Revival Teil II - diesmal (m)ein Team Marin

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Hallo liebes Forum,
Manchmal gibt es Zufälle im Leben, die gibts gar nicht…

EPILOG: es war im Februar 1993, als ich mir als Erstsemester-Student mein erstes MTB mit einer kompletten XT-Gruppe leisten konnte! Es war ein Marin Team Marin und ich fand es vom ersten Tag an so cool, endlich eine XT und dann noch an so einem wirklich leichten Stahlrahmen. Mein Rad wog in Größe 17,5“ knappe 10 kg!
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Februar 1993, eine der ersten Touren mit meinem neuen Team Marin.

Das Rad habe ich dann 1994 mit meiner ersten Federgabel, einer Manitou II aufgerüstet…
Anfang 1995 bestellte ich dann bei meinem Radhändler ein neues Team Marin mit Manitou III Federgabel und verkaufte im Februar des Jahres 1995 mein erstes Marin.
Leider gab es damals Lieferschwierigkeiten bei Marin, so dass ich im Mai dann auf Cannondale umstieg, das F 700 fahre ich heute noch….


Seit ich 2021 mein Projekt, „ich besorge mir wieder die MTBs, die ich vor 30 Jahren gefahren habe“ begonnen hatte (siehe hierzu „mein Alpinestars Revival“) bin ich somit auch auf der Suche nach einem 93er Team Marin.
Irgendwie ist dieser Jahrgang schwer zu finden, in den Kleinanzeigen fand ich immer viele 92er oder spätere Modelle, aber keine 93er.
Vor zwei Jahren gab es mal eines in Berlin zu kaufen, aber der VK bot keinen Versand an, also hieß es weitersuchen, wobei meine Suche zugegebernmaßen auch nicht wirklich intensiv war, sondern sich auf alle 2 Monate mal nach altem Marins im Kleinanzeigen suchen beschränkte.
Tja, und dann passierte diese Woche dieser unglaubliche Zufall…

Fortsetzung folgt!
 
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Ich hab´ da was entdeckt, sucht das nicht noch wer…?

Wie wohl (fast) jeder hier im Classic-Forum, schaue auch ich regelmäßig in diesen Thread, bei dem in den allermeisten Fällen Anzeigen aus den Kleinanzeigen verlinkt sind.
Gestern Abend, der gewohnte Klick in den oben genannten Thread und dann das:
ein 93er Team Marin, bis auf den Sattel in Original-Ausstattung, war hier verlinkt!

Als ich mir dann das Rad in den Kleinanzeigen genauer betrachte, schon mal der erste Zufall:
Das Rad steht in Bad Vilbel zum Verkauf, das ist von mir aus „um die Ecke“, gute 15min mit dem Auto entfernt…zudem ist es auch in 17,5“, also genau die Größe meines damaligen Marins.

Beim Lesen des Verkäufernamens dämmert es mir dann, das ich den Verkäufer doch kenne, es ist Martin, der anno 1992 mit mir Abi gemacht hat. Was ein Zufall! Zuletzt sahen wir uns beim 30jährigen Abitreffen.
Also habe ich ihn direkt mal angeschrieben und konnte dann heute das gute Stück abholen. Preislich kam er mir auch noch wirklich fair entgegen und es fand sich auch der originale Sattel zum Rad!

Auch die Originalrechnung gab es dazu, und was soll ich sagen: was ein Zufall, hatte er das Rad doch beim selben Händler wie ich gekauft, am 1. Juli 1993, also ein halbes Jahr nach meinem…

So sah es heute Mittag nach dem Ausladen zuhause aus:
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Und so, nach dem ersten Putzen nebst Austausch des unpassenden FL-Halters…
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Der gesamte Antrieb mit geringen Verschleißspuren, die originalen Marin Lite Reifen ohne erkennbare Risse, einzig die Aufkleber sind etwas runter und es hat etwas Flugrost angesetzt.
Jetzt geht es an die Feinpflege, die Naben brauchen neues Fett und der Rest wird auch noch genau inspiziert. Am VR ist eine Speiche mal ausgetauscht worden, bei einer zweiten ist der schwarze Speichennippel gerissen (hat wer noch sowas zufälligerweise rumliegen?)

Fortsetzung folgt!
 
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Hallo liebes Forum,
Manchmal gibt es Zufälle im Leben, die gibts gar nicht…

EPILOG: es war im Februar 1993, als ich mir als Erstsemester-Student mein erstes MTB mit einer kompletten XT-Gruppe leisten konnte! Es war ein Marin Team Marin und ich fand es vom ersten Tag an so cool, endlich eine XT und dann noch an so einem wirklich leichten Stahlrahmen. Mein Rad wog in Größe 17,5“ knappe 10 kg!

Beim Peter oder Achim in HG gekauft? :D
 
Nachdem ich nun am Sonntag angefangen habe, das Marin gründlichst zu putzen, sind 2 kleine Baustellen aufgeploppt:
am VR wurde mal eine Speiche ausgetauscht, leider in schwarz. Zudem sind beim Putzen an zwei weitere Speichen die schwarzen Aluspeichennippel gebrochen. Habe jetzt passende DT 1,8/1.6 mit schwarzen Alunippeln bestellt, damit sollte sich dieses Problem lösen lassen.
Die andere Baustelle sind die kleinen Roststellen am Rad, der Rost ist zwar oberflächlich, aber unschön und tritt dort auf, wo der Klarlack beschädigt ist.
Hat hier jemand einen Tipp, wie man die Stellen am besten entfernt?
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Hat hier jemand einen Tipp, wie man die Stellen am besten entfernt?
Das würde mich auch interessieren.
Man könnte die Rostflecken mit dem Dremel, Wachs und Polierscheiben einfach raus schleifen. Aber was dann? Schließlich ist nach der Behandlung mit dem Dremel an den jeweiligen Stellen zumindest der Klarlack entfernt und vielleicht sogar die vernickelte Oberfläche abgetragen.
Irgendetwas muss da wieder aufgetragen werden, weil sonst der Rost gleich wieder da ist.
M.M.n. müsste man so einen Rahmen komplett abbeizen oder stahlen lassen und danach farbig pulvern. Klares Pulver gibt es zwar auch, das hält aber nicht lange.
 
Hat hier jemand einen Tipp, wie man die Stellen am besten entfernt?

Das würde mich auch interessieren.

Ja, bitte! Wer hat damit Erfahrung?

Auch ich habe ein ähnlich geartetes "Problemchen" an einem Rahmen. Bei mir sind es aber eher viele kleine Pickelchen. Aber vom Prinzip ist es das gleiche Schadensbild.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich am besten mit Säure (Essigessenz) den Rost entferne, dann mit Lauge (Waschmittel) neutralisiere, klar mit Wasser abspüle und dann mit Autowachs versiegele... ein erster Test mit Essigessenz war ganz OK. Rostumwandler oder Oxalsäure ginge natürlich auch. Die Stellen werden wahrscheinich weiter leicht sichtbar beiben (da etwas dunkler), aber sie blühen dann nicht mehr?

Wer kann weiterhelfen mit seiner Expertise?

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Wer kann weiterhelfen mit seiner Expertise?
Keine Expertise und vor allem nicht an Fahrrädern ausprobiert. Dafür an alten KFZ-Teilen.

1. Sonax Flugrostentferner
2. Oxyblock S (Klick)

Die kleine Pulle reicht für 3000 Rahmen und dürfte bei jeder kleinen Roststelle eine unglaubliche Sisyphusarbeit sein. Ist aber 100% klar und verhindert das erneute Korrodieren. Das Zeug zieht auch in vorhandenen Rost und konserviert so dauerhaft. Vorsicht: Sehr niedrigviskos und kriechfähig. Eine winzige Menge zieht sich sehr weitläufig auf dem Metall.
 
Ich hatte mein 1994er Team Issue (identisches Rahmenmaterial, ebenfalls lediglich galvanisch vernickelt ohne Klarlack) an den Rostpöckchen im ersten Schritt mit Ballistol und einer Messingbürste bearbeitet. Die Rostpöckchen verschwanden so, kamen aber - natürlich - nach gewisser Zeit wieder.
Dieses Oxyblock könnte die Lösung sein.
 
Ja, bitte! Wer hat damit Erfahrung?

Auch ich habe ein ähnlich geartetes "Problemchen" an einem Rahmen. Bei mir sind es aber eher viele kleine Pickelchen. Aber vom Prinzip ist es das gleiche Schadensbild.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich am besten mit Säure (Essigessenz) den Rost entferne, dann mit Lauge (Waschmittel) neutralisiere, klar mit Wasser abspüle und dann mit Autowachs versiegele... ein erster Test mit Essigessenz war ganz OK. Rostumwandler oder Oxalsäure ginge natürlich auch. Die Stellen werden wahrscheinich weiter leicht sichtbar beiben (da etwas dunkler), aber sie blühen dann nicht mehr?

Wer kann weiterhelfen mit seiner Expertise?

Anhang anzeigen 1860744

Um welches Modell handelt es sich bei Dir?

Anhand des Rahmenklebers vermute ich, dass Dein Rahmen lackiert ist, und nicht wie das '93er Team Marin vernickelt.
 
Anhand des Rahmenklebers vermute ich, dass Dein Rahmen lackiert ist, und nicht wie das '93er Team Marin vernickelt.
Vernickelt waren die alle, das ergab dann dieses Titan- oder Edelstahlfinish. Und die meisten Rahmen hatten dann damals noch Klarlack über alles, weil das noch etwas besser vor diesen Rostpickeln schützt.
Zuerst hatte ich derartige Oberflächen an den Scott Comp Racing Modellen von 1993 und 1994 wahrgenommen, neben Marin und Scott praktizierten das aber noch einige andere Hersteller.
Ehrlich gesagt dachte ich, dass sogar alle mit Klarlack überzogen waren, weil die nur vernickelte Oberfläche ohne Lack sich eher rau anfühlt.
 
Um welches Modell handelt es sich bei Dir?

Zuerst hatte ich derartige Oberflächen an den Scott Comp Racing Modellen von 1993 und 1994 wahrgenommen, neben Marin und Scott praktizierten das aber noch einige andere Hersteller.

Ehrlich gesagt dachte ich, dass sogar alle mit Klarlack überzogen waren,

kein Marin, sondern Scott Comp Racing 1993

(Ich habe das jetzt nicht speziell geprüft, dachte aber wie Armin auch, dass da grundsätzlich bei diesem "Titaniumfinish" eine zusätzliche durchsichtige Beschichtung über der Vernickelung ist? Ich habe es noch gar nicht so detailliert angeschaut, sondern da jetzt nur mal kurz mit der Essigessenz getestet – mehr bisher nicht.)
 
Vernickelt waren die alle, das ergab dann dieses Titan- oder Edelstahlfinish. Und die meisten Rahmen hatten dann damals noch Klarlack über alles, weil das noch etwas besser vor diesen Rostpickeln schützt.
Zuerst hatte ich derartige Oberflächen an den Scott Comp Racing Modellen von 1993 und 1994 wahrgenommen, neben Marin und Scott praktizierten das aber noch einige andere Hersteller.
Ehrlich gesagt dachte ich, dass sogar alle mit Klarlack überzogen waren, weil die nur vernickelte Oberfläche ohne Lack sich eher rau anfühlt.
Ich gucke mir das am Wochenende nochmals am '94er Marin Team Issue und am '93er Scott Comp Racing genauer an.
Was ich dazu noch sagen kann, ist, dass ich mal einen 1993er Marin Team Issue gekauft hatte, welcher wohl nachträglich mit (ggf. einer zusätzlichen Schicht) Klarlack überzogen wurde, allerdings war der total unterlaufen sodass ich ihn habe abbeizen und dann perlmuttweiß habe pulvern lassen.
Mit der (zusätzlichen) Schicht Klarlack unterschied dieser sich stark von Finish meines 1994er Team Issue
 
Klarlack oder Pulver auf metallischen Oberflächen ist sinnfrei. Das wird flott unterwandert und oxidiert dann unter der Schicht noch schneller weil das Wasser nicht weg kann. Im Prinzip das gleiche wie bei Holz, darf gerne mal nass werden, sollte nur eben schnellstmöglich wieder trocken werden.
Ich habe früher viel vernickeln lassen. Der Galvaniseur meinte damals immer, dass für nennenswerten "Rostschutz" der Untergrund (bei mir waren es Schrauben, Motorhalter, Bleche, Getriebegestänge...) vorher verkupfert werden muss, wie bei Chrom. Wird das nicht gemacht ist die Nickelschicht schnell gammelig.

Ich würde den Rahmen einfach mit einer relativ milden Metallpolitur ohne grobe Schleifpartikel (Ecromal z.B.) aufpolieren, dann entfetten und im Anschluss mit einem Wachs oder einer anderen Versiegelung aus dem Kfz-Bereich schützen.
Die Rostpickelchen gehen beim Polieren gut weg.

Grüße Franky
 
Vernickelt waren die alle, das ergab dann dieses Titan- oder Edelstahlfinish. Und die meisten Rahmen hatten dann damals noch Klarlack über alles

bei diesem "Titaniumfinish" eine zusätzliche durchsichtige Beschichtung über der Vernickelung ist

So isset.
[zumindest beim 93er Scott Comp Racing]
Die Oberfläche leitet nicht – sie ist also zusätzlich zur Vernickelung klar beschichtet.
Mit dieser Tatsache wird man bei der Behandlung der Rostpickelchen umgehen müssen.

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Was sagt die Leitfähigkeit des Marin? Ist da auch ein Klarlack oder Ähnliches drauf?
 
Zuletzt bearbeitet:
Vernickelt = ja
Klarlack = nein

Die andere Baustelle sind die kleinen Roststellen am Rad, der Rost ist zwar oberflächlich, aber unschön und tritt dort auf, wo der Klarlack beschädigt ist.

Schade, wenn das sicher so ist (elektr. Leitfähigkeit ist ein guter Indikator), also wenn es sicher nicht klar beschichtet ist über der Nickelschicht, dann ist es leider nicht so gut vergleichbar mit den lackierten Team Marin und Scott Comp Racing. :ka:

Sieht gut aus! Schöne Oberfläche! :daumen:
 
Gegen Rost an Stahlrahmen hilft am besten Fahrrad-Putzöl. Ab und zu eine Abreibung damit und alles bleibt wie es ist.
Einfach nach Putzöl hier im Forum suchen, ich habe auch schon Links zu Händlern mitgeteilt.
 
Problem ist halt bei den Modellen mit Klarlacküberzug, dass für die Beseitigung von Rostpickeln der Klarlack im Weg ist. Und was passiert an den Stellen, an denen man die Pickel irgendwie beseitigen konnte?
Am einfachsten wird es sein diese Rahmen chemisch zu entlacken, dabei werden höchstwahrscheinlich die Pickel auch gleich verschwinden. Frage ist aber, ob man danach einfach mit Neverdull und Autowachs leben kann?
Eine Pulverbeschichtung oder Lackierung auf dem nackten Nickel wird heute kein seriöser Betrieb anbieten, weil die Oberfläche zu glatt ist.
 
So wie ArSt es beschrieben hat, ist es auch bei mir: über der Vernickelung ist das Team Marin klarlackiert, die Rostpickelchen unterwandern den Lack, somit keine Chance, diese wirklich zu entfernen.
Naja, an einem bald 31 Jahre alten Fahrrad gehört Patina auch eigentlich dazu…
 
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