1. ich hätte es natürlich lieber gehabt, wenn Danny Hart in Fort Williams mit seinem packenden Lauf gewonnen hätte, Bryceland in MSA als Sieger am Treppchen steht und Sheffield Steel den "die Zeiten der alten Garde sind vorüber"-Ansagen einen dramatischen Strich durch die Rechnung gemacht hätten
2. Downhill wäre gottseidank auch mit Doping sehenswert, im Gegensatz zu Rennradln, Schwimmen oder Langlaufen, wo ja irgendwie der Witz bei der Sache ziemlich dahin ist, wenn die Kondition gefaked ist.
3. Also wenn man Gwin verdächtigt, müsste man konsequenterweise Minnaar auch verdächtigen, immerhin hat Gwin seine Siege faszinierenden Skills überall (in der Luft, durch Steinfelder, offene Drifts und Tretpassagen) zu verdanken, während Minnaar doch eher "unspektakulär" (aber freilich sehr smooth, schnell und sicher) unterwegs ist und seine Siege mehr als einmal den Tretpassagen zu verdanken hatte. Und dann kann man gleich Gee Atherton auch mit reinnehmen, immerhin ist er bei RedBull in Vertrag und RedBull erlaubt sich die Letztklassigkeit mit Dr. Bernd Pansold einen verurteilten Dopingarzt, der in der DDR unfassbares Leid sogar über Kinder gebracht hat, als Leiter des Red Bull 'Diagnostics & Training Center' in Salzburg mit der Betreuung seiner Athleten zu beauftragen.
http://www.fr-online.de/sport/ratschlaege-vom-offiziellen-mitarbeiter/-/1472784/3401126/-/index.html
(wegen der Folgen für die unwissenden Versuchsobjekte (Vermännlichung, Unfruchtbarkeit, Tumorerkankungen, Zwangsabtreibungen, Missbildungen, Fehlgeburten, soziale Stigmatisierung, Scham, tiefe Stimme, Triebstörungen, Transsexualismus, Selbstmorde, etc.) einfach mal googeln. Und am besten Red Bull ein Mail schreiben wie ******* man das findet.
3. Ich bezweifle, dass man im DH seine Leistung mit Mitteln bedeutsam steigern kann. Abgesehen davon, dass Fahrtechnik und Erfahrung sicherlich die bedeutendsten Faktoren sind, ist der Sport einfach recht ausgeglichen. Mit der langen Winterpause und den langen Regenerationszeiten ist es ja (für Profi-Athleten) nicht schwer ein sehr hohes Niveau an Ausdauer und Kraft zu erreichen. Das Problem haben vor allem Sportarten mit sehr langem und dichtem Kalender (NHL zB bis zu 4 Spiele/Woche; 100 in einer Saison inkl. Playoffs, ständig herumfliegen!!) oder halt Sportarten wo man in 1 Bereich das absolute Maximum braucht (Muskelmasse, Ausdauer, etc.). Wenn man sieht, dass ein Viech wie der Chris Kovarik auch nicht schneller fährt als eine halbe Portion wie der Troy Brosnan und ein Sam Hill nach Monaten Verletzungspause noch immer einen Greg Minnaar abhängen kann, sind sicherlich weder im einen, noch im anderen Bereich Maximalanforderungen, die durch normales Training nicht zu erreichen sind, erforderlich. Und selbst als angeblicher Trainingsmuffel wie ein Brendan Fairclough kann man am Podium stehen.
Wäre noch die Geschichte mit der Konzentration, Reaktionsschnelligkeit. Aber da ist wieder ein Vorteil, dass man nur über eine recht kurze Zeitspanne die Leistung bringen muss und doch auch abgebrüht sein muss. Amphetamine, die vielleicht einem Soldaten oder einem Kämpfer was bringen, sind da sicherlich nicht hilfreich (man muss ja auch nur 4min und nicht 4 Tage lang am Limit werkeln), und bei den 4Xern gabs ja "Dopingfälle" mit Cannabis ;-) Es gibt zwar beängstigende Mittel um die Merkfähigkeit zu steigern (beängstigend im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie auch Psychosen auslösen können) oder eben Ãbermüdung hintanzuhalten (zB Kokain/Amphetamine), aber es ist wohl stark zu bezweifeln, dass das irgendeinem DHer zu einem Worldcup Sieg helfen soll. Beta-Blocker, die von Sportschützen gegens Zittern genommen werden/wurden, bringen sicherlich auch nix.
Wachstumshormone (HGH, MGF, IGF, etc.) sind alle sehr teuer, richtig ******* in den Nebenwirkungen, und nicht so spannend in der Wirkung für Downhill (immerhin braucht man ja kein Ultra-Maximum)
EPOs sind recht gut nachzuweisen, durch Training / spezifische Tricks problemlos zu ersetzen, zudem gibts ein Hämatokritlimit und die Anwendung ist auch wirklich gefährlich und teuer
Testosteron macht kleine Eier, fette Muskeln braucht man nicht (nicht nur Troy Brosnan, auch zB Sam Blenkinsop hat ja ziemlich dünne Astln und selbst Barel oder Gee sind einfach nur gut durchtrainiert, nicht aufgepumpt), und heià genug auf den Sieg um 4min Vollgas zu geben sind sie wohl sowieso.
Cortison kann man vergessen und Asthmamittel wie Budesonid dürften auch wurscht sein, auÃer vielleicht man ist verkühlt oder hat beim Einfahren mit der Brust eine Bodenprobe genommen.
Also imho: optimales Material + Mentaltrainer + Trainingsplan reichen als legale Mittel völlig aus, Doping bringt fast nichts (am bedeutsamsten wäre es noch um nach einer Verletzung schnell wieder in Topform zu kommen), letztlich kommts einfach auf klassische Racerqualitäten an (Skills, Linienwahl, richtiges Maà an Risiko, gute Kondition und gute Kraft), you gotta love that sport!
Also mein Lieblingsfahrer ist Gwin auch nicht (bei Yeti mochte ich ihn noch mehr obwohl ich selbst ein Remedy fahre *gg*) und es wäre gewissermaÃen gut, wenn er nicht so oag dominieren würde (wobei die Dominanz vom Hill auf technisch schwierigen Strecken vor ein paar Jahren war ja noch viel ärger - über 12s im Champery-Qualirun und natürlich das hier [nomedia="http://www.youtube.com/watch?v=mIygwolIHjg"]YouTube - âªSam Hill Downhill World Cup 2008â¬â[/nomedia]).
Aja, und das Interview im Ziel in Windham war ja wieder um einiges sympathischer.
