Speichen / Nippel gegen "lösen" sichern

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Hallo,

ich hab an meinem Gravel Bike ein Hope LRS im einsatz. Das Rad ist nichmal n halbes Jahr als, und wird überwiegend auf der Straße bewegt. Trotzdem snid jetzt zum zweiten mal mehrere Speichen so locker geworden, dass man den Nippel anfangs von Hand drehen kann.
Gibt hier irgend einen Tipp, wie man das verhindern kann?

Zu "fest" sollte es vermutlich nicht sein, da es ja sonst beim Zentrieren vermutlich mal Probleme geben könnte oder?
 
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Wenn die Nippel sich immer wieder lösen, ist die Speichenspannung definitiv zu locker...
okay... gut dass ich beim letzten mal das Laufrad beim Händler zum zentrieren abgegeben hatte und mir gesagt wurde, dass sie alle Speichen super toll angezogen haben, und dies mit dem Tensiometer überprüft haben...

Ich seh schon... ich muss mich in das Thema Laufradbau / Zentrieren auch noch einarbeiten :wut::ka:
 

Geisterfahrer

unplugged
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Billige TM-1-Klone gibt's auf Amazon. Dann einfach mal durchmessen. Damit bekommst Du die relative (Un-) Gleichmäßigkeit der Arbeit raus.
Zum Absolutwert einfach mit einem gut gebauten LRS vergleichen.
Ich packe beim Aufbau noch einen Tropfen Leinöl auf das Speichengewinde. Das verharzt später und sichert so auch nochmal. Man muss allerdings vorsichtig sein, das Zeug verursacht ziemliche Flecken, je nachdem wo man es hintropft.

Grundsätzlich sollte sich auch nichts lösen ohne zusätzliche Sicherung. Jedenfalls wenn sauber aufgebaut ist und das Material nicht unterdimensioniert ist. Aber ne zusätzliche Sicherung schadet ja auch nicht.
 
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Sei froh, dass du sie noch drehen kannst!

Einen Achter bei ProLock und Konsorten kannst du nach einen Jahr meistens nur noch mit Abzwicken der Speichen korrigieren.
 
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Guest
Billige TM-1-Klone gibt's auf Amazon. Dann einfach mal durchmessen. Damit bekommst Du die relative (Un-) Gleichmäßigkeit der Arbeit raus.

Taugen die? Bisher hab ich immer nach der klassischen Methode gearbeitet: mit den Umdrehungen immer tiefer, bis ich irgendwann das Gefühl habe der Schlüssel rutscht bei noch mehr Druck über den Nippel, dann wieder eine Achtel Umdrehung zurück. Wenn man das gleichmäßig macht, ist das Rad auf jeden Fall fest. :D
 

Geisterfahrer

unplugged
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Sei froh, dass du sie noch drehen kannst!

Einen Achter bei ProLock und Konsorten kannst du nach einen Jahr meistens nur noch mit Abzwicken der Speichen korrigieren.

Passiert bei Leinöl nicht. Das lässt sich bei mir unproblematisch nachkorrigieren, auch nach mehreren Jahren noch.

Taugen die? Bisher hab ich immer nach der klassischen Methode gearbeitet: mit den Umdrehungen immer tiefer, bis ich irgendwann das Gefühl habe der Schlüssel rutscht bei noch mehr Druck über den Nippel, dann wieder eine Achtel Umdrehung zurück. Wenn man das gleichmäßig macht, ist das Rad auf jeden Fall fest. :D

Frei nach dem Motto: "Keine Gewalt ist auch keine Lösung!", ja?
Um Vergleichswerte zu bestimmen, werden die schon taugen.
 
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Deleted 247734

Guest
Frei nach dem Motto: "Keine Gewalt ist auch keine Lösung!", ja?
Um Vergleichswerte zu bestimmen, werden die schon taugen.

Sozusagen... :D Ohne Tensiometer muss man sich rantasten... irgendwann ist halt Schluss. Bisher hat sich ein Laufrad beim Fahren wieder gelockert, dort war die Speichenspannung auch viel zu lasch... seitdem geh ich aufs Maximum und es hält bombenfest.
 
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Ich hab gestern auf der Eurobike mal mit jemandem von hope gesprochen.
Er meinte, dass es daran liegen könnte # dass sie bei der Montage den Kleber auf den Gewinden vergessen haben :confused:
Ich werde ihn die Tage auch via Email anschreiben, dann lässt er mir die optimalen Werte der Speichenspannung zukommen.
Parallel hab ich mir aus China so n Tensiometer bestellt.
Sollte ich das nicht in Griff bekommen, gibts halt doch noch irgend einen neuen lrs
 

codit

carpe diem
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Nein, das Laufrad war schlecht gebaut. Kleber auf dem Gewinde hat gefehlt :lol: ist die Sch-Wort-Aussage. Der Hope-Spezi war sicher aus dem Fach Marketing.

Der optimale Wert der Speichenspannung ist das Minimum dessen, was Felge und Nabe erlauben, aber bitte auch nicht mehr. Leider hast Du dann wegen unsymmetrischer Speichenwinkel rechts/links immer eine schwache Seite (vorne rechts, hinten links). Dort solltest Du minimum bei 650N liegen. Wenn Du leichter als 65kg bist und/ODER wenn es ums Rennrad geht, reicht auch etwas weniger.
 
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Jetzt mal im allgemeinen zur Speichenspannung... es wird ja immer von der "optimalen Spannung" gesprochen.

Mein Endruo LRS besteht aus:

Newmen SLa30 Felgen, DT Swiss 240s Naben und Spaim Race Speichen.

Bis jetzt hab ich nur eine Angabe zu den Felgen gefunden. Hier steht, dass die Maximale Belastung bei 1200N liegt.

Laut dem was ich bis jetzt gefunden habe, nutzt man ja aber unterschiedliche Spannungswerte bei den "Seiten" und der "Limitierende Faktor" ist wohl eher die Nabe.
Bei DTS habe ich aber Homepage aber hierzu keine Angaben gefunden.

Also wie finde ich jetzt raus, wie Stark ich meine Speichen spannen sollte? :ka:
 

Geisterfahrer

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In der Regel ist die Felge der limitierende Faktor (mal abgesehen von totalen Leichtbaunaben oder bei radialer Einspeichung, insbesondere radialer Einspeichung mit vielen Speichen bei im schlimmsten Fall dafür nicht zugelassenen Naben). Die maximale Speichenspannung bezieht sich auf die jeweils stärker gespannten Speichen, also vorne links und hinten rechts.
Ich seh immer zu, dass ich hinten rechts knapp unterhalb dessen bleibe, was maximal für die Felge zugelassen ist, meist so um die 1000 bis 1100 N. Wenn dann auf der Gegenseite ca. 650 N oder mehr anliegen, passt das schon.

Vorne ist der Unterschied meist nicht ganz so stark, daher muss man auf Scheibenseite nicht so hart einspeichen, damit es auf der rechten Seite nicht zu lasch wird. Da habe ich seltenst über 1.000 N.
 
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stärker gespannten Speichen, also vorne links und hinten rechts.
Warum müssen grad die Stärker gespannt sein? Wegs Antriebs und Bremsseite? (Sry für die "Blöden" Frage, aber ich hab noch keine Ahnung davon)
Ich seh immer zu, dass ich hinten rechts knapp unterhalb dessen bleibe, was maximal für die Felge zugelassen ist, meist so um die 1000 bis 1100 N. Wenn dann auf der Gegenseite ca. 650 N oder mehr anliegen, passt das schon.
Was wäre, wenn man beide Seiten gleich spannt? Bzw wie kommt man auf die 650Nm ?
 

Geisterfahrer

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Das hängt einfach an der Geometrie der Nabe. Der Speichenflansch auf Antriebsseite und auf Discseite vorne stehen weiter innen als auf der anderen Seite.
Die Speichen auf Antriebsseite und vorne auf der Discseite stehen daher steiler als die auf der anderen Seite. Der Winkel, um die Felge nach rechts oder links relativ zur Nabenmitte zu verschieben, ist ungünstiger, da nur eine kleinere Kraftkomponente in diese Richtung wirkt, die größere die Felge zur Nabe hin zieht.

Hier gibt es ein paar Bilder, auf denen es leichter zu sehen ist:
Die Speiche, an der Winkel Alpha anliegt, braucht weniger Speichenspannung, um die Felge in der Mitte der (nicht symmetrischen) Naben zu halten als die Speiche, an der Winkel Beta anliegt.
(Nicht verwirren lassen, hat nichts mit Boost oder nicht-Boost zu tun, ich hab nur die Bilder als erste gefunden.)

Wenn Du beide Seiten gleich spannst, funktioniert das bei einer felgengebremsten Vorderradnabe. Die ist nämlich symmetrisch.
Bei anderen Naben stehen die Speichen dann auch alle im gleichen Winkel zur Nabe, mit der Folge, dass die Felge nicht in der Mitte der Nabe sitzt, sondern hinten nach links verschoben, vorne nach rechts.

Die 650N sind ein Erfahrungswert, ab wann ungefähr Speichen so viel Vorspannung haben, dass sie im Fahrbetrieb nicht mehr ständig totalentlastet werden. Denn daran sterben Speichen regelmäßig, also wenn sie zu lasch eingespeicht sind.
Das ist jetzt natürlich auch kein Absolutwert, der sich so gescheit physikalisch nachweisen ließe, und ich erhebe auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Das ist halt so ein Wert, mit dem ich arbeite und klar komme.
Es gibt (zurecht) unterschiedliche Ansichten, wie hart man sinnvollerweise einspeichen sollte.
 
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okay, das klingt plausibel.
Ich bin davon ausgegangen, dass es was mit der "Steifigkeit" zu tun hat. Sprich dass die Speichen auf der Bremsseite vorne dadurch "mehr Kraft" abkönnen.

Wie würdest du beim Nachspannen dann vor gehen?
Zurest die Speichen mit der "hohen" Spannung? oder immer abwechselnd?
 

Geisterfahrer

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Ich würde erst einmal schauen, ob die Felge in der Mitte sitzt (geht mit ner Mittigkeitslehre oder indem man das Laufrad mal mit der Discseite nach links, mal nach rechts in den Zentrierständer spannt).

Dann die Speichen rechts und links jeweils durchmessen und den ungefähren Durchschnittswert herausfinden (je Seite getrennt).

Dann die Speichenspannung rechts und links auf den jeweiligen Wert ungefähr angleichen.

Wenn man dann noch einiges braucht, um auf eine vernünftige Vorspannung zu kommen, einfach mal beidseitig jeweils ne halbe Umdrehung pro Speiche draufgeben und nachmessen. Später dann mit viertel Umdrehungen weiter vortasten, bis man im Bereich des Erwünschten ist. Dann wieder Speichenspannung angleichen und zentrieren.

Zwischendurch mal wieder die Mittigkeit der Felge checken. Ggf. nur einseitig jeweils eine Viertelumdrehung nachziehen.

Ein gesundes Mittel aus perfektem Rundlauf und gleichmäßiger Speichenspannung anpeilen. Beides in perfekt geht nämlich nur mit idealem Material, das man quasi nie hat.
 
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Naja, Zentrierständer oder so ne Lehre hab ich nicht.

Ich will jetzt ja auch (noch) nicht anfangen mir Laufräder zu bauen. Da hab ich irgendwie noch n heiden Respekt vor.
Aber ich möchte es einfach mal selbst hinbekommen, dass ich ne brauchbare Spannung drin hab, und mir nicht immer Speichen locker werden.
 

Geisterfahrer

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Das wird schwierig. Wenn Du einfach nur so pi mal Daumen im Rahmen alle Speichen nachziehst, hast Du hinterher mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Seiten- und Höhenschlag drin sowie stark streuende Speichenspannungen. Würde ich nicht empfehlen.
 

Bejak

Ein Bejak hat drei Räder.
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Das habe ich am Samstag beim Hinterrad gemacht, das gab beim Fahren Geräusche von sich, und auf der Bremsseite waren die Speichen viel zu locker (im Vergleich zum Vorderrad, wo rechts und links (etwa) die gleiche Spannung haben. Ich habe dann erstmal per Hand die Bremsseite auf die Speichenspannung der Antriebsseite gemacht, so gut wie geht (mittels Kabelbinder am Rahmen) zentriert, Probefahrt ergab, dass die Geräusche schon schwächer waren, dann beide Seiten eine viertel Umdrehung weiter gespannt. Ergebnis war unmittelbar, dass die noch verbliebene sehr leichte Dezentrierung der Felge komplett ausgeglichen war, also perfekt rund, und die Probefahrt ergab keine Geräusche mehr. Das Ganze rein aus Gefühl mit einem normalen Speichenschlüssel.

Es ergab sich aber ein neues Problem weswegen ich jetzt die ganzen Alunippel zumindestens hinten gegen Stahl- oder Messingnippel ersetzen möchte. Denn die Verbauten sind aus Alu, bei einem war der Vierkant schon gleich Rund, und bei einem zweiten ist der Vierkandbereich beim finalen Dreh abgeschert. Die Nippel müssen schon mehr aushalten, als das. Von meinen Oldtimer-Rädern mit den verchromten Stahl- oder Messingnippeln kenne ich das so, dass ich das Rad anziehen kann, bis es bei jeder Nippeldrehung singt, ohne dass der Nippel nachgibt. Allerdings habe ich die alten Felgen trotzdem nie 100% gerade bekommen, aber wenns 1mm hin und her wachelt, stört das da nicht, sieht kein Mensch.
 
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