Also allen die damals sagten, dass das Ebike mehr Leute auf Berge und in die Wälder bringt spreche ich hiermit meine Hochachtung aus! Ihr wart und seid da etwas ganz großem auf der Spur, definitiv dranbleiben!
Faktisch gesehen ist NRW mit 18 Millionen Einwohnern und einer Ebike Dichte von knapp über 30% natürlich bei der "geringen" Fläche ziemlich überfüllt auf dem Blatt Papier. Wie viele Emtbs davon jetzt wirklich dauerhaft in den deutschen Wäldern im Einsatz sind, ist für mich zumindest nicht ersichtlich und basiert auf subjektiven Eindrücken und politischer Stimmungsmache. Zudem haben wir hier viele urbane Ballungszentren aus denen die Leute einfach am Wochenende rauswollen. Das möchte ich keinem verübeln!
Man muss aber auch verstehen, dass man den Leuten nicht erst für viel Geld die Räder verkaufen kann mit dem Versprechen nun Mobil zu sein und große Touren fahren zu können, um dann später den Leuten ihre augenscheinliche Freiheit zu nehmen und Sie als Buhmänner darzustellen. Der Fiskus hat bei den Verkaufszahlen auch bis dato fleissig daran mitverdient.
Auch der schwächelnden Bikeindustrie tut man damit keinen Gefallen und setzt wie üblich in diesem Land komplett falsche Signale. Da mag man nun von der technischen Entwicklung halten was man möchte, aber sinkende Verkaufszahlen bedeuten auch weniger Jobs und Perspektiven in einem Geschäftszweig der nunmal nicht mehr als Nische darsteht.
Hier in NRW haben wir einfach eine extrem starke Lobby der Jägerschaft (ca 94.000) und der privaten Waldbesitzer (67% der Plantagen oder sensible Ökosysteme in der Presse). Das ist auch kein Geschwurbel, falls damit einer um die Ecke kommt, die Zahlen sind Fakten.
Ich möchte die Gruppe nicht als reines Feindbild darstellen, aber für unsere Belange hat auf der anderen Seite auch nie jemand etwas getan.
Die haben kein Interesse an Ebikern und auch nicht an den "echten" Mountainbikern. Da kommt ihnen natürlich der Hype um das Ebike sehr gelegen. Und wessen Hand mich füttert, dessen Lied singe ich (CDU). In deren Augen ist beinahe jeder Waldbesucher ein Störfaktor, die besitzen ihre Holzplantagen um damit Geld zu verdienen und das ist die letzten Jahre halt ziemlich in die Hose gegangen. Daran ist aber auch kein Biker schuld und ich lehne mich soweit aus dem Fenster, dass nirgends erwiesenermaßen Flurschäden in einem geschäftsschädigenden Ausmaß durch Biker bekannt sind (horrende Ernteausfälle, unbrauchbare Flächen etc.). Da geht es immer wieder um Trailbau und Bauwerke, aber eher um den Versicherungstechnischen Aspekt für den jeweiligen Waldbesitzer, der seine Fläche Verkehrssicher halten muss und dann kramt man plakative Beispiele wie am Deister raus. Wo übrigens auch viele mit dem Biobike unterwegs sind. Ebenfalls nahe eines Ballungszentrums.
Da könnt ihr eure Verschwörungstheorien vom bösen Ebiker der aus der Stadt kommt und euch den Wald weg nimmt noch 100 Jahre durch die Foren dieser Welt tragen.
Der Wald wird euch weg genommen durch eine starke Lobby die nun ein Feindbild geschaffen hat, auf das hier anscheinend genügend anspringen. Und da kann man sich sicher sein, dass diese Leute das auch wissen und nutzen.
Wenn der Biker als Tourist für einen Standort interessant wird, also Geld da lässt, durch Übernachtung, Restauration und Besuche von sonstigen Einrichtungen (Museen, Denkmäler etc.) wird er auch für die kommunale Politik und Leute interessant. Siehe Hochsauerland, die vermarkten ihre "Natur" an Biker, Holländer und Kurzurlauber aus der Stadt. Die freuen sich über die generierten Einnahmen und den Zuwachs durch das Ebike. Das dieses Konzept nicht überall aufgeht ist klar, aber man sollte sich eher ein Beispiel an solchen Lösungen nehmen, statt nun Verbote zu fordern. Auch da ist es am Wochenende voll, aber es wurde eine Infrastruktur geschaffen und vielen kleinen Dörfern damit eine neue Einnahmequelle geschaffen. Da mögen sich auch viele beschweren, aber am Ende wenn die Touristen ausbleiben, ist das Gejammer auch groß. Wie zu sehen bei der Autobahnumgehung Richtung Brilon.
Regulieren statt reglementieren wäre wohl angesagt. Man muss auch einfach manche Ballungszentren in NRW entzerren... Dafür aber in anderen Kreisen oder angrenzenden Gemeinden dann Möglichkeiten schaffen.
Ich bin jetzt aber hier raus, trete dem DIMB bei und werde mal den lokalen Verein anschreiben ob man da schon Gespräche plant.
Diese Verbotskultur drückt aufs Gemüt und ist mir definitiv zu Deutsch.
P.S. an alle die ein Tempolimit fordern! Einfach unter der Woche die A45, A1 oder sonstige schöne Autobahnen im Pott befahren! Kein Problem mit Schnellfahrern oder zu hoher Geschwindigkeit!
