Es hilft vielleicht zu verstehen, woher solch restriktive Gesetzesvorschläge kommen.
Eine faszinierende Erfahrung zu Corona-Zeiten war, als ich die damalige Allgemeinverfügung des Landkreises gelesen habe - 3/4 des Pamphlets haben sich tatsächlich mit Regelungen für die Jagd beschäftigt.
Die Jägerlobby ist nie zu unterschätzen!
Die größten Waldschäden werden durch die Forstwirtschaftliche Nutzung selbst verursacht.
Das ist leider immer wieder zu beobachten, wenn es um Bodenschäden geht sind die Harvester weit in Führung. Eines der krasseren Beispiele war die Harvesterspur, die quasi ein Bach war, wo a) das Wasser entlanglief statt zu versickern und b) daurch natürlich die Spur fleißig erodiert wurde.
Dazu kommt, das der Boden darunter auf Jahrzehnte verdichtet wird, das schaffen Heerscharen von Radfahrern einfach nicht.
Das ist das klassische "alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten". Aber Freiheit ist der Ausgangspunkt, nicht die Ausnahme.
ca 1/3 gehört der öffentlichen Hand (also im weitesten Sinne "uns"), 1/10 dem Adel, wo Proudhons „Eigentum ist Diebstahl“ historisch auch herrührt.
In Österreich ist Radfahren im Wald gänzlich verboten -> außer wo es ausdrücklich erlaubt ist, also weit drastischer als das angedachte Gesetz für NRW
Das öffentliche Eigentum ist ein starkes Argument, denn wie will man den Eigentümer aus seinem Eigentum fernhalten?
Das riecht nach preußischem Obrigkeits-/Untertanenverhältnis, aber das GG sagt etwas anderes.
Wir brauchen ein anderes staatsbürgerliches Selbstverständnis, ein Blick nach Skandinavien könnte helfen.
Erosion ist natürlich auch ein Thema, aber eine nicht intakte Harvesterspur wird ja auch zu Bodenerosion führen.
S.o., nicht auch, sondern zu wesentlich mehr.
Wenn es tatsächlich um mehr Umweltschutz ginge, müssten die Waldbesitzer (vor allem private) auf die Barrikaden gehen, denn dann müssten die Auflagen ja deutlich verschärft werden und die Kosten würden sich erhöhen. zb. Rückbau der Wegen nach Holzernte, generelle Reduzierung der Holzernte, Aufforstung mit Mischwald, Jäger raus aus dem Wald usw. --> Es müsste ja der Natur dienen.
In der Tat - wenn man sich die ganzen Kahlschläge wegen Borkenkäferplage infolge falsch gewählter Monokulturen anschaut, gibt es echt andere Hebel um dem Wald was Gutes zu tun.
Eine Regelung soll ja immer angemessen und wirksam sein.
Es bräuchte ein paar fähige (bikende) Juristen, die das genauer zerpflücken.
Ich oute mich hier als Beamten, ich habe diese Erfahrungen täglich. Es braucht quasi einen "Übersetzer" der die tatsächlichen "normalen" Probleme der Menschen so umformuliert, dass daraus auch rechtlich substantielle Argumente werden.
Rechtlich substantiell wäre z.B. die Frage, ob dem Gleichheitsgrundsatz genüge getan wäre, wenn für einspurige unmotorisierte Fahrzeuge Regeln erlassen werden, die sich auf zweispurige motorisierte Fahrzeuge beziehen, die dazu ungleich schwerer sind.
Einer der angreifbarsten Punkte ist diese Begründung:
"Einzelne Radfahrerinnen und Radfahrer...
In der Tat.
Damit könnte man sehr viel Unsinn begründen. Einzelne werden sich immer danebenbenehmen, egal in welchem Lebenszusammenhang.
Wenn ähnliche Regelungen wegen Ladendieben, Rasern, Mördern angedacht würden, dann gute Nacht.
Ich weiß nicht wie in NRW die Gesetzeslage ist, in Hessen wurde glücklicherweise mal Sport als Verfassungsziel aufgenommen, da kann man rechtlich hochwertig argumentieren.
Auf die Schnelle habe ich eine
Broschüre gefunden, in denen als eine von vier wichtigsten Botschaften zum weltweiten Schutz der Wälder "Wälder sind grüne Lungen zur Erholung und
Freizeitgestaltung" genannt wird, gezeichnet Johannes Remmel, Minister für Umwelt usw. NRW.
Was das aktuelle Waldgesetzt sagt, habe ich jetzt nicht nachgelesen.