Alban Lakata siegt souverän
Kitz Alp Bike: strahlende Gesichter unter dunkeln Wolken
Es soll ja bekanntlich Leute geben, die stören sich an zuviel Sonnenschein, Hitze und Hochdruckwetterlage. Ein erster Blick aus meiner gemütlichen Pension Schweigerhof
verheißt an diesem Morgen nichts Gutes. Es gießt, die Wolken hängen tief. Mein Zimmernachbar kommentiert die Wetterlage unbeeindruckt mit den Worten Mountainbiken ist mountainbiken, grinst und geht zum duschen.
Es gab einige, die bei der diesjährigen Auflage der KitzAlpBike die Dusche von oben verweigerten dennoch, rund 780 Starter, hielten es wie mein Pensionsnachbar. Schlamm hin, Schlamm her. Wer sich anmeldet, der bikt auch mit. 664 tapferer Biker holten sich am Ende ihren Finisher Stempel ab.
Kurz vor dem Startschuss im Dorfzentrum von Kirchberg zeigt sich Petrus schließlich gnädig und stellt den Waschgang zumindest über weite Strecken des Rennverlaufs ein.
3, 2, 1 los. Die Welle rollt an. Allen voran mit der Startnummer 1: Alban Lakata, der bereits zwei Stunden und zweitausend (!) Höhenmeter später im Bereich der Mausefalle mit großem Abstand das Feld anführt und zu diesem Zeitpunkt erst einmal die Hälfte seines Tagespensums hinter sich hat. Es folgen in den nächsten ein bis zwei Stunden noch hunderte Bikerinnen und Biker, die sich teils schinden und quälen mussten, aber meist noch ein Lächeln für die zahlreich an der Strecke stehenden Zuschauer finden. Die Stimmung, sowohl im Teilnehmerfeld, als auch am Rande des Rennverlaufs bestens. Viele Zweikämpfe, viel Teamwork über alle Klassen hinweg.
Nach 4:15:28 überquert Alban Lakata die Ziellinie und findet Sekunden später schon die passenden Worte für den Moderator: Aufgrund der starken Besetzung wollte ich heute gleich vom Start weg alles klar machen. Ich habe super Beine gehabt. Ein perfekter Tag für mich. Zum Schluss kämpfte ich zwar noch mit den extremen Schlammpassagen. Das war heute echt eine Dreckschlacht über den Ehrenbachtrail. Ich freue mich jedenfalls über den Titel. Karl Markt wäre sicher ein Mitfavorit gewesen. Schön, wie viele Leute heute an der Strecke gestanden haben, das hat natürlich doppelt motiviert. Sprach´s und verschwand zur Dopingkontrolle. Zweiter wurde der Österreicher Heinz Verbnjak vor Jakob Nimpf. Der Franzose Frederic Frech landet vor dem Niederländer Bart Brentjens auf Rang vier.
Apropos Schlamm. Im letzten Teil der Strecke gab es davon mehr als genug. Die Teilnehmer nahmen es durchweg mit Humor. Mit einem 17Kilo Bike habe ich noch nie ein Rennen zu Ende gebracht resümiert einer der im Bereich von Albans Zeit die Mediumstrecke absolviert hat. Jeder reckt den Daumen in die Höhe, jeder grinst, jeder ist man möge mir die bildhafte Sprache nachsehen dreckig wie die Sau und freut sich des Lebens. Das ist mountainbiken. Das ist die Ritchey Mountainbike Challenge, dass ist die KitzAlpBike. Alle Finisher sind Helden, als Gladiatoren siegen an diesem Wochenende allesamt über den Schlamm und insbesondere über den inneren Schweinehund. Helden der besonderen Sorte sind in meinen Augen 3 Personen: der älteste Teilnehmer des Rennens, ein 69jähriger Österreicher, der auf sich auf der Mediumdistanz mit Bravour schlug, ein kleines Mädchen, dass mit ihrem Papa auf der Small Distanz erstmals Rennluft schnupperte und Hannes Gianmoena
vom SV Kitzsport, Kitzbühel, der seit Beginn der KitzAlpBike kein einziges Rennen versäumt hat !!! Chapeau. Beachtlich auch die Tatsache, dass insgesamt 15 Nationen am Start waren, darunter Nationalitäten Südafrika, Canada und man höre und staune Australien !!
Der Veranstalter Kurt Exenberger zeigt sich in Anbetracht der Kombination Wetterlage/Teilnehmerzahl zufrieden und ist schon jetzt zuversichtlich, dass 2010 die 1000er Marke gesprengt wird. Wenn dann nicht mal ein paar Starter mit dem Argument nee, nee zu heiß vor der Herausforderung Kitzalp Bike kneifen.
*** © udo kewitsch, pressesprecher ritchey mountainbike challenge *** 27.06.09***