MTB-Einsteiger sucht Erstrad für Trails und gelegentliche Touren (29er, Text etwas überarbeitet)

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29. Mai 2017
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Hallo allerseits,
Kurzfassung: MTB-Einsteiger (30 Jahre alt, 1,80, 74kg, 83cm Schritthöhe, wohnhaft im Nordschwarzwald) sucht geländegängiges Rad, Budget 800-1200€, gerne gebraucht.

Ich bin mein Leben lang gerne Rad gefahren- und eigentlich immer Trekking/Cross-Räder. Mein letztes Rad hat vor ca. 2 Jahren nach mehr als 30k km den Geist aufgegeben. Dabei musste ich auch (durch mehrere untergrundverschuldete Stürze) lernen, dass Trekkingräder selbst auf asphaltierten Waldwege für meinen eher adrenalinorientierten Fahrstil nicht unbedingt tauglich sind.

Diese Einschätzung verstärkte sich, als ich dieses Wochenende als Entscheidungshilfe das neue Einsteiger-MTB eines Freundes auslieh und eine Stunde lang damit über nahgelegene Kies- und Laubwege und dünne Pfade, die ganz offensichtlich hauptsächlich von MTB-Fahrern genutzt werden, bretterte.
Ich hatte viel Spaß. Nach 40 Minuten ordentlich Pumpen hatte ich das Gefühl, gerade erst losgefahren zu sein.
Die Entscheidung fiel zuvor schwer, da ich gerne auch Strecke machen können will, aber jetzt will ich auch ein MTB.

Meine Frage ist hauptsächlich, was für ein MTB ich brauche.
Reicht mir ein Hardtail oder muss es ein Fully sein? Wieviel Geld muss ich in die Hand nehmen, um solide aber nicht übertrieben aufgestellt zu sein?
Eure Antwort wird lauten: "Das kommt darauf an, was du damit machen willst."
Gute Frage. Die Umgebung hier gibt viel her, was Trails im Wald angeht- mir sind beim Joggen/Hund ausführen schon ein paar aufgefallen, auch mit kleineren Sprüngen und Hindernissen. Teilweise sind die gut steil und wurzelig.
Ich hole mir da ganz gerne auch einen Kick (bei Abfahrten meine ich, in der letzten Zeit manchmal auch durch Abfahrt-Longboarden), bin aber etwas vorsichtiger geworden. Ich könnte mir vorstellen, dass ich an technisch anspruchsvolleren Abfahrten Spaß hätte- letztendlich muss ich das ausprobieren.

Körperliche Wehwechen gibt es nicht, wenn das für die Federungen ein wichtiger Aspekt wäre- einzig mein linkes Sprunggelenk ist geflickt, macht aber keine großartigen Mucken beim Joggen/Wandern/Klettern/Slacklinen. Sport mache ich recht viel, häufig genutzt wird das Rad werden.
Hin und wieder würde ich das Rad auch nutzen, um die Umgebung auf gute Kameramotive abzusuchen. Ausrüstung ist in einem sportlichen Kamerarucksack verstaut, gepäckträgerkompatibilität wäre nett, für mich aber nicht das entscheidende.

Gleichzeitig macht es Sinn, mit dem Rad auch mal etwas Strecke zurücklegen zu können (max 60-80km am Tag oder wenige Kilometer zur Arbeit).
Ich kann mich von dem Touren-Aspekt nicht ganz verabschieden.
Ist das mit einem 29er machbar? Gibt es Erfahrungen nicht unfitter Leute dazu, oder steigen dann alle lieber gleich aufs Trekkingzweitrad (was mir finanziell nicht drin wäre).

Bisher gesammelte Eindrücke:
Aus Preisgründen habe ich bisher hauptsächlich mit Hardtails geliebäugelt.
Der Kollege, der mir das Rad auslieh, hat ein Scott Aspect 920 (in Rahmengröße L). An sich fand ich das Rad gut, allerdings war mir der Lenker etwas zu breit/der Rahmen fühlte sich etwas groß an. Die Federung hätte bei dem Wurzelwerk was ich so überquerte wahrscheinlich etwas weicher sein können (vermutlich Einstellungssache- er wiegt auch deutlich mehr).
Ansonsten saß ich bisher auf einem Stevens Applebee (Rahmengröße müsste auch L gewesen sein, war anders nicht vorhanden).
Das war von der Größe her (etwas) besser, ich finde es allerdings Preis-Leistungstechnisch etwas mau (ich las, die Federgabel sei nicht ganz das wahre).
Heute saß ich bei einem Händler auf einem Cube Aspect SL. Der Händler konnte mir nicht sagen, in welcher Größe- und musste dann aufgrund eines "Notfalls" weg- aber die Probefahrt sagte mir am deutlichsten zu, das Rad war wendiger.

Ansonsten ist hier in der näheren Umgebung nicht super viel los, was Händler angeht. Die Empfehlungen, die ich hier im angepinnten Thread finde, kann ich damit nicht austesten- was ich schade finde (und bei den sehr interessanten Canyon-Rädern wohl ohnehin schwer wird).

Irgendwie finde ich es grundsätzlich schwer, so ein Rad einzuschätzen. Sehr dankbar bin ich schonmal für den oben angepinnten FAQ. Trotz allem weiß ich z.B. nicht, ob ich nicht gleich mehr Geld in die Hand nehmen und ein Fully (ggf gebraucht- siehe unten) rauslassen soll.
Die Trails, die das beanspruchen, habe ich hier in der Umgebung wahrscheinlich zu genüge (es sei denn, ihr erklärt mir jetzt dass man Fullys nur braucht, wenn man Rückenprobleme hat, oder in gruselige Downhillrichtung mit Sprüngen von mehr als einem Meter geht).

Grundsätzlich finde ich auch den Gebrauchtkauf sehr sinnvoll. Meine letzten Räder wurden alle lang genutzt, entsprechende Wartungsinvestitionen blieben nicht aus. Wenn ich durch einen Gebrauchtkauf direkt Zugriff auf bessere langlebige Teile (Rahmen/Federung(en)) habe, finde ich das sinnvoll- oder ohne viel finanziellen Mehraufwand nicht in einem halben Jahr wieder was neues haben will.
Preislich kann ich viel mehr als das obenstehende nicht ausgeben.
Allerdings ist mein technisches Wissen eingeschränkt, ich bin eher skeptisch, ob ich z.B. den Abnutzungsstand von Ketten/Ritzeln/Tretlagern einschätzen kann. Habt ihr grundlegend Input zu Gebrauchtkäufen? Soll ich das dann vielleicht lieber über einen Händler tun?

Helm/Handschuhe sind vorhanden.

Was haltet ihr hiervon (Meride Big Ninety Nine XT-Edition Fully)? Liegt in meiner Umgebung- Ist mir an sich etwas zu teuer, kann man aber vielleicht auch nochmal handeln, und/oder mehr Bilder vor der Anreise einfordern. Allerdings könnte es mir zu groß sein?
Ich werde hier einfach noch weitere Gedankengänge einfügen, wie sie kommen.

Vielen Dank für jeglichen Input!
Grüße,
Kaschmir
 
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Moin,
da du eh viel auf dem Rad unterwegs bist und deswegen gut einschätzen können solltest was zu dir passt und was nicht, zunächst einmal der Rat: testfahren, testfahren, testfahren. Man kann auf dem Papier das tollste Rad haben, wenn die Geo nicht zu einem passt passt sie nicht und man hat auf lange Sicht kein Spaß. Am besten bieten sich dafür die vielen gerade stattfindenen Testivals an. Alternativ bieten viele der besseren Mountainbikeläden (meistens nicht die Ketten sondern die Inhabergeführten) gemeinsame Ausfahren an wo man deren Testbikes tatsächlich mal auf Trails testen kann.

Ansonsten denke ich das bei deinem Profil ein Hardtail wunderbar passen würde. Kein Hardcore Cross Country Hardtail, aber vielleicht ein Touren/Trail Hardtail. Damit kann man super Strecke machen, kann viele Trails fahren und man lernt am Anfang wirklich wie man ordentlich fährt (ein Fully verleitet tendenziell einfach drüber zu bügeln). Mach dazu zu Anfang nen Fahrttechnik Training und hab Spaß. Wenn du dann wirklich merkst das du total ab MTB abfährst wirst du dich ganz automatisch nach einem Fully umschauen und kannst durch deine gewonnene Erfahrung auch super abschätzen was zu dir wirklich passt.

Was in die Richtung geht ist z.B. das Orbea Loki für 1,3k€.
 
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Vielen Dank euch.

Es ist ein besser passendes Stevens Applebee geworden.
Gebrauchtkäufe waren regional schwierig, da meine Größe nicht vertreten war.
Habe schon ordentlich Kilometer gefressen und massivst Spaß an der Sache. Trails finde ich hier in der Umgebung immer mehr, jetzt bin ich sogar über einen naheliegenden MTB-Verein gefallen.
Ich hoffe in 1-2 Wochen klappt das dann auch mit den Wheelies und Manuals etwas besser, und ich mache mich ans Training des Bunny Hops.
 
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