Mountaingoat 20t oder Ritzel 40T?

Registriert
14. Juni 2012
Reaktionspunkte
390
Ort
Am Pilatus
Hallo

Ich fahre an meinem Bike aktuell 2x10 mit 22/36 vorne und 11-36 hinten. Verbaut an meinem Bike ist Shimano XT Umwerfer und Schaltwerk (langer Käfig).

Für die geplante Bikewoche in Italien mit vielen heftigen und langen Anstiegen (>16%) möchte ich temporär einen leichteren Berggang nachrüsten. Nachher soll wieder auf die original Übersetzung umgebaut werden, da ich damit zuhause bestens zurecht komme.

Habe mich hier mal umgesehen und noch nicht die Information gefunden, die mir weiterhilft.

Momentan stehe ich vor der Wahl:
1. Mountaingoat 20T Kettenblatt
  • liegt die Kette damit nicht auf dem Umwerferkäfig auf?
  • kompatibel ohne abschleifen an RaceFace Turbine Kurbel?
2. 40T Ritzel hinten nachrüsten
  • welches ist empfehlenswert (Wolftooth, OneUp, Hope, e.13, etc.)
  • geht das jeweils ohne Umbauten am bestehenden Schaltwerk oder ist ein neuer Käfig, Goat Link etc. empfehlenswert? Oder nur eine längere Schraube für die Einstellung der Umschlingung?
  • mit 2x10 überhaupt machbar? Schaltwerkskapazität von Shimano XT ist 43Z. sollte also gerade aufgehen (36-22 + 40-11 = 43). Allerdings ist max. Zähne gr. Ritzel mit 36T angegeben.
  • 16er Ritzel sinnvoll für gleichmässigere Gangsprünge?
Vielleicht gibts hier jemand, der vor einem ähnlichen Problem stand und mir hier Tipps geben kann? Was wäre aus euerer Erfahrung die bessere Variante? 20T Kettenblatt oder 40er Ritzel?

Viele Grüsse

roulyourboat
 
Ich hatte früher mal ein 20er Mountain Goat an einer XTR-Kurbel was völlig problemlos funktionierte.
Das Aufliegen am Umwerfer ist in der Praxis kein Problem, wenn du darauf verzichtest klein-klein zu fahren. Bei den großen Ritzeln kein Thema.
Allerdings passt das 20er so wie ich das sehe nur an der alten XTR ohne Nacharbeiten. An einer XT- und Saintkurbel habe ich daher ein 21er Titanritzel genutzt. Gut, das bringt natürlich nur 10% Gewinn statt der 20% vom Mountain Goat.
 
Also 22-36 ist schon sehr gut. Da würde ich lieber noch intensiver Trainieren und gut is.

Bei einem 2,35er = 58mm hohen Reifen erreicht man bei einer 90er Trittfrequenz 7 km/h. Bei 27,5ern sind das schon 7,3 km/h, bei 29ern etwa 7,7 km/h. Bei breiteren Reifen oder höherer Trittfrequenz (ich trete zwischen 98 und 102) entsprechend mehr. Bei 20% Steigung kann man so ein Tempo vielleicht 100 Höhenmeter halten, wenn man gut ist. Normalbiker deutlich weniger. Und in den Alpen reden wir über erheblich mehr Höhenmeter. Normale Biker bewegen sich eher bei 4 km/h an solchen langen Anstiegen, was bei einem 29er ca. die halbe Trittfrequenz = 47 Umdrehungen pro Minute bedeutet. Mit einer so langsamen Trittfrequenz bergauf zu fahren, ist nicht nur völlig ineffizient, sondern auch für die Gelenke unnötig belastend.
 
Ich würde Dir das Mountain Goat empfehlen, dass passt aber nur nach Feilarbeiten an der Kurbel:
cimg32625hr76.jpg

Die Anpassung eines 40er Ritzels erscheint mir doch recht aufwändig, auch weiß ich nicht, ob Dein Schaltwerk überhaupt damit klar kommt.
 
Ich würde Dir das Mountain Goat empfehlen, dass passt aber nur nach Feilarbeiten an der Kurbel:
cimg32625hr76.jpg

Die Anpassung eines 40er Ritzels erscheint mir doch recht aufwändig, auch weiß ich nicht, ob Dein Schaltwerk überhaupt damit klar kommt.

Dein Bild für die Feilarbeiten ist im Moment nicht sichtbar ;)
 
Danke fürs Teilen eurer Erfahrungen. Das mit dem Training ist natürlich richtig. Daran arbeite ich... Bei Touren mit 2000-3000hm und langen Steigungen mit 16-20% möchte ich wie von @tombrider erwähnt mit einer höheren Kadenz fahren können als bisher mit 22/36.

Das Mountaingoat 20T werde ich mal näher im Auge behalten. Die Feilarbeiten wären kein Problem.

Wie ist das Schaltverhalten von 20T auf 36T?
 
Ich stand am 29er vor einem ähnlichen Problem. Bei 22/34 vorn und 11-36 hinten war mir der erste Gang in den Alpen gelegentlich zu lang. Ich habe mir ein 42er Mirfe Ritzel zugelegt und den Antrieb auf 24/34 und 11-42 umgebaut. Für mich ist das Setup nicht nur in den Alpen vorteilhaft sondern auch auf den Hometrails im Mittelgebirge, weil ich deutlich weniger aufs kleine Ritzel schalten muss. Man kombiniert quasi die Vorteile von 1-fach (große Bandbreite der Kassette und einfache Schaltlogik) mit den Vorteilen von 2-fach (Gesamtbandbreite).

Nachteilig ist lediglich, dass sich das Schaltverhalten auf den kleinen Ritzeln verschlechtert. Durch einen Umbau des Schaltwerks (Schaltrolle außermittig) wird das aber gut kompensiert! Insgesamt ist der Aufwand also nicht ohne!!!

Wenns nur um die einmalige Tour in den Alpen geht und du ansonsten zufrieden bist, dann würde ich das Setup so lassen wie es ist und die paar Stiche die du nicht packst einfach schieben. Vorausgesetzt dabei bricht dir kein Zacken aus der Krone… ;)

Man sollte auch bedenken, dass man als Mittelgebirgsradler nicht an 2.000m über Null gewöhnt ist. Da geht einem dann nicht wegen der Übersetzung die Puste aus, sondern wegen der dünneren Luft. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
fahre 20/36 und 11/36
grad für lange alpine anstiege bestens.
zudem wiegt mein enduro 16 kilo.
alles xt ....kleine modifikation war nötig...
 
Mal eine Frage: Ich spiele gerne und viel mit den diversen Ritzelrechnern.
Machen 2 Zähne den Unterschied aus? Es macht je nach Laufradgröße vielleicht 0.6 kmh aus.

Eine Kombination (sofern technisch möglich, und noch fahrbar) aus kleinerem Kettenblatt und großem z.B. 42er Ritzel macht dagegen einen ordentlichen Unterschied aus.
 
Wie ist das Schaltverhalten von 20T auf 36T?
Ohne Last überraschend gut.
Ich habe allerdings, aus Gewichtsgründen, einen Rennradumwerfer verbaut:
dsc00690jyjqk.jpg

Angesteuert wird das bei mir von einem stufenlosen Daumenschalter.
Man darf aber nicht verschweigen, dass beim Schalten vom 36er-Kettenblatt auf das 20er, hinten mindestens zwei Gänge gegengeschaltet werden muss.
 
Mal eine Frage: Ich spiele gerne und viel mit den diversen Ritzelrechnern.
Machen 2 Zähne den Unterschied aus? Es macht je nach Laufradgröße vielleicht 0.6 kmh aus.

Eine Kombination (sofern technisch möglich, und noch fahrbar) aus kleinerem Kettenblatt und großem z.B. 42er Ritzel macht dagegen einen ordentlichen Unterschied aus.

Kommt drauf an, wo sich die 2 Zähne befinden. Von 20 auf 22 Zähne sind es 10 % mehr, von 40 auf 42 Zähne nur 5%. Diese 10% entsprechen einem eng gestuften Gang auf der Rennradkassette (von 10 auf 11 Zähne). Merkt man durchaus.
 
Ich habe an einem Enduro vorn 20-32 und hinten 11-42, wg. Schalt-Sprüngen mit 16er Ritzel.
20-42 ist genial!

Wer das für "zuviel des guten" hält: Daraus entstehen mit einer 90er Trittfrequenz bei 58mm-Reifen 5,5 km/h bei 26 Zoll, 5,7 km/h bei 27,5 Zoll bzw. 6 km/h bei 29 Zoll. Heißt: Selbst bei 4 km/h kann man noch akzeptabel schnell und gleichmäßig kurbeln, ohne zu viel Drehmoment/Aufbäumneigung. Und ohne die Knie unnötig zu belasten.
 
Auf dem Bike kann ich leider nicht auch noch die Forumsnachrichten lesen. Bin gerade zurück von 50km und 1450hm. Max. Steigung heute bei ca. 15%, was mit 22/36 problemlos auch über längere Zeit geht.

Danke für die vielen Beiträge. Da kam mehr zusammen, als ich erwartet habe. Scheint so, dass ich doch nicht der einzige bin, der da schon etwas optimiert hat.

Favorit ist momentan das 20T Kettenblatt. Alles in allem ist es vermutlich auch die kostengünstigste Lösung. Das mit dem Gegenschalten ist mir bewusst. Mache ich ja jetzt auch schon.
 
Zurück