Mit Schlauch, ohne Schlauch? UST-Reifenwechsel?

Shefffield

Dreckskerl
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Moin.

In Kürze werde ich mir mein '04er-Rad bestellen, aber vorher muss ich mich entscheiden, welche Felgen ich nehme.

Das Rad wird ein Starrbock mit Rohloff-Nabe, geplant für CC-Rennen und Marathons. Ich habe eine Vorliebe für technische Kurse und starte bevorzugt dann, wenn die Strecken schön durchweicht sind (deswegen die Speedhub - die schaltet auch noch mit Schlammpackung). Häufiger Wechsel des Hinterreifens ist also angesagt... (2,4"er für Trockenheit, 1,5"er für Schlamm)

Ich neige dazu, mir den Eclipse-Set mitzubestellen. Reinrassige UST-Felgen habe ich bisher keine gefunden, nur komplette Laufradsätze (Mavic), und die scheiden wegen der Getriebenabe natürlich aus.

Meine Fragen:

Kann ich die leichten Standardreifen (z. B. Schwalbe King Jim light, Racing Ralph, Black Shark Mud) mit dem Tubeless-Kit fahren, oder muss ich zwingend die spürbar schwereren USTs aufziehen? (70 kg Fahrergewicht, Drücke um 2 bar sind gewünscht)
Ich weiß, dass der Sitz des Reifens auf der Felge entscheidend für die Dichtheit ist. Hat jemand diesbezügliche Erfahrung mit der Kombination eines der obigen Reifen auf der Mavic XC 717 Disc? Sind die dünnen Seitenwände der Leichtreifen dafür ungeeignet?

Ich werde den Hinterreifen öfter wechseln müssen - wie aufwändig ist das bei einem UST-Reifen auf einer Standardfelge (Mavic XC 717 Disc)? Wie stramm sitzen die USTs?

Thomas Frischknecht sagt in Interviews, dass man einen einmal aufgezogenen und mittels Latexmilch abgedichteten Reifen gar nicht mehr wechseln sollte. Wenn es wirklich so problematisch ist, den gewechselten Reifen wieder dicht zu bekommen, muss ich mich von der Idee wohl verabschieden, denn ein zweites Hinterrad (mit einer zweiten Speedhub) ist unbezahlbar. Allerdings bringt gerade am Hinterrad die Reduzierung des Rollwiderstands den größten Nutzen.

Bitte schreibt mir, welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

Danke im Voraus,
Shefffield
 
Hallo Sheffield,

es gibt mehrere UST-Felgen, die Du einzeln bekommst. Zuerst natürlich von Mavic X3.1 und D3.1 (ich kenne die neuen Bezeichnungen nicht) und auch von Sun gibt es entsprechende Felgen, die man schlauchlos fahren kann. Bei Mavic ist die Felge an sich aber geschlossen, die Nippel werden durch spezielle Hohlschrauben in die Felge eingedreht, bei Sun wird im nachhinein die Felge abgedichtet.

Ich selber fahren auch ein Hardtail (Argon) mit einer Rohloff und schlauchlos. Ich benutze dabei die Mavic D3.1 Felgen, die auch in den Deemax-LR verbaut sind (aber natürlich mit 32 Löchern). Das ganze ergibt ein einwandfreies, stabiles und dichtes Laufrad.
Für reinen XC Einsatz dürften die X3.1 aber ausreichen.

Das Montieren von UST-Reifen ist eigentlich ganz einfach, man muß nur einmal das System begriffen haben. Ich habe jedenfalls egal mit welchem Reifen (Michelin XLS, FrontS, CompS, Nokian NBX und Maxxis Highroller) noch keine Probleme mit dem Montieren/Demontieren gehabt.

Falls Du noch weitere Frage hast....


Gruß

EvoOlli
 
Hallo, Olli.

Das ging ja fix!

Die Felgen habe ich inzwischen auch gefunden. In der kommenden Saison heißen sie bei Mavic XC 819. Das Gewicht wird mit 460 g angegeben, aber wie ich das sehe, werden die zusätzlichen 70 g für die speziellen Nippel unterschlagen.

Am reinen UST-System stört mich das hohe Gewicht zu sehr. Schon durch die notwendige Reifenbreite (Volumen=Dämpfung) handle ich mir einen Gewichtsnachteil (um 200 g pro Reifen!) an der rotierenden Masse ein. Außerdem ist die Auswahl bei den UST-Reifen verdammt dünn, wenn mir die 2,1er zu schmal sind und ich's trotzdem leicht mag. Wenn es allerdings das einzig Senkrechte ist, um den Reifen auch mal öfter zu wechseln...

Kannst Du den Vergleich ziehen zwischen einem abgedichteten Normalreifen auf einer Normalfelge, oder bist Du gleich zu 100 % auf das reinrassige UST-System umgestiegen?

Danke Dir,
Shefffield
 
Hallo !

Ich bin direkt auf Schlauchlos umgestiegen, am Anfang waren es Crossmax, mittlerweile fahren ich den o.g. Satz mit D3.1 Felgen und auf meinem Ufo sind es Deemax.

Die Undichtigkeiten, die andere anscheinend öfters haben, habe ich noch nie gehabt. Ich montiere die Reifen immer mit Montagepaste vom örtlichen Reifenhändler, damit gibts dann auch keine Probleme.
Die einzigen Reifen, mit denen ich nicht zufrieden war, waren die Michelin Comp S. Bei der zweiten Tour direkt platt gefahren und auch vom Profil her viel zu wenig Gripp. Habe sie direkt runtergeschmissen, bin dann XLS / FrontS gefahren. Eine sehr gute Kombi, problemlos und auch noch ausreichend leicht.
Mittlerweile fahre ich am Argon Fat Alberts in 2.35 und auf dem Ufo sind 2.5er Highroller drauf. Die Fat Alberts in der UST Version sind für meinen Touren-Einsatz ausreichend pannensicher, ich habe sie jedenfalls noch nie Platt bekommen.
Vor 3 Monaten habe ich auch mal die Nokian NBX in 2.3 ausprobiert. Leider verloren die innerhalb von 1 Tag die komplette Luft. Konnte die Reifen aber zurückgeben, Nokian hatte wohl starke Qualitätsprobleme. Seit 1 Monat warte ich auf eine Neulieferung, Nokian hat die Produktion umgestellt. Aber bisher sind sie noch nicht eingetroffen.
Vom Fahrverhalten haben mir die NBX am besten gefallen, sie sind aber nicht allzu leicht.



Gruß

EvoOlli
 
Olli , was habe ich den nicht verstanden ? Habe erst vorgestern meine ersten ust reifen(comp s light) montiert und es ging NICHTS ohne reifenheber , obwohl ich die reifenflanken mit spüli eingeschmiert habe !
Trotz reifenheber halten die die 2bar aber immer noch .
@shefffield: die wiegen pro stück übrigens nur 683g und sind so breit wie manche 2.2er !
 
Hallo Alter Ron,

der Trick ist, daß man den Reifen auf der gegenüberliegenden Seite in die Mitte der Felge drückt. Dann kann man den Reifen ganz einfach auf die Felge drücken, wobei ein wenig Gleitmittel hilft.
Am einfachsten ist es, man schaut sich die Montage eines PKW-Reifens an, dort ist alles schön im großen Masstab zu sehen.

Ich habe keinen der o.g. Reifen je mit einem Reifenheber montiert oder demontiert.

Bei dem Comp S hatte ich auch keine Probleme mit der Dichtigkeit, sondern halt eher mit der Haltbarkeit und vor allem mit der Traktion. Es ist eben ein Race Reifen und bei groben Untergründen eigentlich nicht zu gebrauchen. Das geringe Gewicht bring natürlich auch eine sehr dünne Flanke mit sich, die ich mir damals auch direkt auf einem Schotterweg aufgerissen habe.

Heute sind auch die neuen Nokian NBX 2.3 eingetroffen, bin schon gespannt, ob die jetzt dichthalten. Aber ich denke mir, Nokian wird in den 3 Monaten schon etwas gemacht haben. Das Gewicht ist übrigens jetzt 1022 Gramm, die vorherigen haben rund 930 Gramm gewogen :-))

Gruß

EvoOlli
 
Hallo Leute, ich kann mir ja noch vorstellen, den Reifen mit dem "Mitte-Trick" wie beim Autoreifen über die Felge zu ziehen, aber wo nehmt ihr den plötzlichen Druck her, den man ja wohl aufbauen muß, um die reifenflanke dann ins Felgenhorn zu drücken?, vor allem auch unterwegs, das schreckt mich nämlich von dem UST am meisten ab. :confused:
 
Original geschrieben von Ronja
Hallo Leute, ich kann mir ja noch vorstellen, den Reifen mit dem "Mitte-Trick" wie beim Autoreifen über die Felge zu ziehen, aber wo nehmt ihr den plötzlichen Druck her, den man ja wohl aufbauen muß, um die reifenflanke dann ins Felgenhorn zu drücken?, vor allem auch unterwegs, das schreckt mich nämlich von dem UST am meisten ab. :confused:


Unterwegs ?!Da wollte ich vorsichtshalber einen schlauch mitnehmen , den man dann zur not einziehen kann . Mir einer minipumpe kann ich mir das kaum vorstellen . Vieleicht CO2 patrone ?
Zu hause funktioniert das mit einer standpumpe sehr gut , wenn du den reifen richtig eingelegt hast . Am anfang mußt du sehr schnell mit dem vollen hub pumpen , bis die reifenflanken anliegen . Dann wird es easy . Ich binn da auch gerade dabei meine erfahrungen zu machen . Aber von einer probefahrt auf tubeless ausgehend , kann ich für mich behaupten : es lohnt sich .
 
Unterwegs ist das wirklich ein Problem, das erste mal habe ich auch mit meiner kleinen Handpumpe da gestanden und bekam den Reifen nicht wieder in das Felgenhorn. Zum Glück hatte ein Freund eine Co2 Patrone dabei.
Seitdem fahre ich auch immer mit einer Co2 Patrone durch die Gegend, werde mir wohl demnächst die Kombipumpe von SKS zulegen die gleichzeitig Pumpe und Co2 Halter ist.
Zur absoluten Sicherheit kann man natürlich noch einen Schlauch mitnehmen, aber dort muß man daran denken, daß es einer mit diesen Rennradventilen ist, da sonst das Loch in der Felge zu klein ist.

Zuhause ist das alles kein Problem, ich benutze einen SKS-Rennkompressor und da muß ich mich noch nicht einmal anstrengen :-)

Achso: Ich habe mit UST aber eigentlich keine Pannen mehr, es war nur am Anfang mit den leichten Michelin-Reifen vorgekommen. Seitdem ich den Fatalbert bzw. NBX drauf habe, ist noch nichts passiert...

Gruß

EvoOlli
 
Hi,

Original geschrieben von EvoOlli
Achso: Ich habe mit UST aber eigentlich keine Pannen mehr
das kann ich bestätigen.
Seit ich UST fahre hatte ich keinen einzigen Platten mehr.

Vorher mindestens 1 Platten pro Woch durch unterschiedliche Ursachen (Dornen, Durchschläge, einfache Schlauchplatzer...)

Meine Reifen sind Schwalbe Black Jack und Jimmy, LRS ist Mavic Crossmax Enduro.
Auch der Luftverlust ist minimal, nach 4 Wochen höchstens ein halber Bar, also bei mir ca. so wie mit den Butylschläuchen vorher.

So long
 
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