Strecken fahren.

Braucht der Vater jedoch einen Spielkameraden, soll er sich einen gleichaltrigen oder besser noch jüngeren aber erwachsenen Spielkameraden suchen.
 
also, ich als 14jähriger und damit auch noch ein "Kind", möchte ich hier auch mal meine meinung zu äußern.

wenn der vater bzw. der junge mit dieser wirklich beschi**enen art und weise weitertrainiert, wird er massive probleme in der pubertät mit dem wachstum bekommen. er scheint ein wirkliches talent zu sein, und ein solches talent sollte man fördern und nicht verheizen, sodass er mit 16 junioren weltmeister und mit 20 schon ein alter mann ist. solche strecken, wie 150km, bin ich noch nicht gefahren. nach 70km bin ich kaputt. dann frage ich mich nun, kann das für ein 11jähriger gut sein?
wenn man das training bzw. eadl fahren in der dimension weiterführen möschte, dann muss unbedingt ein arzt den jungen überwachen.

außerdem sollte er nicht soviele rennen fahren, dass ist einfach eine zu hohe belastung und vor allem ein zu großer druck für den jungen, gut fahren zu müssen.
für ihn würde es vollkommen reichen, wenn er 12-20km lange jugendrennen in seiner altersklasse mitfahren würde.

vielleicht wäre es auch sinnvoll, wenn er mal ein bisschen ausgleichsport treiben könnte. auch wenn es nur ein bisschen rumhopsen mit nem dirtjumper
ist.

gerade diese zusammenbrüche zeigen doch, dass das so nicht mehr weiter gehen kann.

sorry, wenn ich hier ein bisschen zu viel klugge*******rt hab, aber ich finde das erschreckend, wie sich dieser doch so talentierte junge einfach nur kaputt fährt.

gruß

babu
 
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