So, ich durfte auch mal den Rick XC testen - der Dank dafür geht an dino
Vorweg - die letzten Schwalben bin ich vor 12-15 Jahren gefahren - hab also keinerlei Erfahrung oder Vergleich mit modernen
Schwalbe-Modellen, kenne weder Ralph, noch Ray, noch Burt.
Der Test ist derzeit natürlich völlig antizyklisch - für den momentanen Siff sind die Teile nicht gemacht, das ist klar.
Und - wie immer bei mir: alles rein Popometer und Trump-like gefühlsduselig, ohne mich von Fakten durch
Powermeter oder Stoppuhr verwirren zu lassen
Breite ordentlich mit 2 bar geknallt

auf 30er Maulweite knapp über 59 mm, also nur minimal mehr als Aspen 2.25 - ein direkter Vergleich scheint also fair. Tubeless problemlos, konnte ohne Milch fahren.
Betriebsdruck wie üblich vorne 1,0 bar, hinten 1,15 bar bei 69 kg.
Ich habe offen gestanden vergessen zu wiegen - Schnitzel hat glaube ich mit um 750 Gramm gewogen. Leicht ist anders, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Erwartet mittlerweile bei
Schwalbe aber auch niemand mehr denke ich.
Zum Wesentlichen - draußen: Überwiegend Regen, nass, nasses Laub. Also wie schon erwähnt ideal für eine Sommer- Racepelle
Die Teile fühlen sich viel leichter an als sie sind.

Fahren merklich agiler als die Aspen 2.4 in ähnlicher Gewichtsklasse. Schnell und geschmeidig. Lenkt schneller und agiler ein als die etwas behäbigen Aspen, war zuerst ungewohnt, aber nach 1h vergessen. Erinnert dabei an - welch Wunder - Renegade. Schnitzels Einordnung vom Renegade auf Testo trifft es ganz gut. Ist vergleichbar, kann aber mM alles etwas besser.
Die Karkasse fand ich schlicht Bombe. Ich würde behaupten - die beste Karkasse die ich bisher gefahren bin. Noch besser als die auch schon guten
Maxxis. Dämpft prima, und ist dabei aber immer stabil und gibt Rückmeldung, auch mit meinem geringen Druck (also der Reifendruck, aber aufm Pedal ist auch nicht viel

).
Außerdem top - Kurvenhalt. Richtig schön „rund“ und berechenbar, schöner Übergang auf die Seitenstollen.
Offcamber - auch problemlos. Die nennenswerten Seitenstollen machen ihren Job.
Insgesamt ein angenehm „sattes“ und sicheres Fahrgefühl. Wenn es keine nassen Wurzeln gab - dazu gleich mehr.
Traktion - etwas schwächer als Aspen, aber völlig in Ordnung gemessen an der Reifenklasse. Gerade bei den derzeitigen Bedingungen. Das Gleiche gilt für die Bremse. Völlig ausreichend. Ich bin ziemlich sicher dass man im trockenen Geläuf - wofür die Dinger eigentlich gemacht sind - sehr gut unterwegs ist.
Selbstreinigung war unauffällig - gab kaum dicke Pampe, weil es meistens geregnet hat; Harvester und Elektiker mit 3“ DH-Schaufelrädern waren hier bislang noch wenig unterwegs. Das Profil blieb sauber.
Einziger deutlicher Minuspunkt in meinen Augen war der Nassgrip. Hier war ich unangenehm überrascht.

Nasse Felsen und Wurzeln fand ich nicht dolle. Das können andere besser. Aber - auch das ist eigentlich nicht die Domäne des Reifens, von daher - passt schon.
Die hier schon beschriebenen Allrounder-Qualitäten würde ich grundsätzlich auch bestätigen - mit Ausnahme vom Nassgrip. Der Aspen ist mM noch „allroundiger“, dafür ist der Rick schneller und hat die noch bessere Karkasse.
Kurzum - es ist genau das drin was draufsteht. Ein sehr guter XCO-
Reifen, nach meiner Erfahrung eben mit Abstrichen bei Nässe. Bemerkenswert ist die Karkasse, ich denke dass der damit vor allem für Piloten mit „richtigem Herrengewicht“ und/oder rauher Gangart prima taugt.
Im Marathon sind Rick’s bestimmt meistens überdimensioniert; aber - wegen Schnell auch hier wohl trotzdem brauchbar, wenn man mit dem Gewicht leben kann. Doch dafür gibt es bekanntlich auch andere Spezialisten.