Schief gefräste Bremsen-Aufnahme?

Attitudus

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Hallo zusammen,

mich treibt die hintere Scheibenbremse bei meinem 301 MK14 in den Wahnsinn. Ich stelle Scheibenbremsen beileibe nicht täglich ein, habe das bislang aber bei allen meinen Bikes ganz gut hinbekommen. Nur bei der hinteren Bremse an meinem MK14 klappt das nicht. Seit zwei Jahren nehme ich das so hin, aber jetzt muß eine Lösung her; die Bremse schleift und macht Geräusche. Die Bremsscheibe selbst habe ich schon sorgfältig gerichtet.

Ich habe mir die Situation vorgestern nochmals lange Zeit genau angesehen und bin zu dem Schluß gekommen, daß eventuell die Fläche(n), auf der der Bremssattel aufgesetzt wird, etwas schief gefräst ist (sind), d.h. der Bremssattel steht nicht senkrecht nach oben, sondern leicht seitlich verkippt.

Nun zwei Fragen dazu:

Gibt es hier jemanden, bei dem das auch so war?
Und natürlich: Was kann man dagegen tun?

Ich fahre hinten eine 180er Scheibe, es ist also kein Adapter im Spiel. Die Bremsen sind Shimano XT aus 2018.

Ich hatte vor langen Jahren mal ein Bike mit demselben Problem; das habe ich damals mithilfe asymmetrisch angeschliffener Beilagscheiben gelöst. Aber eigentlich war das ein Krampf, den ich ungern wiederholen würde ...
 
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Attitudus

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@Epic-Treter Danke für den Hinweis; ich bilde mir ein, daß ich das schon einmal irgendwo gesehen habe. Früher wäre ich vielleicht so bescheuert gewesen, die 600 EUR dafür rauszuhauen, so nach dem Motto "Anschaffung fürs Leben". Heute sicher nicht mehr ... mal sehen, ob jemand hier in der Gegend das Werkzeug hat.
 

Epic-Treter

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@Epic-Treter Danke für den Hinweis; ich bilde mir ein, daß ich das schon einmal irgendwo gesehen habe. Früher wäre ich vielleicht so bescheuert gewesen, die 600 EUR dafür rauszuhauen, so nach dem Motto "Anschaffung fürs Leben". Heute sicher nicht mehr ... mal sehen, ob jemand hier in der Gegend das Werkzeug hat.

War mir auch zu viel Geld. Mir hat die Billiglösung mit einem Zapfensenker geholfen.Damit ist dann wenigstens die Auflagefläche im rechten Winkel zur Bohrungsachse.
 

Attitudus

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Danke für den Tip. Dann sehe ich mal nach, was ein Zapfensenker ist (ich komme nicht aus dem Maschinenbau). Google wird's schon richten. Vorher muß ich dann irgendwie herausfinden, ob die Bohrungen korrekt sind - nicht daß das Ganze zum Schluß schiefer steht als jetzt :)
 
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Bei LV schon mal nachgefragt ?
Vielleicht gibts einen neuen satz Sitzstreben oder die machen dass für dich....ich glaube das Park Tool wäre besser geeignet um das Problem zu lösen.....wenns so ist wie vermutet....
TE., du hast geschieben eventuell.....gibts ein Bild oder Zwei......?

Gruss
 
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Attitudus

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TE., du hast geschieben eventuell.....gibts ein Bild oder Zwei......?
Die Sache ist schwierig: Es ist keine Verkippung da, die sofort und eindeutig auffällt. Einige wenige Grad Verkippung können zum Schleifen oder Klingeln führen, aber dennoch kaum sichtbar sein. Ich muß selbst immer noch eine Methode finden, mit der ich das sauber messen kann.

Auf einem Bild kann man das mit Sicherheit nicht sehen. Ich kann nirgends eine Referenz anbringen, die die richtige Lage zeigen würde.

Feile nehmen und mit Gefühl nacharbeiten.
Danke für den Tip, daran habe ich auch schon gedacht. Das ist mir allerdings zu gefährlich, weil ich den Erfolg ganz schwer messen kann. Wenn die Verkippung z.B. 3 Grad beträgt, wird es verdammt hart, während des Feilens die Verbesserung (oder Verschlechterung) festzustellen. Da müßte ich dann praktisch nach jedem Strich mit der Feile die Bremse wieder aufsetzen und die Lage kontrollieren.

Außerdem ist das Problem dreidimensional: Selbst wenn ich es schaffen sollte, die seitliche Verkippung zu verbessern, feile ich dabei vielleicht versehentlich die Fläche in Längsrichtung schräg. Dann wäre die Bremse zwar korrekt ausgerichtet, würde aber im Extremfall nicht mehr flächig aufliegen; schlimmstenfalls würden sich Bremse und Fläche nur noch entlang einer Linie berühren. Beim Versuch, das auszugleichen, würde ich eventuell wieder eine seitliche Verkippung einführen :) ... und irgendwann ist vom Post-Mount nichts mehr übrig.

Ich glaube, daß man extrem geschickt sein muß und viel Übung braucht, um diese Aufgabe angehen zu können. Ich feile natürlich selbst ab und an irgendwelches Zeug, wenn es einmal etwas zu reparieren gibt, bei dem es nicht darauf ankommt. In der Regel erreiche ich mein Ziel - aber nur, weil bzw. wenn es keine hohe Präzision erfordert.

Hast du mal an der Gewindehülse auf der rechten Seite etwas gedreht? Damit verändert sich auch die Ausrichtung der Bremsscheibe zu Sattel. Sollte eigentlich reichen.
Ich schäme mich wirklich, aber so etwas ist mir noch nicht aufgefallen. Was meinst Du genau damit? Ich gehe gleich mal in den Keller ...

bzw. geschaut, ob die überhaupt korrekt ausgerichtet ist?
Siehe oben ... ich gehe gleich mal nachsehen.

ich würde das Liteville nacharbeiten lassen und nicht selber experimentieren, wenn kein Werkzeug verfügbar ist. Da hat wohl die Quali gepennt.
Die Schwierigkeit ist, es festzustellen. Wie im ersten Abschnitt dieses Beitrags beschrieben ist es nicht so, daß man eine große Verkippung von weitem sieht. Die Verkippung ist klein; ich muß irgendwie feststellen, wie ich sie sauber messen kann. Ich werde mal die Beläge rausnehmen, um vielleicht mehr zu sehen.

In meinem allerersten Post habe ich deshalb auch gefragt, ob von einem solchen (potentiellen) Fertigungs-Fehler auch Andere betroffen sind. Wenn ich der Einzige bin, dann trifft mein Verdacht wohl eher nicht zu. Wenn es auch Andere gibt, lohnt es sich, Aufwand und vielleicht Geld in die Sache zu stecken.

Messen ist wie gesagt schwierig. Ihr kennt das: Selbst mit einer starken Gegenlicht-Quelle ist die Ausrichtung der Scheibe zu den Belägen sehr schwer festzustellen; der Luftspalt ist so klein, daß man oft fast gar nichts sieht. Ich habe außerdem schon viele Bremsen gesehen, die hervorragend eingestellt waren (ohne das geringste Schleifen und Klingeln auch bei Belastung), die aber trotzdem schief zu sitzen schienen.
 

Attitudus

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Hast du mal an der Gewindehülse auf der rechten Seite etwas gedreht?

bzw. geschaut, ob die überhaupt korrekt ausgerichtet ist?

Auch wenn ich mich als Volldepp oute, aber es hilft ja nichts: Ich habe gerade nochmals nachgesehen und finde weder am Postmount noch am Bremssattel eine solche Gewindehülse. Wo befindet sich diese?

Oder meint Ihr die Gewindehülse der Steckachse? Damit habe ich noch nicht herumgespielt, weil sie korrekt ausgerichtet zu sein scheint, weil eine Veränderung dort auch die Spur oder den Sturz des Hinterrads ändern würde, und weil eine Veränderung dort zwar den Winkel zwischen Scheibe und Belag ändern würde, gleichzeitig die Scheibe aber auch seitlich verschieben würde; ich bin nicht sicher, ob diese seitliche Verschiebung durch die Bewegungsfreiheit des Bremssattels auf der Auflage noch abgefangen werden kann.

Es ist aber eine gute Idee, das zumindest mal auszuprobieren - vielen Dank (falls Ihr das gemeint habt).
 

RaceFace67

blackforestviller
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Auch wenn ich mich als Volldepp oute, aber es hilft ja nichts: Ich habe gerade nochmals nachgesehen und finde weder am Postmount noch am Bremssattel eine solche Gewindehülse. Wo befindet sich diese?

Oder meint Ihr die Gewindehülse der Steckachse? Damit habe ich noch nicht herumgespielt, weil sie korrekt ausgerichtet zu sein scheint, weil eine Veränderung dort auch die Spur oder den Sturz des Hinterrads ändern würde, und weil eine Veränderung dort zwar den Winkel zwischen Scheibe und Belag ändern würde, gleichzeitig die Scheibe aber auch seitlich verschieben würde; ich bin nicht sicher, ob diese seitliche Verschiebung durch die Bewegungsfreiheit des Bremssattels auf der Auflage noch abgefangen werden kann.

Es ist aber eine gute Idee, das zumindest mal auszuprobieren - vielen Dank (falls Ihr das gemeint habt).
ja, ich meinte die der Achse. Ich meine der Punkt drauf muss mit dem Schlitz fluchten, oder?
Dachte nur, falls er es nicht tut.

Mit den konkaven und konvexen Scheiben dieses (oder ähnlichen) Adapters kannste auch nichts probieren, oder? Klar, die Höhe darf sich nicht ändern, aber zur Ermittlung ein wenig probieren? https://www.rosebikes.de/shimano-po...MIqL_AjIfD-AIVbAUGAB2fsguvEAQYBSABEgLH5vD_BwE
 
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Feile nehmen und mit Gefühl nacharbeiten. Kann doch nicht so schwer sein... Hauptsache nicht wie Rambo, sondern schön langsam und zwischendurch prüfen.
... genau richtig. Ein entsprechend lange und ebene Feile nehmen, die beide PM-Sockel überdeckt und mit Geodreieck immer wieder prüfen, ob die Feilenfläche parallel zur Radachse steht und die Feile ohne Kippeln plan auf beiden PM-Sockeln aufliegt. Nichts für Grobmotoriker, aber mit Geschick geht das kostenlos in wenigen Minuten und es reicht vollkommen. Später am Verschleißbild der Beläge kann man verbleibenden Schiefstand nochmals prüfen. Bisher war keine Nacharbeit nötig.
 

Attitudus

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a, ich meinte die der Achse. Ich meine der Punkt drauf muss mit dem Schlitz fluchten, oder?
Dachte nur, falls er es nicht tut.
OK, vielen Dank! Ja, die Hülse fluchtet mit dem Schlitz. Aber Du hast schon recht, ein Experiment würde sich sicher lohnen. Ich glaube, ich habe nur keinen so großen Inbus-Schlüssel ... den muß ich noch besorgen.

Mit den konkaven und konvexen Scheiben dieses (oder ähnlichen) Adapters kannste auch nichts probieren, oder? Klar, die Höhe darf sich nicht ändern, aber zur Ermittlung ein wenig probieren?
Auch ein guter Vorschlag, danke dafür. Ich habe das auch in Erwägung gezogen - ich fahre vorne 203 mm und habe aus unerfindlichen Gründen gleich zwei dieser Adapter und somit einen Satz dieser Scheiben für Experimente zur Verfügung. Bislang habe ich das wegen der Höhen-Änderung aber noch nicht ausprobiert.

Insgesamt bin ich wohl zu theoretisch an das Problem herangegangen. Ich werde jetzt einfach für die weitere Analyse einige Dinge ausprobieren, auch wenn sie nicht die endgültige Lösung sein können. Hauptsache, ich finde endlich heraus, wo der Hase nun genau im Pfeffer liegt. Ich war wohl zu ungeduldig und wollte Analyse und Lösung in einem Schritt :D
 

Attitudus

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wenn es dich von Augsburg mal in die Rosenheimer Gegend verschlägt - ich habe eine PM Fräse
Super, vielen Dank! Ich würde mich gerne mit einem Kasten Bier Deiner Lieblings-Sorte und einer Familien-Pizza für Dich und Deine Lieben revanchieren. Wenn ich nicht anderweitig weiterkomme, schicke ich Dir eine PM. Das wäre mir auch eine Extra-Fahrt nur für diesen Zweck wert ... kostet sicher insgesamt weniger Mühe als die Suche nach einer entsprechenden Werkstatt hier und der Bettelei zur kurzfristigen Erledigung ...
 

Attitudus

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Ein entsprechend lange und ebene Feile nehmen, die beide PM-Sockel überdeckt
So einfach und doch so effektiv - genial, vielen Dank.

Man lernt nie aus. Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen, wofür ich mich jetzt mal ordentlich schäme. Klar doch: Einfach immer auf beide Sockel auflegen, und das Problem mit dem "Verfeilen in Längsrichtung" kann nicht mehr auftreten. Das Feilen wird dann auch für mich zu einer echten Option. Eine metall-geeignete Flachfeile mit geeigneten Maßen und geeigneter Oberfläche habe ich.
 
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Super, vielen Dank! Ich würde mich gerne mit einem Kasten Bier Deiner Lieblings-Sorte und einer Familien-Pizza für Dich und Deine Lieben revanchieren. Wenn ich nicht anderweitig weiterkomme, schicke ich Dir eine PM. Das wäre mir auch eine Extra-Fahrt nur für diesen Zweck wert ... kostet sicher insgesamt weniger Mühe als die Suche nach einer entsprechenden Werkstatt hier und der Bettelei zur kurzfristigen Erledigung ...
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Du fährst ja schon seit 2J so. Wie ist das Verschleissbild der Bremsbeläge? Wenn die Bremsbeläge oben/unten nicht einigermassen gleichmässig verschlissen sind, dann wäre das ein Indiz. Vorn/hinten liegt ziemlich sicher an der Ausrichtung des Bremssattels. Da ist man quasi selber schuld.

2. Punkt: wie gross ist der Abstand zwischen den Belägen im Ruhezustand? Kann ja sein, dass die Bremsbeläge nicht mehr richtig zurückgestellt werden und der Abstand zw. den Belägen ist zu klein.

Bzgl. Messen: HR raus, HR-Achse rein. Mit 3 Alu- oder Stahlblechen (oder vllt ein U-Profil, das auf der Achse passt???), 2 Schrauben und einen 90º Winkelmesser kann man ziemlich sicher, etwas basteln, mit dem die Ausrichtung in Bezug auf die HR-Achse geprüft werden kann.
 

Attitudus

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Jetzt, wo ich näher über die Sache nachdenke, kommt mir noch eine andere Idee:

Ich könnte doch einfach auch hinten auf 203 mm aufrüsten und könnte dann die zusätzliche Flexibilität, die durch diese Scheiben geboten wird, ausnutzen. Insgesamt hatte ich lustigerweise (wahrscheinlich weil ich vorne fast nur Shimano 203 mm und hinten fast nur Shimano 180 mm verwende) mit den VR-Bremsen nie Probleme, mit den HR-Bremsen aber oft. Die VR-Bremse ließ sich mithilfe dieser Scheiben immer gut einstellen ...
 
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