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Warum eigentlich "natürlich" = "gesund" ???

ratte schrieb:
Ascorbinsäure ist Ascorbinsäure
Stimmt natürlich, aber
(a) ob man die Begleitstoffe so immer gutheißen kann?
(b) der Industriebedarf an Ascorbinsäure wird fast ausschließlich von gentechnisch veränderten Kulturen produziert.
(c) Auch in Brot kommt Ascorbinsäure -- gesund? Sehr fraglich, weil die unter Hitze in eine andere Säure (Namen vergessen) umgewandelt wird, die sogar eine gegenteilige Wirkung hat.

Einige Anmerkungen zur Ausgangsfrage:

(a) Die schon vielfach erwähnten sekundären Pflanzenstoffe, aber auch die ganz banalen Vitamine oder pflanzeneigenen Aromen sind idR sehr empfindlich. Das ist leider nicht kompatibel zum beliebig lange lagerbaren, jederzeit verfügbaren Essen aus der Packung. Ergo muss die Lebensmittelindustrie ganz schön tricksen mit Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen. Die mögen ja alle ein Zulassungsverfahren hinter sich haben, das aber oft sehr zweifelhaft ist (Langzeitwirkungen/Wechselwirkungen).

Man kann es aber auch kurz machen: Industriell gefertigte Lebensmittel zu essen ist einfach Betrug an sich selbst und seinen Sinnen, die eigentlich dafür geschaffen wurden, gutes von schlechtem Essen zu scheiden.

(b) Klar gab es auch bei Biolebensmitteln schon Skandale, etwa die Sache mit dem Hühnerfutter. Da hatte aber der Lieferant Mist gebaut und eigentlich ökologisch produziertes Getreide in verseuchten Behältern gelagert. Unterm Strich sind ökologisch produzierte Lebensmitteln aber durchaus weit weniger mit Pestizidrückständen oder anderen Umweltgiften belastet als konventionelle (zB Studie des Wuppertal-Instituts) -- wenn auch nicht frei, das wäre illusorisch. Natürlich kann der Biobauer nichts machen, wenn vom Nachbarfeld was rüberweht, oder die Äcker von früher noch belastet sind. Aber es geht ja auch nicht nur darum. Es geht auch um artgerechte Tierhaltung, um wirklich nachhaltiges Wirtschaften. Was man von den Agrar-Großbetrieben wirklich nicht sagen kann -- da werden Düngemittel in großen Mengen in Dritte-Welt-Länder geschippert, wo auf riesigen Flächen, die der einheimischen bevölkerung nicht mehr zur verfügung stehen, zB Soja produziert, mit dem bei uns wieder Viecher gemästet werden, um sie beim nächsten BSE-Skandal zu verheizen. Und die Gülle/Stickstoff kriegt man natürlich auch nicht unter und belasten Gewässer und Meere (Algenblüte).

Womit ich eigentlich schon bei Punkt (c) bin: der ethischen Dimension. Beispiel Legebatterien. Jeder findets schrecklich (die 50% männlichen Küken wanderten übrigens in den Häcksler), leider werden nach wie vor 80-90% des Eierbedarfs so gedeckt. Und wo kommen die hin? Richtig, in industriell produziertes Essen.

usw.
 
Viele Menschen haben gar kein richtiges Bewußtsein für die Nahrung. Ich kenne leider total viele, denen ist es total egal, woher die Eier kommen, hauptsache billig sind sie!!! So einen großen Eierkonsum habe ich nicht, da kaufe ich nur die vom Bauer beim Bio-Stand. Leider hat er im Winter immer ganz wenige Eier dabei....Genauso diese billigen abgepackten orangefarbigen Käse, die eigentlich nach nichts schmecken... Wenn ich so in die überladenen Einkaufswagen reinschaue, wundert es mich, wer so was alles essen soll. Ich glaube es kaum, dass es soooo viele Großfamilien gibt...Wie oft mußte ich mir schon anhören, es sei "Betrug" und zu teuer und eine Verarschung, wenn man BIO-Lebensmittel kauft. Kann aber kein Gemüse essen, welches schon beim kochen nach "Dünger" schmeckt, ihhh....Ja, da gehen die Meinungen eben auseinander.

Liebe Grüße

Yvoxl
 
Leider wird auch mit dem Begriff "Bio" viel Schindluder getrieben.
Bsp: Bei Spar wird Blumenerde verkauft, auf der groß "Bio" steht. Viele kaufen es deshalb. Dabei hat der Hersteller sich kurzerhand einfach so genannt...
Der Begriff ist halt nicht geschützt.

Das mit den Eiern schockt mich auch immer wieder. Genauso mit dem Fleisch - jeder findet die Tiertransporte schrecklich, aber das Fleisch wird trotzdem weiter im Supermarkt gekauft. Ist ja schön billig.

Meiner Mutter ist letztens nach dem "Genuß" von Lauch aus dem Supermarkt übel geworden. Sie meinte, er hätte schon so komisch nach Chemie geschmeckt.
Natürlich kann man hier mit einem "empfindlichen Magen" argumentieren, aber das muss doch nicht sein, oder?
 
"natürlich" = "gesund"

Uneingeschränkt ja, weil:

Wir Menschen biologisch betrachtet uns eigentlich nicht von den Tieren unterscheiden. Und von welchem Futter werden die Tiere mangelernährt, krank, und von welchem gesund???

Die Natur hat die Verdauungsfunktion der Tiere/Menschen in Millionen Jahre auf das Nahrungsangebot hin entwickelt und zwar optimal. Was in der Natur nicht optimal angepasst ist, stirbt aus. (Ausser in der neuesten Zeit, da werden selektierende Krankheiten/Lebensweisen durch moderne Medizin "behandelt" und verlieren ihren Schrecken und schlimmer: ihren Sinn).

Ob man "schlechtes" Cholesterin kennt, oder seit einigen Jahren sogar ein "gutes", ob man "Fett" verdammte", heute ist es wieder wichtig, dafür stehen (wie vor vielen Jahren schon einmal) nun die Kohlenhydrate auf dem Pranger, ob man nun die sekundären Pflanzenwirksoffe oder Photonenenergie neu entdeckt, ist mir alles wurscht. Gespritzte Äpfel sind wurmfrei, aber auch ärmer an antibiotischen Wirkstoffen, die der Mensch verwenden kann.
Alle paar Jahre werden state-of-the-art Fakten der wissenschaftlichen Ernährungskunde in Frage gestellt, neue tauchen auf.
Vor hundert Jahren gab es Medizin und Zahnpaste als letzten Schrei radioaktiv, zuvor war das Gift "Quecksilber" DAS Mittel der Mediziner.
Heute sollen es Eigenurinbehandlung, Coenzym Q10, Vitamin- und Nährstoffpräparate sein.
Was sagen die Wissenschaftler in hundert Jahren zu unserer Genfood, zu unserem Fleisch, zu "Yes-Torty", zu Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffen, zu Tiermehlgefütterten Rindern und zu Fischmehlgefütterten Hühnern?

Ist mir wurscht, was alles absolut naturidentisch sein soll, welche Vitamine in künstlichen Lebenmittel genau den natürlichen enstprechen usw.
Zu kompliziert, zu unsicher. Es geht viel einfacher:

Auf der garantiert sicheren Seite ist man NUR, indem man möglichst wenig behandelte (mechanisch/chemisch/gentechnisch/gefüttert/gedüngt) Nahrung zu sich nimmt. Also eben genau die Nahrung, die der Mensch seit jahrtausenden in der Natur und nicht im Supermarkt findet. Möglichst wenig/kein Fleisch, möglichst nichts kleingeschnipselt, möglichst nichts gekocht, gebraten, gebacken, erhitzt.
Wer kann mit auch nur eine Tierart nennen, welche die Nahrung vor Verzehr biologisch totkocht???? Nur der Mensch bringt sowas fertig.

"natürlich" = "gesund", aber was genau "natürlich" ist, das sehen viele zu locker. Viel Nachdenken bringt unangenehmes ins Bewusstsein.

Anmerkung:
Ich bin alerdings nur ein Theoretiker, leider schaffe ich es aus zeitlichen/bequemlichen Gründen nicht, wirklich natürlich zu essen.

Peter
 
carmin schrieb:
Stimmt natürlich, aber
(a) ob man die Begleitstoffe so immer gutheißen kann?
(b) der Industriebedarf an Ascorbinsäure wird fast ausschließlich von gentechnisch veränderten Kulturen produziert.
(c) Auch in Brot kommt Ascorbinsäure -- gesund? Sehr fraglich, weil die unter Hitze in eine andere Säure (Namen vergessen) umgewandelt wird, die sogar eine gegenteilige Wirkung hat.
Meine Aussage sollte nur eine Erklärung aus rein chemischer Sicht sein, da spOOky fish sich ja nicht ganz sicher war.
Um die Biologie kümmern sich ja gerade genügend andere, die sich bestimmt mehr mit der Materie beschäftigt haben.
 
ratte schrieb:
Ascorbinsäure ist Ascorbinsäure, egal, wie viele Fremdstoffe enthalten sind. Fremdstoffe ändern ja nichts an der Struktur des Moleküls.

chemisch gesehen und theroetisch ja. ich wollte nur darstellen das sehr wohl ein unterschied zwischen der in der tütensuppe verarbeiteten ascorbisäure ( oder sonstiger zugesetzter industriell hergesteller stoffe) und der im apfel vorhandenen bestehen kann.

aber ist ja eigentlich schon geklärt :).
 
Hallo,

einfach durchzuführender Selbsttest:

Kaufe Dir ein Glas Babynahrung (ohne Gewürze und mit Biogemüse) idealerweise mit Gemüse, dass Du auch auf dem Markt bekommst.
Dieses Gemüse holst Du Dir dann vom Markt/ Gemüsehändler, kochst und pürierst es.

Probiere beide beide Varianten.

Richte nach dem Ergebnis Deine weitere Ernährung!!!

Außerdem, sind Bioäpfel aus Neuseeland wirklich Bio??


Viel Spaß beim probieren und grübeln.

Martin
 
eben...bananen aus südamerika werden während der reise gammabestrahlt um pilze und andere organismen abzutöten

Bananen sind mit GAMMASTRAHLEN bestrahlt worden :( :eek: ???

Ich esse täglich 2-3 Bananen...vorwiegend von Aldi weil sie da einfach am billigsten sind....und 1,99€ Kilo möchte ich nicht bezahlen nur weil die Banane dann DOLE oder CHIQUITA heißt...


Bin ich nun verstrahlt? ;)
 
darf ich mal den begriff "vollwert" ins spiel bringen?

Als eigentlicher Vater der Vollwert-Ernährung gilt der griechische Arzt Hippokrates. Aufgegriffen und weiterentwickelt wurden diese antiken Gedanken vom Ernährungswissenschaftler Werner Kollath. Er schuf den Merk- und Leitsatz: ´Lasst unsere Nahrung so natürlich wie möglich´. Demzufolge ist Vollwert-Ernährung dadurch gekennzeichnet, dass sie den Verzehr von Lebensmitteln in einem möglichst unerarbeiteten, das heißt naturbelassenen Zustand anstrebt. Die Nahrung wird so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig bearbeitet. Durch diese schonende Verarbeitung bleiben wichtige Nährstoffe und Mineralstoffe erhalten. Die Säulen der Vollwert-Ernährung sind die natürlichen Lebensmittel: Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukte. Fleisch, Fleischprodukte, Fisch und Eier spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Bei der Vollwert-Ernährung handelt es sich um ein ganzheitliches Ernährungskonzept, das in seinen Grundzügen auf Erkenntnissen und Erfahrungen von Professor Kollath ("Die Ordnung unserer Nahrung") basiert.

"Vollwert-Ernährung ist eine Ernährungsweise, in der ernährungs- physiologisch wertvolle Lebensmittel schmackhaft und abwechslungsreich zubereitet werden. Sie besteht vornehmlich aus pflanzlichen Lebensmitteln - Vollgetreide, Gemüse und Obst, möglichst aus kontrolliertem Anbau - sowie Milch und Milchprodukten. Etwa die Hälfte der Lebensmittel wird als Frischkost verzehrt; Fleisch und Eier spielen eine untergeordnete Rolle.
Vollwert-Ernährung unterscheidet sich von üblicher Mischkost durch das Vermeiden übertriebener Be- und Verarbeitung der Lebensmittel sowie durch das Vermeiden von Zusatzstoffen."
 
Danke, da sind ja schon einige denkwürdige Argumente zusammengekommen.

Einige davon kann man auch in zwei Richtungen interpretieren.

Ich werde mich vor allem noch mal über den Stand der Forschung bzgl. sekundärer Pflanzenstoffe informieren.
Deren unklarer Einfluß auf die Gesundheit ist ein gutes Argument für Mischkost. Allerdings:
Sind genau da nicht auch 50-100.000 unbekannte natürliche Gifte zu finden ?!

Aber darauf dürfte der Körper ja in der Evolution eingestellt sein, zumindest bis zu einer Lebenserwartung von 35 Jahren. Danach ? Da gelten evolutionsbezogene Ansätze nur sehr bedingt !

Aflatoxine durch Schimmel gelten z.B. als extrem starke Krebserreger – bei richtigem Hunger egal, zum Altwerden sollte man sie aber unbedingt meiden.

Das Erhitzen als Zubereitungsform um den Pflanzen die giftigen Abwehrstoffe zu nehmen, zum Beispiel um das Bohnengift unschädlich zu machen, ist letztlich auch eine unnatürliche Zubereitung.

Bisheriges Fazit:
-Ich habe keine speziellen Bedenken gegen industriell verarbeitete Nahrungsmittel.
-Ein Anteil Mischkost sollte schon sein, grade wegen sekundärer Pflanzenstoffe mit unklaren Wirkungen und weil es eben schmeckt.
-Ich glaube ganz so genau kommt es sowieso nicht. Einigen geht’s mit Junk-food extrem gut, andere reagieren anscheinend schon auf kleinste Abweichungen vom biologisch einwandfreien Speiseplan.
-Ich vertraue lieber auf die große Durchmischung / Verdünnung von Rückständen bei Aldi und Plus als durch einem speziellen Bio-Bauern auf die Qualität eines Feldes angewiesen zu sein.

„Mankra“ hat in meinen Augen sehr sachliche Argumente aufgeführt ohne irgendeine bekannte Lehre oder ein neues Dogma zu verwenden, ich empfinde da gesunden Menschenverstand. Solche nachvollziehbare Argumentationsketten beeinflussen mich eher als es spezielle Heilslehren tun.

Würfelglück
 
würfelglück schrieb:
Solche nachvollziehbare Argumentationsketten beeinflussen mich eher als es spezielle Heilslehren tun.
Hm, abweichende Meinungen als "Heilslehren" zu bezeichnen ist auch nicht eben Ausweis unvoreingenommenen Denkens... Wo findest Du in diesem Thread bisher eine Heilslehre? Allenfalls Onzillas "Totkochen" klingt etwas esoterisch, aber er sagt doch selbst, dass das nur das ultimative Ideal ist, das man im Alltag nicht wirklich erreichen kann. Dennoch finde ich diese Denkweise gut, besser jedenfalls als die "bei mir kommt der Strom aus der Steckdose"/"bei mir kommt die Eiernudel aus der Tüte"-Haltung. Denn wenn alle nur ein bisschen mehr über ihre Ernährung nachdenken würden und zB Milch durch Biomilch (ca. 30% teurer; Obst/Gemüse vom kleinen Krauter auf dem Markt ist oft sogar billiger als importierte Ware) ersetzen würden, wären wir ein gutes Stück weiter. Agrarpolitisch, ökologisch, gesundheitlich, sozial.

Dazu kann ich seine Müdigkeit in diesen Diskussionen bestens nachvollziehen. Alle Naslang werden neue Stoffe als förderlich oder schädlich hervorgekramt. Das einzige, was sich seit Jahren, ja, Jahrhunderten als stabil erweist, ist der Rat zu ausgewogener, natürlicher Ernährung. Womit wir wieder am Anfang wären.

Aber darauf dürfte der Körper ja in der Evolution eingestellt sein, zumindest bis zu einer Lebenserwartung von 35 Jahren. Danach ? Da gelten evolutionsbezogene Ansätze nur sehr bedingt !
Klar werden wir heute auf einmal deutlich älter als vor 100 oder 1000 Jahren. Aber wieso sollten sich die Schlussfolgerungen aus der Evolutionstheorie deshalb ins Gegenteil verkehren?

Ich vertraue lieber auf die große Durchmischung / Verdünnung von Rückständen bei Aldi und Plus als durch einem speziellen Bio-Bauern auf die Qualität eines Feldes angewiesen zu sein.
Das ist ein merkwürdiges Argument. Als ob es ein fixes Quantum Schadstoffe gäbe, die auf die Segmente "Masse+Billig" sowie "Bio" aufgeteilt würden, und durch Griff in die Masse hätte man ein geringeres Risiko. Sorry, aber... Und selbst bei Bioprodukten bist Du nicht auf einen Erzeuger angewiesen.

Dass mit dem Wörtchen "Bio" auch viel Schindluder getrieben wird, ist keine Frage; das Beispiel Neuseelandäpfel fiel ja oben schon. Klar: wo Geld zu holen ist, stehen Betrüger bereit. Aber mit etwas offenen Augen und Pragmatismus lässt sich doch schon recht gut einkaufen.
 
würfelglück schrieb:
Mein bestes Argument gegen eine ausschließlich synthetische Ernährung mit Produkten aus der chemischen Industrie sind ggfs. natürliche essentielle Substanzen, die der Mensch einfach noch nicht kennt.

Ansonsten haben die meisten Pflanzen und Tiere doch eigentlich wenig Ínteresse für uns ein möglichst gesundes Nahrungsmittel zu sein!

Was spricht eigentlich wirklich gegen Vitaminpräparate, Konserven und andere ultralang haltbare, ultrapraktische, billige und z.T. für mich trotzdem leckere Fertigprodukte ?

man kann auch sagen: das ganze ist mehr als die summe seiner teile.
und - wie du bemerkst - ich will nicht verzichten auf "natürliche essentielle Substanzen, die der Mensch einfach noch nicht kennt".

beides zusammen kombiniert heisst für mich: keine haltbaren, praktischen, billigen fertigprodukte.
 
@carmin

Ich halte hier Niemanden für blöde oder grenzenlos naiv.
Ich bin doch letztlich der Andersdenkende, die meisten Menschen lehnen doch wohl Fertigfutter ab!
Ich werde mit Übelkeit kämpfen und Auschlag bekommen!

Mit "Heilslehren" meine ich nicht diesen Thread sondern die zahlreichen durchaus verbreiteten Dogmen wie:
Trennkost, Eigenurin, Atkins-Diät, Darm-Pilz-Bekämpfung, Entschlackung, Farbtherapie, Bachblüten... alles Dinge die schnell in Erklärungsnöte kommen.

Und die Evolution hat wirklich keine Ahnung vom Leben nach dem 35.-40.Lebensjahr. Die Verdauung ist sicherlich auf natürliche Begebenheiten optimiert. Aber ob es für 80 Lebensjahre so schlau war, das Enzym für Vit.-C rauszuwerfen ? Ich substituiere jedenfalls erstmal fröhlich weiter.

Die Motivation über die Nahrungsauswahl unwürdigen Haltungsbedingungen für Tiere entgegenzuwirken und Umweltschutz zu fördern ist natürlich ehrenwert.
Da mache ich auch gerne im Rahmen mit.

Mein Aldi-Modell funktioniert anders:
100 Kg vergiftetes Mehl bei Aldi auf 10.000 Tonnen Produkt: Immer ein kleines bisschen giftig, na gut.
100 Kg vergiftetes Mehl bei einem von 100 Bauern: 99 x giftfreie Ware, 1 x ausschließlich giftiges Brot, wenns genau Dein Laden ist.

@dubbel
Hast ja recht, ich habe keine Ahnung wie empfindlich die sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen sind und ob sie den Weg in die Konserve überleben. (also doch lieber ein kleines bisschen gammabestrahlen ;-))
 
würfelglück schrieb:
100 Kg vergiftetes Mehl bei Aldi auf 10.000 Tonnen Produkt: Immer ein kleines bisschen giftig, na gut.
100 Kg vergiftetes Mehl bei einem von 100 Bauern: 99 x giftfreie Ware, 1 x ausschließlich giftiges Brot, wenns genau Dein Laden ist.
Die Rechnung haut aber in den allerseltensten Faellen hin. Denn auch Aldi sammelt ja nicht erstmal bundesweit die Mehlproduktion ein, um sie dann gruendlich durchzumischen. Auch dort gaebe es dann erstmal einige, wenige extrem giftige Brote aus einer bestimmten Charge zu kaufen. Wenn du eins davon erwischst ist das genauso giftig wie das von dem Bauern aus deinem Beispiel.

Nur wenn sich jemand ausschliesslich von den Produkten eines Bauernhofs ernaehrt, und dort beispielsweise der Boden stark belastet ist, dann waere Aldi gesuender, da man dort morgen (wahrscheinlich) Karotten von einem anderen Bauern bekommt als heute.
 
FuzzyLogic schrieb:
Nur wenn sich jemand ausschliesslich von den Produkten eines Bauernhofs ernaehrt, und dort beispielsweise der Boden stark belastet ist, dann waere Aldi gesuender, da man dort morgen (wahrscheinlich) Karotten von einem anderen Bauern bekommt als heute.

Dein Beispiel ist viel besser, so meinte ich das eigentlich auch.
Aber ich habe auch keine Angst vor Bio-Produkten !!!
Ich habe nur kein zusätzlich gesundes Gefühl beim Genuss.
Ich bin diesbezüglich ein Allesfresser.

Wenn ich mir bei Abfahrten so wenig Sorgen machen würde wie um meine Ernährung würds beim Biken auch besser fluppen :-)

Würfelglück
 
würfelglück schrieb:
...Und die Evolution hat wirklich keine Ahnung vom Leben nach dem 35.-40.Lebensjahr. Die Verdauung ist sicherlich auf natürliche Begebenheiten optimiert. Aber ob es für 80 Lebensjahre so schlau war, das Enzym für Vit.-C rauszuwerfen ? Ich substituiere jedenfalls erstmal fröhlich weiter.
...

du vergißt...
zu Zeiten, wo die Menschen durchschnittlich selten das 35. Lebensjahr vollendeten....
.... gab es immer wieder schlechte Zeiten, wo eine Ernte schlecht war, bzw. ausfiel - also musste der Mensch hungern, bzw. sich einseitig und/oder ungesund ernähren (Eichelmehl, Brot mit Sägespäne, etc.)
.... gab es ziemlich viele Kriege und eine hohe Unfallrate
.... außerdem eine hohe Kindersterblichkeit, die wird reingerechnet
.... und viele Geschlechtskrankheiten, bzw. Seuchen
.... schlechte Zähne
.... und es wurde ziemlich viel Alkohol gekippt

Das fiel mir gerade so ein.
Dein Umkehrschluß, dass natürliche Lebensmittel nur für ein Alter von <= 35 ausreichen, haut meiner Meinung nach nicht hin.
 
swe68 schrieb:
du vergißt...
zu Zeiten, wo die Menschen durchschnittlich selten das 35. Lebensjahr vollendeten....
.... gab es immer wieder schlechte Zeiten, wo eine Ernte schlecht war, bzw. ausfiel - also musste der Mensch hungern, bzw. sich einseitig und/oder ungesund ernähren (Eichelmehl, Brot mit Sägespäne, etc.)
.... gab es ziemlich viele Kriege und eine hohe Unfallrate
.... außerdem eine hohe Kindersterblichkeit, die wird reingerechnet
.... und viele Geschlechtskrankheiten, bzw. Seuchen
.... schlechte Zähne
.... und es wurde ziemlich viel Alkohol gekippt

Das fiel mir gerade so ein.
Dein Umkehrschluß, dass natürliche Lebensmittel nur für ein Alter von <= 35 ausreichen, haut meiner Meinung nach nicht hin.
Liebe Stephanie, natürlich haut der nicht hin, den habe ich auch nie machen wollen:

1. Ging es mir eher so um die Zeit vor 20.000 bis 80.0000 Jahren. Also mehr Jäger und Sammler. (Hatten die schon Alkohol ? bestimm ! )
2. Ich meinte wirklich nur, daß die Evolution damals kaum von Dingen beeinflusst wurde, die erst nach dem 35. LJ zum Tragen kamen.
3. Bestreite ich nicht, daß natürliche Ernährung ein hohes Alter ermöglicht, nur sehe ich nicht, daß der Mensch in der Evolution dahingehend optimiert wurde.

Es kann also durchaus "natürliche" Dinge geben, die einem hohen Alter weniger zuträglich sind und "künstliche", die für diesen "künstlichen" Lebensabschnitt >35 günstig sind, ohne daß die liebe Evolution da jemals ihre Finger drin hatte.
(Aus welcher Zeit unser aktuelles Enzymmuster eigentlich stammt weiß ich aber nicht)

Gruß Würfelglück
 
@Würfelglück

Fein, daß es noch jemanden gibt, der dieses sehr komplexe Thema kritisch ansieht und nicht einfach bedenkenlos einer Aussage anschließt.

Zum Aldi Bsp:

Die Wahrscheinlichkeit, daß belastete Lebensmittel bis zum Konsumenten ankommen, ist geringer, als beim Bauern um die Ecke.
Erst recht bei Nahrungsmittelkonzentraten (Vitaminpillen, etc) oder Fertigkost.

@alle Bioverfechter:

Im Grunde habt Ihr ja Recht, trotzdem bitte kritisch bleiben und manches etwas hinterfragen (Auch wenns die eigene Meinung eigentlich bestärkt).
Es ist nicht alles schwarz oder weiß, sondern die Wahrheit liegt dahinter.

Die Eingangsfrage ist bis jetzt noch net wirklich beantwortet, deshalb nochmal kurz:

"Natürlich" ist nicht automatisch gesund. Wie ich schon geschrieben hab, in natürlichen Produkten können sich mehr Verschmutzungen befinden, als in industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit deren strengen Prüfung.

Vorteil von natürlicher Vollwertnahrung ist:

Sättigt mehr (Dadurch geringerer Gesamtkonsum, meiner Meinung der Hauptgesundheitsvorteil)

Meist geringerer Glykonischer Wert (Der Glykonische Index, ursprünglich für Diabetiker aufgestellt, zeigt an, wie schnell Kohlenhydrate ins Blut geraten und somit den Blutzuckerspiegel steigen lassen, bzw. die Insulinausschüttung anregt, welches wiederum, unter anderem, die Fettpölster anfüllt).

Es gibt zigtausend unbekannte Stoffe, die für den Körper mehr oder weniger wichtig sind.
 
würfelglück schrieb:
Ich bin doch letztlich der Andersdenkende, die meisten Menschen lehnen doch wohl Fertigfutter ab!
Ich werde mit Übelkeit kämpfen und Auschlag bekommen!
Du bist mein Held.

würfelglück schrieb:
Mit "Heilslehren" meine ich nicht diesen Thread sondern die zahlreichen durchaus verbreiteten Dogmen wie:
Trennkost, Eigenurin, Atkins-Diät, Darm-Pilz-Bekämpfung, Entschlackung, Farbtherapie, Bachblüten...
Damit will ich nicht in Verbindung gebracht werden. Halten wir es mit mankra: Es ist nicht alles schwarz und weiß.

mankra schrieb:
Fein, daß es noch jemanden gibt, der dieses sehr komplexe Thema kritisch ansieht und nicht einfach bedenkenlos einer Aussage anschließt.
Ihr müsst nur aufpassen, dass das Gefallen am Andersdenken an sich Euch nicht davon abhält, Euch mit den Argumenten auseinanderzusetzen.

mankra schrieb:
"Natürlich" ist nicht automatisch gesund.
Das wurde hier schon vielfach, auch von uns "Bioverfechtern" klar gestellt. Ausnahmen aber ändern nix daran, dass eine vielfältige, vollwertige Ernährung aus möglichst naturbelassenen Zutaten unterm Strich deutlich gesünder ist; die schon genannten weiteren Vorteile mal außen vor.

mankra schrieb:
Wie ich schon geschrieben hab, in natürlichen Produkten können sich mehr Verschmutzungen befinden, als in industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit deren strengen Prüfung.
Ich kann auch sagen: In Deutschland kann es auch im Winter mal 30°C haben. Oder man kann auch vom LKW überfahren werden und überleben. Alles richtig. Aber die Schlussfolgerungen? Mal das Ganze betrachtet?

Ich weiß nicht, woher Du Deine Infos nimmst. Also etwa, dass Billigmasse streng kontolliert würde, und Biolebensmittel nicht. Andersrum wird ein Schuh draus. Die Biovertriebsgesellschaften haben einen Ruf zu verlieren. Bei Billigmasse gehts nur um den Preis.

Und was die konkreten Belastungen angeht: Dass Biolebensmittel weniger betroffen sind, wurde in weit über 100 Studien schon belegt. Google ist Dein Freund. Wenn nicht, hier die ersten Links:
http://www.umweltinstitut.org/frames/all/m378.htm
http://www.untersuchungsaemter-bw.d...seiten/lm_pest_oekomonitoringbericht2002.html
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/61309/
 
carmin schrieb:
Ihr müsst nur aufpassen, dass das Gefallen am Andersdenken an sich Euch nicht davon abhält, Euch mit den Argumenten auseinanderzusetzen.

Ich muß net zwanghaft anders sein, ganz im Gegenteil.

Ich lehen nur Pauschalverurteilungen energisch ab.

"Jein", oder es gibt net nur Schwarz und Weiß oder ähnliche Aussagen wirst von mir immer wieder hören.
Und nur um das gehts mir.

Mehr am Abend, wenn ich Zeit hab.
 
mankra schrieb:
Ich lehen nur Pauschalverurteilungen energisch ab.
"Jein", oder es gibt net nur Schwarz und Weiß oder ähnliche Aussagen wirst von mir immer wieder hören.
Full ACK. Kritisches Fragen und Nachdenken ist immer angebracht. Ich fand das bspw auch in Shefffields "Noch mehr Sprengstoff..."-Thread gut, auch wenn ich absolut nicht seiner Meinung war.

Nur: Den Vorwurf, ich/wir folgten blindlings und unkritisch einem Biowahn, kann ich nicht stehen lassen. Wir wissen (und sagten hier mehrfach), es gibt auch hier Betrüger, es gibt auch Belastungen in Biolebensmitteln (etwa sind sie bzgl Dioxin nicht besser, weil das über den Regen eingetragen wird), und manchmal sind sie auch überteuert (ich kaufe mein Müsli auch bei Aldi, weil ich mir nicht leisten kann, im Reformhaus das Sechsfache dafür auszugeben).

Zudem (und darum meine Aussage mit dem "Gefallen am Andersdenken") hatte ich bei Dir bzw Würfelglück den Eindruck, dass Ihr hier mit sehr unterschiedlichem Maßstäben messt und Sachargumente nicht so recht an Euch ranlasst.

@dubbel: Wir müssen in der Tat etwas vorsichtiger sein, über was wir diskutieren: Vollwert und "Bio" sind zwei Paar Stiefel. Dennoch oft bei den gleichen Leuten beliebt/unbeliebt, und beides hat mit bewusster(er) Auswahl der Ernährung zu tun. Convenience ist weder noch.

Definieren: o machs nicht so kompliziert...
 
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