Azorix - Inselhüpfen im Regen

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@caniscurvatus - danke für die Futter-Tipps. Aber viel wichtiger, was muss man fahren und wo muss man hin?
Also auf Sao Miguel fand ich die Gegend um den Lagoa del Fogo ganz spassig, die Trails Richtung Ribera Cha vor allem.
Zu dem vom Miradoro de Lagoa del Fogo um den Krater in Richtung Villa Franca kam ich nicht mehr, habe dazwischen Locals getroffen, die mich dann den restlichenTag mit zum shutteln genommen haben.

Von Sete Cidades in Richtung Lomba del Cruz gab es auch noch einen recht netten Trail.

Und rund um Furnas gab es mehrere nette Sachen die Caldera runter. Wenn ihr dort seid, auf jeden Fall in den botanischen Garten dort gehen, der ist echt toll.

Ich war damals halt primär zum tauchen dort und habe immer an Pausentagen die Insel unsicher gemacht, daher dürften noch viele Trails meiner Entdeckung harren...

Ein cooler Dschungeltrail war noch dabei, aber ich bin nicht mehr sicher, wo genau der startete, meine aber er führte über Salto de Prego nach Faial del Ferra.
 

stuntzi

alpenzorro
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Glatt den Anfang verpasst, aber ist ja noch nicht viel passiert
Stimmt, ...

setecidades-trail8.jpg

... ist eh nur Urlaub :).
 
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Super gut! Die Azoren standen auch schon mal auf meiner Liste. Leider wächst diese im Moment schneller als sie abgearbeitet wird. Die einfach zu findenden Berichte habt ihr bestimmt schon gelesen, ich verlinke sie trotzdem nochmal, vielleicht so als Einstimmung:



Ich freue mich allerdings sehr auf eure Berichte. Da ich nun schon öfter in gleichen Gebieten unterwegs war wie ihr, kann ich mit euren Einschätzungen viel mehr anfangen, als mit Hochglanz Presseberichten inklusive Guide und Flughafenshuttle.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß :)
 

stuntzi

alpenzorro
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09.09. 19:00 AirBnB Vivenda Garcia in Relva, 120m

pontadelgada-birdsview.jpg

Ponta Delgada auf Sao Miguel im spätnachmittäglichen Anflug, Hauptstadt und Hauptinsel der Azoren. Mit Umsteigen in Porto oder Lissabon fliegt man etwa zweieinhalb Stunden ab Deutschland und dann nochmal eineinhalb übers Meer, quasi ein Katzensprung. Pandemische Reiseprobleme gibts keine, das Impfzertifikat wird beim Check-in daheim und beim Verlassen des Airports auf den Azoren geprüft. Radltransport im Karton mit Lufthansa-TAP-Kombination mehr oder weniger problemlos: TAP möchte Extrageld, wenn man versucht, das Sperrgepäck wie angeblich erforderlich fürs zweite Teilstück telefonisch anzumelden. Das kann man allerdings auch einfach ignorieren, die Kisterl werden sowieso durchgecheckt.

relva-bikesetup2.jpg

Wir haben zwar unseren Zeltkrempl mit dabei, aber die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind dann doch ein wenig zu feucht für nächtliche Späße unter freiem Himmel. Also werden die nicht existenten Pläne gleich zu Beginn über den Haufen geworfen und wir mieten uns für drei Nächte ein AirBnB an der Südküste neben Hauptstadt und Flughafen. Sollte erst mal passen, um sich die Westhälfte der unbekannten Insel zu betrachten. Danach sehen wir weiter: Zum richtigen Bikepacken sind die Azoren sowieso etwas klein geraten, alle Inseln zusammen kommen flächenmäßig nicht mal an Mallorca ran. Die Berge sind wohl auch eher niedrig, aber das wird schon. Hauptsache Neuland :).
 

stuntzi

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10.09. 09:30 Rocha da Relva, 10m

relva-trail2.jpg

Erster Tag, erster Trail: Rocha da Relva ist ein kleines, straßenloses Nest unterhalb der Steilküste am Ozean, wohin man sich recht fluffig auf einem Wanderweg berabspaßln kann. Das machen wir dann auch, quasi als Einsteigertour auf den Azoren. Für Experimente in den Bergen ist das Wetter zu mies, hier unten geht's gerade noch.

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Rocha da Relva: Hübsche Wolken und hübsche Felsen, ...

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... aber ein bisserl finster ist's ja schon, so mitten am Vormittag.

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Kinderwagentrail...

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... bis runter zum Ozean.

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In Rocha da Relva ist nix los, außerhalb der Saison wohnen hier vielleicht noch drei bis fünf Einsiedler:innen. Eine Bar sucht man vergeblich.

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Auch Platzerl zum Unterstellen sind rar. So werden wir bei Ankunft der dunklen Regenwolken zum ersten Mal auf den Azoren mehr oder weniger klatschnass. Wird wohl nicht das letzte Mal bleiben, immerhin ist's warm.
 
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stuntzi

alpenzorro
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10.09. 14:15 Thermas da Ferraria, 15m

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Wir bleiben auch weiter an der Küste und folgen matschig grünen Trails weiter nach Westen.

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Kommt teilweise recht dschunglig rüber, das Inselchen. Eigentlich halten wir uns aber nur auf einem schmalen grünen Streifen zwischen Uferstraße und Meer auf. Der Rest ist Landwirtschaft.

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Leckerer Azorenmatsch bestimmt die Szenerie allenthalben.

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Bei Regen fahr ich nicht??! Aber was will man tun... die Schauer setzen hier so plötzlich ein, da hat man kaum eine Chance irgendein trockenes Platzerl zu finden. Hört dann allerdings auch genau so schnell wieder auf zu regnen, aber nass ist nass.

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Statt Burger hat's hier "Bifana", leckeres Zeug mit gegrilltem Fleisch in leicht süßlichem Brot und allerlei optionalem Kram drin. Dieses hier ist innerlich besonders knusprig.

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Bei den Thermas da Ferraria ist der östlichste Punkt von Sao Miguel erreicht. Das Restaurant dort unten hat schon bessere Zeiten erlebt und auch die Therme ist eher etwas kaputt und baufällig, wie viele der kleinen Orte auf der Insel auch.

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Aber die Blumen sind hübsch...

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... und schmücken die verschlammten Bikes.

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Heisse Quellen aus den Tiefen der azoreanischen Vulkankrater sprudeln hier ins Meer, die felsige Badebucht mit Dreissiggradsalzwasser funktioniert allerdings nur bei Ebbe und ruhiger See. Beides ist gerade nicht im Angebot, also nehmen wir den Fünfeurobetonpool. Hilft ja nix, auf den Bergen sind radelnderweise heute sowieso keine Blumentöpfe zu gewinnen.

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Immerhin wartet später im AirBnB eine Hauskatze...

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... und ein toller Sonnenuntergang. Soweit so gut, aber beim Wetter besteht definitiv noch Verbesserungsbedarf.
 
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Wenn ihr in der Ecke um Furnas eine Unterkunft sucht, empfehle ich die Casa da Tia Benta, selten so ein liebevoll geführtes Gästehaus gesehen, wo der Besitzer durchaus mal im Garten für alle Anwesenden etwas grillt. Und die Lage ist super.
 

stuntzi

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11.09. 12:00 Mirador Bocca Infierno bei Sete Cidades, 750m

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Genmaisfelder...

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... und pistiger Dschungel umrahmen den vormittäglichen Uphill auf den ersten Berg der Insel. Sonne und Regenschauer wechseln dabei im Zehnminutentakt, ...

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... aber der Matsch bleibt länger.

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Lecker...

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... und blumig, aber mit nassen Füssen.

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Blick über Sao Miguel. Grün, grüner, Azoren?

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Manche Wanderwege haben Überbreite...

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... und auch die Singletracks hier oben sind eher mit Kinderwagen befahrbar. Na gut, die Seen im Krater von Sete Cidades sind auch eine der Hauptattraktionen der Azoren, da hat's im Sommer wohl einen Riesenhaufen Leute.

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Wir sind zwar auch nicht allein, aber bei dem fragwürdigen Wetter bleiben die meisten Touristen
doch eher unten am Strand.

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Grinsekettle...

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... hat den Kratersee im Blick...

setecidades-trail8.jpg

... und bald darauf den Kratersee erreicht. Lustige Farben haben's schon, die Lagoas in der Caldera von Sete Cidades. Gescheite Trails gibt's trotz dieses Poserbuidls allerdings keine zu vermelden, allenfalls zwei bis dreihundert Tiefenmeterchen Schlammwühlerei könnte man sich hier derzeit geben. Aber die Optik ist schon geil.
 
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09.09. 18:00 Flughafen von Ponta Delgada auf Sao Miguel, Azoren, 1m

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Die Azoren... eine einsame Inselgruppe im Atlantik, irgendwo zwischen Europa und Nordamerika. Kann man dort gescheit radln? Vielleicht. Und wie ist das Wetter so? Naja, wohl ein feuchtfröhlicher Mix aus immer sonnigen Inseln wie den Kanaren und völlig indiskutablen Wasserlöchern wie Island. Jedenfalls regnet's auf den Azoren beinahe täglich, das ist doch schon mal was zum drauf freuen.

Hat also schon seinen Grund, dass ich um die Azoren bisher einen großen Bogen gemacht habe. Aber sämtliche Kanaren sind bereits vielfach bekringelt, Madeira und selbst die Kapverden doppelt bis dreifach besucht, Sizilien, Sardinien, Korsika, Elba, Kreta und ein Dutzend kroatische Adria-Inseln durch den Radlwolf gedreht, da bleiben sonst kaum noch europäische Inselziele. Also beissen wir halt jetzt in den spätsommerlichem Azorenapfel, ganz so sauer wird er schon nicht werden. Oder doch?
Dann scheinst du noch nicht auf Korfu gewesen zu sein! Hübsche grüne Griechenland Insel, aber lange beschäftigen würde die dich wohl nicht.
 
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