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Cannondale - ein Nachruf mit Bildern

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Man kann sich zu recht über Cannondale und ihre Rolle in der Bikegeschichte der letzen 15 Jahr streiten. Das wird auch reichlich getan und soll so sein. Ich will hier nicht nochmals eine Diskussion über das Für und Wider „Big C“ entfachen – die Leute, welche sich darüber den Kopf heissreden wollen, sollen dies da machen:

http://www.mtb-news.de/forum/t42213.html

Hier soll vergleichsweise nüchtern im Sinne eines Nachrufes die Geschichte von Cannondale durchgegangen werden. Kaum eine Firma in der Bikebranche hat deren Gesicht in den letzten Jahren so mitgeprägt wie Cannondale, und diese Leistung verdient eine Würdigung – so schlecht war nicht mal Cannondale, dass sie dies nicht verdient hätten.
 

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Re: Cannondale - ein Nachruf mit Bildern
Cannondale hat den Downhillsport massgelblich mitgeprägt. Mit Ihrem Engagement gewann die Technik-Innovation im Bergabsport eine neue Dimension. Eigene Entwicklungsabteilungen und grosse Budgets hielten Einzug. Downhill wurde professionalisiert. Das Engagement von Cannondale animierte andere Firmen nachzuziehen, und dies machte aus dem DH-Sport, was er heute ist und was heute wieder verloren gehen droht.

Das Weltcup-Getriebebike war eines der schärfsten Geschossen dazumals und seiner Zeit voraus. Nach einer Saison wanderte es aber in die Versenkung, da die Verbesserungen gegenüber einem herkömmlichen DH-Rad zu gering waren, um den riesigen Konstruktions- und Entwicklungsaufwand rechtfertigen zu können.
 

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Über die Qualität der Rahmen gibt’s bei Cannondale nicht so viel zu mäkeln. Über die Komponenten dafür umso mehr. „Zu teuer für diese Ausstattung“ war oft das berechtigte Urteil für die Bikes von C’dale. Einen negativen Trend hat Cannondale im Bereich Komponentenmixen gesetzt – als einer der ersten grossen Markenanbieter mixte Cannondale munter Bauteile durch alle Gruppen und bestückte die Räder in grossem Stil mit Komponenten unter eigenem Markennamen. Coda-Teile waren anfänglich oft eine Verbessrung zu den gängigen Grosserienteilen – so war die umgelabelte Dia-Compe Bremse und die SS-5 Hebel einfach schöner und leichter als Pendants von Shimano, konnten aber in der Leistung voll mithalten. In Kombination mit der Force40 Kabelumlenkrolle (hat vielleicht jemand grad ein Bild zur Hand? – danke!) waren Cannondales Bremssyteme lange Zeit sogar einfach etwas vom Besten, was im Bereich Cantileverbremsen zu haben war. Ab 1995 wurden dann unter dem Namen Coda immer häufiger billige Teile auf den Markt geworfen, die funktionell einfach ein pures Ärgernis waren. Tiefpunkt waren die eigenen Scheibenbremsen und Kurbeln bis 2000. Dies wurde soweit getrieben, bis sich sogar Cannondale für den Namen Coda schämte und nach und nach wieder Shimanoteile und „Cannondale“-gelabelte Bauteile verwendete.....

Nichtdestotrotz – ein Höhepunkt aus der Teileproduktion: die Magic-Kurbeln
 

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Zu den Besten Hardtails seiner Zeit gehörte das M2000. Für viele ist es das Race-Hardtail von Cannondale schlechthin – ein robuster, leichter Rahmen mit gute Lackierung und einer der besten Starrgabeln als Basis für ein edles Race-Hardtail.

Zu diesem Bike eine kleine Geschichte......

Kürzlich wurde von einem Forumsuser beiläufig ein M2000 angeboten – innert einer halben Stunde kamen per Email über 16 Kaufgesuche rein – für denselben Preis waren auch schon Schmuckstücke von Kona, Ibis, Specialized oder Alpinestars zu haben – da hat kein Hund danach geheult.....
 

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1995 präsentierte Cannondale ihr erstes Rennrad mit Federung – die Idee war gut gemeint, scheiterte aber wie alle ähnlichen Vorstössen am Traditionalismus der Strassenfahrer.

Zum Thema Rennrad eine für Cannondale nicht untypische Geschichte:

1991 brachte es Cannondale als so ziemlich einzige Firma fertig ein Rennrad mit 1-1/4“ Steuerrohr zu bauen – dies zu einer Zeit, wo selbst 1-1/8“ Steuerrohre im Strassenbereich exotischer waren als die Headshok an Rädern anderer Marken. Letztes Jahr kam in dem Shop, wo ich arbeitete ein Kunde mit solche einem Rahmen vorbei, bei welchem nach 10 Jahren täglicher Nutzung das Umwerfer-Anlötteil ausgerissen war. Cannondale war auch sofort bereit, getreu ihrem Credo der lebenslänglichen Garantie den Rahmen ohne Vorbehalte zu ersetzen. Da das Aktuelle Modell aber über 1-1/8“ Steuerrohr mit integriertem Steuersatz verfügte, bot man dem Kunden die einzge dazupassende Gabel und das Steuerlager zu einem Spezialpreis an („Die Gabel fällt nicht unter die Garantie –es ist ja schliesslich nur der Rahmen kaputt, und den ersetzen wir auch). Da der Rahmen auch keine Anlötteile für Unterrohrschalthebel mehr hatte, wären noch STI-Hebel hinzugekommen, da aber sein Rad noch 7-F hatte, hätte man den Antrieb auf 8-F umrüsten müssen, was ein neues Hinterrad gebraucht hätte..... – kurz für den Betrag, den der Kunde hätte hinlegen müssen, um seinen Garantie-Ersatzrahmen aufbauen zu können, kaufte er sich ein nagelneues Villiger-Rennrad mit Ultegra-Ausrüstung, und er fuhr auch ohne den gewährten Stammkundenrabatt billiger als mit der Cannondale-Lösung
 

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Eine Entwicklung von Cannondale, die rasch wieder Vergessen ging. Ginge es nach mir, hätte der Firma aus Bedford für diese Entwicklung mehr Beachtung und auch Erfolg haben dürfen. Vielleicht würden wir uns weniger über die Firma ärgern und ich müsse keinen Nachruf schreiben. 1994 präsentierte Cannondale ein Citybike, wie es bis dahin noch nie gesehen wurde – Hightech für die Stadt beinhaltete Nabendynamo, Standlicht, Multipositionslenker, Federgabel und gefederte Sattelstütze. 9 Jahre später getraut sich kaum noch ein renomierter Trekkingbikehersteller, ein hochpreisiges Rad hinzustellen, welches nicht über dieselben Features verfügt. Bis es aber soweit war, musste noch einige Zeit vergehen und das C2000 ging vergessen. Cannondale war mit diesem Rad einfach der Zeit voraus.

Die nette Dame auf dem Rad ist übrigens Saskia Stock, ehemalige Testfahrerin für die „Bike“, bevor sie zu Cannondale Europe ging, um als Sprecherin und Rechte Hand von Marketingguru Beppo Hilfiker zu arbeiten. Ich habe übrigens ihre Telefonnummer nicht........
 

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Cannondale verdankte nicht wenig seiner Bekanntheit seinem Marketing, das alle Geschäftsbereiche durchdrang und seinesgleichen sucht in der Fahrradbranche. Niemand präsentierte sich so selbstgefällig und grossspurig wie Cannondale. Ob man es mochte oder nicht – Cannondale hatte damit Erfolg und wurde zu einer der bekanntesten Marken Fahrradbereich überhaupt.

Hier was aus der bunten Produktepallete von Cannondale, das sicher der Kategorie Marketing zugeordnet werden kann.
 

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Der Lebensstil des Fahrens aus reiner Freude am Biken ist so alt wie das Mountainbike. Nachdem gegen Mitte der Neunziger der Renncharakter überhand zu nehmen drohte, war das Management von Cannondale einmal mehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort und prägte im Sommer 1997 den Begriff Freeride für ein spassorientiertes Fahren und die dazugehörigen Bikes. Geschickt wie Cannondale in Marketingangelegenheiten war, liess man sich „Freeride“ als Markennamen schützen. Zwar lässt sich heute dieses Recht kaum noch einfordern. Selbst Cannondale kann nicht die ganze Branche einklagen........ – Cannondale hat Freeriden nicht erfunden, es aber verstanden, aus diesem Lebensgefühl ein verkaufbares Produkt zu machen, und der Bikebranche damit eines der zugkräftigsten Pferde der letzen Jahre in den Stall zu stellen. Der vieldiskutierte Katzenjammer um schlechte Verkäufe in der Fahrradbranche wäre wohl noch grösser, hätte sich dieses Sortiment nicht etabliert.

Der erste Freerider von Cannondale – mit diesem Bike wurden Trends für mehrer Jahre gesetzt. Doppelbrückengabeln wurden als Modeströmung etabliert und grössere Federwege salonfähig gemacht. Die Lücke zwische Downhill und CC-Rade wurde für viele Leute wohltuend geschlossen. Freeride ebnete der Scheibenbremse den Weg, und auch hier war Cannondale vorne dabei. - in dem Sinne auch schon fast ein Klassiker.....
 

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...ist Geschmacksache. Nicht wenig zu den hitzigen Diskussionen über die Ästetik der Alubüchsen von Cannondale trugen die gewagten Lackierungen und Decals bei. Was man immer nun davon halten mag – gerade in den letzten Jahren, wo praktisch alle Fahrradmarken die trübe Konsumentenstimmung spürten und auf dezente Töne in Schwarz, Alu und dunkelblau setzten, nur um nicht riskieren zu müssen, ein Rad weniger verkaufen zu können, weil die Farbe jemandem nicht gefällt, bewies Cannondale Mut und wagte es, rote, gelbe und schreiend bunte Räder in die Läden zu stellen. Im Gegensatz zu anderen Fahrradmarken musste Cannondale nie sinkende Absatzzahlen in Kauf nehmen – trotz Farben am Rande der Erträglichkeit. Hier ein Muster aus alten Tagen und gleichzeitig ein Rahmenklassiker:
 

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..aus der letztjährigen Serie ein Kotzbrocken:

Die Lackierung von Cannondale war übrigens meist überdurchschnittlich robust, was gerade bei amerikanischen Firmen eine löbliche Ausnahme darstellt.
 

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Ach ja,das gute M800.Mein bester Kumpel hatte das damals,so'n verwöhnter Neureicher;)Ich war grün vor Neid!!!Ich fuhr nämlich ein Kalkhoff Tweedsmoir,und sah damit neben ihm ziemlich dämlich aus:lol:Und mit zwölf Jahren kann das ganz schön hart sein,wenn die Bunnies zum Kumpel rennen,weil er das bessere und schönere Bike hat:heul:
Hier noch ein CD welches ich auch noch akzeptiere:

Gruß Koko
 

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ein paar Dinge, die CD ganz gut hinbekommen hat (ohne mich verdächtig zu machen, ein CD-Fan zu sein). Ich fand die Tandems einfach immer ziemlich gut, vor allem war bei denen noch das Preis-Leistungs-Verhältnis wesentlich besser, als bei der restlichen Modellpalette.

Außerdem waren die ja auch nicht immer so arrogant und sch...e.

Ich erinnere mich noch an eine geniale Werbung Ende der Achtziger für ein Rennrad von CD. Das war ne ganzseitige Anzeige in der tour, wo nur das Rennrad abgebildet war mit der Überschrift "Too fat, too fast, too light for the Tour de France"
Ein paar Jahre später waren sie dann selbst dabei (weil die UCI endlich auch mal Innovationen zugelassen hatte), leider gehörte CD dann auch irgendwann zum Establishment, das sie vorher immer abgelehnt hatten...

joe.breeze
 
wie hiess nochmal diese totgeburt, die es nie zur produktion geschafft hat?
gehyped bis zum abwinken und dann nie existiert?
da gabs doch diese wette mit hut aufessen etc.,
aber DAS war echt ein cooles rad!
hat da jemand ein pic?
 
@dubbel: du meinst das projektbike von magic motor cycles (mmc). das ding wurde aber nicht von cannondale entwickelt, genausowenig wie die mmc kurbeln. den laden hat sich cannondale nur gekauft ...

aber der cd-boss musste zu seinem wort stehen und seinen hut aufessen ;-)

finde leider das bild gerade nicht, go-dirt mach das archiv auf *ggg* !
 
Immerhin war Cannondale ein wirklich eigenständiges Produkt.
(wenn auch mit etlichen Irrungen und Wirrungen)

10.000 Kinesis Rahmen kaufen, Pulver drauf, ne Rockshox rein und ne Shimano Gruppe dran, wie es die meisten anderen Hersteller machen, das ist jetzt nicht so spektakulär aber wohl lukrativer weil es nicht so viel Kapital- und Denkeinsatz erfordert.
 
Wurde denn schon erwähnt dass CD viel für den Bike-Tossing-Bereich getan hat?:lol:
 

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Cannondale SM 500. 24/24 Laufräder (war wohl kurz vor dem 24/26er und es gab nur extrem wenige davon).
BJ? Vor 1988, denke ich.
Teile: Suntour, fast alles original, 2x RollerCam!
Ich hoffe cdegers Tochter hat viel Spaß mit dem Teil.
Und ich hoffe er bringt uns bald ein schöneres Bild - ohne mein Bügelbrett. :D
 

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Also cannondale ist geil. Die neune gefallen mir zwar auch nich mehr so gut, aber mit meinem alten beast of the east bin ich absolut zufrieden. Auch wenn es schon der zweite Rahmen is. Da muss man cannondale aber auch trotzdem loben. Die Reklamation ging ohne Problme und super schnell.

@carloni: du scheinst ja schon echt oft cannondale gefahren zu sein





www.bike-4-fun.de.vu
 
Original geschrieben von carloni
....aber biken mit cannondale ist wie skifahren mit blizzard-ski und anreisen mit einem opel!!!

Willst du jetzt allen Popel fahrern und Blizzard-driftern ans Bein pinkeln??? oder was soll das!:lol: :D

...lieber das, als Boarden und Käfertreten.



;) :bier:
Ich fahr Fischer und Audi das ist wie ein YoEddy mit ner One Inch:i2: :i2: :i2:
 
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