Melsamart

Melvin
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Hallo miteinander,
ich hatte schon etwas auf Google und im Forum geguckt und konnte nichts passendes finden.

Ich habe an meinem Daily die Scheiben und Beläge aufgrund von Verschleiß gewechselt und die Bremsen entlüftet. Habe diese dann auch im trockenem eingefahren und wirkte Einwandfrei, Bremskraft war sehr gut für die Bremse und Konfiguration. (Shimano BR-M395 Bremse auf B01S Belägen. Betreffende Scheibe ist eine 160mm SM-RT54 Centerlock)

Nach 2 Tagen Standzeit ging es dann auf die erste morgendliche Fahrt durch den Stadtverkehr - im strömenden Regen. Bei der ersten Bremsung hatte ich kaum Bremskraft und musste beide Bremshebel ordentlich weit ziehen bis das Rad tatsächlich gebremst statt nur gequietscht hat. Der Druck den ich aufbringen musste war schon stark. Ungefähr soviel wie bei einer normalen Vollbremsung. Ich vermute sie waren noch nicht eingefahren genug um trotz Regen zu bremsen. Im laufe des Tages wurde es aber besser. Habe die Scheiben dann aufgrund von starkem schwarzem Bremsbelag (vermutlich?!) abrieb auf der Scheibe nochmal gesäubert.

Am nächsten Tag funktionierte die VR Bremse einwandfrei, ohne quietschen und mit ordentlich Kraft. Der Belag-abrieb war auch komplett weg. Hinten hatte ich am Anfang wieder wenig bis keine Bremskraft. Und sie hat gequietscht obwohl inzwischen alles trocken sowie gereinigt war und es nicht mehr regnete. Ich hatte hinten zwar mehr Kraft als am Vortag aber es war trotzdem noch wenig. Zumindest musste ich jetzt nicht mehr so viel Druck aufbringen.
Die Scheibe ist im Verlauf der fahrt wieder durch Bremsbelag Abrieb schwarz gefärbt worden. Manche stellen lassen sich auch nicht mehr reinigen. Ich konnte die Beläge noch nicht ausbauen und prüfen da ich Momentan keine Zeit habe, was heißt dass die Bremsen weiter so gefahren werden, zumindest bis mindestens Morgen, evtl. sogar bis Samstag.

Nun meine Frage: Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit dem Problem gemacht und kann mir Tipps geben? Steckt da mehr dahinter als evtl. nur nicht richtig eingefahren? Und vor allem, glaubt ihr ich kann die Beläge am Wochenende noch mit reinigen und schleifen retten oder ist das jetzt das Ende?
 
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Ich habe an meinem Daily die Scheiben und Beläge aufgrund von Verschleiß gewechselt und die Bremsen entlüftet. Habe diese dann auch im trockenem eingefahren und wirkte Einwandfrei, Bremskraft war sehr gut für die Bremse und Konfiguration. (Shimano BR-M395 Bremse auf B01S Belägen. Betreffende Scheibe ist eine 160mm SM-RT54 Centerlock)

Nach 2 Tagen Standzeit ging es dann auf die erste morgendliche Fahrt durch den Stadtverkehr - im strömenden Regen. Bei der ersten Bremsung hatte ich kaum Bremskraft und musste beide Bremshebel ordentlich weit ziehen bis das Rad tatsächlich gebremst statt nur gequietscht hat. Der Druck den ich aufbringen musste war schon stark. Ungefähr soviel wie bei einer normalen Vollbremsung. Ich vermute sie waren noch nicht eingefahren genug um trotz Regen zu bremsen. Im laufe des Tages wurde es aber besser. Habe die Scheiben dann aufgrund von starkem schwarzem Bremsbelag (vermutlich?!) abrieb auf der Scheibe nochmal gesäubert.

Am nächsten Tag funktionierte die VR Bremse einwandfrei, ohne quietschen und mit ordentlich Kraft. Der Belag-abrieb war auch komplett weg. Hinten hatte ich am Anfang wieder wenig bis keine Bremskraft. Und sie hat gequietscht obwohl inzwischen alles trocken sowie gereinigt war und es nicht mehr regnete. Ich hatte hinten zwar mehr Kraft als am Vortag aber es war trotzdem noch wenig. Zumindest musste ich jetzt nicht mehr so viel Druck aufbringen.
Die Scheibe ist im Verlauf der fahrt wieder durch Bremsbelag Abrieb schwarz gefärbt worden. Manche stellen lassen sich auch nicht mehr reinigen. Ich konnte die Beläge noch nicht ausbauen und prüfen da ich Momentan keine Zeit habe, was heißt dass die Bremsen weiter so gefahren werden, zumindest bis mindestens Morgen, evtl. sogar bis Samstag.

Nun meine Frage: Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit dem Problem gemacht und kann mir Tipps geben? Steckt da mehr dahinter als evtl. nur nicht richtig eingefahren? Und vor allem, glaubt ihr ich kann die Beläge am Wochenende noch mit reinigen und schleifen retten oder ist das jetzt das Ende?
Erst einmal: die Behauptung, dass Scheibenbremse bei Nässe besser funktionieren als Felgen Remsen, ist absoluter Schwachsinn. Fahr mal mit dem Auto aus der Wasch Anlage und beobachte genau, wie gut die allererste Bremsung funktioniert. Nur, nach ca. 5 Metern ist die Bremse bereits so heiß, dass die Scheiben und Beläge trocken sind. Eine gut dimensionierte Bike Scheibenbremse hat eine den Umständen angepasste Scheibengröße. Das erklärt meines Erachtens, was Du vorn beobachtet hast.
Nun zu hinten: Ich habe bei mir noch nie vom Bremsbelag schwarz gefärbte Scheiben gesehen. Blau angelaufene schon, weil ich sie nicht eingebremst hatte und sie überhitzt habe. Dabei verglasten gern die Beläge. Versuch mal die mit Schmirgelpapier abzuziehen.
 
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Ich würde auch tippen dass das Regenwasser Öl das vorher außen am Sattel war auf die Bremsscheibe transportiert hat. Mir ist mal sowas ähnliches passiert nach der bike Reinigung per Gartenschlauch.
Du kannst versuchen die Scheibe und Beläge zu reinigen
 

Heiko_Herbsleb

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Wasser ist wunderbar geeignet den Reibbeiwert zwischen Scheibe und Belag weit herab zu setzen. ...

Und macht merkwürdigerweise so einen unansehnlich dunklen "(Schein)Schmier"film auf den Scheiben.

Das schlechte gefühl daß dabei aufkommt muß man einfach zu ertragen lernen.
 
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Ist eig immer so im Regen, die ersten Bremsungen muss man vorsichtig vornehmen und bissl schleifen lassen. Ist die Scheibe auf Temperatur funktioniert alles wieder. Das schwarze ist der bremsstaub mit Wasser. Abhilfe ham bei mir immer sinter Beläge gebracht. Dabei bin ich nur die günstigen gefahren von quaxar, haben besser funktioniert nach dem einfahren als die Std shimano
 

Demolition-Man

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Hatte bisher zwei Vorfälle mit den Belägen.
Einmal wohl wirklich durch eine ölige Pfütze gefahren. Bleib nur gründlichen reinigen der Scheibe, und Austausch der Beläge.
Beim zweiten Mal kam es plötzlich zu extremen Pfeifgeräuschen, quietschen, sowie Vibrationen fast schon in Eigenresonanz, dass es die verbauten Reflektoren aus dem Vorderrad geschossen hat.
Zu Hause stellte sich dann heraus, dass ein Teil eines Bremsbelags einfach weggebrochen war?! :oops: ?
Wieder getauscht, seit dem war Ruhe...
 

Melsamart

Melvin
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Also ich habe jetzt alles versucht.
Beläge geschliffen und in Literweise Bremsenreiniger ertränkt. Die Scheiben mit feinem Metallschleifpapier geschliffen (die Verunreinigungen gingen mit BR nicht raus) und das Ergebnis: Minimale Verbesserung aber trotzdem am Quietschen. Die Beläge sind also hin und die Scheibe vermutlich auch. Die Belagrückstände sind aber sehr ungewöhnlich. Vermutlich Bindemittel aus den Belägen oder Öl drauf gekommen.

Ich gebs auf, ich fahre erstmal so weiter und hoffe, dass es eventuell irgendwann besser wird. :/
 
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Falls ein Berg zur Hand ist, einfach dort runterblasen und die Bremse richtig heiß bremsen. Vorher natürlich einbremsen, sonst geht's nach hinten los!
 
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Die Beläge kosten doch nicht viel. Kauf neue und schrubb die demontierten Scheiben mal in einem Spülibad richtig sauber. Dann noch die Sättel reinigen und danach tut's die Bremse bestimmt wieder.
 

crashtest212

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bremsenreiniger is dazu da , bremssattel , hebel , leitungen schrauben oder ähnliches von aussen von öl zu befreien
fckw freier br reiniger der keine rückstände hinterlässt zum scheibe reinigen
für sonst nix
 
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Die Beläge kosten doch nicht viel. Kauf neue und schrubb die demontierten Scheiben mal in einem Spülibad richtig sauber. Dann noch die Sättel reinigen und danach tut's die Bremse bestimmt wieder.
Ich würde Bremsenreiniger nehmen mit Watte Bausch. Oder wenigstens Scheuermilch. Das entfettet nämlich besser als das Spüli mit seinen Hautpflegesubstanzen. Auf den Bremsbelägen den Bremsenreiniger satt Aufsprühen und dann mit der Watte ordentlich abschrubben. Bremssattel ebenfalls sauber putzen, dazu kann man auch Autowachs verwenden (keine Politur!). Dann Klopapier zwischen Bremsbelägen und Kolben stark Bremsen, im Stand. Das ganze zwei mal machen, weil beim ersten Mal Alter Dreck auf dem Klopapier sichtbar sein wird. Beim zweiten Mal muss das Klopapier dann sauber bleiben. Bleibt es sauber, bist Du sicher, dass Dein Bremssattel dicht ist und Du kannst neue Beläge einbauen. Natürlich auch die Scheiben sauber reinigen. Aber von Spüli bin ich diesbezüglich nicht überzeugt. Wenn schon der Aufwand betrieben werden soll, mit Wasser zu hantieren und abzuwaschen, dann lieber eine Scheuermilch verwenden. Die entfettet viel besser. Oder eben Bremsenreiniger und Watte.
 

Melsamart

Melvin
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Auf den Bremsbelägen den Bremsenreiniger satt Aufsprühen und dann mit der Watte ordentlich abschrubben
Nee also die Bremsanlage an sich müsste jetzt ordentlich sauber sein. Benutze den Bremsenreiniger in Kombination mit den Schleifpapier zum nass schleifen, das wird ordentlich sauber. Und habe noch ein Mikrofasertuch für Scheibe und Belag geopfert - Das hat kurzen Erfolg gebracht. Hat dann auch irgendwann nicht mehr gequietscht. Der Sattel ist, da bin ich sehr sicher, dicht. Es wirkt sehr als würde Bindemittel aus den Beläge austreten. Hatte das auch früher schon mal mit Belägen von einer Guide RS. Vermutlich werden da neue Beläge dran müssen bzw. versuche ich vielleicht mal die Abzuflammen.
 

crashtest212

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Nee also die Bremsanlage an sich müsste jetzt ordentlich sauber sein. Benutze den Bremsenreiniger in Kombination mit den Schleifpapier zum nass schleifen, das wird ordentlich sauber. Und habe noch ein Mikrofasertuch für Scheibe und Belag geopfert - Das hat kurzen Erfolg gebracht. Hat dann auch irgendwann nicht mehr gequietscht. Der Sattel ist, da bin ich sehr sicher, dicht. Es wirkt sehr als würde Bindemittel aus den Beläge austreten. Hatte das auch früher schon mal mit Belägen von einer Guide RS. Vermutlich werden da neue Beläge dran müssen bzw. versuche ich vielleicht mal die Abzuflammen.
jetz hast ausser öl auch noch bremsenreiniger reingebracht.
und da bleibt er auch.
dazu is das zeug nicht gedacht

dieses ding hat unter anderem den zweck dass die beläge bei der arbeit nich versaust
Hydraulische-Scheiben-Bremse-Bleed-Spacer-f-r-shimano-tektro-bremse-system-Bluten-Werkzeug-1-st-cke.jpg_q50.jpg
 
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Nee also die Bremsanlage an sich müsste jetzt ordentlich sauber sein. Benutze den Bremsenreiniger in Kombination mit den Schleifpapier zum nass schleifen, das wird ordentlich sauber. Und habe noch ein Mikrofasertuch für Scheibe und Belag geopfert - Das hat kurzen Erfolg gebracht. Hat dann auch irgendwann nicht mehr gequietscht. Der Sattel ist, da bin ich sehr sicher, dicht. Es wirkt sehr als würde Bindemittel aus den Beläge austreten. Hatte das auch früher schon mal mit Belägen von einer Guide RS. Vermutlich werden da neue Beläge dran müssen bzw. versuche ich vielleicht mal die Abzuflammen.
Wenn Du sicher bist, dass die Bremse dicht ist, Beläge wechseln, Scheibe intensiv mit Bremsenreiniger putzen und Watte und dann müsste ja alles passen. Allerdings habe ich ein wenig Zweifel. Das mit dem Bindemittel der Beläge ist doch arg abenteuerlich, so was habe ich noch nie erlebt und auch nie von gehört, und ich bin auch schon (problemlos) zwei Paar Shimano Resin Beläge um 4 Euro das Paar gefahren...
Ich würde die Bremse lieber noch mal auf Dichtheit prüfen, bevor ich in Beläge investiere. Wenn die Dinge zu kompliziert werden, stimmt meist was nicht in der Herangehensweise.
 

Hammer-Ali

Ich habe nix dagegen überholt zu werden. Leider..
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Folgende môgliche Fehlerquellen sehe ich da noch:

Bremsenreiniger aus dem Kfz-Bereich sind manchmal ölhaltig. Besser Spiritus oder ganz einfach Spüli nehmen und anschließend ordentlich mit Wasser abspülen.

Wenn die alten Beläge mit Ôl kontaminiert sind, reicht es in der Tat nicht die nur zu reinigen. Wenn die ansonsten noch gut sind würde ich die auf der Herdplatte kurz legen und das Öl ausdampfen lassen und anschließend schmiergeln.
 

---

sun is shinning
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Spüli mit seinen Hautpflegesubstanzen
Wo hast du denn diesen Unsinn her? Schau dir mal ein lupenrein gespültes Glas an. Siehst du da etwa irgendwelche Rückstände? "Hautpflegesubstanzen"? Selbst die fettigsten Pfannen bekommt man damit innerhalb von Minuten fettfrei.
 
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Steht halt auf dem Etikett ;)
Aber ich hab's ja auch empfohlen, weil es bei mir seit 20 Jahren funktioniert und quasi nichts kostet. Würde ich bei einem sicherheitsrelevanten Teil wie den Bremsscheiben nicht empfehlen, wenn nach der Spülireinigung eine Tube Nivea auf den Scheiben verbleiben würden.
 

Demolition-Man

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Bei mir hatte damals Glasrein geholfen (Sidolin). Im "Schaummodus" die Scheibe dick eingesprüht, und quasi durch jedes Loch gefeuert. ;) Nichts abgewischt, schön einwirken lassen. Die Reste dann mit meiner Blumen-Sprühflasche (destilliertes Wasser) weggesprüht, und einfach trocknen lassen. War danach wieder voll einsatzbereit. Ich dachte auch erst, hoffentlich ist da nichts schmieriges drin, aber nö, nix Problem. ?

Es kann aber niemand was garantieren, da ja keiner genau weiß, was auf der Scheibe war.
 
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Bei mir hatte damals Glasrein geholfen (Sidolin). Im "Schaummodus" die Scheibe dick eingesprüht, und quasi durch jedes Loch gefeuert. ;) Nichts abgewischt, schön einwirken lassen. Die Reste dann mit meiner Blumen-Sprühflasche (destilliertes Wasser) weggesprüht, und einfach trocknen lassen. War danach wieder voll einsatzbereit. Ich dachte auch erst, hoffentlich ist da nichts schmieriges drin, aber nö, nix Problem. ?
Sidolin ist Haushaltsreiniger, näher an der Scheuermilch als am Spüli, kann mir vorstellen, dass das funktioniert. Allerdings ist Bremsenreiniger und Watte weniger aufwendig. Was Spüli und Scheuermilch betrifft, kann ich nur mal empfehlen, alten, verkrusteten Dreck in der Küche erstmal mit Spüli und dann mit Scheuermilch probieren zu putzen. Dann sollen mir die Spüli Fans bitte erzählen, wie lange sie für zwei Schränke mit ihrem Wunder Spüli gebraucht haben...
 
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Wenn Du sicher bist, dass die Bremse dicht ist, Beläge wechseln, Scheibe intensiv mit Bremsenreiniger putzen und Watte und dann müsste ja alles passen. Allerdings habe ich ein wenig Zweifel. Das mit dem Bindemittel der Beläge ist doch arg abenteuerlich, so was habe ich noch nie erlebt und auch nie von gehört, und ich bin auch schon (problemlos) zwei Paar Shimano Resin Beläge um 4 Euro das Paar gefahren...
Ich würde die Bremse lieber noch mal auf Dichtheit prüfen, bevor ich in Beläge investiere. Wenn die Dinge zu kompliziert werden, stimmt meist was nicht in der Herangehensweise.

Hi,
dann steuere ich mal meine Erfahrungen bei, dann ist es vielleicht nicht mehr so arg abenteuerlich ;)
Shimano Zee mit Original Shimano Belägen, sowohl Resin als auch Sinter.
Nach längerer Standzeit in großer, gut belüfteter Garage ging da außer lautem Quietschen nicht viel. Bremsbeläge raus, Sattel & Scheiben (inkl. Löcher) akribisch mit Alkohol gereinigt , Beläge mit Heißluftgebläse "ausgedünstet", abgezogen und wieder eingebaut. Kein Quietschen, Bremskraft nach erneutem Einbremsen voll ok. Zufrieden getourt. Leider kam ich aus gesundheitlichen Gründen nur sehr selten aufs Rad. Heißt, nach ca. 2 Wochen das gleiche Spiel wieder von vorne. Quietschen, Reinigen, Abziehen....
Das Ganze 5,6 Mal, inklusive neuer Beläge (Shimano), die ich noch auf Vorrat hatte. Dichtigkeitsprüfung Sattel natürlich auch gemacht.
Irgendwann hatte ich dann die Faxen dick und ich habe mir die Trickstuff Power gegönnt. Was soll ich sagen: die Bremse macht das, was sie soll: Bremsen ! Und zwar vom ersten Meter an, ohne Quietschen und ohne Verlust der Bremskraft nach längerer Standzeit. Seit Monaten...

Gruß
Uwe
 

Melsamart

Melvin
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Um mal kurz etwas Klarheit reinzubringen.
1.) Das mit dem Bremsenreiniger mache ich seit Jahren schon so. Mag evtl. nicht der Meisterweg sein, hat aber bisher immer funktioniert und gute Ergebnisse geliefert. Ich zwing das ja auch niemanden auf. Aus meiner Praktikumszeit in einem Autohaus kann ich dir sagen, dass Bremsenreiniger dort für so ziemlich alles verwendet wird. Motor, Bremsen, Getriebe, Fett Entfernung. Ist bezahlbar und funktioniert halt unfassbar gut ohne übermäßig aggressiv zu sein.

2.) Was ein Bleedspacer ist, weiß ich auch, wird auch benutzt. Die Idee war eher, dass vielleicht noch Mineral-Öl Rückstände auf dem Sattel waren und durch den Regen auf die Beläge getragen wurde.

3.) Beläge sind billig, aber nicht in einer Kleinstadt mit 2 Radläden die einfach mal 9€ bzw. 12€ für ein paar wollten. Und 5€ + 4,50€ Versand war auch nicht ganz so meins (Geld gerade etwas knapp) Zumal ich nur dieses Wochenende für die Reparaturen Zeit hatte, da ich sonst kaum Zeit hatte und auf das Fahrrad angewiesen bin. Hätte ich rechtzeitig neue Beläge organisiert gekriegt, wäre das meine erste Wahl gewesen.

4.) Ist kein Bike-spezifischer Bremsenreiniger aber Öl-und Aceton frei :) laut Inhaltsliste fast nur reiner Alkohol umso weniger Sorgen mache ich mir "noch eine Substanz ins System eingeführt zu haben", das Zeug verdampft sowieso. Dort geblieben ist er also nicht ;)

4.) Inzwischen funktioniert alles wieder, dank einem Tipp den ich in einer PN bekommen habe. Beziehungsweise auch hier so halb gekommen ist.
Habe den Sattel nochmal geprüft, war Dicht aber etwas dreckig, habe den und die Kolben also gereinigt.
(Kolben mit in Mineralöl getunkten Wattestäbchen, wollen die Dichtungen ja schonen) Nachdem sich der Verdacht auf Bindemittel immer mehr erhärtet hat. (Konsistenz vom Abrieb auf der Hand, Einwandfreies funktionieren der Bremsen für die ersten Meter nach dem schleifen dementsprechend Kontamination von innen) habe ich mal was anderes versucht.
Hier ist wie ich es gemacht habe.

1.) Beläge und Scheiben abbauen.

2.)Die Beläge dann mit Alkohol/Bremsenreinige übergießen und anzünden bzw. abfackeln. Je nachdem was man hat und wie stark die Kontamination ist, kann man auch einen Gasbrenner nehmen oder den Vorgang wiederholen.

3.)Nach dem ich auf folgende Artikel gestoßen bin:

sind die Beläge mit der Scheibe für 30 Minuten bei 220° Umluft in den Ofen gewandert.

4.) Danach Unebenheiten und letze Rückstände mit Schmirgelpapier rausschleifen.

5.) Dieses mal richtig und ordentlich ohne Regen einfahren

6.) Fertig sein und genießen.

Disclaimer: Ein Wechsel der Beläge ist wie vorher von vielen genannt zu empfehlen. Beim abfackeln besteht natürlich Gefahr, dass das Feuer übergreift und giftige Dämpfe entstehen. Wie realistisch ein trennen der Beläge von der Grundplatte durch das backen ist, kann keiner wirklich beurteilen. Rein technisch gesehen, sollte das keine Gefahr sein, da solche Temperaturen noch im Arbeitsbereich der Bremse liegen. Ausgeschlossen ist es aber nicht, wer das tut macht das auf eigene Gefahr und sollte nochmal überlegen ob neue Beläge doch keine Option sind. Bzw. sollte man mit denen eher leichte Beanspruchungen fahren und keine Alpenüberquerungen. Für den Stadtverkehr funktionieren sie bisher aber wie neu :)

Ich danke allen für die Hilfe, Tipps und interessanten einblicken und Sichtweisen. Bleibt in Corona Zeiten gesund und gute Fahrt! :)
 
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