Gabel federt nicht richtig aus

demlak

freetourers Liebling
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Moin..
im letzten Urlaub habe ich immer die Luft aus dem Gabel nehmen müssen, damit ich das Bike ins kleine Staufach im Bus mitnehmen konnte.

Nach ca. 1,5h Busfahrt hab ich dann Luft wieder aufgepumpt und die Gabel war zunächst mega steif. Nach zwei-drei mal drücken auf den Lenker, gab sie dann langsam wieder nach.. nach ca. 5-8 mal, war sie im normalen Zustand, wie sie sein soll.

Nun habe ich das Bike für den Rückflug auch wieder "klein gemacht", in dem ich die Luft aus der Gabel gelassen habe.. diesmal hab ich das Bike aber seit dem Urlaub nicht wieder angefasst, so, dass die Gabel nun 2 Monate ohne Luft und komplett eingefedert im Keller stand.

Heute habe ich Luft aufgepumpt und sie fuhr auch komplett raus, wie es sein soll. Dann hab ich mich aufs Bike gesetzt und die Gabel sackte fast komplett ein. Nachdem ich abgestiegen bin, kam sie auf ca. 5cm wieder raus - mehr nicht.

Ich hab dann nochmal Luft kontrolliert und es scheint, dass ca. 10 psi fehlten.. was so erstmal nicht dazu führen sollte, dass die Gabel nicht wieder ausfedert. Trotz weiterem aufpumpen auf insg. 120 psi (maximal zugelassen), bleibt die Gabel bei diesen 5cm Federweg.

Dann habe ich leicht die Gabel mit der Hand einsacken lassen.. leicht gezogen, etc.. aber sie geht immer wieder zu dieser Position zurück.

Was sollte ich hier am besten machen um die Gabel wieder zum laufen zu kriegen?

Orbea Occam H20 LT mit Fox 36 Float Performance 150 Grip 3-Position
https://www.rabe-bike.de/de/orbea-occam-h20-lt-leo-orange-black-2023

An meiner Pike vom Reign 2 LTD 2016 hab ich den kleinen Service immer selbst gemacht. Das war easy.. mit der Fox-Gabel hab ich mich dahingehend noch nicht beschäftigt.
 
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Ich hab nochmal das Bike auf den Kopf gestellt und Luft abgelassen.. die Gabel zieht sich komplett ein und lässt sich auch nur schwer auseinander-ziehen.. Wenn ich das System richtig verstehe, bedeutet das, dass die untere-Luftkammer unter Druck steht und den krieg ich nur raus, in dem ich die Gabel komplett zerlege (und dabei vorsichtig bin).
Und Auslöser ist vermutlich zu viel Fett am Luftkolben.

Vermutlich krieg ich das nicht gelöst, ohne Öl zu verlieren bzw. zu ersetzen - gnaaaaaa!
 
Zieh sie doch auseinander, was ist das Problem?
Hast du keinen Wagenheber?
Rad raus, Achse rein, zwischen Achse und Krone spannen. Dabei immer nachpumpen.
 
Hab keinen Wagenheber.
Mach ich dabei nix kaputt, wenn man da mit Gewalt rangeht?

Bleibt das Problem mit dem Fett nicht danach trotzdem?
 
Hab keinen Wagenheber.
Mach ich dabei nix kaputt, wenn man da mit Gewalt rangeht?

Bleibt das Problem mit dem Fett nicht danach trotzdem?
Wenn du dabei nichts kaputt machst.
Du musst halt so ansetzen, dass nichts abrutschen kann.

Ich hatte es mal mit voll aufpumpen und ruckartigem Auseinanderziehen geschafft - musst halt einen stabilen Anker finden.

Ob und wie das Fett dort relevant ist, wirst du ja sehen.
 
puuuuhhh.. habs hinbekommen.

  • Habe das Bike auf den Kopf gestellt
  • Rad raus, Achse rein
  • Gabel aufgepumpt auf 150 psi
  • Gabel gesperrt und dann Fuß auf Lenker und Gabel auseinander gezogen -> 130 psi
  • Nachgepumpt auf 150psi und wieder auseinander gezogen.. so oft, bis nichts mehr ging.
  • Druck in 10 psi Schritten bis 200 psi erhöht und dabei immer wieder die Gabel ein Stück auseinander-gezogen..
  • Dann kam ein kurzes Zischen - war kaum zu hören
  • Hab dann Luft wieder abgelassen bis runter auf 100 psi.. aber in 20 psi Schritten und dabei jedes-mal kurz Pause gemacht um die Gabel etwas einzufedern und wieder auszufedern..

Das scheint nun gelöst.. aber wie kam es dazu? Und wie kann ich das in Zukunft verhindern?

Ich werde für den Flieger und für Busse immer wieder mal Luft ablassen müssen.
 
Glückwunsch.

Luft ablassen immer in kleinen Schritten.
Ich klemme immer ein Stück Holz zwischen Krone und Rad
Für die Busse auf Gran Canaria muss die Gabel tatsächlich auf Anschlag eingefahren sein. Wenn dann noch das Rad ausgebaut und Lenker abgebaut ist, geht das Bike geraaaaaade so noch in das kleine Gepäckfach.

Nervig.. aber lohnt halt, wenn man 1,5h Busfahrt auf den Berg hoch mitnehmen kann.
 
... ja, ist bei den verschiedenen Solo-Air-Konzepten so eine Eigenheit. Vor kurzem mit einem RS-Monarch auch mit so einem Mist rumgequält. Irgendwie mag ich die alten Dual-Air-Systeme lieber ;)
Habe schon mal überlegt, ob man den Solo-Air nicht mal eine dicht schließende Zusatzbohrung für den Notfall verpassen sollte.
 
Mir ist noch nicht ganz klar, wie es technisch überhaupt dazu kam.. und ob ich mir jetzt mit dem Überdruck und dem Ziehen irgendwas verschlechtert habe.. z.B. Öl oder Fett irgendwo hingedrückt, wo es nicht hin soll oder so..

Oder kann ich absolut bedenkenlos das Bike jetzt nutzen?

Beim Dämpfer scheint es da keine Probleme gegeben zu haben.. den hab ich genauso "schlecht" behandelt gehabt.
 
Mir ist noch nicht ganz klar, wie es technisch überhaupt dazu kam
... so ganz klar ist mir das auch nicht. Aber wenn die korrekt befüllte Gabel voll durchfedert, dann entsteht in der Positivluftkammer hoher Druck. Pfeift der durch in die Negativluftkammer, dann ist die überfüllt und es kommt nicht mehr raus. Bei einer Dual-Air ist das leicht korrigierbar: Ventil der Negativluftkammer öffnen, danach korrekt aufpumpen und Fall erledigt.
 
... so ganz klar ist mir das auch nicht. Aber wenn die korrekt befüllte Gabel voll durchfedert, dann entsteht in der Positivluftkammer hoher Druck. Pfeift der durch in die Negativluftkammer, dann ist die überfüllt und es kommt nicht mehr raus. Bei einer Dual-Air ist das leicht korrigierbar: Ventil der Negativluftkammer öffnen, danach korrekt aufpumpen und Fall erledigt.
Nach meinem Verständnis: Wenn die Gabel durchfedert und es gibt in dem Zustand einen Druckausgleich zwischen den Luftkammern, dann ist doch entweder der Druck in der Positivkammer maßlos zu hoch oder etwas is kaputt?
Eigentlich müsste das Grundsystem doch so sein, dass die Dichtung zwischen den Kammern den Unterdruck in der Negativkammer bzw. Überdruck in der Positivkammer beim kompletten Einfedern aushält. Sonst läuft man ja beim Einfedern immer Gefahr, dass da Luft durchrauscht und die Gabel nichtmehr federt?
 
... der Druck in der Positivluftkammer steigt beim Einfedern extrem an, weil die kammer ja verkleinert wird. Das ist ja auch notwendig, um gegen zuhalten. Der Druck in der Negativluftkammer sinkt dabei massiv, weil die Kammer vergrößert wird, ohne das Luftmasse einströmen kann. Wenn die Dichtung zwischen den beiden Kammern das nicht mehr hält, pumpt die Positivluftkammer die Negativluftkammer gnadenlos voll.
 
Jau.. soweit so klar.. aber der Job dieser Dichtung ist ja, das alles auszuhalten, wenn die Gabel nicht über den vom Hersteller als maximalen Druck angegebene PSI übersteigt.. und das war - zumindest laut Pumpe - nicht der Fall. Hinzu kommt, dass ich nicht mit 50kmh über eine Bordsteinkante gefahren bin und damit schnell einen hohen druck aufbaute, sondern im stehen per Hand eingefedert habe.

Mir fehlt irgendwie noch ne Info, die mir klar macht, warum es falsch ist, die Gabel nicht in kleinen Schritten aufzupumpen.. Ich verstehe, dass das die Lösung is.. aber ich würde auch gerne das technische Problem zu dieser Lösung verstehen - zumindest im groben.
 
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Jau.. soweit so klar.. aber der Job dieser Dichtung ist ja, das alles auszuhalten, wenn die Gabel nicht über den vom Hersteller als maximalen Druck angegebene PSI übersteigt.. und das war - zumindest laut Pumpe - nicht der Fall.
.... ja, wenn die Dichtung ok ist bzw. die Kolbenwände keine tiefen Kratzer haben.
Hinzu kommt, dass ich nicht mit 50kmh über eine Bordsteinkante gefahren bin und damit schnell einen hohen druck aufbaute, sondern im stehen per Hand eingefedert habe.
... per Ferndiagnose kaum zu beantworten. Defekt? Falsch zusammen gebaut?
Mir fehlt irgendwie noch ne Info, die mir klar macht, warum es falsch ist, die Gabel nicht in kleinen Schritten aufzupumpen.. Ich verstehe, dass das die Lösung is.. aber ich würde auch gerne das technische Problem zu dieser Lösung verstehen - zumindest im groben.
... mWn bekommt man eine überfüllte Negativ-Luftkammer bei Solo-Air nur entlastet, wenn die Gabel auf den Kammer-Ausgleichspunkt ausgezogen werden kann. Und dazu muss man ziemlich viel in die Positiv-Luftkammer füllen und/oder die Gabel mechanisch auseinander ziehen. D.h. gegen den hohen Druck der Negativ-Luftkammer bis es überströmt. Aber ich kenne nicht alle Solo-Air-Techniken in den Gabeln, die man bei seinem konkreten Teil dann überlisten muss.
 
ok.. anders: Warum ist die negativ-Kammer überhaupt überfüllt, wenn ich nicht in kleinen schritten aufpumpe..

das was du beschreibst, hab ich ja selber soweit oben beschrieben.. das hab ich alles verstanden.. die frage ist, wie es überhaupt zu der situation gekommen ist.
 
Mir ist noch nicht ganz klar, wie es technisch überhaupt dazu kam..
Der Druckausgleich zwischen pos. und neg. Kammer erfolgt über einen Kanal auf der Innenseite vom Standrohr. Der Kanal sitzt im Bereich vom Sag. Wenn die Luft zu schnell abgelassen wird zieht die neg. Kammer die Gabel zusammen, da der Druck nicht mehr in die pos. Kammer gelangen kann. Den Luftdruck immer langsam ablassen, damit der Druckausgleich über den Kanal erfolgen kann.
Edit. Standrohr, statt lower leg
 
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ahh.. verstehe.. das Problem generiert sich dann also beim Luft ablassen.

Dann ist also das Aufpumpen egal?
Ich habe also nicht heute das Problem generiert, sondern schon beim Vorbereiten für den Heimflug gelang Luft in die negativ-Kammer?

Jetzt weiß ich leider nicht mehr genau, ob die Gabel heute beim ersten Aufpumpen 100% ausgefahren wurde oder nur 70% oder so. Ich weiß aber noch, dass ich dann die Gabel gestaucht habe und sie viel tiefer stehen blieb. Gefühlt habe ich in dem Moment, wo ich die Gabel gestaucht habe, Luft in die Negativkammer gepumpt. Was für mich nur wenig bis keinen Sinn ergibt. Da die Gabel ja nicht auf Anschlag ausgefahren war, dürfte doch eigentlich keine Luft zur Negativkammer gelangen.

Mich verwirrt das weiterhin =)
 
Dann ist also das Aufpumpen egal?
Beim Aufpumpen ist es auch nicht egal, denn der Druck in der neg. Kammer ermöglicht überhaupt erst ein Einfedern. Wenn du jetzt 120 PSI ohne Druckausgleich rein jagst, kannst du die Federgabel gar nicht mehr, oder nur mit viel Kraft einfedern.
Ich gebe Maximal 50 PSI rein bevor ich die Gabel bis zum Sag einfeder.

Du kannst nicht nur die negativ Kammer befüllen, da der Weg dorthin nur über die positiv Kammer führt. Es findet immer ein Ausgleich zwischen beiden Kammern im Sag Bereich statt.
 
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