Hallo zusammen,
auch ich hatte das Problem, dass sich die Kurbel einfach nicht lösen wollte und ich mir beim Versuch, die Kurbel loszudrehen den Aufsatz meiner Ratsche abgebrochen habe. Ich hatte schon überlegt, mir einen Schlagschrauber oder einen langen Radmutternschlüssel zu kaufen, bin aber dann auf Basis der Forumsbeiträge auf eine DIY-Lösung gekommen, die wunderbar funktioniert hat:
1.) Einen handelsüblichen langen L- oder T-Inbus mit einem massiven Kantholz 80 - 100 cm verlängern (Loch ins Kantholz bohren und Inbus in das Loch einschlagen)
2.) Einen Helfer auf der anderen Seite auf das Pedale stellen lassen (mit dem gesamten Körpergewicht, also ein Bein in die Luft und an der Wand anlehnen)
3.) Kantholz mit Inbus vertikal ansetzen (nicht wie auf dem Bild zu sehen horizontal - dann kann nämlich je nach Bohrwinkel im Kantholz das Schaltwerk im Weg sein) und beherzt gegen den Uhrzeigersinn ziehen.
Hat bei mir wunderbar funktioniert, nachdem ich davor mit allen anderen Versuchen kurz vor dem Verzweifeln war. Die Vorteile des Kantholzes sind, dass man quasi beliebig verlängern kann und dass - sollte man abrutschen - die Gefahr einer Beschädigung von Rahmen oder Kurbel viel geringer ist als bei einem Metallwerkzeug. Wer keinen Helfer hat, wird mit der Kantholz-Inbus-Kombination auch die in den Forumsbeiträgen beschriebene Ein-Mann-Lösung (Ein Fuß steht auf der linken Seite auf dem Pedal, der andere übt Druck auf das
Werkzeug aus) besser umsetzen können, denn auf dem massiven Kantholz findet man mit dem Fuß festeren Halt als auf einem dünnen Metallwerkzeug. Dann allerdings muss man das
Werkzeug eher horizontal ansetzen. Um dabei nicht mit dem Schaltwerk zu kollidieren, sollte man die Bohrung im Kantholz leicht schräg ausführen, sodass das Kantholz am Schaltwerk vorbei rotieren kann.
Noch ein Tipp für die Bohrung: Wenn man mit einem 8er-Bohrer vorbohrt und dann den 8er-Inbus mit dem Hammer einschlägt, hat man eine super-steife Verbindung zwischen Inbus und Kantholz, muss aber danach mit einigem Aufwand den Inbus wieder aus dem Kantholz heraushebeln (z.B. mit Brettern in der passenden Breite oder mit einer Einhandzwinge und passendem Gegenhalter). Wahrscheinlich funktioniert das Ganze fast genauso gut mit einer 10mm-Vorbohrung. Dann ist die Verbindung zwischen Kantholz und Inbus zwar etwas "wabbelig", aber dafür bekommt man den Inbus wieder ohne Aufwand aus dem Kantholz. Für die Ein-Mann-Lösung würde ich eher die steife Variante mit der 8mm-Bohrung empfehlen, da dann der Inbus nicht so leicht abrutscht, für die Zwei-Mann-Lösung dürfte in fast allen Fällen die Variante mit der 10mm-Bohrung reichen.
Hier noch Bilder zur Illustration. Ich hoffe, der Link funktioniert und ich kann mit dieser Idee beim einen oder anderen zur Problemlösung beitragen.
https://www.picdrop.com/eulenspiegel/ZzfpjbDVAN