Atlantix - Inselhüpfen im Ozean

02.12. 15:30 Estancia Roque, 1200m

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Man kann auf diesem Lava-Geröll nicht radfahren. Okay, vielleicht kann man, aber es macht absolut keinen Spaß! Es ist schon anstrengend genug drüber zu laufen.

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Egal wo wir auf Fogo ankommen, werden wir sofort von Kindern umringt. Die Erwachsenen sind etwas zurückhaltender, aber hier kommen definitiv nicht viele Mountainbiker vorbei. Überall schallt einem ein hola oder bom dia entgegen, und oft werden wir laufenderweise ein Stück begleitet.

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Sobald die erste Scheu überwunden ist kommen alle näher. Leider sprechen die Kinder in den Dörfern oft nur Kreol oder Portugiesisch, was eine Verständigung schwierig macht. Aber wenn man mit Gesten eine Fahrt anbietet gibt es kein Halten mehr. Und immer wird um Erlaubnis gefragt bevor das Rad weitergegeben wird.

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Andächtig werden die Ritzel gezählt und die Reifen begutachtet. Leider sind die Kinder oft zu klein, aber wann immer möglich werden unzählige Runden gedreht, mit einem begeisterten Lächeln im Gesicht.
 
02.12. 18:15 Auf dem Fogo-Flughafentrail, 200m

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Beim kinderangefüllten Ort Estancia do Roque (Durchschnittsalter auf den Kapverden ist 24 Jahre, dh halb so alt wie bei uns!) hört der 402er auf und der 403er sollte beginnen. Ich scoute ein wenig in der Gegend rum, finde aber in dem ganzen vulkanischem Ziegenweidengedöns nix besonders Vielversprechendes. OpenStreetMap ist gähnend leer auf Fogo. Und obwohl die gescannte 1:40.000er Karte vom Herrn Reitmaier für Papier durchaus recht exakt daherkommt, bleibt bei so groben Maßstäben das Rätselraten nicht aus. Nach ner Viertelstunde breche ich die Sucherei wegen der fortgeschrittenen Tageszeit ab und folge Goldkettle auf der Pflasterringstraße zurück in Richtung Sao Filipe. Die zwanzig Kilometer sehenauf der Karte recht isohypsig aus, sind aber mit unzähligen kleinen Abfahrten und Gegenanstiegen despickt und knüppeln nochmal ziemlich rein.

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Sport Nummer Eins auf den Inseln: definitiv Fußball. Platz für einen Platz ist immer... und Bedarf offensichtlich auch in der extremen Pampa an der Westseite der Insel.

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Kurz vor San Filipe biegen wir als abendliches Experiment von der Ringstraße auf den 141er hinab zum Flughafen ab. Dreihundert Tiefenmeter schneller Mix aus Karrenweg und S0-Trail, gespickt mit ein paar widerlichen Dornen. Mich erwischts heute insgesamt ziemlich derb mit Plattfüßen... die letzte Flickpause dauert über zwanzig Minuten. Die Anzahl der Löcher geht auf keine Ziegenhaut. Ja klar... tubeless... Schleimschlauch... wäre alles durchaus angesagt für die trockenen Südseiten der Vulkaninseln. Aber da fahr ich ja normalerweise eh nicht so gerne rum.

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Spätnachmittägliche Zwangspausen haben durchaus Vorteile: Wir verballern die letzten Tiefenmeter hinab nach Sao Filipe bei unglaublichen tollem Abendlicht.

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Fogo-Airport-Trail: ein würdiger Anschluss für einen fetten Singletrack-Experimental-Tag.
 
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Also vielen Dank auch nochmal an Euch beide für die Fogo-Zugabe. Das war definitiv ein Highlight für mich als virtuell Mitreisender.
Spitzen-Bilder und Geschichten von Land und Leuten.
@Goldkettle, hast du eigentlich manchmal einen Zorn auf Zorro, wenn er dich auf "unfahrbare" Trails führt?
Also ich mußte mir von meiner Frau da schon so einiges anhören....:D
 
Hmmm dieses Abendrot hätt ich jetzt auch gerne bei unserem trüben Wetter zu Hause...

Schön was Kettle immer für einen kindlichen Charme versprüht wenn Sie ein Stoamandl, pardon weiberl aufstellt... *grins* - Hoffe es werden noch ein paar aufgestellt auf eurer Reise...

@stuntzi - mit wieviel Wasser startet ihr denn in dieser Gegend los?
 
@Goldkettle, hast du eigentlich manchmal einen Zorn auf Zorro, wenn er dich auf "unfahrbare" Trails führt?
Also ich mußte mir von meiner Frau da schon so einiges anhören....:D
Warum sollte ich zornig sein. Ist ja meine Entscheidung, ob ich mitkomme oder nicht. Und es ist klar, dass so ein Experiment immer schief gehen kann. Ich war auf komplett schieben eingestellt. :-)
 
Mooooment!
Der Urlaub kann noch nicht zuende sein! Der Sprung ins Meer fehlt!

War ein toller Trip zu einem Teil der Welt, den ich definitiv nicht auf dem Schirm hatte. Danke Euch beiden!!!
 
02.12. 18:30 Sao Filipe, 100m

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Es weihnachtet auf den Kapverden, wenn auch in marginalen Maßstäben. Gute Nacht zum ersten Adventssonntag.
 
@stuntzi - mit wieviel Wasser startet ihr denn in dieser Gegend los?
Mei... ist ja nicht wie in den USA... hier gibt's eigentlich ständig irgendwelche Minimaldörfer, wo man Nachschub bekommt. Die Läden sind zwar oft kaum als solche zu erkennen und manchmal auch nur ne Kühlbox in einer Garage, aber Saft oder Wasser gibt's immer. Eine Flasche am Bike reicht.
 
Kommt noch eine Insel? Büttebütte :-)
Die anderen Inseln sind eher nicht so interessant auf der Karte. Schon Fogo fällt ab verglichen mit Santo Antao, aber hat wenigstens nen hohen Berg. Alle anderen Kapverden krebsen so um die eintausend bis dreizehnhunderter Maximalhöhen rum und sind demzufolge meistens wohl sehr trocken und wüstig. Und die brettlflachen Surferinseln kann man sowieso knicken.
 
03.12. 10:30 Auf dem Zambujeiro-Trail, 500m

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Beach von Sao Filipe, am Horizont die Insel Brava: Man könnte den letzten Tag auf Fogo ja auch mal gemütlich am Strand verbringen. Aber irgendwie pack ich's ned, Ruhetage sind nix für mich.

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Statt dessen geht's nochmal mit dem Taxler...

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... auf die obere Ringstraße.

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Beim Dorf Zambujeiro schmeiß ich mich dann irgendein Wegerl ins Tal.

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In diesem Fall wird's wohl der 120er in Variation A. Der Südwesten von Fogo mit der Hauptstadt Sao Filipe ist an den Hängen des Vulkans überall ziemlich besiedelt. Wegerl zwischen oberer und unterer Ringstraße gibt's sicher ein bis drei Dutzend.

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Der 120a als spontane Zufallszugabenauswahl enttäuscht nicht.

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Ist meistens ein fluffigenls Esseinserl...

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... über fünfhundert Tiefenmeter lang.

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Man könnte sicher auch im La-Palma-Style diverse Flussbette ausprobieren, einige sehen richtig slickrockig gut aus.

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Aber nach dem gestrigen Dornendesaster pfeife ich flickentechnisch aus dem letzten Loch, hab quasi nix mehr übrig. Auch darum wähle ich heute die kürzere Variante und lass es mit einem Experiment genug sein.

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Um die Mittagszeit rum kann man's in den unteren Regionen des heissen Vulkans sowieso nur an einem schattigen Platzerl mit viel Flüssigkeit aushalten. Außerdem... ist ja schließlich Urlaub hier!
 
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Hahaha, der Schlauch sieht ja klasse aus. Das nenn ich ökologisch! :daumen: Aber wenn der dann wegen der vielen Flicken beim doppelten Gewicht angelangt ist, dann wirds doch mal Zeit für einen Neuen! Ich spende! - Nein, lieber für jeden ein Finisher-Bier!:bier:
 
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