Radon-Gründer Chris Stahl im Interview: “Wenn man selber emotional wird, ist man direkt unprofessionell.”

Vom Verkauf von Hi-Fi-Anlagen und Katalog-Rädern am Wochenende bis zum Geschäftsführer eines der führenden deutschen Fahrrad-Konzerne: Das ist Chris Stahl. Und 30 Jahre deutsche Fahrradgeschichte hat er nebenbei auch noch mitbekommen. Wir haben uns mit ihm über seine bescheidenen Anfänge, die aktuelle Lage der Marke Radon und seine Zukunftspläne und -visionen unterhalten – und überraschend offene Antworten erhalten.


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Der Mann ist Verkäufer, das merkt man schnell finde ich. Ob Hi-Fi, Mtbs oder Ebikes ist eigentlich egal.
Viel Erfolg mit der Marke, den Freunden davon Spaß an den Produkten...
ich schlag da nach meinem Besuch anno 2000 aber nicht mehr auf.
Finde ich jetzt nicht so sonderlich schlimm daß Chris eher der kühle Rechner denn der leidenschaftliche Pionier der ersten Stunde ist. Solange das Produkt sexy ist. :ka:
War denn der Besuch 2000 so abtörnend?
 
Irgendwie erinnert mich die Ausrichtung und das Konzept eher an den Perl Versand als an eine Radlfirma, die coole eigene Produkte machen will und stolz drauf ist, wenn sie die Kunden fahren. Hauptsache es verkauft sich... Das hat mehr Teleshopping Mentalität.

Dabei finde ich die Räder gar nicht so verkehrt. Nach dem Interview klingt es für mich aber wirklich nur noch nach 100% Diskonter und extrem wenig bis Null nach Leidenschaft. Passt eh, aber das ist für Freaks wie uns halt doch irgendwie nix.
 
Freaks sind auch oft kühle Rechner. Für mich ist es auch nix aber ich kenn viele. Du bestimmt auch? Keiner deiner Mitfahrer ein Canyon oder Radon Kunde?
 
Joa und wenn das Tempolimit wirklich was mit verkehrstoten zu tun hätte müsste es ja nur highspeed crashes geben. Sind aber komischerweise eher die wenigsten. Ich als vielfahrer kann dir sagen dass das Problem eher Leute sind die die verkehrsregeln schlecht kenne oder schlichtweg missachten. Da könnte der Gesetzgeber höchstens höherer anforderungen an die Führerscheinprüfung stellen, oder zum erhalt des selbigen alle 3 Jahre einen test einführen.

Das ist nur dein falscher, subjektiver Eindruck als „Vielfahrer“.
Ein Tempolomit von 120 km/h senkt die Zahl der Verkehrstoten NACHWEISLICH.
 
!

Dennoch bin ich persönlich kein Fan von E-MTB´s. Ein Kauf kommt für mich nicht in Frage und ich tue mich mit dem Thema ehrlich gesagt auch recht
Insgesamt scheint sich das Verständnis zum MTB verändert zu haben. Ich hatte im letzten Jahr am Gardasee ein nettes Gespräch mit zwei Bikern (schätze 18-20 Jahre alt), welches meinen Eindruck hierzu vielleicht ganz gut darstellt


/QUOTE]

Ja super, ein Gespräch mit zwei Jünglingen wird zur Verallgemeinerung herangezogen. Ansonsten viel bla bla um nichts. Ich kenne einige in dem Alter, die sich in uphill KOMs messen. Und nun?
 
Freaks sind auch oft kühle Rechner. Für mich ist es auch nix aber ich kenn viele. Du bestimmt auch? Keiner deiner Mitfahrer ein Canyon oder Radon Kunde?
Einer ein Canyon und der überlegt beim Radkauf 2,5 Jahre wegen unglaublicher Details herum um dann ein Strive Auslaufmodell günstig zu kaufen, weil es günstig war (und hat andere geniale Abverkaufsangebote sausen lassen). Versteh das einer.
 
Radon ist ideal wenn man schnelle Belohnungen haben will. Also man kann jedes Jahr den neuesten Zeuch fahren und das regelmäßig.
Das Maximum aus dem geld rausholen.
Das Gegenbeispiel sind so Räder die man sich lange überlegt und wünscht und irgendwann todesviel Kohle raushaut. Das nur gut für Leute die da lang dran Freude zehren können. Im ersten Jahr auf jeden Fall das ultimative Glück (bin ich Grad aktuell)
 
Ich hatte mal ein Radon vor 13 Jahren. Hat gut funktioniert und ist eine total emotionslose Kiste gewesen...seinerzeit der "best buy" gewesen. Mittlerweile ist ein bikekauf für mich auch eine Herzensangelegenheit. War dann vor 3 Jahren mal direkt dort in Bonn und es fühlte sich an wie als wenn ich bei McDov einen Burger esse....man isst ihn und dann will man nicht mehr.
Die Probefahrt war lieblos und hat keinen Spass gemacht.....hat nichts bei mir ausgelöst..kein Erlebnis. Das sehr kalkuliert freundlich Interview spiegelt das ganz gut wieder wie das vor Ort ist und bestätigt meine Meinung, dass ich mir lieber etwas wirklich Besonderes für mich kaufe, wo ich auch wirklich Freude daran habe,....jedes Mal wenn ich es anschau.
 
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ja, aber er hat auch Produkte geschaffen, in die sich Menschen verlieben können. Das ist der feine Unterschied.
Ich glaube ja daß man sich auch in ein Discount-Rad verlieben kann. Es gibt sicherlich so einige, für die sind selbst die preiswerteren Modelle von Radon ein unerhörter Luxusartikel. Ist ja nicht so daß jeder in Big D jederzeit 2.000 Ocken raushauen kann ohne das es ihm weh tut. Und ab dem Punkt, wo man sich etwas anschafft obwohl es finanziell weh tut, und es sich dazu noch um ein Freizeitgerät handelt, ab da wird es emotional.

Und ich kenne auch Leute die lieben ihren Skoda. Wirklich.. :ka:
 
Ich glaube ja daß man sich auch in ein Discount-Rad verlieben kann. Es gibt sicherlich so einige, für die sind selbst die preiswerteren Modelle von Radon ein unerhörter Luxusartikel. Ist ja nicht so daß jeder in Big D jederzeit 2.000 Ocken raushauen kann ohne das es ihm weh tut. Und ab dem Punkt, wo man sich etwas anschafft obwohl es finanziell weh tut, und es sich dazu noch um ein Freizeitgerät handelt, ab da wird es emotional.

Und ich kenne auch Leute die lieben ihren Skoda. Wirklich.. :ka:
Ich hatte einen Skoda und er hatte tatsächlich einen Namen, weil er eine Persönlichkeit hatte. Letztendlich bin ich auch Deiner Meinung, dass eine Marke (und das bike) etwas bei einem persönlich auslösen muss ("haben will" und "find ich geil")....ansonsten braucht man es garnicht erst versuchen und wartet besser. So meinte ich.
Bei mir löst "Radon" jedenfalls nix aus. Auch die Probefahrt mit dem Slide war jetzt nichts besonderes. Es wurde mir auch nicht vermittelt, was jetzt an dem Slide toll wäre. Alles wurde über den Preis gemacht. Es muss übrigens auch nicht "weh" tun, wenn ich was toll finde. Mein hardtail, was ich mir damals stattdessen aufgebaut habe, hat als Rahmen 700€ gekostet und ich bin bis heute von dem Teil angetan....hat also nicht unbedingt immer was mit Geld zu tun. Die Marke Propain zB hat aus meiner Sicht eher verstanden. Probefahrt war leider auch nicht erfolgreich. ;-)
 
Die Tage habe ich mal eine Excel Liste mit 100mm XC Fullys für mich erstellt, und war erschreckt, wie wenige Hersteller noch so etwas anbieten.
 
Die Tage habe ich mal eine Excel Liste mit 100mm XC Fullys für mich erstellt, und war erschreckt, wie wenige Hersteller noch so etwas anbieten.
ja, ist echt übel. es gibt sogar anbieter, die eins im portfolio haben aber schon garnicht mehr aufbauen für probefahrten. ich such aktuell so ein stinknormales trailbike mit flair und leichten AM-Ambitionen aber es ist total schwer.....nur noch solche Monster für DH und Enduro.
 
Ist Enduro jetzt eigentlich schon tot genug, damit eBike das neue Enduro sein kann?

Der Sport verändert sich derzeit erheblich.

Weg vom Sport hin zum reinen elektrisch unterstützen Konsum.

Wenn jemand wie weiter oben geschrieben das nutzt um seinen geliebten Sport weiterhin ausüben zu können gerne!

Wenn man aber das junge Gemüse schon mit 16 auf nem Mofa Ringinseln sieht, um ja nicht unnötig ins schwitzen zu Geraten bekomme ich das kalte Grausen!
 
Wer heut schnell sein will muss e Bike fahren. Ob xc oder Downhill.
Im xc Bereich kannst du mit einer App die Belastung nach deiner Herzfrequenz steuern. Immer im optimalen Bereich, der Motor gibt nur das was nötig ist. Und doppelt soviel Strecke und Fahrtechnik machen.
Genauso im Gravity Bereich. Kostengünstig variable strecken möglichst intensiv befahren, uphill im Grundlagenbereich und mit dem Gewicht sogar effizient die wichtigen Bereiche trainieren.

Wenn man die Sachen so vermarkten würde müsste man auf das Sponsoring der Disziplinen auch nicht verzichten.

Übrigens, danke mtb-news für das Interview und auch die ehrlichen antworten von Radon. Top!
 
Sehr ehrlich und angenehm geantwortet! Man merkt auch deutlich die wirtschaftliche Ausbildung!

Auch für mich sind Radon top Bikes!
 
Radon ist ideal wenn man schnelle Belohnungen haben will. Also man kann jedes Jahr den neuesten Zeuch fahren und das regelmäßig.
Das Maximum aus dem geld rausholen.
Das Gegenbeispiel sind so Räder die man sich lange überlegt und wünscht und irgendwann todesviel Kohle raushaut. Das nur gut für Leute die da lang dran Freude zehren können. Im ersten Jahr auf jeden Fall das ultimative Glück (bin ich Grad aktuell)

Jepp, seh ich auch so. Ich bin da irgendwo mittendrin.
Ich will keine Kompromisse, aber ich kaufe trotzdem kein 5000 EUR Radl, weil ich ab irgendeinem Preis für mich einfach die Grenze ziehe. Da kauf ich lieber hier und da irgendein Goody und teste im Leben eines Rahmens 2-3 Gabeln durch. Dei Frage is halt immer, wo für einen der Kompromiss anfängt und wie viel da auch das Emotionale mit rein spielt. Jeder will sparen und sich am Ende sicher sein, dass jeder einzelne EUR richtig investiert wurde. Ich überlege ewig bis ich was kaufe und dann bin ich knausrig auch noch und such online nach guten Preisen (dadurch kann ich mir zB auch Titanachsen bei den Pedalen leisten - da steht halt Superstarcomponents drauf. na und...das ist ein bisserl wie Radon *g*). Ich würd mir zB auch niemals eine XX1 eagle kaufen, wenn es eine GX eagle gibt... beim Rahmen bin ich pingelig, aber auch da bezahle ich nicht alles und Lenker kommt mir kaum einer ans Radl (den sehe ich und ich freue mich wenn ich fahre immer drüber).

Ich würd nach dem (sehr ehrlichen und guten) Interview niemals ein Radon fahren, weil ich die grundsätzliche Einstellung "wie" und "warum" das Unternehmen so geführt wird abschreckend finde. Die Räder sind sicher super, da brauch ma nicht drum herum reden.

Man kann ein Geschäft gut und mit Leidenschaft führen, um lässige Produkte zu entwickeln oder zu vertreiben von denen man überzeugt ist (man kann trotzdem einen Direktvertrieb haben), oder man kann sich einfach nur zu 100% am Markt und der Gewinnmaximierung orientieren (es ist ihm ja sogar völlig egal was er verkauft. Das mit den Fahrrädern hat sich eben ergeben). Beides ist berechtigt, aber zweiteres passt weniger zu mir, weil für mich ein so teures Hobby natürlich emotional ist. Hätte ich ein Bikegeschäft, gäbe es dort nur extrem ungern Produkte von denen ich nicht voll überzeugt bin. Mir ist eine Firma die selbst von ihren Teilen überzeugt ist lieber. Ich finde da ja zB auch YT ganz cool, Propain genauso usw. Ich glaube nicht, dass einer wie Chris Stahl, der irgendwie leicht prollig von 10-Litern Eimern voll mit Chris King Steuersätzen redet, selbst wirklich aus Überzeugung und Leidenschaft seine Radon Räder fahren will. Und außerdem bin ich ein konservativer Depp der kein eBikes mag. ;)
 
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Im xc Bereich kannst du mit einer App die Belastung nach deiner Herzfrequenz steuern. Immer im optimalen Bereich, der Motor gibt nur das was nötig ist

Im modernen Sport geht das Training nach Watt und nicht nach Puls. Denn der Puls hat enorme Verzögerungen, und zudem, je nach Tagesform, kann der auch mal um 5-10 Schläge variieren. Somit trainiert man selten im optimalen Bereich.
 
Danke für dieses tolle Interview. Bin selbst in der Fahrradbranche und es ist schön, mal viel Wahres von hinten dran zu lesen.
Vor 20 Jahren habe ich als 16-jähriger ein Praktikum bei H&S in Bonn gemacht - Chris war damals mein Chef. :)

Viele wahre Worte, Toll. Danke!
 
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