Also, wo kann man in Chile und Argentinien mountainbiken? So richtig, also so wie bei uns, einfach ab in die Wälder und über die Felder geht meist nicht, weil das alles Privatland ist und da meistens der Zutritt verboten. In der Wüste sieht's etwas anders aus, aber da kenn ich mich nicht aus. Von Norden nach Süden hab ich's an folgenden Orten versucht (leider war ich immer ohne GPS unterwegs):
Salta (ARG): Hier hab ich am Cerro San Bernardo/Lorenzo nach Trails gesucht und ein bisschen was gefunden. Da müsste es noch mehr geben, denn es gibt sogar einen Biketourenanbieter, der von der Bergstation der Seilbahn startet.
Santiago de Chile: Mir gefällt Santiago. Ist ein bisschen wie Zürich, einfach ohne See dafür mit 6000ern am Horizont. In Santiago gibt's eine grosse MTB-Community. Die treffen sich gern am Cerro San Cristobal am Eingang Pedro de Valdivia. Der Hügel im Stadtzentrum bietet fast alles, was die MTB-Seele wünscht ausser natürlich epischen Trails. Aber Sand, Kies, grobe Steine, CC oder Downhill und Höhenunterschiede bis knapp 300hm sind drin. Dafür muss man nicht nach Santiago, aber wenn man schon mal da ist...
Es heisst allerdings, dass man da nicht alleine rumkurven soll, wenn man den Hügel zusammen mit seinem Bike wieder verlassen will. Mag sein, mir ist nie irgendwas passiert.
Santiago hat auch am Stadtrand Bikemöglichkeiten. Allerdings sind da die Berge eingezäunt. Im Normalfall funktioniert das also so, dass man an der Schranke einen Obolus entrichtet (so ca. 5€) und sich dann austoben kann. Das heisst dann aber auch, dass es je nach Wochentag und Wetter viele Wanderer haben kann. Selbst ausprobiert hab ich den Alto El Naranjo und das Santuario de la Naturaleza el Arrayan.
Zum Alto El Naranjo kommt man mit viel Tragen ab dem Fussballstadion San Carlos de Apoquindo. Die Abfahrt ist dann aber cool (wahrscheinlich könnte man auch auf den höchsten Hausberg von Santiago, den Cerro Provincia 27XXm, das Gelände sah einfach aus, doch hatte ich keine Zeit.)
Im Santuario kann man hochfahren und dann rüber nach la Dehesa (hab ich aber nicht gemacht).
Dann gibt es natürlich noch den Bikepark in La Parva, aber da stehst du ja nicht so drauf, oder?
Wieder in Argentinien gibt's in der Nähe von Mendoza den Cordon del Plata (Mendoza-Potrerillos-Skigebiet Vallecitos). Das Besondere hier ist, dass es Wanderwege ohne Obolus gibt. Man kann z.B. auf den Cero el Plata (knapp 6000m, geht wohl mit Veloschuhen, wenn nicht zu viel Schnee liegt, selbst getestet hab ich's bis 5600m) wandern, oder eben das Bike so weit hochtragen, wie man denkt, dass es sinnvoll ist und dann bis ca. 2300m auf Singletrails abfahren.
In Pucon (CHI) war ich auf dem Cani. Das ist zwar wahrscheinlich nicht vorgesehen, aber es war Off-Season und das Wärterhäuschen war verwaist. Zudem hab ich mich von hinten angeschlichen, was den Vorteil hatte, dass ich zwar über Zäune klettern musste, dafür bis weit hoch fahren konnte. Die Abfahrt ist dann ein unflowiger Dschungeltrail.
Dann gibt's von der Skistation unterhalb des Vulkans Villarica eine wirklich geile Abfahrt über Lavaströme. Leider ist das da aber Nationalpark und ich weiss nicht, inwiefern da biken erlaubt ist. Ich war mit einem Einheimischen unterwegs. Der hat aber jetzt sein Bike verkauft und fährt nun nur noch Subaru Justy. Falls du ihm aber das Bike der Spionin ausleihst, zeigt er dir evtl. den Trail ;-)
So ein Justy ist manchmal aber auch nicht verkehrt!
San Martin de los Andes (ARG) hatte die wohl am besten ausgestatteten Bikeshops, die ich in Südamerika gesehen hab. Wie das bei der momentanen argentinischen Wirtschaftspolitik aber aussieht, weiss ich nicht. Aber San Martin hat einen Bikepark und wohl auch verschiedene Wanderungen, die man per Bike probieren könnte. Ich hab's nicht gemacht.
San Carlos de Bariloche (ARG) hat ebenfalls einen Bikepark. Am Cerro Catedral gibt's Bahnen und trostloses Skipistengelände. Am Cerro Otto gibt's zudem verschiedene Trails. Ich war auch beim Refugio Jakob, hab da aber einen bösen Zusammenschiss kassiert, weil eben auch Nationalpark, Wandern etc. Wenn man sich aber am richtigen Ort schlau machen würde, gäbe es evtl. schon noch was zu tun, einfach halt nicht in den Touristenhotspots bein Andenvereinhütten.
Etwas weiter südlich in El Bolson (ARG) geht's deutlich gemütlicher zu. Kein Nationalpark und entspannte Refugiomenschen. Da war ich beim Refugio Hielo Azul. Wenn nicht so viele Bäume über den Weg liegen würden, könnte man da fast alles hochfahren. Runter geht's denselben Weg, da kommt Flow auf.
Auf der anderen Talseite steht der Cerro Piltriquitron, der ist dann schon fast Bikebergsteigen.
Auch für El Bolson gilt, dass da noch mehr möglich sein müsste. Der Chef vom einen Bikeshop, der angab ehemaliger CC-Profi zu sein, erzählte mir von wilden Gruppentouren nach Chile und zurück. Ich glaube, das war dieser Shop:
http://www.totembike.com.ar/
Weiter im Süden wird's immer schwieriger, weil die Zäune höher, die Wälder undurchdringlicher und die Wanderwege seltener werden. In Coihaique (CHI) könnte was gehen, bei mir war das Wetter da zu schlecht. Ein bisschen was ging in Futaleufu (CHI) und in Villa O'Higgins (CHI). Wahrscheinlich hat's schon noch mehr, aber es ist halt meist so, dass man denselben Weg hoch und wieder runter muss und dass diese Wanderwege eher kurz sind und nicht gerade besonders flowig. In den Nationalpärken Los Glaciares (ARG) und Torres del Paine (CHI) ist biken auf den Wanderwegen verboten.
Erstbefahrung in Villa O'Higgins?
Ein paar Trails und viele Biker gab's dafür im Skigebiet oberhalb von Punta Arenas (CHI). Da werdet ihr wohl oder übel vorbeikommen.
Die meisten Dinge hier sind jetzt nicht Musts, sondern Sachen, die man machen kann, wenn man eh da vorbeikommt. Bei Fragen einfach fragen, dann kann ich evtl. auch noch ein paar Tipps zu Tracks zusammenklicken.