Rechtslage in Bayern

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  1. franzam

    franzam Renaturierer

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  3. huzzel

    huzzel

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    Die Sache ist leider auch ein Haftungsfrage:
    Sobald der Grundstücksbesitzer vom Weg Kenntins hat und ihn duldet, kommt die Verkehrssicherungspflight ins Spiel. Er ist dann für die Sicherheit des Weges verantwortlich. Wenn jetzt ein dürrer Ast auf den Weg fällt und jemanden verletzt, ist er fällig.
    Fällt ein Ast auf einen Wanderer, der quer durch den Wald läuft, ist es das Problem des Wanderes, da allgeines Risiko im Wald.
    Der Waldbesitzer muss also abwägen, ob er der Weg dultet oder nicht.

    edit:
    habt recht, ist Krampf.

    private Wege sind Wald und somit raus aus der Sicherung!

    Ich persönlich halte es wie der Leserbrief: lieber ein paar Biker als massig Rehe.
    Mein persönlicher Rat an die Trailbauer:
    Geht mit offenen Augen durch den Wald, meidet schöne (wertvolle) Bäume. Wenn bei den sogenannten Z-Bäumen die Rinde oder die Wurzeln verketzt werden, kann der Besitzer schon mal stinkig werden. Bei den anderen Bäumen sieht es nicht so schlimm aus.
    Z-Bäume sind (hin und wieder) gekennzeichnet: farbige Striche oder Bänder. Macht aber jeder anders. Aber wie wertvollen kann man von Markierungen von Rückegassen und anderen Markierungen schon unterscheiden.

    Gruß
    Peter
    Auch Waldbesitzer
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. September 2018
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  4. Waldbesitzerlatein?!

    Ein Waldbesitzer haftet nicht für waldtypische Gefahren.
    Wenn dann haftet er nur, wenn er vorher von dem dürren Ast (Witwenmacher) gewusst hat und nichts dagegen unternommen hat.
     
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  5. Robert-Ammersee

    Robert-Ammersee Ich will doch nur radeln!

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    @huzzel@huzzel gruss an Deinen Verband. Der erzählt Mist!

    Frag' doch mal nach dem entsprechenden Gesetz (und verlinke das hier). ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. September 2018
  6. huzzel

    huzzel

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  7. huzzel

    huzzel

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    01/2009
    Nachtrag:
    Dazu eine Frage:
    Wenn der Trail einen kleinen Sprung hat, ein Radfahrer stürzt und behauptet, ich als Besitzer habe die "Gefahr" nicht beseitigt, wie schaut es dann aus? Wird dann wohl wieder "Auf hoher See und vor Gericht..."
     
  8. dickerbert

    dickerbert Seriöser Troll

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    Dann muss er dir erst einmal nachweisen, dass du von dem Sprung wusstest. Da du nicht verpflichtet bist, alle Wege systematisch und regelmäßig zu prüfen, wird es an diesem Nachweis wohl schon mangeln.

    Schwierig wird es, wenn du ein paar Tage zuvor an genau dieser Stelle Holz geerntet hast und den Sprung "hättest sehen müssen". Dann hättest du deine Verkehrssicherungspflicht womöglich fahrlässig verletzt.

    Wenn der Sprung aber so groß ist, dass ihn der Radfahrer nicht "hätte übersehen können", dann wird ein Richter womöglich davon ausgehen, dass der Biker den Sprung bewusst gefahren ist und sich auch der Gefahr "hätte bewusst sein müssen".
    Ich glaube ein ähnlicher Fall wurde für den Waldbesitzer entschieden, als ein Biker eine gut einsehbare (angelegte!) Natursteintreppe gefahren ist und dabei stützte. Die Treppe war keine waldtypische Gefahr, weil selbst angelegt. Aber sie kam nicht überraschend und wurde in vollem Bewusstsein gefahren.
     
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  9. Sowas ist auch genau der Punkt, wieso Eigentümer soviel Sorge haben und ich als normaler Moutainbiker für diese Überlegung durchaus Verständnis zeige und meinen Kumpeln oder anderen, die sich mal wieder über eine Abrisssituation beschweren, damit erkläre.
    Da wird nämlich immer großspurig mit "eigenes Risiko", ist doch selbstverständlich, argumentiert. Aber nein, wenn sich jemand richtig böse abmault, mit

    - Spätfolgen
    - oder Berufsunfähigkeit
    - oder noch schlimmer Querschnitt

    dann greift derjenige nach dem letzten Strohhalm. Und wenn man es selbst nicht tut, dann tut es eventuell die Versicherung, die immer versucht Geld irgendwoher wieder zu bekommen. Und egal wie es ausgeht, du hast als Eigentümer den Palaver und den Zeitaufwand. Da hätte ich auch keinen Bock drauf.

    Trotzdem ist es ein wenig am Thema vorbei. Weil ein natürlich - durch Begehung - entstander Weg von der Logik her eigentlich keine Gefahr im Sinne der Verkehrssicherungspflicht darstellen kann. Und gemäß dem erwähnten Urteil ja sogar eine anglegte Treppe - die aber mit Sicherheit auch in einem "normalen" Zustand war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. September 2018
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  10. Oberlandesgericht Düsseldorf, Keine Haftung für Sturz eines Radfahrers auf einer Treppe im Wald. Urteil vom 09.01.2008, I-19 U 28/07
    http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2008/I_19_U_28_07urteil20080109.html


    Es ist für den Senat nicht nachvollziehbar, warum es – wie der Kläger in der Berufung geltend macht – technisch nicht möglich sein soll, mit dem Fahrrad Schritttempo zu fahren. Die Mitglieder des Senates, die selbst Fahrradfahrer sind, wissen aus eigener Erfahrung, dass dies sehr wohl möglich ist. Sofern der Kläger aufgrund der Abschüssigkeit des Geländes am Fahren im Schritttempo gehindert gewesen sein sollte, hätte er – worauf bereits das Landgericht in der angefochtenen Entscheidung hingewiesen hat – notfalls rechtzeitig vom Fahrrad absteigen und dieses weiter schieben müssen.

    Bei einer der Örtlichkeit angepassten Geschwindigkeit, also bei einem Fahren im Schritttempo, hätte der Kläger den bedauerlichen Unfall vermeiden können, weil er dann – wie die Fußgänger auch – die Treppe rechtzeitig hätte bemerken können.

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    Sturz einer Radfahrerin über Loch im Weg. Gerichtsbeschluss des OLG Frankfurt a. M. verneint Haftung des Waldbesitzers für „waldtypische“ Gefahren (Az. 13 U 111/17). Pressemitteilung
    Die Klägerin behauptet, trotz umsichtiger Fahrweise habe sich plötzlich und für sie gänzlich unvorhersehbar ein ca. 20 × 20 cm breites und 20 cm tiefes Loch im Weg gezeigt. Beim Versuch, dem Loch auszuweichen, sei sie ins Schleudern geraten und auf ihre linke Schulter gestürzt. Sie nimmt deshalb das Land Hessen auf Schmerzensgeld in Anspruch.
    Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin hin hat das OLG mit heute veröffentlichtem Hinweisbeschluss bekräftigt, dass das Land für den behaupteten Unfall nicht hafte. „Eine Haftung des Waldbesitzers für waldtypische Gefahren (ist) ausgeschlossen, weil sich der Waldbesucher mit dem Betreten des Waldes bewusst derartigen Gefahren aussetzt“, stellt das OLG klar. Dies gelte in besonderer Weise bei der Nutzung von Waldwegen, die nach dem Straßen- und Wegerecht keine öffentlichen Straßen darstellten. Auch wenn derartige Wege stark frequentiert würden - wie hier -, sei der Waldbesitzer nicht für waldtypische Gefahren verantwortlich. „Waldtypisch“ seien dabei Gefahren, „die sich aus der Natur oder der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes unter Beachtung der jeweiligen Zweckbestimmung ergeben“, so das OLG unter Bezugnahme auf höchstrichterliche Rechtsprechung. Das streitgegenständliche Loch unterfalle diesem Begriff. Es entspreche allgemeiner Erfahrung, „dass im bewaldeten Gelände Wege auf gewachsenem Boden durch Wurzelwerk und Auswaschungen infolge von Witterungseinflüssen erhebliche Unebenheiten, insbesondere auch Löcher, aufweisen können“.

    Im Übrigen würde das beklagte Land auch nicht haften, wenn eine atypische Gefahr vorgelegen hätte, ergänzt das OLG. Eine Pflichtverletzung scheide grundsätzlich aus, wenn die Gefahrenquelle mit einer „Selbstwarnung“ versehen sei. „Die Verkehrssicherungspflicht dient insbesondere nicht dazu, das allgemeine Lebensrisiko auf den Sicherungspflichtigen abzuwälzen“, betont das OLG. Die von der Klägerin vorgelegten Lichtbilder belegten hier, dass das Loch als Gefahrenquelle ausreichend erkennbar gewesen sei.

    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. September 2018
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  11. http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayNatSchG-28
    Ansprechpartner ist damit also erstmal die zuständige unteren Naturschutzbehörde.

    Wie ich finde ist auch dieser Satz interessant:
    Wie verträgt sich dieser Satz mit dem freien Betretungsrecht für Fußgänger?
     
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