Bremsscheibe auffeilen schlimm?

StillPad schrieb:
Und zwar hat der Laufrad ein dickes Lager verbaut was 34,95mm Aussendurchmesser hat.
Scheibe.jpg


toll.
So wie Lager eingebaut ist bringt es nicht viel für dem Laufrad :D - ausser unnötig Gewicht.
Die Sorgen um die Schraubenverbindung der Scheibe ist da eher sekundär
 
Cunelli schrieb:
Richtig. Eine Schraube auf Scherung zu belasten ist gröbster Unfug.
Das ist wiederum unsinn. Wie halten wohl Regale und Küchenschränke an den Wänden? Weil sie kräftig an die Wand geprest werden?
Nein nein, die Schränke hängen hauptsächlich an der Schraube (oder den Schrauben).

"Scherkräfte: Wirken rechtwinklig zur Einschraubrichtung und bilden zusammen mit Auszugskräften die Hauptbelastung der Schraubverbindung. ..."
 
Chakotay schrieb:
Das ist wiederum unsinn. Wie halten wohl Regale und Küchenschränke an den Wänden? Weil sie kräftig an die Wand geprest werden?
Nein nein, die Schränke hängen hauptsächlich an der Schraube (oder den Schrauben).

"Scherkräfte: Wirken rechtwinklig zur Einschraubrichtung und bilden zusammen mit Auszugskräften die Hauptbelastung der Schraubverbindung. ..."


ich hoffe du arbeitest nicht als ingenieur bei einem bremsenhersteller ,)
wenn ja sag um gotteswillen den namen der firma !
 
Chakotay schrieb:
Das ist wiederum unsinn. Wie halten wohl Regale und Küchenschränke an den Wänden? Weil sie kräftig an die Wand geprest werden?
Nein nein, die Schränke hängen hauptsächlich an der Schraube (oder den Schrauben).

"Scherkräfte: Wirken rechtwinklig zur Einschraubrichtung und bilden zusammen mit Auszugskräften die Hauptbelastung der Schraubverbindung. ..."

Zitate werden nur mit Angabe der Quelle akzeptiert ;)

Natürlich kann man eine Schraube auch auf Scherung belasten. Das ist zwar nicht die feine Art, aber wenn sie ausreichend dimensioniert (d.h. viel stärker als nur auf Zug) ist wird das auch funktionieren.

Nur gehts hier nicht um Küchenschränke, sondern um Fahrradbremsscheiben, und die werden durch die Reibkraft gehalten. . Kannst ja mal probieren, was passiert, wenn du die Schrauben nicht anziehst, sondern so festklebst, dass zw. Kopf und Scheibe ein Spalt bleibt :rolleyes:

Wenn ich eine Schraubenverbindung konstruieren würde, bei der die Schraube auf Scherung belastet wird, würde mir das der Prof um die Ohren hauen ;)

So long,
Phil
 
Cunelli schrieb:
Wenn ich eine Schraubenverbindung konstruieren würde, bei der die Schraube auf Scherung belastet wird, würde mir das der Prof um die Ohren hauen ;)

So long,
Phil

Aber Bremsen sind doch so gebaut :)

Natürlich hast du auch Reib-Verbindung aber das hat man bei allen Schraubverbindungen ;)
 
StillPad schrieb:
Aber Bremsen sind doch so gebaut :)

Natürlich hast du auch Reib-Verbindung aber das hat man bei allen Schraubverbindungen ;)
Nein, sind sie eben nicht. Die Kanten der Löcher drücken nicht gegen den Schaft der Schraube, weil sie unbelastet montiert werden und sich dann durch die Reibkraft nicht mehr bewegen können und dürfen.

So, ich bin jetzt raus.
 
Interessante Begründung :daumen:

Da ich mir bei den Art der Verbindung nicht sicher war habe ich alle Scheiben bis jetzt immer mit der Lochkante an der Schraube montiert.

Irgendwie glaub ich auch das die Ingenieure sich da gar nicht soviel überlegt haben wie wir das gerade machen :D
 
:daumen:
Hallo Leute !

Ich versuche mal einfach auf die Funktion und das Wirkungsprinzip
von Schraubverbindungen einzugehen ! Und das ohne wie es hier
schon ansatzweise den Anschein hatte persönlich zu werden.
Ich könnte hier eine ganze Abhandlung über das Thema schreiben,
aber das wäre des Guten zuviel, und deshalb beschränke ich mich
nur auf das hier Geschriebene (FAQ), denn es gäbe noch sehr vieles
Anzumerken.

Nun, vieles konnte man in den x-fachen Beiträgen lesen, und obwohl
es hier auch anscheinend Maschinenbaustudenten? gibt, vermisse
ich doch wesentliche Ansätze zu Schraubenverbindungen, die es seit
Jahrzehnten gibt. Auch die Ansicht ob man Scherkräfte in eine
Schraube einleiten darf oder nicht !
Das wird euer Prof. immer genehmigen !;)
...nur wissen muss man´s !

Grundsätzliches:

Es gibt verschiedene Gruppen von Schraubenbverbindungen, zu den
einen gehören die am meisten beanspruchten
a) Schrauben -die rein auf Zug- belastet werden (Normalfall!), und
b) Schrauben die mit einer Querkraft (Fq) also wie hier schon erwähnt
auf Abscherung (Fs) belastet werden dürfen.

Hoppla werden da jetzt einige sagen ! gibt es das doch !?

Ja, die Schrauben die nur eine axial Kraftkomponente aufnehmen
dürfen (siehe a) müssen durch ihre Klemmkraft -welche ein
Verschieben der zu klemmenden Bauteile verhindern sollen-,
die dynamischen oder statischen Kräfte durch Reibschluss ver-
hindern. Dies kann man sehr gut anhand der Schraubenverspannungs-
schaubild herausinterpretieren.
> Also man verhindert durch den Reibschluss eine Querkraft-
komponente direkt auf den Schraubenquerschnitt.
Passchrauben sind im Gegensatz zu den Normalschrauben dafür
bestimmt, Querkräfte einer Bauteilverbindung aufzunehmen, aber
dazu komme ich später noch !

Ja, richtig gelesen! Schrauben die mit einer Querkraft
belastet werden dürfen, nennt man "Paßschrauben" !

>...es gibt sie doch !

Im Maschinenbau habe ich nur wenige solcher Paßschrauben
eingesetzt, aber im Stahlbau in sehr vielen Verbindungen.

Nun zur konstruktiven Befestigung der Bremsscheiben am Bike

Wenn Bremsscheiben durch die Polygoninnenaufnahme auf der
Radnabe befestigt werden, dann haben die Befestigungsschrauben
nur einen kleinen Betriebsfaktor sprich eine geringe axiale Kraft-
komponente aufzunehmen. Sie sind nur für die geometrische
Stabilität der Scheibe an der Nabe verantwortlich.

Bemerkung: hier spricht man dann von einem Formschluss, wobei
sämtliche Betriebskräfte von der geometrischen Beschaffenheit
des Aufnahmeflansches aufgenommen werden.

> Die Verdrehkräfte (Bremskräfte welche durch die Bremszylinder
einwirken) werden direkt in den Aufnahmedorn der Nabe eingeleitet.
> Die Schrauben haben nur den erforderlichen Anpressdruck zur
Seitenstabilität der Scheibe an den Dorn zu bewirken.
>>>Idealfall !

Wenn Bremsscheiben allerdings nur lose auf einem Aufnahmedorn
geschoben werden, und nur mittels Abfeilen, oder durch Aufbohren
auf den Radnabensitz aufgesetzt werden, dann müssen sämtliche
Verdrehkräfte entweder durch einen vorhandenen Reibschluss
zwischen Scheibe und Aufnahmedorn (Nabe) eingeleitet und gehalten
werden, oder die Schrauben sind zur Aufnahme von Querkräften
geeignet.
>>>Besonderer Fall !

Also wenn ich die Konstruktion übernehmen würde, dann würde
ich den Formschluss also das Polygonprofil auf Scheiben und am
Aufnahmedorn (Nabe) wählen, damit die Schraubenverbindung
nur zur axialen Anlage der Scheibe an die Nabe nötig wäre.

Eine Reibschlussverbiundung an Bremsen halte ich nicht für
sinnvoll und auch für etwas gewagt (kann man aber trotzdem
tun, wenn eine genügende Sicherheit gegen Abscherung in
Betracht gezogen würde, aber man vermeidet dieses Prinzip,
es sein den es ist eine Paßschraube !), denn die Sicherheit der
Bremse wäre von der Lockerung der Schrauben direkt abhängig
und würde evt. verheerende Folgen haben.
Im Gegensatz zum sicheren Formschluss von Scheibe auf Nabe
könnte man die Scheibe auch noch als sicheres Bremsmittel
halten, würden 4 von 6 der erforderlichen Schrauben fehlen.
Klar, weil die Scheibe ja die Verdrehkräfte -hervorgerufen von der
eingeleiteten Bremskraft-, durch ihr inneres Polygonprofil sicher auf
der Nabe gehalten würde.

Nun, ich würde, wenn kein Formschluss vorhanden wäre, immer
Paßschrauben verwenden, welche durch einen Paßssitz unterhalb
des Schraubenkopfes angedreht werden.

Auf eine solche Verbindungsmassnahme könnte man sich immer
und fast blind verlassen !

Gruss Klaus

Frage: Wie werden die Bremsscheiben eigentlich im Normalfall
auf der Nabe gehalten? durch den Polygonsitz ? oder nur durch
Schrauben? weil das bei dem Foto von "tractor" so aussieht?
Ich habe noch kein Bike, kenne mich aber in den Sachen der
Mechanik aus !
 
@ biker 2006:

Eine normale Scheibenbefestigung nach IS 2000 hat keinen Formschluß (im Gegensatz zu Centerlook). Die Befestigung erfolgt ausschließlich über die Schrauben.

Grüße
 
Formschluss sehe ich bei meiner Juli auch keinen ;), hatte die Scheibe auch noch nicht ab (nein ich gucke jetzt nicht nach ;)), weiß auch nicht welche Schrauben verwendet (pass oder net) werden.

Bin trotzdem der Meinung dass das Ganze in erster Linie als Reibschlussverbindung ausgelegt ist, mit entsprechender Sicherheit bzw einem entsprechenden Anwendungsfaktor. Es geht ja bei der Querbelasteten Schraube eigentlich nur darum eine relatives Verschieben der zu verbindenden Teile zu vermeiden, damit es eben zu keinem Abscheren kommt. Wie ausgelegt wurde könnte man wohl nachvollziehen wenn man in etwa wüsste mit welchen Kräften gerechnet wird (hab jetzt keine Lust dazu ;)).


grüße
jan
 
:daumen:
Hallo T.V.

danke, dann haben also nur diejenigen SB mit der Nabe einen
Formschluss welche sich "Centerlook" nennen dürfen.
Das ist aber schade !:(

Dann sind wir bei der SB Befestigung durch Schrauben verteilt
am Umfang der Scheibe zur Nabe.

Wie ich eingangs vermittelt habe, handelt es sich dann um eine
Reibschlüssige Verbindung zwischen der SB-Auflage zur
Nabenverbindung, hervorgerufen durch die Klemmkraft Fk der
einzelnen Schrauben. Die Betriebskraft Fq müsste dann durch
den Reibfaktor µk der Kopfauflage der Schraube sowie der
Berührungsflächen der Scheibe zur Nabe, welcher durch die
Klemmkraft hervorgerufen wird, vollständig aufgenommen werden.
Fr > Fq ! Die Schrauben werden dann nur noch statisch auf Zug
durch ihre Klemmkraft beansprucht. Die Drehmomentübertragung
erfolgt dann ausschliesslich durch die Reibkraft !
Erforderliche Klemmkraft je Schraube: Fkl= Fqges/ µ*z

Lockern sich einmal die Schrauben (unterschiedliche Gründe),
dann wird es nur evt. ungemütlich, da z. B. M6 Schrauben mit
metrischem Regelgewinde und einer Güte von 8.8 je Schraube
könnte man rein theoretisch eine Querkraft von max. 16080 N
(ohne Sicherheitsfaktor) also 1,6 t aufbringen um sie durch
Abscherung zu trennen. Das wären dann bei 6 Schrauben gl.
Güte 9,6 t. Was also habt ihr da für eine Angst?:( Selbst
wenn also die Reibkräfte der Schraubenverbindung nicht mehr
ausreichen, würde auch der Bulle von Tölz immer noch sicher
ans Ziel kommen.

Nun, man könnte dann also -wer geübt ist-, Paßschrauben für
diesen Fall einsetzen, dann wäre man damit 100%ig auf der
sicheren Seite.

Man müsste dann allerdings folgendes tun:

- Schrauben mit Paßsitz anfertigen (Gewinde mit zyl. Ansatz !)
- Scheiben evt. um ca. 1 mm aufbohren (müsste man ausmessen !)
- Ansenken der Gewindebohrungen um ca. 3 mm (damit der
angedrehte zylindrische Schraubensitz exakt in die Scheibe Passt)

Damit wäre dann der Formschluss durch eine Paßschraube
hergestellt. Macht natürlich nur Sinn, wenn man über die
erforderlichen Maschinen verfügt. ...leider !

Gruss Klaus

Hals und Scheibenbruch !;)
 
biker2006 schrieb:
:daumen:
Hallo T.V.

danke, dann haben also nur diejenigen SB mit der Nabe einen
Formschluss welche sich "Centerlook" nennen dürfen.
Das ist aber schade !:(

Fr > Fq ! Die Schrauben werden dann nur noch statisch auf Zug
durch ihre Klemmkraft beansprucht. Die Drehmomentübertragung
erfolgt dann ausschliesslich durch die Reibkraft !
Erforderliche Klemmkraft je Schraube: Fkl= Fqges/ µ*z

=> Und hierraus ergibt sich logischerweise das erforderliche Anzugsmoment, was hier dann evtl. sogar wichtiger als an andere Verbindungen ist ;).

Lockern sich einmal die Schrauben (unterschiedliche Gründe),
dann wird es nur evt. ungemütlich, da z. B. M6 Schrauben mit
metrischem Regelgewinde und einer Güte von 8.8 je Schraube
könnte man rein theoretisch eine Querkraft von max. 16080 N
(ohne Sicherheitsfaktor) also 1,6 t aufbringen um sie durch
Abscherung zu trennen. Das wären dann bei 6 Schrauben gl.
Güte 9,6 t. Was also habt ihr da für eine Angst?:( Selbst[...]

Was aber nur im rein statischen Fall gelten würde, der an der Bremse wohl kaum vorliegt ;).

Nun, man könnte dann also -wer geübt ist-, Paßschrauben für
diesen Fall einsetzen, dann wäre man damit 100%ig auf der
sicheren Seite.

Man müsste dann allerdings folgendes tun:

- Schrauben mit Paßsitz anfertigen (Gewinde mit zyl. Ansatz !)
- Scheiben evt. um ca. 1 mm aufbohren (müsste man ausmessen !)
- Ansenken der Gewindebohrungen um ca. 3 mm (damit der
angedrehte zylindrische Schraubensitz exakt in die Scheibe Passt)

Damit wäre dann der Formschluss durch eine Paßschraube
hergestellt. Macht natürlich nur Sinn, wenn man über die
erforderlichen Maschinen verfügt. ...leider !

Und selbst dann steht der Aufwand MEINER MEINUNG nach wohl kaum im Verhältniss zur gewonnenen Sicherheit.

Gruss Klaus

Hals und Scheibenbruch !;)


grüße
jan
 
Wie halten eigtl. die Bremsscheiben am Auto? Soviel ich weis ist das auch eine Reibschlussverbindung. So schlecht kann die Konstruktionsweise nicht sein.
 
@biker2006:
Leider klappt das nicht mit der Passchraube, da die Gewinde Einschraubtiefe der Scheibenbremsenschrauben nicht besonders tief ist. Magura gibt ein Anzugs Drehmoment von "Nur" 4Nm an. Man kann sogar Alu Schrauben nehmen (Aluschrauben Anzugsmoment: 3,4Nm), was einige hier auch Tun oder 3Ti, 3Al Schrauben.
 
:daumen:

Hallo jan84

Mein Text in der ersten Antwort war:
Fr > Fq ! Die Schrauben werden dann nur noch statisch auf Zug
durch ihre Klemmkraft beansprucht. Die Drehmomentübertragung
erfolgt dann ausschliesslich durch die Reibkraft !
Erforderliche Klemmkraft je Schraube: Fkl= Fqges/ µ*z

Deine Antwort dazu:
=> Und hierraus ergibt sich logischerweise das erforderliche
Anzugsmoment, was hier dann evtl. sogar wichtiger als an
andere Verbindungen ist .
...logisch und klar !!!

Mein Text in der ersten Antwort war:
Lockern sich einmal die Schrauben (unterschiedliche Gründe),
dann wird es nur evt. ungemütlich, da z. B. M6 Schrauben mit
metrischem Regelgewinde und einer Güte von 8.8 je Schraube
könnte man rein theoretisch eine Querkraft von max. 16080 N
(ohne Sicherheitsfaktor) also 1,6 t aufbringen um sie durch
Abscherung zu trennen. Das wären dann bei 6 Schrauben gl.
Güte 9,6 t. Was also habt ihr da für eine Angst? Selbst[...]

Deine Antwort dazu:
Was aber nur im rein statischen Fall gelten würde, der an der
Bremse wohl kaum vorliegt.
....trugschluß nicht aufgepasst !!!
Wenn eine Schraube durch ihre axiale Klemmkraft die Bauteile
so zusammenhält, dass das Drehmoment vollständig durch den
Reibschluss der Bauteilflächen übertragen wird, dann liegt in
axialer sowie in radialer Richtung nur noch die statische
Klemmkraft auf die Schraube vor. :)
Dynamisch würde es erst dann, wenn Betriebskräfte axial
vorhanden wären ! oder sich die Schraube gelockert hat,
und bereits einige Prozent Querkraft auf die Schraube kommen
würden.


Mein Text in der ersten Antwort war:
Damit wäre dann der Formschluss durch eine Paßschraube
hergestellt. Macht natürlich nur Sinn, wenn man über die
erforderlichen Maschinen verfügt. ...leider !

Deine Antwort dazu:
Und selbst dann steht der Aufwand MEINER MEINUNG nach wohl
kaum im Verhältniss zur gewonnenen Sicherheit.
...solch ein Maßnahme kostet vielleicht 1-2h Arbeit,
und wer das selbst machen kann, und es technisch versteht, der
macht das, wenn er die Arbeit grundsätzlich nicht scheut. Es ist
ja ein Hobby und keine wirtschatliche Rechnung !;)


Gruss Klaus
 
Hallo !!!

Die Einschraubtiefe der Schrauben ist so ca. 8mm. Soweit ich weis sind da M5x10 Schrauben verbaut, der Sockel an der Nabe ist auch nicht viel dicker, da jetzt noch 3mm Auszubohren/Fräsen halte ich für ein Sicherheitsrisiko, klar wenn platz da ist wirkt das schon, aber bei so wenig Material eben nicht. Ausserdem würde ich gerne mal wissen wie ich ein Laufrad Einspannen soll? die Nabe wäre kein Problem.

Mfg CC Racer

ps: Bin als Feinmechaniker tätig also nicht ganz unwissend ;) .
 
biker2006 schrieb:
Lockern sich einmal die Schrauben (unterschiedliche Gründe),
dann wird es nur evt. ungemütlich, da z. B. M6 Schrauben mit
metrischem Regelgewinde und einer Güte von 8.8 je Schraube
könnte man rein theoretisch eine Querkraft von max. 16080 N
(ohne Sicherheitsfaktor) also 1,6 t aufbringen um sie durch
Abscherung zu trennen. Das wären dann bei 6 Schrauben gl.
Güte 9,6 t. Was also habt ihr da für eine Angst?:( Selbst
wenn also die Reibkräfte der Schraubenverbindung nicht mehr
ausreichen, würde auch der Bulle von Tölz immer noch sicher
ans Ziel kommen.

Moment mal! Wie kommst du auf 16080N?
8.8 heißt das die Schraube 880N Scherkraft ab kann.
Sowas habe ich zumindest mal in mein Ausbildung gelernt.
und 880 x 6 macht für mich 5280N oder rechnet man die anders zusammen?

Ich bin gelernter Mechatroniker und auch ein wenig mit den Sachen vertraut.
 
:daumen:

Hallo cc_racer

das ist schade ! fast schon ein kleiner Murks !

@biker2006:
Leider klappt das nicht mit der Passchraube, da die Gewinde
Einschraubtiefe der Scheibenbremsenschrauben nicht besonders
tief ist. Magura gibt ein Anzugs Drehmoment von "Nur" 4Nm an.
Man kann sogar Alu Schrauben nehmen (Aluschrauben Anzugsmoment: 3,4Nm), was einige hier auch Tun oder 3Ti, 3Al Schrauben.

Bei AL-Schrauben sollte man bedenken, dass erst eine sichere
Verbindung vorliegt, wenn man die Schraube 2,5*D in das Bauteil
einschraubt (ist auch von der Legierung abhängig). Wenn da wirklich
nur ein paar Gewindegänge vorhanden sind, dann ist das grober
Unfug, AL-Schrauben einzusetzen. Derjenige der soetwas angibt
sollte dann lieber in eine andere Branche wechseln !:lol:
Dazu kommt dann auch noch die max. auftrende Flächenpressung
der Kopfauflage und das Setzverhalten (sowie Griechvorgänge) zw.
einem AL und einem Stahlkopf !;)
...so ein Blödsinn !

Gruss klaus
 
StillPad schrieb:
Moment mal! Wie kommst du auf 16080N?
8.8 heißt das die Schraube 880N Scherkraft ab kann.
Sowas habe ich zumindest mal in mein Ausbildung gelernt.
Das spricht jetzt aber sehr gegen deine Ausbildung. Wie wär's mal mit nachlesen? Bist wenigstens nicht alleine in diesem Thema. Hier sind wiedermal zuviele Studis und andere Halbfachleute unterwegs. Semesterferien sind doch wohl durch? Es kommt einmal eine Zeit, wo ihr euren Mist mit eigenem Namen unterschreiben müsst und Euch haftbar macht für eure Fehler und deren Folgen.

Zurück zum Thema: Das Auffeilen halte ich für unbedenklich. Grob vereinfacht trägt der 1.5-fache Lochdurchmesser mit, den hast Du ja stehen gelassen. Zudem wird die Scheibe auf dem Innendurchmesser auch noch vom Nabenkörper gestützt.

Gruss
Excalibur
 
:daumen:

Hallo


Mein Text:
Lockern sich einmal die Schrauben (unterschiedliche Gründe),
dann wird es nur evt. ungemütlich, da z. B. M6 Schrauben mit
metrischem Regelgewinde und einer Güte von 8.8 je Schraube
könnte man rein theoretisch eine Querkraft von max. 16080 N
(ohne Sicherheitsfaktor) also 1,6 t aufbringen um sie durch
Abscherung zu trennen. Das wären dann bei 6 Schrauben gl.
Güte 9,6 t. Was also habt ihr da für eine Angst? Selbst
wenn also die Reibkräfte der Schraubenverbindung nicht mehr
ausreichen, würde auch der Bulle von Tölz immer noch sicher
ans Ziel kommen.

Moment mal! Wie kommst du auf 16080N?
8.8 heißt das die Schraube 880N Scherkraft ab kann.
Sowas habe ich zumindest mal in mein Ausbildung gelernt.
und 880 x 6 macht für mich 5280N oder rechnet man die anders zusammen?

Ich bin gelernter Mechatroniker und auch ein wenig mit den Sachen vertraut.

Meine Antwort:
Ja, mit etwas vertraut liegst Du richtig !

Aus der Festigkeitslehre und der Statik ist bekannt, dass das Abscheren
von Bauteilen durch folgenden Zusammenhang errechnet wird.

sigma= F/ A
-sigma ist die zulässige Spannung hier als Re Zugfestigkeit (nicht
die Streckgrenze die auch als Rp0,2er Grenze bekannt ist.
- F (N) ist die Kraft die wirkt
- A (mm2) ist der Spannungsquerschnitt des Bauteils hier eine
Schraube (zyl. Bolzen !) um den es geht.
Falsch wäre die Streckgrenze einzusetzen, da die Streckgrenze
einen bleibende -nach dem Hookschen Gesetz- definierte Dehnung
bedeutet, aber keinen Bruch !

Also umgestellt auf F ergibt sich folgende Rechnung:

F= sigma(Zugfestigkeit) * A

Nach DIN EN 20 898 werden Werkstoffe und mechanische
Eigenschaften von Schrauben wie folgt behandelt.

Beispiel einer M6 Schraube mit Festigkeitsklasse
8.8 mit Bruchdehnung 12% und einem Spannungsquerschnitt von
20,1 mm.
:

- Stahl mit niedrigem C-Gehalt, Zusätze von Bor, Mn, Cr
abgeschreckzt und angelassen !

- Zugfestigkeit ist die erste Zahl
8* 100 also 8*100= 800 N/ mm2

- Streckgrenze bzw. Rp0,2er Dehngrenze ist die Multiplikation
von beiden Zahlen vor und nach dem Punkt und mit 100 mult.
8*8*100= 640 N/ mm2

Dann errechnet sich die Scherfestigkeit nach der obigen Formel
zu (Zugfestigkeit * Querschnitt= Scherkraft (Fs)):

Fs = 800 N/mm2 * 20,1 mm2
Fs= 16080 N je Schraube * 6 Schrauben
Fs(6)= 96480 N oder 9,6 t Gesamtabscherkraft (Idealfall !)

Gruss Klaus
 
Excalibur schrieb:
Das spricht jetzt aber sehr gegen deine Ausbildung. Wie wär's mal mit nachlesen? Bist wenigstens nicht alleine in diesem Thema. Hier sind wiedermal zuviele Studis und andere Halbfachleute unterwegs. Semesterferien sind doch wohl durch? Es kommt einmal eine Zeit, wo ihr euren Mist mit eigenem Namen unterschreiben müsst und Euch haftbar macht für eure Fehler und deren Folgen.

Nabend leider haben wir sowas in der Ausbildung nicht durchgenommen.
Man hat uns kurz vor der Abschlußprüfung noch erzählt das man die Zahl auf der Schraube mal 100 nimmt und dann die N/mm² hat bis die Schraube abschert.

Und ein Mechatroniker muss schließlich nix konstruieren:rolleyes:

@Biker
Gute Zusammenfassung Zugfestigkeit * Fläche sowas läßt sich gut merken :)
 
StillPad schrieb:
Interessante Begründung :daumen:

Da ich mir bei den Art der Verbindung nicht sicher war habe ich alle Scheiben bis jetzt immer mit der Lochkante an der Schraube montiert.
So hatte ich das bisher auch immer gehalten.

Bin gelernter Kommunikationselektroniker und habe von dem was ihr schreibt, kaum eine Ahnung. :D
 
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