Von einer 160mm-Bremsscheibe auf 180mm aufrüsten, wann sinnvoll?

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@Driverle , du schmeißt echt alles durcheinander. Auch wenn du mit Physik nichts am Hut hast, das wäre der Schlüssel zum Verständnis, warum du hier einige böse Kommentare bekommst.

Thema Steifigkeit: Du verwechselst Steifigkeit mit Bruchfestigkeit. Steifigkeit besagt erst mal, dass sich das Ding (nicht nur ein Bike) bei Einleitung von einer Kraft wenig verformt. Die Bruchfestigkeit besagt, bei welcher Kraft das Teil bricht, unabhängig von der dabei vorkommenden Verformung. Beispiel für ein Bike, das extrem steif ist, aber eine miserable Bruchfestigkeit: Rahmen aus Glas. Beispiel für ein Bike, das sehr weich ist, aber auch sehr bruchfest: Rahmen aus Gummi. Ein Dirt-Rahmen wird also sehr steif gebaut, und wird auch einiges aushalten, aber eben keine 170 mm Federgabel. Das liegt am ...

Thema Hebel: Den Hebel hatten wir ja vorhin, bei der Bremsscheibe: Größere Scheibe --> mehr Hebel zum Bremsen. Das gleiche passiert bei der Gabel: Längere Gabel --> mehr Hebel, um das Steuerrohr abzureißen. Bei einem anständigen Rahmen ist deshalb die maximale Gabellänge angegeben, für den er getestet und zugelassen ist. Beispiel zum Thema Hebel: Wenn du eine Schraube nicht aufbekommst, wirst du (wahrscheinlich) erst mal den Schraubenschlüssel verlängern. Mit etwas Glück geht die Schraube auf, wenn's blöd läuft, reißt bloß der Schraubenkopf ab. Ein Dirt-Rahmen wird maximal eine 100 mm Gabel vertragen. Auch wenn der Rahmen stabil ist, für eine 170 mm Gabel ist er nicht gebaut.

Dein Dirt-Rahmen wird extrem kurz sein. Das willst du aber nicht, du warst ja froh, dass der Radstand bei deinem Bike wegen der zu langen Gabel sich vergrößert hat. Was noch dazu kommt, deine Bastelei mit mehreren Bildern übereinander wird nicht genau genug sein, damit du die Unterschiede rausfindest. Da ist es besser, mal ein paar Webseiten durchzuschauen und Geometrien zu vergleichen. Schau mal nach diesen Werten: Radstand, Reach, Kettenstrebenlänge, Lenkwinkel. Dann wirst du feststellen, dass da Welten dazwischen sind. Vor allem, dass es innerhalb einer Bikekategorie keine Ausreißer gibt (doch, es gibt ein paar, aber die kannst du an deinen Fingern abzählen). Bei einem CC-Rahmen wirst du also keinen Lenkwinkel von 64° finden, obwohl das bei DH-Rahmen ganz normal ist. Und das sind ja nur 5° Unterschied (zum CC-Rahmen mit 69°) ... aber die machen gewaltig was aus.
Vielen herzlichen Dank für deine besondere Mühe und Geduld mit dem Erklären. Also kein Dirtbike-Rahmen.

Die Idee mit den Photooverlays in Photoshop ist sehr wohl brauchbar, aber erst dann wenn man über vernünftige Fotoaufnahmen der Rahmen verfügt. Das hat was mit dem richtigen Abstand und Brennweite zu tun um keine Verformungen zu erhalten. Aber gut, das ist ein anderes Thema, sagte ja für den groben Check hats gereicht. Das Fahrgefühl kann man so natürlich nicht erleben.

Bei den Geometrie-Daten klappt es schon besser mit dem Verständnis. Allerdings finde ich unterschiedliche erklärende Schema-Beispiele, bei denen "von Rohrmitte zu Rohrmitte" gemessen wird, und andere wiederrum die "zwischen den Rohren" die Abstände messen. Das verwirrt, und macht es ziemlich ungenau.
 

ExcelBiker

veni, vidi, bici
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Allerdings finde ich unterschiedliche erklärende Schema-Beispiele, bei denen "von Rohrmitte zu Rohrmitte" gemessen wird, und andere wiederrum die "zwischen den Rohren" die Abstände messen.
Schau noch mal genau, welche Maße ich dir empfohlen habe zum Vergleich: Radstand, Reach, Kettenstrebenlänge, Lenkwinkel. Diese Maße sind sehr gut messbar, auch ohne "mitte - mitte" oder andere Voraussetzungen. Wenn du dich auf die genannten Maße stützt, bekommst du einen Eindruck für die groben Dimensionen.

Der Heckmeck, wie gemessen wird, kommt eher bei Sitzrohrlänge, Oberrohrlänge und Sitzwinkel. Die sauber zu interpretieren ist sehr schwer und benötigt viel Erfahrung.

Die Idee mit den Photooverlays in Photoshop ist sehr wohl brauchbar, aber erst dann wenn man über vernünftige Fotoaufnahmen der Rahmen verfügt. Das hat was mit dem richtigen Abstand und Brennweite zu tun um keine Verformungen zu erhalten.
:daumen: Kann ich bestätigen, hab ich auch schon gemacht. Du wirst aber kaum brauchbare Aufnahmen haben, und wenn ein Referenzmaß fehlt (also z.B. identischer Reifen auf vergleichbarer Felge), wird der Fehler schnell zu groß um überhaupt was rauslesen zu können.
 

garbel

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Ist die Belastung auf die Gabel beim Bremsen nicht unabhängig von der Bremsscheibengröße?

Man muß eine Masse m verzögern, z. B. von 30 km/h auf Null in 3 sek. Die Gabel erfährt hiernei eine bestimmte Belastung in Form von Kräften und Momenten. Mit einer größeren Bremsscheibe wird doch nur die Handkraft am Hebel geringer.

Was größer wird, sind die Belastungen auf die Bremssattelbefestigung, weil der Bremssattel bei einer 200er Scheibe weiter (größerer Adapter) entfernt ist als bei einer 160er Scheibe (kein Adapter)
 
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maxracingshox

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Ist die Belastung auf die Gabel beim Bremsen nicht unabhängig von der Bremsscheibengröße?

Man muß eine Masse m verzögern, z. B. von 30 km/h auf Null in 3 sek. Die Gabel erfährt hiernei eine bestimmte Belastung in Form von Kräften und Momenten. Mit einer größeren Bremsscheibe wird doch nur die Handkraft am Hebel geringer.
Genau
Was größer wird, sind die Belastungen auf die Bremssattelbefestigung, weil der Bremssattel bei einer 200er Scheibe weiter (größerer Adapter) entfernt ist als bei einer 160er Scheibe (kein Adapter)
Noch nicht mal das. Die Kraft, die in die Bremssattelaufnahme geleitet wird ist unabhängig von der Scheibengröße und proportional zur Bremskraft. Wenn Du jedesmal mit der gleichen Verzögerung bremst, oder bis zur Haftgrenze des Reifens, spielt der Scheibendurchmesser oder der Turm aus Adaptern keine Rolle. Dynamisch ist es natürlich etwas anderes, da können die Spitzenlasten bestimmt zunehmen.
 

garbel

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Noch nicht mal das. Die Kraft, die in die Bremssattelaufnahme geleitet wird ist unabhängig von der Scheibengröße und proportional zur Bremskraft.
Hast recht. Weil ja die Kraft, mit der die Beläge an die Scheibe drücken müssen, bei einer kleineren Scheibe (für ein gleich großes Bremsmoment) größer ist als bei einer größeren Scheibe.
 
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Ist die Belastung auf die Gabel beim Bremsen nicht unabhängig von der Bremsscheibengröße?

Man muß eine Masse m verzögern, z. B. von 30 km/h auf Null in 3 sek. Die Gabel erfährt hiernei eine bestimmte Belastung in Form von Kräften und Momenten. Mit einer größeren Bremsscheibe wird doch nur die Handkraft am Hebel geringer.

Was größer wird, sind die Belastungen auf die Bremssattelbefestigung, weil der Bremssattel bei einer 200er Scheibe weiter (größerer Adapter) entfernt ist als bei einer 160er Scheibe (kein Adapter)
Ja, aber wo die Kraft eingeleitet wird und welche Hebel an der Bremssattelaufnahme anliegen ändert sich. Welchen Einfluss das auf die Haltbarkeit hat, ist für mich schwer zu sagen. Eben deshalb halte ich mich lieber an die Vorgaben des Herstellers, auch wenn ich selbst denke, dass es keine schwerwiegenden Folgen hat, wenn die Scheibe größer als maximal erlaubt ist.
 
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