PyrenäenX 2012 Atlantik zum Mittelmeer

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Französisch kann da fast jeder.

Als Tip: von der aktuellen Unterkunft bei der nächsten geplanten Unterkunft anrufen lassen.
Am Telefon kommt man mit "Händen und Füssen" nicht weit. ;)

Ray
 

beetle

Branko Alarm
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Bike der Woche
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Fremdsprech-Bücher, funktioniert sogar mit Tamil ganz gut.
Da kam ich allerdings auch ganz gut mit englisch weiter. :lol:

Ich glaube ich muss es einfach mal wagen. Oder wen mitnhemen der dem Französischen mächtig ist.
 

Beorn

In rust I trust
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Wenn man dort wo wir meinen in den Süden aufs Land geht hat sichs mit Englisch erschreckend schnell.
 
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man die wichtigsten paar Wörter der jeweiligen Sprache kann, einem die Leute wohlgesinnter sind, da man es wenigstens probiert.

Bei wirklich exotischen Sprachen, wie Mongolisch war das "Point it" eine grosse Hilfe (Büchlein mit Bildern von allen möglichen Dingen). Die wichigsten Wörter zur Begrüssung etc. hatten wir trotzdem gelernt.

Beim Pyrenäencross war zum Glück, ein Appenzeller Sprachtalent dabei. Dieser verrät zwar das Geheimrezept nicht, ist ansonsten aber sehr kommunikativ :D:

 
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Was soll ich dazu sagen... - Jedem seine Fähigkeiten:

Der Walliser --> Kassier
Der Züricher --> Planer
Der Appenzeller --> Wie schon gesagt: Sprachtalent, Stimmungsmacher, grenzenloser Optimist, Energiebündel, Anker-setzer und natürlich vieles mehr!!!! :cool:
 
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(Coll de Noucreus 2795m, Coll Mitja ou la Collada 2367m)

Da wir gestern nicht so weit fahren konnten wie geplant, brechen wir bereits kurz vor der Morgendämmerung auf. Wenn wir morgen über die geplante Strecke am Meer ankommen wollen, gibt es noch einiges zu tun. Die Schiebepassage zum Coll de Noucreus bringen wir schnell hinter uns.


Oben auf dem Pass erwartet uns ein Wind, welcher nochmals massiv stärker ist, als gestern auf dem Puigmal. Die unterschiedlich starken Böen werfen uns mehrmals zu Boden und wenn wir die Bikes nicht festhalten würden, würden sie vermutlich fortgeweht. Das ganze wird langsam bedrohlich, wir müssen aufpassen, dass wir keine Panik kriegen und einen klaren Kopf behalten. Der geplante Streckenverlauf ist alles andere, als Optimal bei diesem Umständen. Der Weg würde für etwas mehr als einen Kilometer, sehr ausgesetzt über eine Krete gehen. Das ist uns zu riskant, wir können uns schon hier nur mit grosser Kraft aufrecht halten. Es gibt nur eines, so schnell wie möglich in ein Tal runter. So steigen wir ab, Richtung Frankreich in Richtung eines Sees, zu welchem ein Weg hinunterführt. Beim See angekommen, ist der Wind etwas erträglicher und wir überprüfen auf den Karten, wohin dieser Weg führt. Es sind etwa 8 Km bis zu einem bewarteten Refugio und der Weg sieht, jedenfalls auf der Karte nicht schlecht aus. Doch je weiter wir kommen, desto mehr stellt sich das Gegenteil heraus. Ein Grossteil des Weges müssen wir die Fahrräder herunter schieben, oder sogar tragen. Immerhin spürt man hier vom Sturm oben nicht mehr allzuviel. Das Tal ist zwar wunderschön, aber zum Wandern definitiv besser geeignet, als zum Biken! Ziemlich erschöpft erreichen wir nach fast 3 Stunden Schinderei und 1000Hm tiefer das Refuge du Ras de la Caranca. Hier verpflegen wir uns ausgiebig.

Hammerschönes Tal, aber nicht zum biken!


Wir sind froh hier zu sein und die Entscheidung war sicher richtig, kein unnötiges Risiko einzugehen. Andererseits sind wir schon enttäuscht, dass wir unsere Tour nicht auf der geplanten Route beenden können. Gemäss den Berichten, welche ich gelesen habe, hätte es der Höhepunkt unserer Tour werden sollen.
Walschis Schuhe sind definitiv hinüber, nicht mal der Esel vom Refugio hat noch Interesse daran.


Nach dem Essen kommt der nächste Dämpfer, als uns der Hüttenwart erklärt, dass der Weg welcher direkt aus dem Tal führt, noch weniger zum Biken geeignet sei, als der Weg über welchen wir gekommen sind. Die Strecke durch den Gorges de Caranca sei mit diversen Leitern durchsetzt. Die einfachste Option sei, wenn wir über den Coll Mitja ou la Collada - 500Hm über uns - zur Hauptstrasse fahren. So beissen wir halt in den Sauren Apfel und quälen uns auch noch auf diesen Pass, welcher wenigstens grösstenteils fahrbar ist. Von hier ist über einen Kiesweg, die Hauptstrasse bei Fontpédrouse schnell erreicht.

Die 60Km von hier nach Thuir über die Hauptstrasse sind innert kürzester Zeit vernichtet. Wir haben richtig krassen Rückenwind uns sind dadurch trotz übermüdeten Beinen mit 30-50 Km/h unterwegs! Naja dafür bräuchten wir definitiv nicht 160mm Federweg :rolleyes:.

Route (92km, 1632hm)
 
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Von hier bis ans Meer ist es nicht mehr weit und zudem topfeben. Unspektakulär erreichen wir das Mittelmeer bei St Cyprien Plage, einem typischen Touristenort. Wir haben es geschafft! So ein richtig euphorisches Gefühl will allerdings nicht aufkommen. Wer es schon einmal erlebt hat, am Ende eines Crosses von oben auf den Bergen das Meer zu erblicken und dann die letzten Singletrails unter die Räder zu nehmen, weiss vermutlich von was ich spreche. Wir haben stattdessen 1000Hm das Bike herunter getragen und weitere 2000Hm auf Teer vernichtet…



Trotz allem, der Entscheid war sicher richtig und vermutlich macht genau dieses unberechenbare an der Natur, zu einem Teil, den Reiz an einer solchen Unternehmung aus. Eines ist sicher, das letzte Mal war ich nicht in den Pyrenäen, ich wüsste da noch einen Hammertrail von Nuria nach Banyuls sur Mer. Walschi und Kevin, seid Ihr wieder dabei, kommt sonst noch wer mit ;)?

Route (45km, 117hm)
 
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Danke für den Bericht :daumen:

Eure Entscheidung war richtig, auch wenn ihr euch in Nachhinein ärgert.

ray
 

stuntzi

alpenzorro
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Ich glaub mit dem Puigmal hab ich was verpasst letztes Jahr. Aber der Nuria-Canyon war auch nicht von schlechten Eltern. Ab Nuria/Coll de Nucreus würde man sonst einfach auf dem GR11 nach Vallter weiter fahren?
 
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Freut mich, wenn Euch der Bericht gefallen hat :daumen:!

Eure Entscheidung war richtig, auch wenn ihr euch in Nachhinein ärgert.
Schon so, zuviel Risiko eingehen, lohnt sich nie! Wenn es uns von diesem Kamm heruntergeblasen hätte, wäre definitiv nicht gesund gewesen! Unterdessen ist der Ärger eher einer Vorfreude gewichen, die Tour ab Nuria fertigzustellen. Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätten wir ja keinen Grund mehr, in die Pyrenäen zu fahren :D.

Und überhaupt, wir sind von grösseren Pannen und Unfällen verschont geblieben, was bei so einer Tour nicht selbstverständlich ist!

Ab Nuria/Coll de Nucreus würde man sonst einfach auf dem GR11 nach Vallter weiter fahren?
Ja bis zum Coll de la Marranda, aber dann direkt über das Skigebiet nach Vallter 2000 runter. Anschliessend wäre es dem GR11.6 nach weiter gegangen. Werde auf jeden Fall noch die Tracks von der vorgesehenen Route veröffentlichen.

Willst Du in diesem Jahr schon wieder in die Pyrenäen ;)?
 
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(St. Cyprien Plage 0m)
Eines ist sicher, das letzte Mal war ich nicht in den Pyrenäen, ich wüsste da noch einen Hammertrail von Nuria nach Banyuls sur Mer. Walschi und Kevin, seid Ihr wieder dabei, kommt sonst noch wer mit ;)?
Bin dabei. Habe jetzt sogar aufgerüstet: 180mm, 65.2°Lenkwinkel und das mit 13.5 kg. Ich bin ready für die heissen Trails!! :daumen:
 
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LK LB
Danke für den schönen Bericht, und besser ein Asphalt Ende als ein Mumien Ende.
Bilder sind auf jeden Fall Klasse geworden!

Dann freue ich mich schon mal auf den diesjährigen Bericht.
 
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Bin dabei. Habe jetzt sogar aufgerüstet: 180mm, 65.2°Lenkwinkel und das mit 13.5 kg. Ich bin ready für die heissen Trails!! :daumen:
Coole Sache Kevin :daumen:.
Wolltest Du nicht den Twentyniner mitnehmen? Der wäre noch leichter zum runtertragen, falls wir wieder Richtung Refuge du Ras de la Caranca vom Wind flüchten müssten :D.
 
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Bei uns kam damals die Idee auf, statt MTB nächstes Mal RR mitzunehmen :eek:

Das war nach unserer dritten Etappe, wo wir hoch getragen, flach tragend gequert und runtergetragen hatten.
Danach wurde es zum Glück besser.

ray
 
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Schon so :D.

Mit Hochtragen habe ich kein Problem, aber wenn ich es dann runtertragen, oder geradeaus schieben muss, macht es keine Freude...

Aber wenn man neues entdecken will und auf unbekannten Pfaden unterwegs ist, muss man damit leben, dass man auch mal die Arschkarte zieht :).
 
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Coole Sache Kevin :daumen:.
Wolltest Du nicht den Twentyniner mitnehmen? Der wäre noch leichter zum runtertragen, falls wir wieder Richtung Refuge du Ras de la Caranca vom Wind flüchten müssten :D.

Hmmm... Leichtbau ist vermutlich nicht die richtige Rezeptur für eine derartige Überquerung und gegen den Wind war ich mehr als froh, ein wenig Gewicht am Bike zu haben... :ka:
 
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So, ich möchte hier noch ein paar Infos zur Tour veröffentlichen - Als erstes eine Zusammenfassung der Tracks.

Alle auf gpsies veröffentlichten Tracks, welche jeweils unten am Tag verlinkt sind. Diese sind bereits optimiert. Zum Beispiel die sinnlose Tragepassage auf dem GR10 runter nach Bidarray von Tag 1 habe ich ausgelassen, wie auch der Teil mit Bikeverbot von Tag 6.

Hier ist der unbearbeitete Track unserer Tour.

Hier folgen (meistens Trail-)Varianten unserer Tour, welche wir aus Zeitgründen etc. ausgelassen hatten:

Tag 1: Hendaye / Irun – St Jean Pied de Port

(Col d’Ibardin 317m, Col Zizkauitz (Larrun) 702m, Sare, Col des Trois-Croix 511m, Col de Mehatche 716m, Bidarray)

Route (78km, 2107hm)
>> Ab Bidarray, hatten wir ja aus Zeitgründen die Strasse nehmen müssen. Geplant wäre diese Strecke bis St Jean Pied de Port gewesen, teilweise über den GR10 mit eigenen Varianten.
Track Variante

Tag 2: St Jean Pied de Port – Otsagabia
(Col d’Asquéta 986m, Irati, Taplako Pasabidea 1368m)

Route (59km, 1930hm)
>> Aus Zeitgründen hatten wir die Strasse anstelle des GR10 genommen, welcher über ein paar Hügel geht. Hier die geplante Strecke.
Track Variante

Tag 3: Otsagabia – Col du Somport
(Lakuga 1375m, Izaba, Zurzia, Collado de Petraficha 1966m, Paso de Escale 1660m)

Route (69km, 3044hm)
>> Mit bald 3000Hm in den Beinen wollten wir keine Experiemente über den HRP mehr wagen. Die geplante Route so gewesen, mutmasslich weniger Höhenmeter und mehr Trailanteil. Aber eben nur mutmasslich :).
Track Variante

Tag 11: Andorra la Vella – Oceja
(Refugi de l’Illa 2480m, Portella d’Engorgs 2691m)

Route (61km, 2649hm)
>> Die letzten 2-3Km zum Refugi de Malinu über den GR 11 sind eine obermühsame Tragepassage. Dieser Trail runter hat soweit wir dies von der anderen Talseite beurteilen konnten, gut ausgesehen. Es müssen dann nochmals 500Hm Kiesweg hoch bewältigt werden, um wieder auf den GR11 nach Puigcerda zu gelangen. Ist aber vermutlich spassiger als der mühsame GR11.
Track Variante

Tag 13: Nuria – Thuir
(Coll de Noucreus 2795m, Coll Mitja ou la Collada 2367m)

Route (92km, 1632hm)
>> Der windige Tag wäre so weiter gegangen.
Track Variante

Tag 14: Thuir – Perpignan
(St. Cyprien Plage 0m)

Route (45km, 117hm)
>> Und hier noch der krönende Abschluss der Tour, welcher uns der Wind nicht gönnen wollte :(.
Track Variante

Von der Schwierigkeit her wäre diese Tour vermutlich in einem Achim Zahn Buch im Bereich von Schwierig bis Extrem taxiert. Die Tragepassagen und Höhenmeter pro Tag sagen ja bereits einiges aus. Ich will eifach nicht, dass sich jemand im Nachhinein beklagt, er sei nicht gewarnt worden :D.

Falls jemand plant Teile der Route, oder sogar die ganze, nachzufahren, würde es mich natürlich sehr interessieren wie ihr es empfunden habt. Ist jemand ausser mir bereits etwas am planen ;)?
 
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Die Meisten Pyrenäen X Routen, die ich gefunden habe, werden vom Atlantik zum Mittelmeer gefahren und verlaufen großteils auf der spanischen Seite. Gibt es dafür einen speziellen Grund?

Wie sieht's eigentlich mit Wasser aus? Hattet ihr Probleme, gibt es genug Quellen, ist das Wasser ohne Aufbereitung genießbar etc...danke für die Antworten.
 
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Die spanische Seite ist wetterstabiler.

Das Leitungswasser in Spanien ist meist gechlort.

Ray
 
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Die Meisten Pyrenäen X Routen, die ich gefunden habe, werden vom Atlantik zum Mittelmeer gefahren und verlaufen großteils auf der spanischen Seite. Gibt es dafür einen speziellen Grund?

Wie sieht's eigentlich mit Wasser aus? Hattet ihr Probleme, gibt es genug Quellen, ist das Wasser ohne Aufbereitung genießbar etc...danke für die Antworten.
Wir hatten zwei Routen als Option. Eine hauptsaechlich in Spanien, die andere auf der FR Seite. Da das Wetter jedoch besser war, entschieden wir uns fuer ESP. Dazu kommt, dass in der zweiten Haelfte die FR-Seite wesentlich mehr Hoehenmeter hatte und unsere geplante FR-Route in zwei Wochen kaum zu bewaeltigen war.

Das Wasser ist eigentlich ueberall geniessbar. Wir tranken aus Baechen und auch Leitungswasser. So hoch in den Bergen musst du dir wiklich keine Gedanken um das Wasser oder die Qualitaet machen.
 
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