Nochmal Louise FR und faden

Hades121

Du hast Recht und ich meine Ruhe
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15. August 2005
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Karlsfeld
Hi,

ich hab an meinem Bike die Louise FR mit 2x 180er Disc's.
Gestern war ich erstmalig richtig in den Bergen und musste 600 hm am Stück auf Schotter in Serpentinen vernichten. Da es sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit auf Schotter nicht mehr so wirklich toll bremst, die Serpentinen nur ca. 100 m Seitenlänge hatten und es keine Begrenzung des Weges gab, stand ich mit meinen 100 kg Kampfgewicht fast ständig auf beiden Bremsen. Nach 4 Kurven gab dann die Bremswirkung dermassen nach, dass ich mich nicht mehr getraut hab ohne Kühlpause für die Disc's weiter zu fahren. Die Probe mit dem nassen Finger auf die Disc gab dann auch ein nettes Zischen.
Ich musste bis zum Ende der Strecke 4 mal stoppen und abkühlen lassen. Meine Kumpel mit V-Brake hatte keine Probleme :eek:
Frage wäre jetzt ob das nach der kurzen Abfahrt normal ist ? Immerhin sind es 180er Scheiben... Ändern andere Bremsbeläge was daran ?

Hades121
 
Andere Beläge wohl kaum. Die Serienbeläge sind relativ Standfest. Eine andere Bremstechnik und eine Diät wohl schon.
Sonst kann ich Dir nur 210/190 ans Herz legen. Haben mich noch nie in Stich gelassen. Spiele aber auch in einer anderen Liga (1.83 m / 72 kg).

Happy Trails
 
eine diät brauchst du wegen den bremsen sicher nicht machen. die 160er louise sind schon stark genug. egal wie steil, schnell und lang (natürlich sind sämtliche parameter relativ. aber der durchmesser reicht wirklich dicke). komplett in montur, material und 3l wasser bringe ich 92 kg auf die waage.

sind deine bremsen neu? hast du die bremsen richtig eingebremst? vielleicht liegt es mitunter auch am falschen einbremsen. man sollte mehrmals hintereinander aus größerer geschwindigkeit extrem verzögern und die bremsen nie schleifen lassen. lässt man die bremsen zu lange schleifen, verglasen die belagoberflächen.

für das einbremsen habe z.b. ich eine landstraßenüberführung aufgesucht, den sattel runtergefahren, bergab auf > 30 km/h beschleunigt, den schwerpunkt nach hinten verlegt und zuerst nur die vordere bremse so stark wie möglich betätigt. weiß nicht mehr genau wie oft aber definitiv mehr als 5x habe ich diesen ablauf wiederholt. anschließend habe ich auch die hinterradbremse auf diese art eingebremst. allerdings blockiert das hinterrad natürlich schnell, dann lässt man auch los.

bremstechnik: je schwerer ein fahrer, desto ansruchsvoller auch die bremsmanöver. vor nicht all zu langer zeit brachte auch ich gute 100 kg in shorts auf die waage. am besten keine angstbremserei, heißt, bremse nicht schleifen lassen. wird man zu schnell, stotterbremse, also schließen, geschwindigkeit drosseln, bremse wieder öffnen, fahrt gewinnen und wieder bremsen. am besten jedoch ist es, so spät wie möglich und dann kräftig zu bremsen. wobei man die hinterradbremse im prinzip nur für die richtungskorrektur oder zur leichten unterstützung nutzt.

für deine serpentinen kannst du dir bei deinem gewicht also ruhig 2–3 bremsabschnitte auf die 100 m einteilen, ohne, dass du dich am schluss vor dem abgrund in acht nehmen müsstest.

also vielleicht verglaste beläge?
 
:o auaaaa ... immer dieses Gerede zum Thema "Bremstechnik" :o Irgendwie muß ich da immer an "PISA" denken. :rolleyes:

Aber mal was konstruktives:
Neue Bremsbeläge am besten erstmal auf einer heißen Herdplatte "auskochen". Also die Beläge so stark erhitzen das sie qualmen. Dies am besten draussen machen, da das stink wie der Teufel. Fading ist ja ein "aufschwimmen" der Bremsbeläge auf seinen eigenen Ausgasungen. Neue Beläge sollen deshalb erstmal eingebremst werden. Das hilft aber nicht immer. Besser "auskochen".
Bremstechnik: Klar, bei einem Gefälle von 10% muß man nicht unbedingt dauerhaft die hintere Bremse schleifen lassen ... und sich dann wundern dass die Bremse hinten zum Anhalten keine Power mehr hat. Aber: Bei Gefällen über einer gewissen Steilheit (Gewichtsabhängig 20-30%) kann man nicht wechselseitig bremsen bzw. Intervallbremsen. Da ist Dauerbremsen angesagt und dies muß die Bremse auch abkönnen. Viele Bremsbeläge sind aber einfach nicht hitzebeständig genug.
Im Automobilbereich hat sich z.B. Bremsentechnisch in den letzten Jahren viel getan. Vor etwa 10 Jahren waren die meisten Bremsen (z.B. auch Golf III 1.6) nicht standfest und eine Passabfahrt mit voller Zuladung (ohne Abkühlpausen für die Bremsen) unter Umständen Lebensgefährlich. Durch größere Bremsen und bessere Bremsbeläge schafft heute selbst ein so billiges Auto wie der Dacia Logan eine Passabfahrt (wenn auch knapp). Früher war selbst eine einzige Bremsung aus der Höchstgeschwindigkeit schon zuviel für manche Bremse. So z.B. von 200-100 noch einwandfrei, dann aber von 100-50 schon nachlassend und 50-0 kaum noch Verzögerung.
Ich (100kg) habe an einem meiner Bikes eine Magura Julie. Die ist hier für das Mittelgebirge ok. Ich muß aber bei einigen Abfahrten langsam machen, da sonst die Bremse restlos aufgibt. An einem anderen Bike habe ich die Magura Louise FR 2004 mit 180/180. Die macht hier keine Probleme und wird nur bei extremen Abfahrten grenzwertig aber noch akzeptabel. In den Alpen war diese mit 180/160 aber öfters so heiß geworden dass ich eine Zwangspause einlegen mußte. Mit der vorher montierten HS33 gab es keine solchen Probleme. In den Alpen werde ich zukünftig einfach 210/190 fahren, das sollte reichen.
 
Danke für die Infos.
Bin aber im Moment tatsächlich noch etwas am abspecken ;)
Ich fürchte dass ich die Beläge nicht ordentlich eingebremst hab. Hatte zwar die Anleitung auch gelesen, aber dachte mir die bremsen sich schon ein wenn ich eine kleine Tour mache. Nach kürzester Zeit war die Bremswirkung dann auch super, woraufhin ich mir zum Thema Einbremsen keine Gedanken mehr gemacht habe. Evtl. ein Fehler...

Hades121
 
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