Da gibt es aber nicht wirklich eine Alternative, oder ?
Col de Peas finde ich nicht wirklich Infos von der Nordseite her.
Falls der nicht zu viele Tragestrecken hat wäre der ja bei gutem Wetter eine Alternative
Col de Thures sind wir damals gefahren, den habe ich nicht in guter Erinnerung
Vorab, so wie ich das verstehe, fahrt ihr schon mit MTB und nicht mit Gravel? Also sollten einfache Trails schon möglich und eigentlich auch gewünscht sein?
Im Moment hast du jetzt Iseran (ist in dieser Ecke schwer zu vermeiden), Cenis auch zu einem großen Teil, Izoard, Agnello, Sampeyre und runter von der Gardetta auf Asphalt. Wäre für mich nicht MTB. Also hoch verstehe ich ja, wenn es keine verkehrsreiche Straße ist, aber runterwärts?
Zum konkreten Fall Izoard:
Da gäbe es direkt westlich davon den Col des Ayes, das sind gut 200Hm hoch zu schieben/tragen, davon 100 steiler, unten eher gemütlich. Runter zu Beginn kurz steil, aber Weg gut, dann gemäßigt und unten Teils Asphalt, wenn du schwierigere Trails vermeiden willst. Musst du aber halt nach Briancon, was jedoch durchaus einen Besuch wert ist.
Grundsätzlich als Ideen:
1) Westlich vom NP Vanoise vorbei.
Der Col des Encombres aus dem Belleville Tal vermeidet Asphalt zum großen Teil und ist potentiell komplett fahrbar. Zwischendurch ist das rauf sacksteil und du wirst wohl teils schieben, aber es ist alles Piste. Runter in die Maurienne geht das meiste auf einfachen Trails.
2) Durch Mont Thabor Gruppe statt über Mont Cenis.
Anschließend an die Westvariante um den NP von der Maurienne hoch Richtung Galibier, und zwar auf Nebenwegen über Montricher statt den klassischen Telegraphe, dann ab Valloire Richtung Galibier, vor dem eigentlichen Anstieg aber links ab zum Col des Rochilles und Richtung Nevache ins Claree-Tal. Sehr schöne Gegend. Das ist oben kurz ein etwas alpinerer Trail, dann kommst du aber lange auf einfachen Trails durchs Tal und dann abseits der Straße bis Briancon.
3) Vom Queyras über Vars und Ubaye ins Val Maira statt über Varaita
Wenn du von Briancon über den Ayes nach Arvieux im Queyras fährst, dann würde ich über den Furfande Richtung Guillestre fahren. Das ist landschaftlich überragend und eine lange, aber einfache Trailabfahrt. Von dort kommst du auf Nebenrouten gut hoch zum Col de Vars und auf einer alten Militärpiste ins Ubayetal hinab. Von dort dann Richtung Col de Larche und auf halbem Weg nach St. Ours und am Mallemort vorbei zum Col des Monges. Von dort dann den Weg, der in der Auffahrt benutzt wird, nach Saretto im hinteren Maira Tal und das runter über Acceglio bis zu deiner Route auf die Gardetta Hochebene. Das ist vom Monges anfangs ein etwas alpiner, aber eher leichter Weg und weiter unten dann entweder Militärpiste oder ein einfacher Trail, später das Maira Tal kommt man auch gut abseits der Hauptstraße runter. Wäre jetzt insgesamt natürlich deutlich alpiner als deine Route, aber vom Charakter her auch nicht anders als die Val Ferret / Val Veny Passage am Anfang deiner Planung. (Von der Gardetta Hochebene würde ich dann auch nicht auf der Straße runter, sondern zumindest über die Piste nach Sambuco oder eventuell doch den Trail nebenan anschauen. Im Stura Tal kommst du auch gut abseits der Hauptstraße vor nach Demonte und Borgo San Dalmazzo.)
4) Statt über Limone Piemonte auf den Grenzkamm über den Passo del Duca
Nach Limone zu kommen, ist von San Dalmazzo aus teilweise nervig. Ist zwar ein wenig Umweg über die Ebene, aber eventuell von San Dalmazzo nach Osten bis Chiusa del Pesio und dann das Pesio Tal hinauf. Lässt sich abseits der Hauptstraße bewerkstelligen und ist ein schönes ruhiges Tal. Am Ende führt ein fahrbarer Trail hoch auf den Passo del Duca, ein echtes Highlight. Am Pass selbst kurz schieben, dann über eine Hochebene queren und oben raus dann hoch zur Grenzkammstraße an der Morgantinihütte zumindest teilweise nochmals schieben, ist aber imho deutlich schöner als die Auffahrt von Limone aus. Was man allerdings verpasst, sind die Forts auf dem Col de Tende, falls einem das wichtig ist.
Und als Nachtrag zu Beginn, wenn dich die Höhenmeter nicht stören und dir der Umweg zeitlich egal ist, kannst du nach der Mont Blanc Südpassage statt auf Straße hinab nach Burg St. Maurice auf Straße hoch zum Cormet de Roselend, um den Stausee herum über Col du Pre zum Lac
Saint Guerin und auf den Cormet d’Areche. Tolle Landschaft und am Ende ein Gravelpass. Oben könnte man noch zum Grand Combe hochschieben und über den Col des Tufs Blanc kommt man dann weitgehend auf einfachen Trail ins Isere Tal bei Moutiers hinab. Von dort dann auf Nebenwegen ins Belleville Tal, wo bei St. Martin die Route zum Encombres startet. Es geht aber natürlich auch die Variante über Bourg St. Maurice und von dort am Südhang entlang nach Moutiers hoch über der Hauptstraße.
Als Planungstool kannst du dir das Portal vttrack.fr anschauen, da sind Infos über sehr viele Trails in Frankreich zu finden und es gibt auch Links zu vielen Tourenbeschreibungen. Alles was unter Sentiers als Blau eingezeichnet ist, ist wirklich gut zu fahren, auch wenn man keine technische Abfahrten haben will. Gelb geht meistens ebenfalls sehr gut und ist nach der Frenchie Skala T3, was in der Singletrail Skala im Prinzip S2 entspricht. Blau wäre dann T2, also im Prinzip S1; grün T1 oder S0. Ab rot ist es dann schon herausfordernd, sprich T4 bzw. S3; Pink eher für Profis. Schwarz bedeutet nicht fahrbar. Interessant ist auch, dass man sich die Strava Heatmaps sowohl für Bike als auch für Hike als Overlay einblenden kann. Dann siehst du, was viel gefahren wird oder im Zweifel auch gewandert wird. Bei solchen Wegen kann man sehr gut auf die Einschätzungen vertrauen. Wo es Wege gibt, aber keine Heatmap Spuren, ist Skepsis angesagt - eventuell hat sich dort der Zustand seit der Topo Eintragung des Wegs sehr verändert oder der Eintrag ist an sich dubios.
Okay, das wäre jetzt deine Planung mal komplett über den Haufen geworfen, aber so wäre es imho viel mehr ein MTB AX und keine Straßentour mit Wegeinlage. Trotzdem erwarten dich da abseits von vielen Hm und teils alpiner Umgebung keine besonderen Schwierigkeiten. Es ließen sich natürlich noch viele spannende Trails einbauen, aber erstens soll es ja auch zeitlich machbar sein und zweitens wolltest du es ja explizit eher einfach haben. Entlang deiner Planung gibt es natürlich auch viele Optionen, die Straße vermeiden und stattdessen Trails einbauen, das ist aber meistens mit deutlich mehr technischem Anspruch verbunden. Das gilt insbesondere für die Abfahrten vom Mont Cenis und vom Agnello. Iseran musst du wegen NP eh auf Straße runter.
Falls das hilft, gut. Wenn nicht, einfach vergessen.
