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Touren: Fotos, Berichte

tanztee

trinkt gern Kaffee
Dabei seit
18. Dezember 2005
Punkte für Reaktionen
932
Standort
Dresden
Hier mal wieder ein handgemachtes Abenteuer praktisch vor der Haustür, ohne Jagd nach Rekorden:

Biwak auf dem Bořeň bei Bílina · Biliner Borschen

Resturlaub - Check! Wetter - jaa wie nun? Regen, Sonne, Wind, Frost? Oder alles auf einmal?? o_O
Da half nur eins: losfahren und herausfinde, wie das Wetter sich so anfühlt. So purzel ich in Altenberg am späten Mittag aus dem völlig überfüllten Zug und kurbel erstmal Richtung Vitiška · Wittichbaude.

Nur wo soll ich als überkorrekter Herkunftsdeutscher nun langfahren:oops:



Es geht bei den Wetterverhältnissen heute nicht auf Trails, da gehen nur Straßen und gute Forstwege.
Wetterlage: Kalt, naß, in den Löchern Schneereste.



Es geht dann - sehr erfrischend - über eigentlich geniale Serpentinen ins Böhmische Becken. Trails kann ich mir abschminken, das Gebirge ist nass wie ein vollgesogener Schwamm.
Unten angekommen stellen sich 2 Fragen: a) wo nächtigen? und b) woher die dafür benötigten 2 l Wasser bekommen?
Frage b) wird in der übernächsten Ortschaft für 10 CZK (Kronen) beantwortet:



Frage a) klärt sich beim Frieren: Damit mir wieder warm wird, brauche ich einen ordentlichen Berg. Warum nicht also gleich zum Bořeň · Borschen kurbeln? Die stark durch Industrie, Braunkohlentagebaue und Verkehrswege überformte Landschaft muss man ja nicht zwingend bei Tageslicht durchqueren 8-)

Das smarte Gerät weist mir mittels vorbereitetem Track den Weg und ich gelange so zum Ort Bílina · Bilin.
Es leuchtet und blinkert:



Die kleinen Ortschaften mit ihren geduckten Häusern und anheimelnden Marktplätzen passen gar nicht so recht zu den Industriegiganten, die von der Nachtschwärze gnädig verhüllt werden:



Endlich! Ein Trail!! Gar nicht mal so matschig. Es geht ordentlich bergan, die ersten Trageetappen folgen.



Mein kleineres Trailgeleucht zickt herum und schaltet plötzlich wild durch alle Leuchtmodi. Einen echten Ausschalter gibts ja auch nicht mehr (also eine allpolige elektrische Abschaltung von der Energiequelle!).

Not-OP:



Inzwischen habe ich die kleine Stirnlampe aufgesetzt, aber selbst das matte Licht wird vom Nebel reflektiert, dass man kaum 5 m weit sehen kann.
Das Blitzerfoto täuscht da etwas:



Tragend und Schiebend erreiche ich den felsigen Gipfel des Bořeň · Borschen. Funfakt: Borschen ist nur die lautmalerische Schreibweise des tschechischen Namens. Funfakt 2: auf dem Gipfel gibt es kaum Erde, in denen ich meine Heringe für das Tarp befestigen kann. Es gibt überhaupt kaum einen ebenen Platz :oops:
Eine ganze Weile irre ich herum, bis ich den ebensten Paltz mit den im Verältnis besten Befestigungsmöglichkeiten für mein kleines Tarp gefunden habe. Es dauert geraume Zeit, bis ich mich hinlegen kann.

Es ist immer ein Erlebnis, im offenen Tarp zu nächtigen. Man ist da mehr Teil der Natur. Mal frischt Wind auf, dann zieht dicker Nebel vorbei, dann sieht man wieder die Lichter ferner Ortschaften, hört das Käuzchen gar schaurig rufen.

Diesmal habe ich meine "neue" Winterschlafdecke dabei, welche aus einem alten Yeti-Schlafsack genäht wurde. Mega warm - aber am morgen auch sehr durchfeuchtet. Damit hat sich eine zweite Biwaknacht erledigt.

Aber zunächst begrüßen wir den Morgen auf dem Gipfelaufbau des unter geologischen Aspekten sehr interessanten Bořeň · Borschen:



Sehr luftig diesmal unterm Tarp ...



Es wurde alles an Schnüren verbraucht, was im Rucksack zu finden war. Fast hätte ich noch die Schnürsenkel aus den Schuhen gezogen 😉



Tanztee spielt Gämse und kraxelt durch die Felsen 8-)



Jaaaa ... deshalb kraucht man im Dunkeln durch dicken Nebel den Berg hoch, um eben diesen Nebel von oben zu betrachten!














Das gehört eben auch zu der Gegend ... Kraftwerke und Plattenbauten ... und wer jetzt die Nase rümpft: ratet mal, wo euer Zement herkommt und unzählige Zulieferprodukte für Maschinen "Made in Germany" ...

Ja, die Tarpbefestigung war echt tricky:



Nass. Alles ist einfach nur nass:



Satt sehen an der Aussicht kann ich mich nicht, muss mich dann richtig losreißen und peile den Downhill an:



Bergab der Trail ist sehr technisch und bei den Bedingungen nur in Teilstücken fahrbar:


Ja, da ist der MK III völlig überfordert und schmiert unvermittelt weg o_O

Es gibt auch zwischendurch noch interessante Ansichten:







Nein, heute geht der Trail definitiv nicht! Nicht mal dran zu denken!! Ohne Gepäck und mit dem Baron vorne könnte man ja im Sommer mal das Vorderrad reinhalten ...

Das Wetter klart soweit auf,



aber dann kommt dieser Wiesentrail ...



Das erste Mal dass sich das Rad kaum noch dreht!



Da muss ich erstmal mit einem Stöckchen eine nicht geringe Menge fette Erde entfernen, bevor es über Landstraßen weitergeht.

Krass, wie oft man in Tschechien Skateparks sieht:



Das freundliche Wetter fördert die Entspannung

Auf Insta habe ich es sinngemäß mal mit zwei Bildern so formuliert:

Tag #1: Wo will ich noch überall hin? Wie wird das Wetter? Habe ich auch alles eingepackt? Also XX Kilometer sollen es heute schon noch werden! 😨
Tag #2: Einatmen. Ausatmen. 😇


König Milešovka · Milleschauer hüllt sein Haupt in Wolken.



Ein weiteres Ziel ist jedoch schnell gefunden:



Der Lovoš · Lobosch! Zumal dort eine Pkw-taugliche Fahrstraße hinaufführt. Da sollte nicht allzuviel Modder nachher am Rahmen kleben 😏



An Aufstiegshilfen wurde auch gedacht 😂



Die Aussicht ist leider etwas vernebelt. Da unten das ist übrigens die Elbe 🤓 die hier noch Labe heißt.



... da ist die Tour noch gar nicht richtig zu Ende, da reifen dank inspirativer Druckerzeugnisse schon die nächsten Tourenideen 🤭
An dem Kalender mit den unzähligen Aussichtstürmen kann ich mich jedenfalls für längere Zeit abarbeiten 🤩
Im Becher übrigens ein mir unbekanntes, aber so dermaßen süffiges polotmavý pivo ... äh halbdunkles Gerstenprodukt, yummi!



Auf dem Lobosch bin ich nun mal nicht der einzige Kranke mit dem Rad - ganz klar, der Fahrweg hoch lässt sich gut kurbeln.

Nun geht es aber zum nächsten größeren Bahnhof und schon sitze ich in einem richtige Eisenbahnwaggon:



Da mein Rad in der Wohnung steht, muss noch der Reiniger ran. Zwei Euro, so teuer war der Dreck ja noch nie:



So folks, für mich war das seit dem blöden MTB-Unfall Ende September wieder die erste richtige Radtour 😁😁😁
Damit der linke Daumen geschont wird, habe ich mir extra dünne Griffe rangeschraubt.
Konditionell ging es auch in Ordnung, war ja auch - bis auf den Borschenaufstieg - eine eher entspannte Tour.

Damit danke ich für's gedankliche Mitfahren und wünsche Euch schöne Feiertage!
... und dass ich 2020 hier wieder derbe Tourenberichte lesen kann 🥳😜


ride on!
tanztee

P.S. Endlich mal ordentliche Emojis 👍
 
Zuletzt bearbeitet:
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14. März 2009
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Dresden
Hach schön. Auf dem Bořeň war ich schon ewig nich mehr, danke für den inspirativen Gedankenanstoß zur Erinnerung. (Wie die Zeit vergeht … das ist schon acht Jahre her, dass wir da mal aufm Gipfel gepennt haben: https://www.pinkbike.com/video/225008/ )
dann sollten wir das wohl mal wiederholen, auch wenn ich beim letzten Mal nicht dabei war^^ Würde mich aber als Begleitung zur Verfügung stellen ;-)
 

Whip

Trailsurfer
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Hier mal wieder ein handgemachtes Abenteuer praktisch vor der Haustür, ohne Jagd nach Rekorden:

Biwak auf dem Bořeň bei Bílina · Biliner Borschen

Resturlaub - Check! Wetter - jaa wie nun? Regen, Sonne, Wind, Frost? Oder alles auf einmal?? o_O
Da half nur eins: losfahren und herausfinde, wie das Wetter sich so anfühlt. So purzel ich in Altenberg am späten Mittag aus dem völlig überfüllten Zug und kurbel erstmal Richtung Vitiška · Wittichbaude.

Nur wo soll ich als überkorrekter Herkunftsdeutscher nun langfahren:oops:



Es geht bei den Wetterverhältnissen heute nicht auf Trails, da gehen nur Straßen und gute Forstwege.
Wetterlage: Kalt, naß, in den Löchern Schneereste.



Es geht dann - sehr erfrischend - über eigentlich geniale Serpentinen ins Böhmische Becken. Trails kann ich mir abschminken, das Gebirge ist nass wie ein vollgesogener Schwamm.
Unten angekommen stellen sich 2 Fragen: a) wo nächtigen? und b) woher die dafür benötigten 2 l Wasser bekommen?
Frage b) wird in der übernächsten Ortschaft für 10 CZK (Kronen) beantwortet:



Frage a) klärt sich beim Frieren: Damit mir wieder warm wird, brauche ich einen ordentlichen Berg. Warum nicht also gleich zum Bořeň · Borschen kurbeln? Die stark durch Industrie, Braunkohlentagebaue und Verkehrswege überformte Landschaft muss man ja nicht zwingend bei Tageslicht durchqueren 8-)

Das smarte Gerät weist mir mittels vorbereitetem Track den Weg und ich gelange so zum Ort Bílina · Bilin.
Es leuchtet und blinkert:



Die kleinen Ortschaften mit ihren geduckten Häusern und anheimelnden Marktplätzen passen gar nicht so recht zu den Industriegiganten, die von der Nachtschwärze gnädig verhüllt werden:



Endlich! Ein Trail!! Gar nicht mal so matschig. Es geht ordentlich bergan, die ersten Trageetappen folgen.



Mein kleineres Trailgeleucht zickt herum und schaltet plötzlich wild durch alle Leuchtmodi. Einen echten Ausschalter gibts ja auch nicht mehr (also eine allpolige elektrische Abschaltung von der Energiequelle!).

Not-OP:



Inzwischen habe ich die kleine Stirnlampe aufgesetzt, aber selbst das matte Licht wird vom Nebel reflektiert, dass man kaum 5 m weit sehen kann.
Das Blitzerfoto täuscht da etwas:



Tragend und Schiebend erreiche ich den felsigen Gipfel des Bořeň · Borschen. Funfakt: Borschen ist nur die lautmalerische Schreibweise des tschechischen Namens. Funfakt 2: auf dem Gipfel gibt es kaum Erde, in denen ich meine Heringe für das Tarp befestigen kann. Es gibt überhaupt kaum einen ebenen Platz :oops:
Eine ganze Weile irre ich herum, bis ich den ebensten Paltz mit den im Verältnis besten Befestigungsmöglichkeiten für mein kleines Tarp gefunden habe. Es dauert geraume Zeit, bis ich mich hinlegen kann.

Es ist immer ein Erlebnis, im offenen Tarp zu nächtigen. Man ist da mehr Teil der Natur. Mal frischt Wind auf, dann zieht dicker Nebel vorbei, dann sieht man wieder die Lichter ferner Ortschaften, hört das Käuzchen gar schaurig rufen.

Diesmal habe ich meine "neue" Winterschlafdecke dabei, welche aus einem alten Yeti-Schlafsack genäht wurde. Mega warm - aber am morgen auch sehr durchfeuchtet. Damit hat sich eine zweite Biwaknacht erledigt.

Aber zunächst begrüßen wir den Morgen auf dem Gipfelaufbau des unter geologischen Aspekten sehr interessanten Bořeň · Borschen:



Sehr luftig diesmal unterm Tarp ...



Es wurde alles an Schnüren verbraucht, was im Rucksack zu finden war. Fast hätte ich noch die Schnürsenkel aus den Schuhen gezogen 😉



Tanztee spielt Gämse und kraxelt durch die Felsen 8-)



Jaaaa ... deshalb kraucht man im Dunkeln durch dicken Nebel den Berg hoch, um eben diesen Nebel von oben zu betrachten!














Das gehört eben auch zu der Gegend ... Kraftwerke und Plattenbauten ... und wer jetzt die Nase rümpft: ratet mal, wo euer Zement herkommt und unzählige Zulieferprodukte für Maschinen "Made in Germany" ...

Ja, die Tarpbefestigung war echt tricky:



Nass. Alles ist einfach nur nass:



Satt sehen an der Aussicht kann ich mich nicht, muss mich dann richtig losreißen und peile den Downhill an:



Bergab der Trail ist sehr technisch und bei den Bedingungen nur in Teilstücken fahrbar:


Ja, da ist der MK III völlig überfordert und schmiert unvermittelt weg o_O

Es gibt auch zwischendurch noch interessante Ansichten:







Nein, heute geht der Trail definitiv nicht! Nicht mal dran zu denken!! Ohne Gepäck und mit dem Baron vorne könnte man ja im Sommer mal das Vorderrad reinhalten ...

Das Wetter klart soweit auf,



aber dann kommt dieser Wiesentrail ...



Das erste Mal dass sich das Rad kaum noch dreht!



Da muss ich erstmal mit einem Stöckchen eine nicht geringe Menge fette Erde entfernen, bevor es über Landstraßen weitergeht.

Krass, wie oft man in Tschechien Skateparks sieht:



Das freundliche Wetter fördert die Entspannung

Auf Insta habe ich es sinngemäß mal mit zwei Bildern so formuliert:

Tag #1: Wo will ich noch überall hin? Wie wird das Wetter? Habe ich auch alles eingepackt? Also XX Kilometer sollen es heute schon noch werden! 😨
Tag #2: Einatmen. Ausatmen. 😇


König Milešovka · Milleschauer hüllt sein Haupt in Wolken.



Ein weiteres Ziel ist jedoch schnell gefunden:



Der Lovoš · Lobosch! Zumal dort eine Pkw-taugliche Fahrstraße hinaufführt. Da sollte nicht allzuviel Modder nachher am Rahmen kleben 😏



An Aufstiegshilfen wurde auch gedacht 😂



Die Aussicht ist leider etwas vernebelt. Da unten das ist übrigens die Elbe 🤓 die hier noch Labe heißt.



... da ist die Tour noch gar nicht richtig zu Ende, da reifen dank inspirativer Druckerzeugnisse schon die nächsten Tourenideen 🤭
An dem Kalender mit den unzähligen Aussichtstürmen kann ich mich jedenfalls für längere Zeit abarbeiten 🤩
Im Becher übrigens ein mir unbekanntes, aber so dermaßen süffiges polotmavý pivo ... äh halbdunkles Gerstenprodukt, yummi!



Auf dem Lobosch bin ich nun mal nicht der einzige Kranke mit dem Rad - ganz klar, der Fahrweg hoch lässt sich gut kurbeln.

Nun geht es aber zum nächsten größeren Bahnhof und schon sitze ich in einem richtige Eisenbahnwaggon:



Da mein Rad in der Wohnung steht, muss noch der Reiniger ran. Zwei Euro, so teuer war der Dreck ja noch nie:



So folks, für mich war das seit dem blöden MTB-Unfall Ende September wieder die erste richtige Radtour 😁😁😁
Damit der linke Daumen geschont wird, habe ich mir extra dünne Griffe rangeschraubt.
Konditionell ging es auch in Ordnung, war ja auch - bis auf den Borschenaufstieg - eine eher entspannte Tour.

Damit danke ich für's gedankliche Mitfahren und wünsche Euch schöne Feiertage!
... und dass ich 2020 hier wieder derbe Tourenberichte lesen kann 🥳😜


ride on!
tanztee

P.S. Endlich mal ordentliche Emojis 👍


Großartig!!! Und diese Fotos vom Gipfel... 😍
 

tanztee

trinkt gern Kaffee
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18. Dezember 2005
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Hach schön. Auf dem Bořeň war ich schon ewig nich mehr, danke für den inspirativen Gedankenanstoß zur Erinnerung. (Wie die Zeit vergeht … das ist schon acht Jahre her, dass wir da mal aufm Gipfel gepennt haben: https://www.pinkbike.com/video/225008/ )
Das mit dem Gedankenanstoß geht andersrum 😙 hatte damals Eure Bilder gesehen und die hatten sich ins Gehirn gebrannt. Dann in einem Wanderführer wiederentdeckt ...
 

tanztee

trinkt gern Kaffee
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Dresden
So, ja, also ... ich flüchte regelmäßig vor dem sinnlosen Geböller an/zu Silvester.
Mein Fluchtfahrzeug? Richtig, ein MTB 😁

Silvester mit Schnee und Feuer

Zuerst wird mein Hornet winterlich gepimpt. Die 800 g CroMo Pedale von Syncros kommen zum Einsatz. Nicht nur die hervorragende Dichtung und Lagerung, sondern vor allem die perfekte Verzahnung mit der Leichtwanderschuhsohle lassen mich den Tausch von "Sommerpedale" auf "Winterpedale" vornehmen:



30.12.2019

Die S-Bahn bringt mich an die tschechische Grenze in Elbsandsteingebirge, ich setze mit der Fähre über und rolle los.

Willkommen in Tschechien 😳



Da ich keine Lust habe meine Radfarbe mehr als unerlässlich von Mattschwarz zu "Schlamm" zu wechseln, rolle ich Landstraßen und harmlose Forstwege durch die Böhmische Schweiz. Dann biege ich in die "Cyklotrasa" zum Malá Pravčická Brána · Kleinen Prebischtor ab,



kurbel in die Berge hinein, stelle mein Rad ab



erklimme das Malá Pravčická Brána



und geniesse die partielle Aussicht:



So sieht das Kleine Prebischtor aus:



Dann geht weiter durch endlose Wälder bis zu Na Tokáni · Balzhütte, ein ehemaliges fürstliches jagdliches Anwesen, welches Bewirtung und Beherbergung mit dem Charme der KuK-Monarchie feilbietet. Mittem im tiefesten Wald, abgelegen und ohne Handyempfang 🤨
(im Video sieht man mich da in der Zufahrt).

Gestärkt geht es über die Dörfer tief in die Lužické hory · Lausitzer Berge, wo sich der Winter versteckt hat! Mich warnt sogar ein deutscher Autofahrer vor der glatten Straße übern Berg, er konnte mit Müh' und Not gerade so wenden 🤫

Tatsächlich: die Straße wird plötzlich glatt wie Schmierseife und ich schiebe das MTB neben der Straße den Berg hoch. Weiter oben kann ich dann auf der geschlossenen Schneedecke wieder pedalieren. Nur in der Abfahrt muss ich höllisch aufpassen, weil dann auf der an sich freien Straße immer wieder angetaute und überfrorenen Abschnitte urplötzlich auftauchen.

Bewegtbild bis hierher:



Jedenfalls erreiche ich sturzfrei den kleinen Ort Kytlice. Über schmale Sträßchen kurbel ich bergauf zu einer der über 300 in Tschechien entstandenen Microbrauereien, hier in der Pension Helene.

Haben die überhaupt offen? Ja, aber mann muss klingeln und jemand öffnet die Tür. Das Rad muss draussen bleiben 😥 bekommt aber von der Wirtin ein Spiralkabelschloss spendiert.

Heute soll es das APA - American Pale Ale sein:



Stolz zeigt mir die Wirtin den kleinen Brauraum, lüftet den Deckel des Gärfasses, in welchem frisches APA heranreift. Gläserne Brauerei ☺
Auch ein Aufkleber für meinen Bierführer gibt es.

In diesen Bierführer für den Kreis Ústí · Aussig und Liberec · Reichenberg


Pivo = Bier, vandr = Wandern, Pivandr = Bierwandern

kommt dann der Aufkleber rein:



Ja das APA schmeichelt gar lieblich dem Gaumen, aber dann heißt es sich losreissen und erstmal wieder bergauf zu kurbeln!

Günstigerweise liegt der Ort so tief nicht, und ich bin bald im Biwak-Zielgebiet auf einem flachen Berg angekommen.

Eine Schutzhütte hat er sich auf mapy.cz herausgesucht,



und die geschlossene Schneedecke spricht dafür, tatsächlich auch den obligatorischen winterlichen Overnighter unter Null zu absolvieren.

Schnell vergeht die Zeit mit Camp einrichten, Wasser holen und dann lockt auch schon die kuschelige Schlafdecke.

31.12.2019

So sieht der Blick morgens aus dem Tarp aus:



Zur Verbesserung des Windschutzes habe ich mein kleines Tarp in die Hütte hineingebastelt:



Zum Erwärmen der erforderlichen Wassermenge für die isolierte 1-l-Flasche habe ich den "Tuborg-Brenner" neuerer Bauart mitgenommen, und einen größeren Topf vom Zehnkämpfer. Der Brenner "performt" angesichts der Temperaturen überraschend gut.



Leider etwas zu gut:



Die Flammen schlagen so hoch, dass der Kunststoffdeckel anschmilzt 🧐😧

Die partielle Sicht ist überraschend gut, bekannte Berge und Gipfel sind zu sehen:


Klick!

Als jedoch dann dicke Nebelschwaden durch den Wald wabern und alles mit ganz feinen Regentropfen überziehen, steht der Entschluß fest: es geht raus aus den Bergen und südwärts ins Bärencamp!

So packe ich zusammen, jogge noch ein wenig durch den Schnee um die Füße aufzuwärmen und fahre zunächst wieder den Weg vom Vortag einfach zurück.

-- Fortsetzung folgt!! --

ride on!
tanztee
 

Alpinum

Ride, eat, sleep, repeat
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23. Oktober 2014
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1.526
Hot pot hopping
Zwei doppelte Durchquerungen des Isländischen Hochlandes
2. Teil


8.-9. Tag
Nach ein paar Nächten, kleineren Reparaturen und Besorgungen geht's auf zur 2. Durchquerung des Hochlandes. Dieser Teil ist um einiges länger als der 1. Teil und es sind bereits wieder zwei aussertropische Wirbelstürme unterwegs die wahrscheinlich in einigen Tagen für erneut heftiges Wetter sorgen werden, wie auf der 1. Durchquerung.
Der Wind käme dann wiederum von Südwesten und unserer Routenverlauf wäre somit genau gegen den Wind.

Zuerst müssen wir jedoch noch ein weiteres heisses Bad genehmigen (bei Myvatn) und fahren dann gemütlich bei kaltem Wetter richtung östliches Hochland.









Hier, bei Námaskarð, hat's ganz übel gestunken. Nicht einfach dieses "faule Eier"-Gerüchlein des Schwefels. So richtig wüste, faule Eiern mit Kloakenkackscheisse, dann noch ein bisschen säuerlich... boah... wirklich heftig wie die Erde im Innern am faulen ist...


Diese Pflanze, die Polarweide, wächst auch im Hochland auf 1000 m, dort jedoch nur wenige Zentimeter hoch als Kriechpflanze. Riecht deutlich besser als das Geothermiegebiet.


10. Tag
Am einzigen Tag, an dem wir mehrheitlich - ja fast überhaupt - Teer fahren, treffen wir die zwei einzigen anderen Radfahrer auf unserer gesamten Reise an. Mit einem davon kommen wir in's Gespräch, wir haben immer noch Kontakt.

Durch Regenwolken und Schneeschauern hindurch. Wir fahren zügig um warm zu bleiben und spielen ein Tempospiel mit den Wolken.
Bald zweigen wir nach Süden ab, nach Möðrudalur.








Ich freue mich besonders darauf; 2016 wollte ich von Reykjahlíð in einem langen Tag nach Laugarvalladalur und so machte ich nur eine Pause in Möðrudalur für ein Stück Kuchen um am Abend in Laugarvalladalur ein heisses Bad geniessen zu können. Doch dieses Mal ist Zeit genug; Ein Grossteil des Nachmittags verbringen wir in der gemütlichen Stube, die Sonne beginnt sich zu zeigen, viel Tee und Kuchen, später Bier, verschwindet an unserem Tisch, wir schmieden Pläne in Anbetracht der Wetterprognose und sehen, dass wenn wir ohne Umweg nach Laugarvalladalur, direkt nach Landmannalaugar fahren, mit etwas Glück das Hochland vor dem Hurrikan-Ausläufer durchqueren können. Sonst müssen wir in Askja halt eben wieder umkehren. Im Gespräch mit der sympa Besitzerin erfahren wir noch so einiges über den Hof und die Region.

11. Tag
So fahren wir früh los. Es ist eisig. Die neuen, dickeren Handschue, die meine Freundin gekauft hat, zahlen sich aus, jedoch sind unsere Füsse in den Sommerschuhen trotz Sealskins bald sehr kalt.
Die Stimmung ist genial und lässt die kalten Füsse vergessen.






Nach ein paar Furten wird's sehr trocken auf weiten Strecken. Wenn man dann auch nicht vor hat in der Hütte bei Askja zu übernachten, muss man für die Nacht an der richtigen Stelle noch Wasser auffüllen. Ich weiss noch von 2016, dass die Landschaft eine Weile so bleibt und da wir Schmelzwasserpfützen auf der Kissenlava beobachten, gehen wir weiter, bis diese sich langsam mit Bröckellava ablöst und füllen dann unsere Wasservorräte auf.

Wir wollen eigentlich vor Askja unser Lager aufschlagen, haben unterwegs aber eine Rangerin getroffen und abgemacht, dass wir uns bald wieder sehen werden. So "zwinge" ich meine Freundin etwas länger zu fahren, was im kalten Gegenwind nicht ohne ist. Der Tag hat meine Freundin sehr müde gemacht, nicht zuletzt wegen den zwei sehr kalten Furten, die zu tief waren um durch zu fahren. Unsere Füsse waren so kalt, dass wir zum Teil die Bikes für ein paar Minuten gestossen haben, damit die Zehen besser durchblutet wurden. Meine Freundin trug neben den Sealskins nun auch noch meine leichten, wasserdichten Fäustlinge an ihren Füssen. Das vorher gesammelte Wasser entleere ich jedoch nicht, die Verhältnisse sind so garstig, das ich jederzeit damit rechne, dass wir die Hütte doch nicht erreichen. Das schöne ist, ich weiss wie gemütlich die Küche ist und bin mir sicher, dass es meiner Freundin gefallen wird.







Endlich, nach 90 km und vielen Stunden ein letzter, kleiner Gegenanstieg und wir sind bei den Askja Hütten. Wir plaudern noch recht lange mit den Rangern über Verschiedenes, auch über unsere weitere Route. Ich finde es immer spannend zu erfahren, was so passiert ist in der Umgebung, da es nun in 6 Jahren das 3te Mal für mich in der Askja ist. Beim Zeltaufstellen schicke ich meine Freundin in die Hütte, damit sie sich aufwärmen kann. Aus dem Fenster schaut sie mir mit einem warmen Lächeln zu. Ja, sie freut sich sehr, hier zu sein. Unglaublich wie sie diesen Tag gemeistert hat, vorallem in Anbetracht wie viel sie sich dafür vorbereitete.

12. Tag
Die Wetterprognose hält ihr versprechen.
Während wir das Zelt abräumen pfeift ein kalter Wind und Schneeflocken umher. Als wir jedoch die ersten km hinter uns bringen, hellt es auf, wird wärmer und ruhiger.
Es wird so richtig traumhaft schön.






Ich habe vermutet, dass dieser (- eigentlich bei Radreisenden berüchtigter -) Abschnitt meiner Freundin gut gefallen wird. So gut, wir kommen kaum vorwärts; halten oft inne und staunen. Geniessen die Stille, da der Wind mal nicht pfeift. Tiefe Sonnenstrahlen aus dem Süden, einzelne Schneeflocken aus dem Norden. Und in der Distanz vor dem Gletscher ein Sandsturm. Das 'neue' Lavafeld wird besucht und macht den Tag noch süsser.





Wir nehmen bewusst die nördliche Route richtung Sprengisandur, die Dyngjufelleið oder Skútustaðahreppur. Die Aussichten sind viel beeindruckender als auf der südlichen Gæsavatnaleið, wo man dem sterbenden, schwarzen Gletscher entlang kommt.

So umrunden wir nördlich den grossen Schildvulkan Trölladyngja. Sogar die Schneeschauer geniessen wir in vollen Zügen.



Und finden bald eine ideale Stelle für's Zelt.

13. Tag




Noch haben wir Trölladyngja nicht umrundet, die Landschaft wechselt jedoch bald und wir radeln in riesige Lavafelder hinein.







Nach vielen Stunden in der vegetationslosen Landschaft rollen wir zu einem Quellgewässer hinab und erleben eine Farb- und Geruchsexplosion. Einige wenige Vögel sind auch da.







Den Trölladyngja "umrundet", kommen wir bald auf die grosse Piste der Sprengisandur und fahren nun gegen Süden mit dem Tungnafellsjökull im Blick.



Die weissen Hügel am Horizont zeigen wo wir am morgen gestartet waren, beim Dyngjufell:








Abendstimmung am Hofsjökull - unser nächstes Ziel, wir wissen es zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht:




14. Tag
Bei Schneegraupel und später Nieselregen und natürlich dem praktisch konstanten Wind fahren wir meist im Nebel zur Hütte Nýidalur, wo ich eine alte Bekanntschaft wiedersehe und wir über verschiedene Routen gen Süden mit dem Ranger sprechen. Ursprünglich wollten wir durch das Vonarskarð. In der Askja meinte ein älterer Ranger, dass dessen Befahrung nicht erlaubt sei. Wir haben dann auch darauf verzichtet, aber ich wollte es auch vom Ranger in Nýidalur wissen und er bestätigte dies. Dann bringt der Ranger mich auf eine Idee; es gibt noch eine wenig benutzte Jeeppiste, die 2te rechtsabbiegende Piste nach Nýidalur. Diese bringt uns in die Region der Þjórsá - Island's längstem Fluss. Ich kenne die Region von früher und bin begeistert ab unserem neuen Plan.



Der Nebel lichtet sich langsam und die Aussicht... ...seht selbst...








Wir verlassen kurz die Piste um Wasser holen zu gehen.










15. Tag
Wenn heute alles klappt, erreichen wir den Fjallabak und damit dann auch Landmannalaugar. Wieder bei windgetriebenen Graupel-/Schnee-Regenschauern Frühstücken wir, aber diesmal kommt die Sonne beim Zeltabbau raus und lädt uns ein auf die letzten 80 km.
Bald sind wir wieder auf der Sprengisandur-Route. Langweilig, wenn die Aussicht nicht wäre. Unangenehm dank dem Waschbrett. Leider gibt's in diesem Bereich kaum alternativen und Querfeldein ist ein no-go.




Gibt zum Glück auch hier noch schöne Momente.


Wir fallen wieder vom Hochland ab, fahren nach ca. 300 km das erste Mal wieder Teer für ca. 20 km und kriechen mit 7 - 8 km/h über eine Strasse auf der bei Windstille locker 25 km/h drin wären. In einem Mix von Gegen- und Seitenwind, mit Sturmböen und Windstille fahren wir wie Betrunkene in's farbenprächtige Fjallabak hinein.







Dann sind auch wieder Auto und Menschen zu sehen. Abgesehen von den Hütten, haben wir auf den letzten 300 km 4 Autos gesehen.



Das Ende in Sichtweite. Dort wo's dampft ist Landmannalaugar.


Mit grosser Freude rollen wir ein. Eine letzte kleine Furt (hätte mit der Fussgängerbrücke umgehen werden können) und schon sind wir an unserem Ziel.
Pünktlich zu unserem Jahrestag! Auf den Tag genau vor 16 Jahren, lernten meine Freundin und ich uns kennen. Liebe auf den ersten Blick. Und nun können wir zwei gemeinsame Hochlanddurchquerungen feiern - was für uns nichts ungewöhnliches ist, aber halt eben auch kein Spaziergang und nicht immer Ponyhof.
Um das Ganze noch glänzender zu machen, treffen wir Bragi. Er arbeitet im Sommer meist in der Mountain Mall in Landmanna und wir haben zudammen vor drei Jahren ein paar ganz witzige Abende verbracht, als die Mountain Mall Leute Feierabend hatten und ebenfalls in die heisse Quelle kamen, wo wir dann oft bis nach Mitternacht blieben.
In all den tausenden von Touristen die er jeden Sommer dort kennenlernt... als er mich sieht springt er auf, ruft meinen Namen und schon geht das Lachen weiter, wie bei einer alten Freundschaft... meine Freundin ist verblüfft ab der Situation. Bald sind wir alle gemeinsam draussen am Biertrinken und Kubb spielen, während wir aufgeregt einander erzählen, was so passiert ist.
Zwei Tage später feiern wir Bragi's Geburtstag und zudem seinen letzten Arbeitstag in der Mountain Mall für 2019. Die zweite Septemberwoche bricht an und bald fahren keine Busse mehr.



16.-21. Tag
Wir machen ein paar gemütliche Wanderungen und erleben dann auch noch in einer ordentlichen Heftigkeit den angekündigten Sturm. Wiedermal fliegen in Landmanna die Zelte. Unseres bleibt schön am Boden während wir mit Ohrenstöpseln Tee trinken und dösen.









Die folgenden Tage fahren wir mit dem Bus in den Süden, gehen dort noch in warmen Bächen baden, besuchen Brauereien und geniessen die Kulinarik.

Was für eine schöne Reise. Alles hat so wunderbar geklappt und ging natürlich vonstatten. Keine Defekte, keine Stürze (bis auf jene im Orkan, aber das war ja auch nicht während dem Fahren), aber dennoch hie und da ein paar Hürden, ein paar Situationen, die bedachte Entscheidungen erforderten, damit die Reise auch für uns Abenteuerlustigen sehr reizvoll war.

Nun habe ich das Hochland 5 x aus eigener Kraft und ohne Unterstützung durchquert, 4 x davon per bici, immer mit dem Eingänger.
Jetzt fehlt nur noch eine Ost-West Durchquerung (Nord-Süd auf den Kjölur wurde bereits mehrfahr gemacht, zudem hat's dort "Verkehr") im Winter mit dem Fatbike...

Bis zum nächsten Mal liebes Island...
Foto von 2016
 
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olev

weon
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Mir "fehlt" noch so einiges in Island, mit gutem Willen, kann man sagen, ich hätte das Hochland 3x durchquert, mit weniger gutem 1x und 2x gestreift. Und, ja, Ost-West, das wäre noch was!
 

Alpinum

Ride, eat, sleep, repeat
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@olev Ost-West habe ich das Land zwar schon durchquert, aber eben noch nicht im Winter. Vielleicht gehe ich zuerst mit Ski und Pulka schauen... hach... so viele Ideen :D. Dieses Jahr bleibe ich aber zuhause. Wegen Greta.
 

Allgaeufex

Old Mountain Man
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Immenstadt
Hot pot hopping
Zwei doppelte Durchquerungen des Isländischen Hochlandes
2. Teil


8.-9. Tag
Nach ein paar Nächten, kleineren Reparaturen und Besorgungen geht's auf zur 2. Durchquerung des Hochlandes. Dieser Teil ist um einiges länger als der 1. Teil und es sind bereits wieder zwei aussertropische Wirbelstürme unterwegs die wahrscheinlich in einigen Tagen für erneut heftiges Wetter sorgen werden, wie auf der 1. Durchquerung.
Der Wind käme dann wiederum von Südwesten und unserer Routenverlauf wäre somit genau gegen den Wind.

Zuerst müssen wir jedoch noch ein weiteres heisses Bad genehmigen (bei Myvatn) und fahren dann gemütlich bei kaltem Wetter richtung östliches Hochland.









Hier, bei Námaskarð, hat's ganz über gestunken. Nicht einfach dieses "faule Eier"-Gerüchlein des Schwefels. So richtig wüste faule Eiern mit Kloakenkackscheisse, dann noch ein bisschen säuerlich... boah... wirklich heftig wie die Erde im Innern am faulen ist...


Diese Pflanze, die Polarweise, wächst auch im Hochland auf 1000 m, dort jedoch nur wenige Zentimeter hoch als Kriechpflanze. Riecht deutlich besser, als das Geothermiegebiet


10. Tag
Am einzigen Tag, an dem wir mehrheitlich, ja fast überhaupt Teer fahren, treffen wir die zwei einzigen anderen Radfahrer auf unserer gesamten Reise an. Mit einem davon kommen wir in's Gespräch, wir haben immer noch Kontakt.
Durch Regenwolken und Schneeschauern hindurch. Wir fahren zügig um warm zu bleiben und spielen ein Tempospiel mit den Wolken.
Bald zweigen wir nach Süden ab, nach Möðrudalur.








Ich freue mich besonders darauf; 2016 wollte ich von Reykjahlíð in einem langen Tag nach Laugarvalladalur und so machte ich nur eine Pause für ein Stück Kuchen um am Abend in Laugarvalladalur ein heisses Bad geniessen zu können. Doch dieses Mal ist Zeit genug; Ein Grossteil des Nachmittags verbringen wir in der gemütlichen Stube, die Sonne beginnt sich zu zeigen, viel Tee und Kuchen, später Bier, verschwindet an unserem Tisch, wir schmieden Pläne in Anbetracht der Wetterprognose und sehen, dass wenn wir ohne Umweg nach Laugarvalladalur, direkt nach Landmannalaugar fahren, mit etwas Glück das Hochland vor dem Hurrikan-Ausläufer durchqueren können. Sonst müssen wir in Askja halt eben wieder umkehren. Im Gespräch mit der sympa Besitzerin erfahren wir noch so einiges über den Hof und die Region.

11. Tag
So fahren wir früh los. Es ist eisig. Die neuen, dickeren Handschue, die meine Freundin gekauft hat, zahlen sich aus, jedoch sind unsere Füsse in den Sommerschuhen trotz Sealskins bald sehr kalt.
Die Stimmung ist genial und lässt die kalten Füsse vergessen.






Nach ein paar Furten wird's sehr trocken auf weiten Strecken. Wenn man dann auch nicht vor hat in der Hütte bei Askja zu übernachten, muss man für die Nacht an der richtigen Stelle noch Wasser auffüllen. Ich weiss noch von 2016, dass die Landschaft eine Weile so bleibt und da wir Schmelzwasserpfützen auf der Kissenlava beobachten, gehen wir weiter, bis diese sich langsam mit Bröckellava ablöst und füllen dann unsere Wasservorräte auf.

Wir wollen eigentlich vor Askja unser Lager aufschlagen, haben unterwegs aber eine Rangerin getroffen und abgemacht, dass wir uns bald wieder sehen werden. So "zwinge" ich meine Freundin etwas länger zu fahren, was im kalten Gegenwind nicht ohne ist. Der Tag hat meine Freundin sehr müde gemacht, nicht zuletzt wegen den zwei sehr kalten Furten, die zu tief waren um durch zu fahren. Unsere Füsse waren so kalt, dass wir zum Teil die Bikes für ein paar Minuten gestossen haben, damit die Zehen besser durchblutet wurden. Meine Freundin trug neben den Sealskins nun auch noch meine leichten, wasserdichten Fäustlinge an ihren Füssen. Das vorher gesammelte Wasser entleere ich jedoch nicht, die Verhältnisse sind so garstig, das ich jederzeit damit rechne, dass wir die Hütte doch nicht erreichen. Das schöne ist, ich weiss wie gemütlich die Küche ist und bin mir sicher, dass es meiner Freundin gefallen wird.







Endlich, nach 90 km und vielen Stunden ein letzter, kleiner Gegenanstieg und wir sind bei den Askja Hütten. Wir plaudern noch recht lange mit den Rangern über verschiedenes, auch über unsere weitere Route. Ich finde es immer spannend zu erfahren, was so passiert ist in der Umgebung, da es nun in 6 Jahren das 3te Mal für mich in der Askja ist. Beim Zeltaufstellen schicke ich meine Freundin in die Hütte, damit sie sich aufwärmen kann. Aus dem Fenster schaut sie mir mit einem warmen Lächeln zu. Ja, sie freut sich sehr, hier zu sein. Unglaublich wie sie diesen Tag gemeister hat, vorallem in Anbetracht wie viel sie sich dafür vorbereitete.

12. Tag
Die Wetterprognose hält ihr versprechen.
Während wir das Zelt abräumen pfeift ein kalter Wind und Schneeflocken umher. Als wir jedoch die ersten km hinter uns bringen, hellt es auf, wird wärmer und ruhiger.
Es wird so richtig traumhaft schön.






Ich habe vermutet, dass dieser (- eigentlich bei Radreisenden berüchtigter Abschnitt -) meiner Freundin gut gefallen wird. Wir kommen kaum vorwärts; halten oft inne und staunen. Geniessen die Stille, da der Wind mal nicht pfeift. Tiefe Sonnenstrahlen aus dem Süden, einzelne Schneeflocken aus dem Norden.





Wir nehmen bewusst die nördliche Route richtung Sprengisandur, die Dyngjufelleið oder Skútustaðahreppur. Die Aussichten sind viel beeindruckender als auf der südlichen Gæsavatnaleið, wo man dem sterbenden, schwarzen Gletscher entlang kommt.

So umrunden wir nördlich den grossen Schildvulkan Trölladyngja.



Und finden bald eine ideale Stelle für's Zelt.

13. Tag




Noch haben wir Trölladyngja nicht umrundet, die Landschaft wechselt jedoch bald und wir radeln in riesige Lavafelder hinein.







Nach vielen Stunden in der vegetationslosen Landschaft rollen wir zu einem Quellgewässer hinab und erleben eine Farb- und Geruchsexplosion. Einige wenige Vögel sind auch da.







Den Trölladyngja "umrundet", kommen wir bald auf die grosse Piste der Sprengisandur und fahren nun gegen Süden mit dem Tungnafellsjökull im Blick.



Die weissen Hügel am Horizont zeigen wo wir am morgen gestartet waren, das Dyngjufell:








Abendstimmung am Hofsjökull - unser nächstes Ziel, wir wissen es zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht:




14. Tag
Bei Schneegraupel und später Nieselregen und natürlich dem praktisch konstanten Wind fahren wir meist im Nebel zur Hütte Nýidalur, wo ich eine alte Bekanntschaft wiedersehe und wir über verschiedene Routen gen Süden mit dem Ranger sprechen. Ursprünglich wollten wir durch das Vonarskarð. In der Askja meinte ein älterer Ranger, dass dessen Befahrung nicht erlaubt sei. Wir haben dann auch darauf verzichtet, aber ich wollte es auch vom Ranger in Nýidalur wissen und er bestätigte dies. Dann bringt der Ranger mich auf eine Idee; es gibt noch eine kaum befahrene Jeeppiste, die 2te rechtsabbiegende Piste nach Nýidalur. Diese bringt uns in die Region der Þjórsá - Islands längstem Fluss. Ich kenne die Region von früher und bin begeistert ab unserem neuen Plan.



Der Nebel lichtet sich langsam und die Aussicht... ...seht selbst...








Wir verlassen kurz die Piste um Wasser holen zu gehen.










15. Tag
Wenn heute alles klappt, erreichen wir den Fjallabak und damit dann auch Landmannalaugar. Wieder bei windgetriebenen Graupel-/Schnee-Regenschauern essen wir Frühstück, aber diesmal kommt die Sonne beim Zeltabbau raus und lädt uns ein auf die letzten 80 km.
Bald sind wir wieder auf der Sprengisandur-Route. Langweilig wenn die Aussicht nicht wär. Unangenehm dank dem Waschbrett. Leider gibt's in diesem Bereich kaum alternativen und Querfeldein ist ein no-go.




Gibt zum Glück auf hier noch schöne Momente.


Wir fallen wieder vom Hochland ab, fahren nach ca. 300 km das erste Mal wieder Teer für ca. 20 km und kriechen mit 7 - 8 km/h über eine Strasse auf der bei Windstille locker 25 km/h drin wären. In einem Mix von Gegen- und Seitenwind, mit Sturmböen und Windstille fahren wir wie betrunkene in's farbenprächtige Fjallabak hinein.







Dann sind auch wieder Auto und Menschen zu sehen. Abgesehen von den Hütten, haben wir auf den letzten 300 km 4 Autos gesehen.




Das Ende in Sichtweite. Dort wo's dampft ist Landmannalaugar.



Mit grosser Freude rollen wir ein. Eine letzte kleine Furt (hätte mit der Fussgängerbrücke umgehen werden können) und schon sind wir an unserem Ziel.
Pünktlich zu unserem Jahrestag! Auf den Tag genau vor 16 Jahren, lernten meine Freundin und ich uns kennen. Liebe auf den ersten Blick. Und nun können wir zwei gemeinsame Hochlanddurchquerungen feiern - was für uns nichts ungewöhnliches ist, aber halt eben auch kein Spaziergang und nicht immer Ponyhof.
Um das Ganze noch glänzender zu machen, treffe ich Bragi. Er arbeitet im Sommer meist in der Mountain Mall in Landmanna und wir haben ein paar ganz witzige Abende verbracht, als die Mountain Mall Leute feierabend hatten und ebenfalls in die heisse Quelle kamen, wo wir dann oft bis nach Mitternacht blieben.
In all den tausenden von Touristen die er jeden Sommer dort kennenlernt... als er mich sieht springt er auf, ruft meinen Namen und schon geht das Lachen weiter, wie ein alter Freund... meine Freundin ist verblüfft ab der Situation. Bald sind wir alle gemeinsam draussen am Biertrinken und Kubb spielen während wir aufgeregt einander Erzählen, was so passiert ist.
Wenig später feiern wir Bragi's Geburtstag und zudem seinen letzten Arbeitstag in der Mountain Mall fpr 2019. Die zweite Septemberwoche bricht an und bald fahren keine Busse mehr.



16.-21. Tag
Wir machen ein paar gemütliche Wanderungen und erleben dann auch noch in einer ordentlichen Heftigkeit den angekündigten Sturm. Wiedermal fliegen in Landmanna die Zelte. Unseres bleibt schön am Boden während wir mit Ohrenstöpseln Tee trinken und dösen.











Die folgenden Tage fahren wir mit dem Bus in den Süden, gehen dort noch in warmen Bächen baden, besuchen Brauereien und geniessen die Kulinarik.

Was für eine schöne Reise. Alles hat so wunderbar geklappt und ging natürlich vonstatten. Keine Defekte, keine Stürze (bis auf jene im Orkan, aber das war ja auch nicht während dem Fahren), aber dennoch hie und da ein paar Hürden, ein paar Situationen, die bedachte Entscheidungen erforderten, damit die Reise auch für uns Abenteuerlustigen sehr reizvoll war.

Ich das Hochland 5 x aus eigener Kraft und ohne Unterstützung durchquert, 4 x davon per bici, immer mit dem Eingänger.
Jetzt fehlt nur noch eine Ost-West Durchquerung (Nord-Süd auf den Kjölur wurde bereits mehrfahr gemacht, zudem hat's dort "Verkehr") im Winter mit dem Fatbike...

Bis zum nächsten Mal liebes Island...
Foto von 2016
Traumhafte Bilder und toller Bericht :daumen:
Da kommen viele Erinnerungen an 2008 wieder hoch :love:
 

Alpinum

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Vielen Dank :daumen:
Wo bist Du durchgefahren in 2008?

Habe noch kurz den Bericht editiert, da waren noch viele Fehler drin (habe ihn mit Kopfschmerzen schnell zusammengebrutzelt) - ich hoffe es passt jetzt besser.
 

Allgaeufex

Old Mountain Man
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Vielen Dank :daumen:
Wo bist Du durchgefahren in 2008?

Habe noch kurz den Bericht editiert, da waren noch viele Fehler drin (habe ihn mit Kopfschmerzen schnell zusammengebrutzelt) - ich hoffe es passt jetzt besser.
Ich war damals mit meinem alten T3 Unterwegs .
Mit der Fähre auf die Färöer , dann weiter nach Island .
Von Osten durchs Hochland nach Westen und dann an der Südküste wieder zurück in den Osten auf die Fähre.
Aber jetzt würde ich am liebsten mit meinem Fatbike dort hin.

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tanztee

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Teil 2 Silvestertour:

Silvester mit Schnee und Feuer

Mein Nächtigungsort war nicht ganz willkürlich gewählt: in Polevsko hat sich ein kleiner Trailpark entwickelt! Leider sieht man davon unter der Schneedecke nicht viel.
Aber die Biker müssen sich natürlich bei jedem Wetter treffen, auch wenn es heute nur bis in die Imbißbude gelangt hat 😊



Man ist unverkennbar in der Glashochburg Tschechiens:



Ein halbgefrorener Forstweg bringt mich vom Asphalt weg, es rollt ganz ordentlich. Holz hat es auch:



So gelange ich in die Sandsteingefilde rund um Česká Lípa · Böhmisch Leipa.



Dank mapy.cz auf dem Handy finde ich diesen schönen lauschigen Ort für eine längere Mittagspause



und koche erst mal ein Nudelgericht. Dann findet sich sogar ein befahrbarer Trail, damit hätte ich ja gar nicht mehr gerechnet!

Bis dahin die Bewegtbilder:




Über Landstraßen geht es zu einer ganz speziellen Boofe, dem "Bärencamp":



Das ist ein versteckter, geduldeter (?) Biwakplatz der von Vertretern eines Tramping-Vereins betreut wird. Natürlich ist da bereits ein Feuer am knistern und qualmen, drei gestandene Tramping-Freunde haben schon mal angefangen mit der Campromantik 🔥

Da lasse ich mal die Knipse und das Handy stecken, geselle mich dazu und lausche den Klängen der Gitarre 🎸☺
Der Barde spielt unentwegt ein Lied nach dem anderen, teils ins tschechische übersetzte Blues- und Popklassiker, teils eigenes Liedgut der Trampingszene.
Offizielle Liedbücher gibt es nicht, jeder hat da einen Packen Kopien und abgeschriebene Lieder mit, die auf vielbesuchten folkartigen Festivals eifrig getauscht werden. Da gibt es sogar Gesangswettbewerbe, hat mir mal das Internet verraten.

Feuer!! Ja da ist tanztee in seinem Element. Während die Trampingfreunde ab und an mal mit der Schrotsäge Nachschub im umliegenden Wald "organisieren", zerkleinere ich erstmal alles, teile es in einer Art Siebline auf und beginne das Feuer etwas stringenter zu ordnen 🧐🤩
Drei Scheite längs, drei quer, immer genügend Abstand für den Luftzug ... die Trampingfreunde sind von meinem Eifer amüsiert, wie ich dann einer Ansage dem Tonfall und ein paar Brocken die ich verstehe entnehmen kann.
So ungefähr: tschechisches Feuer, alles auf einen Haufen, dreimal drauftreten, Streichholz dran. Deutsches Feuer: alles fein geordnet, sorgfältig am Rand vorgetrocknet, und systematisch brennoptimiert nachgelegt 😅😇

Später kommt noch ein befreundetes Pärchen quasi als Tagesgäste vorbei mit Sekt und Wein im Rucksack, die Getränke machen die Runde 🍾🥂

Das ist mir immer wieder positiv aufgefallen: Ja die Tschechen haben einen guten Zug drauf, dass muss man sagen. Aber ich kann mich kaum erinnern, jemals einen sturzbetrunkenen Tschechen aus der Kneipe torkeln gesehen zu haben! Immer schön den Pegel halten, so dass man noch die Gitarre malträtieren und den Refrain mitsingen kann 😉

01.01.2020

Halb eins gehen bei mir dann die Lichter aus, die Gitarre wird immer leiser und leiser ...

Vormittag kommt wieder Leben ins Camp: das Feuer wird wieder angepustet und der Frühstückstee gekocht:



Es gibt auch einen Küchenbereich:



Naja, knapp an der Grenze zur Vermüllung. Da muss der verantwortliche "Sheriff" mal besser durchgreifen!

Lagerleben:



Der Felsüberhang wurde künstlich erweitert, so dass man auf einer sehr ebenen, mit Strohschüttung versehenen Fläche nächtigt. Himmlisch!

Weitere Schlafgemächer:



Ja irgendwann muss ich mich von diesem paradisischem Ort lösen ... und rolle durch tiefe Wälder, an kleinen Weilern und Weihern vorbei Richtung Česká Lípa · Böhmisch Leipa.

Die typisch böhmische offene Landschaft, umrahmt von Bergen:



Ja, die Singltrekts Pod Smrkem haben Nachwuchs bekommen 😁



Es ist derzeit nur eine mittlere Runde, aber das soll ja auch erst der Anfang sein.

Auf dem Marktplatz bekommt man sogar einen Kaffee, sonst hat wirklich alles heute geschlossen. Frühlingsstimmung:



Dann entdecke ich auf der Weiterfahrt den ersten mir bekannten Radfahrerüberweg!



Weiter geht es auf dem Radweg "Cyklostezka Varhany", hier ein Streckengebäude gestern



und heute,



bevor es dann in die Dämmerung auf dem Radweg entlang der Ploučnice · Polzen sehr erfrischend nach Děčín · Tetschen geht.
Es ist im Flußtal so richtig feuchtkalt, ich ziehe alles an was ich im Rucksack finden kann. Bei etwa 7 Schichten Kleidung kommt jedoch das Zwiebelprinzip hier an seine Grenzen, bei den vielen Kragen und Kapuzen kann ich kaum noch den Kopf drehen 😫

Ab und zu drücke ich nochmal auf die GoPro am Lenker, mache Meter und erreiche den Bahnhof in Děčín · Tetschen. Geschafft!

Filmchen:




Es geht mit der Nationalparkbahn nach Bad Schandau und per S-Bahn nach Hause. Am nächsten Tag muss ich wieder in der Werkhalle stehen, die Kollegen waren da eher mit der Urlaubsliste als ich 😢

Fazit:

Da hatte ich ihn, den Winter-Overnighter 👊
... und auch einen tiefenentspannten Jahreswechsel, mit gebührender Entfernung zu Knall&Peng 😜

Ja was soll ich da noch sagen? Ich war einfach mal wieder da, wo ich hingehöre. So langsam beschleicht mich das Gefühl anhand der Reaktion der Einheimischen, dass ich nicht mehr der "fremde"Tourist, sondern mit meiner Murmel auf dem Rücken und dem schwarzen Panther die Attraktion bin 🤩🥳😇
Wie oft werden ich lachend angesprochen und dann wundern die sich, dass ich kein Tscheche bin 😂 und freuen sich direkt einen Ast, dass ich als einer aus dem "reichen" Deutschland genau das mache, was da auch gefühlt 10 Mio Tschechen jedes Wochenende machen: raus ins Grüne, rein in den Wald und einfach Mensch sein 👍


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tanztee
 
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@tanztee danke für deinen Bericht, für mich sehr wertvoll der Tip mit Mapy.cz da wir dieses Jahr endlich mal Tschechien und Polen erkunden wollen. Wie sind denn deine Erfahrungen was Biwakieren betrifft, gabs da schonmal Probleme? Weil offiziell scheint es wohl nicht erlaubt zu sein, wie locker sehen das die Einheimischen?
Gruß Nik
 

tanztee

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@tanztee danke für deinen Bericht, für mich sehr wertvoll der Tip mit Mapy.cz da wir dieses Jahr endlich mal Tschechien und Polen erkunden wollen. Wie sind denn deine Erfahrungen was Biwakieren betrifft, gabs da schonmal Probleme? Weil offiziell scheint es wohl nicht erlaubt zu sein, wie locker sehen das die Einheimischen?
Gruß Nik
Hier mehr dazu!

Kurzfassung: Touristische Hotspots meiden. Explizite Verbote unbedingt einhalten, etwa Nationalparke Böhmische Schweiz und Riesengebirge. Auch nach kleinen primitiven Zeltplätzen Ausschau halten (nix "Autokemping"), das ist schon fast wie Wildcampen.

Mein Blog verlinkt auch alle mehrtägigen Tourenberichte aus dem Forum, da kannst Du ja mal rausfinden wie gut das klappt mit dem draußen Pennen 😜

Ach ja, mapy.cz gibts auch als APP!! Mit Offlinekarten! Lediglich die Fotos der POI werden live aus dem Netz gezogen.

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tanztee
 

martn

bratwurst of steel
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Hach schön. Danke fürs Mitnehmen.
Der kleine Bikepark Polevsko muss aber recht neu sein, oder? 2018 sind wir da knapp dran vorbei gefahren und haben nur unweit davon in ner netten kleinen Tramper-Boofe gepennt. Ich nutze die Gelegenheit direkt mal und zitiere eine alte Geschichte meiner selbst, die gabs hier im gelben Forum noch nich. Man stelle sich vor, es wäre Sommer:

Neulich, noch kurz vor der Sonnenwende, hatte der Sommer für einen Moment vergessen, dass er dieses Jahr Rekorde aufstellen wollte. Vielleicht wollte er auch nur Schwung holen, man weiß es nicht. Wir nutzten die Gelegenheit jedenfalls, uns in den Westsudeten auf den Weg vom Raumschiff Ješted zur Elbe zu machen. Knappe drei Tage hatten wir Zeit und es galt so viele Berge und Rumpelwege wie möglich zu erschließen. Am ersten Tag klappte das schon ganz gut, nur die Versorgungslage war mies. Zwischen Ješted und dem Zittauer Gebirge konnten wir zu gegebener Zeit auf unserer Route keine Kneipe und keinen Potraviny finden. Gegen Abend wurde sogar das Wasser knapp. Als wir dann in Lückendorf kurz vorm Hochwald noch ein olles Hotel fanden, das die Küche gerade noch nicht abgeschaltet hatte, waren wir schon ziemlich im Eimer. Zum Glück mussten wir nach der Stärkung nicht mehr weit zu ner ziemlich formidablen Schutzhütte im Wald und der Nieselregen des Tages wurde mit schönem Abendlicht kompensiert.


Und nun die Wettervorhersehung ... by Martin Dinse, on Flickr


Kosmische Fragmente by Martin Dinse, on Flickr


Spaceship Landing by Martin Dinse, on Flickr


Kummer und Freude by Martin Dinse, on Flickr


Too Much Water, No Flow by Martin Dinse, on Flickr


Tangled Root Mess by Martin Dinse, on Flickr


Sommerliche Gemütlichkeit by Martin Dinse, on Flickr


Elephant Spotting by Martin Dinse, on Flickr


Backenzahnkraxelei by Martin Dinse, on Flickr


Huhu, Juri! by Martin Dinse, on Flickr


High Starter by Martin Dinse, on Flickr


Der Tschechische Cousin vom Matterhorn by Martin Dinse, on Flickr


Vans of Sudety by Martin Dinse, on Flickr


Rock Arteries by Martin Dinse, on Flickr


Rückschau zum Ješted by Martin Dinse, on Flickr


Catching Final Notes by Martin Dinse, on Flickr

Die Edmundshütte in der Felsengasse kurz vorm Hochwald im Zittauer Gebirge erwies sich als Glücksgriff und so konnten wir Tag zwei der Tour von Liberec zur Elbe gut ausgeschlafen beginnen. Am Hochwald wurde es sowohl hinauf als auch hinunter gleich ordentlich anstrengend und technisch. Teilweise zu technisch. Nebenbei hatte Matze etwas Probleme mit seinem Hinterradreifen. Schleicher, Durchschlag und eine sich auflösende und schon ordentlich rumeiernde Karkasse. Also hofften wir, irgendwo einen Laden zu finden, in dem wir Ersatz erwerben könnten. Kilometerweit war nichts in Aussicht. Stattdessen fanden wir mit Kurs auf Novy Bor schicke Trails in kleinen Tälern und die Brauerei in Cvikov, wo es zum Mittag nicht nur lecker Bier, sondern auch hervorragendes Essen gab. Der Reifen hielt glücklicherweise bis Novy Bor, wo wir auf einen Tipp hin am Rande der Stadt in einem Wohngebiet den sehr sympathischen und scheinbar einzigen Fahrradladen der Umgebung finden und einen Tschechischen Pneu namens Ozelot erstehen konnten. Nach Reifenwechsel und ner Pause am Potraviny war der Tag schon recht weit vorangeschritten und wir mussten zusehen, den anstehenden Klič noch so früh zu erklimmen, dass im Anschluss genügend Zeit zur Schlafplatzsuche blieb.


Guten Morgen by Martin Dinse, on Flickr


Bei Edmund by Martin Dinse, on Flickr


Kleiner Anstieg zum Aufwärmen by Martin Dinse, on Flickr


Aussicht vom Hochwald by Martin Dinse, on Flickr


Stolperbiken by Martin Dinse, on Flickr


Luft Raus … by Martin Dinse, on Flickr


Kunst im Wald by Martin Dinse, on Flickr


Don&WCF_AMPERSAND't Slip! by Martin Dinse, on Flickr


Pivovar Stop by Martin Dinse, on Flickr


LuftkissenPfad by Martin Dinse, on Flickr


Fast wie zu Hause by Martin Dinse, on Flickr


Wir haben ein kleines Problem … by Martin Dinse, on Flickr


Klizc by Martin Dinse, on Flickr


Suburban Bike Shop by Martin Dinse, on Flickr


Sei gegrüßt! by Martin Dinse, on Flickr


Potraviny Workshop by Martin Dinse, on Flickr


Gipfelpause nach anstrengendem Anstieg by Martin Dinse, on Flickr


Vorschau auf Morgen by Martin Dinse, on Flickr

Nach einer Pause auf dem Gipfel des Klicz und einer wunderbar steinigen Abfahrt galt es eine Boofe zu finden, die ich zuvor auf der Karte ausgemacht hatte. Anderthalb Stunden blieben uns für etwas Transferstrecke, um auf einem Bergsattel oberhalb des Schlafplatzes den Sonnenuntergang zu genießen und in der Dämmerung den gut versteckten Verschlag zu finden. Die Feuerstelle war gut vorbereitet und die Witterung der letzten Tage unkritisch, also zündeten wir uns ein abendliches Unterhaltungsprogramm an und spülten die Erlebnisse des Tages mit Dosenbier runter, bevor wir in die Schlafsäcke krochen. Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Ohnehin blieb uns nicht viel Zeit zum Bummeln, wollten wir doch schon am Nachmittag an der Elbe in den Zug steigen. Also schneller Start und über die nächsten Berge, neue Aussichten genießen und abermals unbekannte, großartige Abfahrten erwischen.
Und damit endete die Böhmische Mittsommerraumfahrt. Danke für die Aufmerksamkeit. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht und empfohlen!


Blick nach Hause by Martin Dinse, on Flickr


Lichtgerümpel by Martin Dinse, on Flickr


Bouldery Fields Forever by Martin Dinse, on Flickr


The Descent Behin Us by Martin Dinse, on Flickr


by Martin Dinse, on Flickr


Boofengemütlichkeit by Martin Dinse, on Flickr


The TV Programm Was More Interesting Than The Stars … by Martin Dinse, on Flickr


Dobre Rano by Martin Dinse, on Flickr


Aufbruch by Martin Dinse, on Flickr


Eying Up the Final Peak by Martin Dinse, on Flickr


We Need More Boulders by Martin Dinse, on Flickr


Just Orbiting Along by Martin Dinse, on Flickr


Blind Drop In by Martin Dinse, on Flickr


The Green Gorge by Martin Dinse, on Flickr


Fertsch. by Martin Dinse, on Flickr

/edit: das Forum macht komische Sachen mit den Flickr-Einbettungen und mag manche Bilder leider gar nich laden. Das komplette Album zum gucken am Stück gibts in dem Fall auch da: https://www.flickr.com/photos/martn_rtr/albums/72157700742654115
 
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