Andix - von Kolumbien nach Feuerland

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Re: Andix - von Kolumbien nach Feuerland
Es steht gerade 2:2 stuntzi. Erstes Spiel Remis, zweites Carlsen, drittes Anand, viertes Remis... wobei das zweite Spiel echt peinlich war... Da hat Anand nen ziemlich herben Fehler gemacht und daraufhin aufgegeben. Habe das Gefühl, dass die Kiste an Anand gehen wird.
 
14.11. 09:30 Downtown Santiago de Chile, 550m

Wie gehts weiter von Santiago? Das frag ich mich seit gestern auch. Meine Recherchen führten leider alle zu ziemlich unerfreulichen Ergebnissen. Es gäbe da auf der Karte einen sehr schönen und abenteuerlichen Übergang nur wenig südlich, vom Maipo-Tal zur schönen "Laguna Diamante" in Argentinien. Nix offizielles und ohne Stempel, aber ich hätte es wohl probiert. Geht aber aus anderen Gründen nicht: Scheinbar gehören die Berge und Täler weiter oben dort einer Gas- und Stromfirma, die mit bewachten Sperren im Tal jeglichen Zugang verwehrt. Herzlichen Dank.

Der nächste offizielle Grenzpass heißt "Vergara" und war mein Plan B. Etwas angeranzt durfte ich vorhin feststellen, dass dieser Übergang trotz geringer Höhe von kaum 2500m noch nicht geöffnet ist. Es wären zwar schon Grenzpolizisten dort, aber die würden einen unter keinen Umständen vorbei lassen. Suppengut.

Verbleiben fünfhundert mehr oder weniger hauptstraßige und gnadenlos vielverkehrige Kilometer auf der Ruta 5 in Chile nach Villarica. Man könnte Bus fahren, aber das ist mir dann doch zu viel des guten und würde den wenigstens halbwegs noch vorhandenen "EFI-Status" verderben. Oder ich fahr zurück nach Mendoza, nehm vielleicht noch nen Trail mit und mach dann von dort auf der Ruta 40 weiter, der Spionin hinterher.

War mir irgendwie nicht klar, dass die Grenzübergänge zwischen Chile und Argentinien Mitte November noch so problematisch sind. Am Schnee kanns wohl nicht mehr liegen, eher schon an "offiziellen Öffnungszeiten". Grmbls...
 
Südamerika ist nicht Europa... Chile und Argentinien sind nicht wie Bolivien. Dem Hörensagen nach werden diese beiden Länder recht pissig, wenn beim nächsten offiziellen Übergang irgendwas mit den Stempeln bzw den Computerdaten nicht passt.
 
Da wird wahrscheinlich auch kein freundliches Nachfragen in der Argentinischen Botschaft in Santjago (Vicuña Mackenna 41 - Santiago) weiterhelfen um vielleicht eine Sonderübergangserlaubnis oder einen Stempel im Vorraus zu erhalten, oder vielleicht doch? Echt doofe Situation.
 
Zu deinen Reifen: Mit etwas Glück kommst du mit dem Maxxis bis runter in den Süden und musst nicht mehr wechseln. Und mach dir nichts draus, dass die Beschaffung von 26" so schwierig geworden ist. Wenn dein Fahrrad nach deinen Touren irgendwann getauscht werden muss, gibt es eh nirgendwo mehr etwas anderes als 27,5" und 29er von den Herstellern. Da du ja sowieso ein Riese bist, stört es dich vielleicht nicht einmal.
 
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Südamerika ist nicht Europa... Chile und Argentinien sind nicht wie Bolivien. Dem Hörensagen nach werden diese beiden Länder recht pissig, wenn beim nächsten offiziellen Übergang irgendwas mit den Stempeln bzw den Computerdaten nicht passt.

Das würde ich auch ernst nehmen.

Ich hatte das Formular welches man bei der Einreise als Tourist ausfüllen muss (wie heißt das teil?) verlegt, und hatte deswegen Probleme bei der Ausreise. Naja, ich musste es neu ausfüllen, erst dann durfte ich zum Flieger.
Ich hatte das Original dann später im Handgepäck gefunden. :rolleyes:

Bis Villarica ist eine weite Strecke, k.A. was sinnvoll ist. Ziemlich blöd das ganze. :(

Kontakt zu Spionin hast du?
Was meinst sie?
Schliesslich ist sie ja auch betroffen.
 
Auf meiner Karte gibt es noch den Paso de las Damas. Das sind nur 200km von Santiago, davon 50km in den Bergen, der Rest Hauptstraße. Sind Fotos in GE mit Geländewagen drauf, ist also prinzipiell befahrbar. 3000m hoch. Aber wieso willst du überhaupt auf die Ostseite?
 
Du hast dich wohl schon entschieden... Ab Potrerillos zwischen Uspallata und Mendoza kannst du hintenrum und schottrig nach Tunuyan. Bei bescheidenem Wetter mutet es etwas schottisch an, sonst könnte es noch hübsch sein, mit der Aussicht in die Berge.
Ab Pareditas gibt es die alte Ruta 40 nach El Sosneado, die war mir zu unsicher bezüglich Wasserversorgung (ich hab mich nicht informiert), darum bin ich über San Rafael gefahren. San Rafael ist nix, dafür ist der Cañon del Atuel hübsch und holprig. Leider gibt's in der Gegend gerne Gewitter. Dafür werden die Kilometer weniger.
In Malargüe ist die lokale Delikatesse Chivito (Gitzi, öhm, wie heisst das nur auf Deutsch... Zicklein?). Und weiter im Süden wird die Landschaft marsig.
 
@stuntzi: Vor vier Tagen dachte ich: könntest ja mal schauen, was Stuntzi so treibt. Bin dann fast vom Hocker gefallen und habe nun alles nachgelesen. Ich finde deine Tour unbeschreiblich und schwer in Worte zu fassen. Andere habens ja auch schon versucht… ;)
Fawking awesome!, unglaublich, fantastisch, genial!1
Meinen Respekt für die Radltour und das Durchhalten – und natürlich herzlichsten Dank für die stetige Berichterstattung und vor allem für die genialen Bilder. *seufz*
Das macht schon ein wenig neidisch/Fernweh, die nächsten paar Bier gehen auf mich. :)
Zu deiner besseren Kompakten meinen herzlichen Glückwunsch; ich bin seit zwei Jahren sehr glücklich mit einer Sony RX-100.

Da du ja auch bissl was lesen magst, hier meine diesjährige Tour, quasi vor der Haustür – eine Wanderung durch Albanien (ein Kindergeburtstag im Vergleich zu deiner Reise ;)):
Die geplante Strecke war ca 350 km lang, wieviel ich wirklich gewandert bin, habe ich noch nicht ausgetüftelt. Über vier oder fünf Zweitausender bin ich gelaufen, viel höher geht es dort nicht. (und du warst tagelang doppelt so hoch unterwegs…) An ein-zwei Stellen war ich froh, kein Fahrrad dabei gehabt zu haben, an anderen hab ich es schon sehr vermisst.
Hier ein paar Bilder aus meinem nicht-ganz-live-Blog in der Hoffnung, dass mir das nicht als Thread-kapern oder OT angekreidet wird:


Bauernküche (Sommervariante)


Brücke und Schlucht von oben


Eingang der Höhle Val


Höhle Val - so weit ich kam(ca 170 m)


ein altes Ehepaar bei Val


Schafschlachten an der Quelle Shenepremtes


Ein Bauer vor seinem Haus (lud mich zum Kaffee ein)


Sotira-Wasserfälle


Lager von Schafhirten auf Gebirgszug Tomorr/ Berg Partizani


schneegefülltes Loch Gebirgszug Tomorr/ Berg Partizani


Blick vom Berg Partizani


Tauteich auf dem Tomorr


Gipfel Kulmake auf Berg Tomorr (endlich!)


Tuerbe bei Gipfel Kulmake


Radesh/Gradec-Canyon


Pirogoshi-Höhle

Die letztjährige (Wander)Tour und ein paar Radreisen sind hier zu finden, ein paar mehr Bilder von meiner Tour in diesem Jahr gibt es direkt auf malenki.ch.


rayc schrieb:
@DocB, wo gibt's denn Flicken zum Selberschneiden noch zu kaufen?
Die mag ich am liebsten, finde aber keine mehr in den Läden.

Im Obi-Baumarkt gibt es die. Eine kleine Plastiktüte mit zwei Flicken ca 6x6 cm (geschätzt) und einer Tube Vulkanisierlösung.

Edith hat ein paar Typos korrigiert und den Kindergeburtstag ergänzt – just for the counter. ^^
 
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Danke für den Tip. In Baumärkten schaue ich immer danach.
OBI gibt es bei uns keinen, wenn wir an einen vorbei fahren, gehe ich mal rein.

Interessanter Kurzbericht aus Albanien. :daumen:
 
@stony die Argentinos sind in ganz Mittel- Südamerika nicht besonders beliebt ganz speziell in Brasil...... son unos nacos de verdad yo todo yo no lo puedo ver tambien....!
 
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Ob Argentinien beliebt ist oder nicht- ich hab keinen Streit mit jemandem da unten. Allerdings sieht die chilenische Seite der Anden zumindest auf GE erheblich netter aus für meinen Geschmack. Ich mag es gern ein bisschen grüner in der Vegetation, bin gespannt wo es weitergeht.
 
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@stony1951: Die letzten drei Tage war ich (in der Nähe von Durrës) auf dem empfehlenswerten Campingplatz Paemer – vom Urlaub ausruhen. :) Für Albanien recht preisintensiv, aber sehr schön gestaltet. Etwa drei Viertel der Besucher waren Deutsche.
BTW: Ein paar Bilder von dem Campingplatz sowie reichlich 100.000 (=561GB) weitere von der Tour findet man unter http://www.mapillary.com, wenn man auf Albanien zoomt. Details zur Verwendung von Mapillary auf der Tour schrieb ich hier (Anbringung Smartphone), hier (Vorbereitung und Test und hier (Nachbereitung, jeweils auf Englisch. [/OT]

@filiale: Eine solche Tüte in Originalzustand habe ich derzeit leider nicht, aber Google fand ein Bild vom Inhalt. Die Sachen sind in einer Ziploc-Tüte verstaut.
 
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14.11. 17:00 Uspallata, Argentinien, 1890m

Die Gegend südlich von Santiago scheint für radelnde Traversen gen Süden denkbar ungeeignet. Meistens geht in den Bergen sowieso nix wegen fehlender Wege und erst recht fehlender Pisten. Und wenns dann doch mal klappen könnte, wurde das entsprechende Tal garantiert exklusiv an irgendeine Bergbaufirma verpachtet. Dort kommt man dann ohne gewaltig gute Beziehungen auch nicht durch. Verbleibt einzig und allein die Hauptstraße unten im Flachland mit allenfalls marginalen Fluchtmöglichkeiten. Das war mein Plan B, und dann über die erste offizielle Grenze durch hübsche Berge (Paso Verdara) wieder rüber nach Argentinien. Die Nord-Süd-Achse dort auf der Ruta 40 ist zwar auch nicht exorbitant aufregend, aber immerhin sollte sich der Autoverkehr in Grenzen halten.

Wie auch immer, Plan B scheitert an geschlossenen Grenzübergängen. Bleibt Plan C: Zurück mit dem Bus in Richtung Mendoza und dort weiter machen. Damit war der Trip nach Santiago dann tatsächlich nur ein Ultraquickie-Cash&Tire-Run... was solls. Das hat wenigstens geklappt... und ein paar flowige Höhenmeter im Durazno-Bikepark gingen auch noch mit ein.


Ich fahr also wieder mit dem Bus zurück zum Paso Cristo Redentor, diesmal durch den Tunnel und nicht oben drüber. An der argentinischen Grenze lass ich mich rauswerfen und umgehe so die Dreistundenschlange mit einem Dutzend wartender Reisebusse. Radler haben Vortritt!


Dann roll ich den Pass auf der argentinischen Seite bergab. Naja... "rollen" war jedenfalls der Plan. Dank des üblichen Gegenwinds auf diesem Kontinent muss ich auch bei 5% Gefälle noch strampeln wie ein Blöder, um überhaupt vorwärts zu kommen. Yippieh.


Für Features am Wegesrand bleibt trotzdem noch Zeit: Puente del Inca... warum auch immer.

Zurück in Uspallata, hier war ich vor ein paar Tagen schon mit der Spionin, werden Vorräte und vor allem Wasser aufgefüllt. Will am Abend nachher noch ein Stückerl rauf und die Berge und morgen dann einen Singletrack durch einen Canyon nach Süden probieren. Dafür muss ebenfalls noch Zeit sein, Spionin jagen kann ich auch danach noch.
 
14.11. 20:15 Camp in den farbigen Bergen von Uspallata, 2600m


Am frühen Abend stiefle ich von Uspallata auf einer guten Piste hinauf in die Berge.


Die Felsen in meinem kleinen Wadi leuchten im Abendlicht...


... in allen erdenklichen Rot- und Brauntönen. Hübsch anzusehen... ein wirklich schöner Uphill.


Um acht, mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne, suche ich mir einen geeigneten und halbwegs windgeschützten Lagerplatz in einem ausgetrockneten Bachbett. Hmm... Bachbett... erinnere mich dunkel an eine Begebenheit in Kolumbien zu Beginn dieser Reise. Egal... regnet ja sowieso nicht hier unten. Und bequem ists allemal... wer braucht schon ein Zelt.


Und wer braucht schon einen Kocher... Mahlzeit!
 
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