Eierlegende Wollmilchsau - Gravel oder doch was anderes?

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Ich hab mir vor einiger Zeit auch zusätzlich zu den Mountainbikes ein Gravel zugelegt und verwende es ähnlich wie du als eierlegende Wollmilchsau. Geo und Lenker hat echt ne Weile Eingewöhnung gebraucht aber jetzt ist super.
Aber: ich würde damit nie nen Kinderanhänger ziehen. Einfach viel zu wenig Bremskraft und Kontrolle in kritischen Situationen. Dafür habe ich mir aus alten MTB Komponenten und nem Rahmen von EBay ein Hardtail gebaut.
 
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Hi Tittli,

Das Baby wird deinen Alltag und deine Freizeit höchstwarscheinlich ganz anders gestallten als du es dir jetzt denken kannst. Ich spreche aus Erfahrung, meine 3 baby’s sind inzwischen 10, 14 und 16J. ;-) Grundsätzlich wurde ich dir raten dein Bike erst zu kaufen wenn es >6 Monate alt ist. Davor schlaft es den ganzen Tag und hast du noch Freizeit. Ab dann ist ein erhöhter EInsatz von Pappi gewünscht.
Abgesehen davon, Grundsätzlich kann mann mit jedem Rad alles fahren, nur die Geschwindigkeit wird anders sein. In dem Sinne ist es egal ob du jetzt MTB HT oder GB nimmst. Du fährst ja nicht mit eine Gruppe die du beibehalten musst wiel die mit das jehweilige optimale rad gerade etwas schneller sind. Wir haben mit unseren city bikes mit 3x7 übersetzung Radreisen gemacht, 4 Wochen Kuba, danach 4 Wochen Baltische Staaten und dan noch mal mit kind im Chariot (= jetzt Thule) Anhänger nach Dänemark. Wir hatten nie das Gefühl das falsche Rad zu fahren. Mittlerweile sind noch HT, Fully und Gravelbike dazugekommen. ;-)
Wenn du mit Anhänger bergab fährst, brauchst du viel Bremskraft, also breite Reifen und viel Druck auf das Hinterrad. -> aufrechte Sitzposition ? Sonst bicht das Hinterrad aus. Auf unebener Fahrbahn ist die Geschwindigkeit eher eingeschränkt, Kinder mögen es halt nicht dauerhaft durchgerüttelt zu werden. Deshalb wurde ich auch Big Apple Reifen am Thule montieren, auch wenn er schon Federung hat.
Zum Thema Gravelbike: GB ist nicht gleich GB, gerade einige EU Hersteller haben am Anfang den Trend verpasst und einfach Ihre Crossbikes umbenannt. Einen GB-Rahmen soll durch Geometrie und Materialauswahl Stabilität und Langstreckenkomfort bieten. Ein Crossrahmen ist knallhart ausgelegt, ein Crossrennen dauert auch nur eine stunde, und viel wendiger.
Ich wurde dir zum Gravelbike mit gut rollenden aber dicken Reifen (50mm) empfehlen. Schau mal bei Surly, die bauen Räder für den breiten Einsatz.
Viel Erfolg, Thomas
 
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Zum Thema Gravelbike: GB ist nicht gleich GB, gerade einige EU Hersteller haben am Anfang den Trend verpasst und einfach Ihre Crossbikes umbenannt. Einen GB-Rahmen soll durch Geometrie und Materialauswahl Stabilität und Langstreckenkomfort bieten. Ein Crossrahmen ist knallhart ausgelegt, ein Crossrennen dauert auch nur eine stunde, und viel wendiger.
Du schreibst hier "Crossbike" und meinst wahrscheinlich Cyclocross. Wenn man Crossbike bei Google eingibt, dann bekommt man teilweise komische Sachen empfohlen.

Ansonsten gebe ich dir recht.
 

FatRadler

Wolfversteher
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Ein Crossrahmen ist knallhart ausgelegt, ein Crossrennen dauert auch nur eine stunde, und viel wendiger.
Ich bin mit meinem Inflite Touren bis zu 250 Km gefahren bevor ich mein RR aufgebaut habe. Ich halte ein CC schon für Langstrecken geeignet, einen Hänger wollte ich damit allerdings nicht ziehen, dafür ist es wirklich nicht ausgelegt. Und, von einer eierlegenden Wollmilchsau -was immer man darunter versteht- ist ein CC wahrscheinlich weit entfernt.
 
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Auch von mir mal meinen Senf dazu an den TE, aus eigener Erfahrung. Hab aber nicht den ganzen thread hier gelesen. Ich bin ein Freund von selber ausprobieren und baue gerne bikes auf. Also habe ich einfach alles mal probiert:

29er Race/XC Hardtail aus Alu mit Carbon Starrgabel und 1x10 (flatbar)
29er HT aus Stahl mit 1x10 (flatbar)
Gravelbike aus Alu 2x11 (normaler Rennradlenker)

Zuerst mal nen Satz zu 1x als Antrieb. Am MTB käme mir nichts anderes mehr ans Rad und auch am Tourenrad geht das natürlich. Schöner auf längeren Touren und hohem Strassenanteil finde ich aber 2x, einfach weil es feiner abgestuft ist und man so immer den richtigen Gang findet. Mit 2x11 und 50/34 auf 11-34 komm ich im Mittelgebirge problemlos alles hoch - trotz 90kg und mittlerem Fitnesslevel.

Dann mal ne Satz zum Komfort auf langen Strecken. Der kommt meiner Meinug nach vor allem durch ein gut passendes Rad zustande. In Kombination mit guten, breiten Reifen und passendem Luftdruck. Das Rahmen-Gabel-Material spielt meiner Erfahrung nach da einer eher untergeordnete Rolle. Mein Alu Gravel mit Alu Gabel sollte eigentlich nicht sonderlich komfortabel sein - ist es aber dank der 40er Reifen mit 2,5 bar.

Zu deinem Einsatzzweck und welches Rad ich wählen würde :
Ein eher rennradnahes Gravel (also normaler RR-Lenker und 2x11) mit einer eher langstreckentauglichen Allround Geo (Stevens Gavere, Cube Nuroad). Damit kein von Stadtrad über Rennrad bis bikepacking und leichtem Gelände alles recht gut machen.
Ein HT mit Starrgabel und flatbar käme bei mir ins Spiel, falls doch auch leichte oder sogar mittlere Trails eine Rolle spielen. Da nämlich macht ein Gravel entgegen dem Marketing Geschwäsch wirklich wenig Sinn & Spaß. Dort ist schon ein Starrgabel HT merklich überlegen, sicherer und vor allem spaßiger zu fahren. Mit Federgabel steigert sich das fdann nochmals, wird richtiges MTB fahren, allerdings ist mir der kleine Vorteil das Mehrgewicht nicht wert und man kann das mit Fahrtechnik ausgleichen.

Ich fahre daher das Gravelbike zu Hause und auf langen Erkundungstouren, das HT mit Carbon Starrgabel ist mein Winter Trainingsbike auf den leichten Hometrails und das Stahl HT für den Sommer und für Reisen mit Gepäck auf denen auch der eine oder andere Trail mal vorkommt. Ich hab also alle drei behalte. :)

Ich hoffe meine Erfahrungen helfen dir ein wenig bei der Qual der Wahl!
 

schlonser

Schlonser
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war sowas hier schon? Is Mtblers Gräwelbike, hab mir was ähnliches aufgebau. Kann einfach nicht mit den unterdimensionierten Bremsen und der Sitzposition eines „Rennrades“ leben und will sowohl auf Feld und Waldwegen als auch Strasse gut klarkommen. Feintuning durch Lenker und Reifenwahl.
 
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Ein Praxistipp, egal für welches Rad: Das Schutzblech hinten sollte möglichst lang sein, sonst schleudert man besonders bei Nässe eine Menge Dreck auf den Anhänger. Allerdings kommt auch eine gewisse Menge von den Anhängerrädern selbst, deshalb bin ich irgendwann bei Nässe nicht mehr auf unasphaltierten Wegen gefahren.
 
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