Auf der Suche nach einem neuen Drahtesel bin ich auf Canyon gestoßen.
Mit einem Freund bin ich am 14.03.2009 mit dem Auto die rund 650km von Berlin nach Koblenz gefahren, um mir vor Ort einen Eindruck der Bikes zu machen.
Die Beratung die ich von dem Angestellten erhielt war soweit ok und er war auch in der Lage mir technische Merkmale der Räder zu erklären.
Der Mitarbeiter hat uns vermessen und uns passende Modelle und Größen empfohlen.
So weit, so gut.
Ein Probefahren war nur im Kreis auf dem Parkplatz möglich.
Andere Häuser haben dafür eine kleine Teststrecke mit Hügelchen, Schotter und Kopfsteinpflaster. Für einen Hersteller, solche Fahrräder herstellt und die vor allem solche Preise haben, habe ich anderes erwartet, aber nun gut: es gibt Schlimmeres.
Mein Kumpel hat sich vor Ort für ein Modell entschieden und wollte es bestellen. Mangels anderer Mitarbeiter an den Terminals tat er dies direkt an der Kasse. Der Mensch an der Kasse hat immer wieder die Bestellannahme unterbrochen, weil die Kasse vorrang hat. Die Schlange die sich bildete wurde bevorzugt behandelt und die
Bestellung zog sich dramatisch in die Länge. Des Weiteren hatte der Angestellte eine flapsige Art mit den Kunden umzugehen, die ich eher von einem langjährigen Freund, als von einem seriösen Mitarbeiter erwarte.
Die Teile des Bikes waren nicht auf Lager und sollten gut 2 Wochen später, in den ersten Apriltagen, wieder auf Lager sein. Dann sollte das Bike kommissioniert und am 20.04.2009 geliefert werden. Ich selber habe mich Anfang April für genau das gleiche Modell entschieden und telefonisch bestellt. Zu den Wartezeiten bei der Canyonhotline wurde hier im Forum in einem anderen Thread schon Stellung bezogen. Von mir dazu später mehr.
Ich war sehr enttäuscht, dass sich die Firma derart unflexibel bei der Änderung von Teilen zeigte. So war es nicht möglich, einen anderen Lenker (Der Mitarbeiter vor Ort sagte übrigens immer "Lenkrad"

) zu montieren. Ich weiß nicht, ob ich damit alleine stehe, aber wenn ich ein Bike für 2.000 EUR erstehe, erwarte ich dass sie mir zur Not auf meinen Wunsch hin das Fahrrad mit "Käpt'n Blaubär"-Stickern und Fuchschwanz versehen. Bei Canyon war jedoch keine Änderung der Modelle möglich.
Die Fahrräder scheinen außerdem grundsätzlich ohne Pedale zu kommen.
Für mich völlig unverständlich.
Der Mitarbeiter der Hotline fragte mich während der Bestellung, ob ich mein Schutzblech "Manitou oder nicht" haben möchte. Damit konnte ich nichts anfangen und wollte mich nach dem Unterschied erkundigen. Leider konnte er mir darauf keine Antwort geben. Ich googelte also und fand heraus, dass es wohl ein Schutzblech speziell für Manitoufedergabeln sei und da das Fahrrad keine Manitougabel hatte, entschied ich mich für die Option "oder nicht". Die Bestellbestätigung erreichte mich: und? "Schutzblech - Manitou - XX EUR" Herzlichen Glückwunsch dachte ich. Ich kümmerte mich aber nicht weiter darum, weil ich vermutete, dass sie bei der Kommissionierung schon merken werden das etwas nicht stimmt (und vielleicht irrte ich mich ja auch und das Blech ist doch das richtige).
Ich wies bei der Bestellung am Telefon den Menschen darauf hin, dass mein Freund und ich aus Berlin nach Koblenz gefahren sind und wir als Studenten Artikel im Wert von 4.000 EUR gekauft haben und fragte nach einem Entgegenkommen. Finanziell oder materiell. Das klappte eigentlich in jedem Bikeshop, aber auch hier erwies sich Canyon als unflexibel. Dafür teilte mir der Call-Center-Agent mit einem Tonfall echter Großzügigkeit mit, dass er Handbuch und
Drehmomentschlüssel kostenlos beilegt.
Er klang dabei, als habe er mir gerade den heiligen Gral überreicht und erwartete von mir einen Kniefall. Tatsache ist: Das Bike darf ich selber zusammenbasteln und das Mindeste was ich erwarte ist Handbuch und
Drehmomentschlüssel.
Die Teile wurden wie angekündigt in den ersten Apriltagen an Canyon geliefert. Zumindest vermute ich das, da das Bike auf Canyon.com plötzlich als Expressbike zu kaufen war. Die Tage verstrichen und ich erhielt vor Ostern eine E-Mail mit dem Hinweis mein Fahrrad kommissioniert sei und in den nächsten 4 Werktagen an DHL übergeben wird. Am 14.04.2009 erhielt ich dann eine E-Mail mit Trackingnummer und dem Hinweis, dass die Ware versendet wurde. Mein Freund, der gut 2 Wochen vor mir bestellt hatte, stand immernoch im Dunkeln. Ich, in freudiger Erwartung meines Fahrrades, versuchte immer wieder über die Paketverfolgung den Status der Lieferung abzufragen. Leider bekam ich bei jeder Anfrage bei der DHL: "Keine Datensätze gefunden!" Was solls dachte ich. Das wird schon alles seinen Weg gehen.
Mittlerweile wurde mein Kumpel ungeduldig, weil er immernoch keine Nachricht von Canyon bekommen hatte und rief gegen 18:30 Uhr bei Canyon an. Er landete in der Warteschleife und um 19 Uhr passierte das Unglaubliche: Die Hotline ist nur bis 19 Uhr zu erreichen und *PENG* er wurde aus der Leitung gekickt.
Er rief am 16.04.2009 an (vorsorglich morgens) und wartete 33 Minuten in der Warteschleife bis sich ein Mitarbeiter meldete. Der teilte ihm mit, dass sein Fahrrad noch in Einzelteilen in der Werkstatt liegt. Er wolle prüfen woran es liegt und sich wieder bei ihm melden. (Woran soll das schon liegen? Sie haben es verpeilt! Die sollen Weniger prüfen und mehr schrauben - dachte ich bei mir)
Aufgrund der Erfahrungen wollte ich es nun genau wissen und fragte telefonisch bei der DHL nach meinem Paket. Es war kein Paket unter der bekannten Trackingnummer zu finden und ich solle mich an den Absender des Paketes wenden. Ich rief also bei Canyon an (47 Minuten Warteschleife) und meine Befürchtung wurde bestätigt: Die Trackingnummer war falsch und der Call-Center-Agent war nicht in der Lage mir den Status meiner Bestellung mitzuteilen. Er versprach mir, sich mit der Versandabteilung in Verbindung zu setzen und mich innerhalb der nächsten 48 Stunden zurück zu rufen. Hurra...
Auch wenn der angestrebte Liefertermin noch nicht verstrichen ist: der schlechte Service, der patzige Umgang mit den Kunden und die Fehler bei der Bestellannahme sind es mir allemal Wert, hier meinem Unmut Luft zu machen.
Sämtliche Angestellten bei Canyon hatten meinem Gefühl nach mir gegenüber die Einstellung: "Pf.. mir scheiss egal was mit deinem Bike ist und ob du vom Vertrag zurücktrittst! Kaufst du es nicht, kaufts ein anderer."
Als überzeugter Zweirad-Stadler Kunde bin ich eine andere Art von Service gewohnt. Nach diesen Erfahrungen werde ich wohl nie wieder Geschäfte mit Canyon machen und es auch niemandem empfehlen.
Nun warte ich gespannt auf den Rückruf und den vorgesehenen Liefertermin am 20.04.
Ich hätte selbstverständlich keine Probleme mit einer verspäteten Lieferung, aber aufgrund des Chaosses und dem Umgang der mit mir gepflegt wurde, behalte ich mir vor, bei auch nur einem Tag verspäteter Lieferung die Annahme des Paketes zu verweigern.
Gott sei Dank habe ich mich für eine Bezahlung per Nachnahme entschieden!