Nachdem hier schon so ausführlich über das Thema Nightride diskutiert wurde, muss ich auch noch mal meinen Senf dazuschütten.
Ich finde es erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit hier einige meinen, mach ich doch was ich will, will vor allem Spaß...
Finde ich dann schlecht, wenn es auf Kosten anderer geht und genau das kann es nicht sein.
Das Thema Radfahrer (o.k. hier heißen sie ja nur biker) nachts im Wald ist ziemlich sensibel. Und bei den Tieren ist es nicht nur im Winter extra Stress, sondern auch schon im Herbst oder Frühling, vielleicht sogar im Sommer?
Und wenn da Argumente kommen, dass Autos und Motorräder und die Bahn die auch aufschrecken, muss ich dem einfach wiedersprechen. An die KFZ haben sich die dämlichen Tierchen schon gewöhnt, sehe z.B. öfter Rehe, die direkt auf dem Grünstreifen der BAB 11 äsen.
Und gestern Abend hab ich es auch wieder erlebt, fuhr meine Abendeinheit auf dem Racebike an einer wenig befahrenen Straße. Und hörte ständig irgendwelches Wild, was sich gestört hatte. Auch nachdem mich Autos oder Motorräder überholt hatten.
Liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir biker von den Tieren eher als Feind wahrgenommen werden. Schleichen uns relativ lautlos an, sind schnell und dazu die gebückte Haltung... sieht doch fast aus wien Wolf oder so was (o.k. etwas größer).
Aber noch mal zu den Tieren: die sind in ihrem Lebensraum durch uns Menschen schon so weit eingeschränkt, dass sie bei der Nahrungssuche eben sehr oft (und das eben vor allem in Herbst und Winter) auf die Dämmerung ausweichen müssen, und wenn sie da gestört werden (sehr oft auf jeden Fall), verlieren sie wertvolle Zeit, wenn es darum geht das Überleben für den Winter zu sichern. Und da reagieren dann auch unsere lieben Förster (wenn ich hier Förster schreibe, meine ich auch die Jagdpächter, die da noch sensibler sind...) wieder sensibel drauf, womit wir wieder beim Thema sind.
Klar ist Nightriden ne tolle Sache und für mich im Winter auch die einzige Chance überhaupt regelmäßig zu fahren. Und es gibt Dir auch ein besseres Gefühl fürs bike. Aber eben nicht überall.
Ich beneide auch die unter euch, die Nachts mit 30 über einen singletrail heizen, bemerkenswert. Fällt mir am Tage manchmal schon schwer und dann auch noch bei nacht, wo Du eben nicht um die Ecken schauen kannst. Wirklich mutig.
Ich suche mir für die nightrides immer wenig befahrene Straßen oder Schotterpisten, das reicht mir dann schon und wenn ich die Zeit steuern könnte, würde ich sagen, erst nach Mitternacht starten, dann schläft das Wild schon (und damit evtl. auch der Förster) und all die Diskussion war halbwegs umsonst. Was ich geliebt habe: auf bekannter Strecke das Licht aus und mit 30 oder 35 über den Asphalt jagen, als Orientierung die weiße Linie oder einfach nur die Lücke zwischen den Bäumen da irgendwo vor Dir. Da brauch ich dann auch keinen Trail mehr.
Und noch mal eins an die: Ich mach sowieso was ich will unter euch. Wenn Du das auf deinem Haustrail machst und Dich später mit dem Förster Deiner Wahl herumärgerst, weil der plötzlich meint, Dein Weg hätte jetzt einen anderen Zweck zu erfüllen und Du als Biker dort nichts mehr verloren, ist das vielleicht o.k. musst Du vielleicht mit Deiner Gang ausdiskutieren.
Wenn Du es aber bei anderen vor der Tür machst und die haben nachher den Ärger, find ich das ******* (gibt es hier Zensur? auch o.k), wäre ich wohl so ziemlich der erste der Dich jagen würde, wenn Du es bei mir tust!
Gut, noch Fragen?
Wens interessiertnoch was zum Licht: habe mir diesen komischen
Shimano-Nabendynamo gekauft, kombiniert mit einer Stirnlampe mehr als ausreichend und da haben dann nicht mal die grün-weißen Einwände, wegen STVO oder so...